ALAGOAS

Idyllische Strände in Alagoas, wie hier in Maragogi © Brasilien Insider
Nicolas Stockmann, dein Insider für Alagoas

Alagoas, der Staat der Palmen und Lagunen, zählt mit seiner Hauptstadt Maceió und einem wunderschönen tropisch-grünen Küstenstreifen zu den schönsten Überraschungen für Brasilien-Reisende. International bisher wenig bekannt, nehmen die Besucherzahlen seit ein paar Jahren kontinuierlich zu. Den kleinen Bundesstaat könnt Ihr dabei leicht bereisen: Ausgangspunkt ist Maceió (1 Mio. Einwohner), hier findet Ihr einige der besten urbanen Strände Brasiliens, eine exzellente Gastronomieszene, ein lebendiges Nachtleben und insgesamt eine gute Infrastruktur.

Richtig kennenlernen tut Ihr Alagoas aber erst, wenn Ihr euch aus der Hauptstadt entfernt und zum Beispiel die urigen Fischerdörfer an der Nordküste von Alagoas (Litoral Norte) aufsucht. Auf kilometerlangen Fahrten durch Palmenwälder gelangt Ihr zu einer Region, die auch als Rota Ecológica bekannt geworden ist. Rund um winzige Dörfer wie Porto da Rua, Porto de Pedras oder Japaratinga liegen teilweise sehr hochwertige Luxus-Pousadas, die ohne Zweifel zu den besten Brasiliens zählen – perfekt für ganz besondere Anlässe. Aber auch preiswertere Optionen sind überall vorhanden. Die Nordküste von Alagoas ist für mich eines der letzten „Geheimnisse“ von Brasiliens 8000 km langer Küste und eine meiner persönlichen Lieblingsreiseregionen. Es ist fantastisch, dieses unfassbar tropisch-grüne Palmengebiet auf einem Mototaxi zu bereisen und sich dabei den Fahrtwind mit Blick auf den Ozean um die Nase wehen zu lassen …

Wenn Ihr genug Zeit habt, empfehle ich auch unbedingt einen Abstecher an die ebenfalls sehr schöne – und leichter zu erreichende – Südküste von Alagoas (Litoral Sul). Der nur knapp eine halbe Stunde von Maceió entfernt liegende Badeort Praia do Francês hat sich dank seiner renovierten Strandpromenade zu einem der schönsten Ferienziele des Nordostens gemausert und spielt nun mit anderen Zielen wie Praia da Pipa oder Porto de Galinhas in einer Liga. Hier könnt Ihr surfen, Bootsausflüge machen und zu dem herrlichen Strand Praia do Gunga fahren, wo Ihr per Buggy zu interessanten Sandsteinformationen in über 100 verschiedenen Farbtönen gelangt. Historisch Interessierte schließen noch einen Besuch in der nahe gelegenen Altstadt von Marechal Deodoro an, der ersten Hauptstadt von Alagoas und Geburtsort des ersten Präsidenten Brasiliens. Hier lässt sich unter anderem eines der bedeutendsten Franziskanerkonvente des Nordostens bewundern.

 

Maceió

Maceió ist eine relativ junge Stadt und besitzt anders als seine Nachbarn Salvador, Recife/Olinda oder João Pessoa fast keine historischen Sehenswürdigkeiten. Das Bedürfnis nach schöner Kolonialarchitektur muss also woanders gestillt werden. Die Trümpfe hier sind einfach (meistens) super Wetter, tolle Stadtstrände (Top 5 in Brasilien), sehr gute Gastronomie, lebendiges Nachtleben, fantastische und leicht erreichbare Ausflugsziele (auch für längere Abstecher geeignet), sowie die im Landesvergleich immer noch recht günstigen Preise. Dazu sind die Alagoanos sehr herzliche Gastgeber.

Da Alagoas erst in letzter Zeit im Ausland bekannter wird, werdet Ihr hier noch recht selten auf internationale Touristen treffen. Dafür haben die Brasilianer diese schöne Region bereits entdeckt und kommen gerne und reichlich. Einen Besuch in Maceió solltet Ihr stets mit einem möglichst mehrtägigen Abstecher entweder an die Nord- oder Südküste kombinieren. Wenn die Zeit dafür fehlt, empfehlen sich zumindest ein paar Tagesausflüge aus der Stadt heraus. Erst dann bekommt man ein Gefühl für Alagoas …

Der Strand von Maceió auf Höhe des Stadtteils Ponta Verde © Brasilien Insider

Übernachtung

In Maceió habt Ihr die Qual der Wahl, euch in einem dieser drei netten Strandviertel niederzulassen: Pajuçara (Kunsthandwerk, Strandbars, Jangada-Ausflüge), Ponta Verde (Strandbars) oder Jatiúca (Strand, Nachtleben). Die Strände schließen unmittelbar aneinander an, und wer mag (und gut zu Fuß ist), kann sie entlang der hübschen Strandpromenade ganz ablaufen. Generell steigen die Preise in Maceió in der Hauptsaison ziemlich an.

Die grüne Strandpromenade von Maceió, etwa auf Höhe Sete Coqueiros zwischen Pajuçara und Ponta Verde © Brasilien Insider

Dies sind aus meiner Sicht die besten Unterkünfte in Maceió:

Das Hotel Ritz Lagoa da Anta bietet exzellente Zimmer mit einem gesunden Schuss Folklore. Viele Apartments haben Meerblick, besonders schön gestaltet sind die Zimmer im 5. Stock (Thema „Bali“) und 6. Stock (Thema „Design“). Die 3. Etage („Eco Floor“) ist dagegen ganz der Umwelt gewidmet, so sind hier zum Beispiel Wassersparduschen installiert. Es gibt einen schönen großen Pool sowie ein Spa. Das Hotel liegt ein wenig außerhalb der touristischen Zone an der Praia Lagoa da Anta, bei einem schönen Spaziergang über die überwachte Strandpromenade ist man aber in knapp 15 Minuten an der Ausgehmeile von Jatiúca. Hotel Ritz Lagoa da Anta buchen.

Die Lobby des Hotel Ritz Lagoa da Anta in Maceió © Brasilien Insider

Viele Hotels in Maceió sind schon ein wenig in die Jahre gekommen. Das trifft auf das Hotel Brisa Suítes definitiv nicht zu (Mitte 2018 eröffnet). Hier findet Ihr ein modernes Haus in guter zentraler Lage in Pajuçara mit sehr cleanen, ganz in Weiß gehaltenen Zimmern. Am besten sind, wie überall, auch hier die Zimmer mit frontalem Meerblick. Schon beim Morgenkaffee könnt Ihr im Frühstücksraum den Blick über den Ozean schweifen lassen und Pläne für den Tag schmieden. Dem brandneuen Hotel fehlt für meinen Geschmack noch ein klein wenig „Nestwärme“, ein paar kräftige Farbtöne würden ihm gut tun, aber es ist ohne Frage eine gute Wahl, wenn man zentral, komfortabel und modern in Maceió absteigen möchte. Hotel Brisa Suítes buchen.

Frühstück mit Meeresblick im Hotel Brisa Suítes © Brasilien Insider

Wer keine Lust auf Hochhaushotels und Stadtverkehr hat, dennoch nah an Maceió sein möchte, dem kann ich die elegante Pousada Kazatao by Toque empfehlen. Von den Betreibern der Pousada do Toque (siehe Porto da Rua) wurde diese stadtnahe ehemalige Familienresidenz zur Pousada umgestaltet. Hervorzuheben sind die geschmackvoll designten Zimmer und der schöne Garten mit Hängematten. Vom Pool aus hat man einen direkten Strandzugang, allerdings ist dieser recht schmal. Herausragend – selbst für den hohen brasilianischen Standard – ist das exzellente Frühstück, das hier für jeden Gast liebevoll individuell zubereitet wird. Die Anfahrt nach Maceió klappt mit Uber reibungslos und dauert etwa 20–25 Minuten (R$20–25). Pousada Kazatao by Toque buchen.

Auch der Ausblick in der Pousada Kazatao ist nicht zu verachten … © Brasilien Insider

 

Essen und Trinken

Breno Guimarães © Brasilien Insider

Wenn Ihr ein Restaurant für stilvolle Anlässe sucht, empfehle ich Maria Antonieta. Das Licht ist hier romantisch gedimmt, die Akustik sehr angenehm und in der Mitte des Raumes schafft ein 3 Meter hoher, mit Leuchten verzierter „Baum“ eine stimmungsvolle Atmosphäre. Der sehr gastfreundliche Besitzer Breno Guimarães und seine Geschwister widmen das Markenzeichen ihres Lokals gleichermaßen „Mutter Natur“ als auch ihrer eigenen Mutter, Maria Antonieta. Am Wochenende könnt Ihr auch auf einer schönen Außenterrasse sitzen. Serviert wird hier die hohe italienische Küche, besonders gut sind die Ravioli di Sogni, das sind grüne Ravioli mit Krabben, cremigem Käse und Basilikum. Auch Weinliebhaber kommen auf ihre Kosten, die Weinkarte des Hauses wird zu den zehn besten Brasiliens gezählt! Der Pistaziencremelikör rundet den Gaumenschmaus ab. Öffnungszeiten tgl. 12–16, 18–24 Uhr.

So viele freie Tische hat man im Maria Antonieta nur am frühen Abend zur Auswahl © Brasilien Insider

Einer meiner Favoriten in Maceió ist seit langer Zeit das Divina Gula in Jatiúca. Das Restaurant serviert schon seit 1988 deftige Minas-Küche, dazu kommen leckere Cachaças, Liköre, Weine und über 80 verschiedene Craft-Beer-Sorten auf den Tisch. Spezialität des Hauses sind die üppigen Fleischgerichte, im großen Außenbereich kann man aber auch einfach nur was trinken und der guten Livemusik lauschen (Do–Sa ab 21 Uhr, kein Couvert). Die urig-geschmackvolle Dekoration des Lokals gefällt mir besonders gut. Gleich nebenan sowie entlang der Rua Carlos da Silva Nogueira liegen weitere belebte Bars und Kneipen, sodass sich das Divina Gula auch bestens zum Warm-up eignet. Öffnungszeiten Di–Do, So 12–24, Fr, Sa 12–2 Uhr.

Das Divina Gula präsentiert sich rustikal und gemütlich © Brasilien Insider

In Maceió gibt es mehrere attraktive Strandrestaurants, in denen Ihr unter Palmen mit Meerblick speisen oder einen Cocktail trinken könnt. Am berühmtesten ist das Lopana in Ponta Verde. Hier genießt Ihr auf einer hübsch dekorierten Terrasse eure Caipirinha oder ein leckeres Fischgericht, sehr gut ist Peixe à Bananeira (Fisch im Bananenblatt) mit Krabben und Bananenpüree. Zum Einstieg sollte man mal die leckere regionale Vorspeise Sururu probieren, das Fleisch der Charru-Muschel. Auch Bootsausflüge werden von hier aus angeboten (Dauer 3 Std.). Im Sommer wird der Strand vor dem Lopana übrigens zur Partyzone: DJs und Bands heizen dann von 12–1 Uhr ein, man sollte früh kommen (Eintritt ab R$20–50). Öffnungszeiten Di–So 10–24 Uhr (Sommer tgl. 9–1 Uhr).

Auch an bewölkten Tagen gut gefüllt: das Strandlokal Lopana © Brasilien Insider

Ein netter Imbiss ist dann noch Paraíso Food in der Av. Dr. Antônio Gouveia 877 in Pajuçara. Hier bekommt Ihr günstig leckere Sucos, Açaí, Obstsalate und auch einen Mittagsteller oder sehr gute Sandwiches (auch vegetarisch). Das Restaurant bietet außerdem einen Lieferservice an (Tel. 82/3231 8446). Öffnungszeiten tgl. 12–1 Uhr.

Bewährter Anlaufpunkt für leckere Snacks und Säfte: Paraíso Food © Brasilien Insider

Nachtleben

Das beste Ausgehviertel heißt Stella Maris und gehört zum Stadtteil Jatiúca. In vielen Bars wird hier Livemusik gespielt. Der Klassiker ist das Maikai, das zum einen über eine klimatisierte Choparia verfügt (tgl. Livemusik, Couvert R$10–15), gleich daneben liegt die sogenannte Show Bar, in der stets zwei Bands nacheinander auftreten: Am Freitag dreht sich alles um Forró, Samstag werden Axé und Forró zum Besten gegeben. Und der Mittwoch steht ganz im Zeichen der Touristen (Noite do Turista), geboten werden Forró und Tanzshows zum Mitmachen (Eintritt inkl. Hoteltransfer R$35). Öffnungszeiten Choparia Mo–Do 17–24, Fr, Sa 17–3, So 16–23 Uhr; Show Bar Mi 20–24, Do–Sa 23.30–4 Uhr, Eintritt R$40–50.

Dauerbrenner in Maceió: das Maikai © Brasilien Insider

Tagesausflüge

Der beliebteste Ganztagesausflug führt zu den südlichen Stränden Praia do Francês und Praia do Gunga (Beschreibung der Orte siehe weiter unten, 8.30–15 Uhr). Viele Veranstalter besuchen diese beiden Strände quasi in „einem Abwasch“, diese Tour ist also eine gute Option, wenn man nur wenig Zeit hat. Wer aber länger in Alagoas verweilt, sollte sie durchaus mit mehr Zeit und Muße ansteuern, Übernachtung ist in Praia do Francês möglich.

An der Praia do Gunga südlich von Maceió © Brasilien Insider

Ein gern gemachter Kurzausflug führt noch mit einer Jangada zu den 2 km im Meer gelegenen Naturpools von Pajuçara (direkt bei den Jangadeiros buchen, nur bei Ebbe). Und eine weitere Tour geht per Schoner von Pontal da Barra zu den neun Inseln der Lagoa Mundaú („Nove Ilhas“, 12–17 Uhr).

Alle Touren könnt Ihr bei Veranstaltern buchen, die mit ihren Vans tgl. ca. 16–22 Uhr an der Feirinha de Artesanato stehen, zum Beispiel bei Tonnico Lima.

Praktische Tipps

Einkaufen

Souvenirs und Kunsthandwerk: Alagoas ist landesweit berühmt für seine regionale Spitzenklöppelei (Renda de Filé), einen Eindruck davon erhaltet Ihr zum Beispiel in der Feirinha de Artesanato da Pajuçara, an der Strandpromenade von Pajuçara, oder gleich schräg gegenüber im Pavilhão do Artesanato. Beide Märke öffnen tgl. 10–22 Uhr.

Bunte Spitzenarbeiten gibt’s in der Feirinha de Artesanato da Pajuçara © Brasilien Insider

Geld

Filiale von Banco do Brasil © Brasilien Insider

Die für Touristen am besten gelegenen Filiale ist die Banco do Brasil, an der Strandpromenade von Ponta Verde, Av. Álvaro Otacílio 2963. Die Geldautomaten sind tgl. 8–22 Uhr zugänglich und akzeptieren alle wesentlichen Karten, allerdings gibt es hier ein niedriges Tageslimit, das zwischen R$300 und R$500 variiert.

Transport

Anreise vom Flughafen

Der moderne Flughafen von Maceió Aeroporto Zumbi dos Palmares liegt leider ziemlich weit außerhalb der Stadt in einem Ort namens Rio Largo (25 km). Die Fahrt vom Flughafen zu den Hotelvierteln (30–60 Min.) kostet mit Taxi etwa R$70–90, bei Uber müsst Ihr mit ca. R$35–45 rechnen.

Alternativ könnt Ihr auch bei Luck Receptivo vorab einen komfortablen Privattransfer buchen. Die große Agentur besitzt ein Büro am Flughafen und bietet außerdem viele gut organisierte Gruppenausflüge an. Man kann direkt auf der Website buchen (Englisch).

Filiale von Luck am Flughafen © Brasilien Insider

Busse

Der Busbahnhof Terminal Rodoviário João Paulo II liegt im Stadtteil Feitosa, Anfahrt mit Uber ca. R$12, mit Taxi ca. R$25–30. Von dort gibt es Direktbusse zu diversen Küstenstädten, unter anderem nach:

Der Busbahnhof von Maceió © Brasilien Insider

Nach Maragogi und Japaratinga gibt es keine regelmäßige Busverbindung. Wer vorhat, dort zu übernachten, nutzt am besten eine Tagestour (zum Beispiel von Luck Receptivo, s. oben) als One-Way-Transfer. Preis ca. $50, vorher mit Anbieter absprechen.

Richtung Süden fahren häufige Vans von der Tankstelle „Posto Ipiranga“ (Nähe Hospital Santa Casa, Centro) nach Praia do Francês (bis 17 Uhr, 1 Std., R$6). Es ist aber umständlich und mit Gepäck weniger zu empfehlen. Da die Entfernung nicht groß ist, sollte man hier Uber oder Taxi bevorzugen.

Sammeltaxis

Der preiswerteste Weg, um nach Porto da Rua und Porto de Pedras (ca. 1 1/2 Std.) zu kommen, ist mit einem Sammeltaxi (Lotação). Die Gäste werden bis zur Haustür gebracht und der Preis dafür ist erschwinglich (R$28). Eine Anfahrt mit dem Bus ist weniger ratsam, da die meisten Pousadas an der Nordküste von der Hauptstraße aus nur schwer erreichbar sind. Man steht dann mit seinem Gepäck ziemlich dumm im Nirgendwo. Zentraler Haltepunkt der Sammeltaxis ist bei der Tankstelle Posto Mar Azul, die Anfahrt dorthin kostet von den Stadtstränden mit Uber/Taxi ungefähr R$10–20. Die Sammeltaxis fahren los, sobald sich 4 Gäste eingefunden haben, letzte Abfahrt ist gegen 17 Uhr.

 

Die Nordküste von Alagoas

Endlose Palmenhaine, einfache, romantische Dörfer, nahezu unberührte, wilde Strände und Pousadas der Spitzenklasse – das ist die Nordküste von Alagoas (Litoral Norte), eine „versteckte“ Region, wo der große Tourismus bisher noch nicht angekommen ist. Die auch als Costa dos Corais (Küste der Korallenriffe) oder Rota Ecológica bekannte Gegend ist mit ihren Naturpools, Flüssen, Mangroven und der maritimen Artenvielfalt ein kleines ökologisches Paradies. Wer nach Animation und Action Ausschau hält, für den ist diese Region dagegen weniger interessant. Hier lässt man sich eher in seiner (vorzugsweise noblen) Pousada ein paar Tage verwöhnen, macht Strandspaziergänge und fühlt sich einfach wie weg von allem. Wer Ruhe und Komfort in einer natürlichen und noch nahezu unverbauten Umgebung sucht, der ist hier richtig. In den letzten Jahren hat die Region besonders bei Paaren und LGBT-Publikum stark an Beliebtheit gewonnen.

Keine Action, dafür viel Ruhe und Entspannung gibt es an der Nordküste von Alagoas, hier an der Praia do Toque in Porto da Rua © Brasilien Insider

Rota Ecológica

Die Rota Ecológica („ökologische Route“) erhielt ihren Namen vom brasilianischen Journalisten Ricardo Freire. Er hätte sie ebenso gut „romantische Route“ taufen können, denn auf der Küstenstrecke zwischen Barra do Camaragibe und Porto de Pedras liegen – fernab vom Massentourismus – mehr als 40 km fast unberührte Strände, wie geschaffen für Entspannung und Nichtstun. Hier kann man in der Hängematte ein Buch lesen oder an den einsamen Stränden von Toque, Tatuamunha und Patacho spazieren gehen; kleine Naturpools laden zu einem Bad ein. Auch ein Bootsausflug auf dem Rio Tatuamunha mit Sichtung einer hier lebenden Seekuhfamilie (Peixe-boi) ist möglich. Dass diese schöne Gegend bislang von großen Hotelanlagen verschont blieb, ist auch dem „günstigen“ Verlauf der Hauptstraße AL-101 durchs Landesinnere zu verdanken. Eine Reihe von Pousadas an der Rota Ecológica engagiert sich im Umweltschutz, indem sie zum Beispiel die Strände säubern oder diese von Autos freihalten.

Unterwegs auf der Rota Ecológica © Brasilien Insider

Porto da Rua und Porto de Pedras

Das kleine Dorf Porto da Rua gehört zur Gemeinde São Miguel dos Milagres (7900 Einwohner). Viel ist hier, ebenso wie in den Nachbarorten, nicht los. Ein aparter Dorfplatz am Strand und ein Kirchplatz, an dem manchmal Kunsthandwerk oder Holzgeschnitztes verkauft werden, sind die Zentren. Läuft man die Hauptstraße von der Kirche aus Richtung Süden, folgen einige Geschäfte, eine Apotheke, Supermarkt, Bäckerei sowie das gute Restaurant Buda Bistrô. Wer mal wirklich abschalten möchte, der ist hier goldrichtig: Die idyllischen Strände Praia Tatuamunha, Praia do Riacho und Praia do Toque sind praktisch menschenleer.

Am Kirchplatz von Porto da Rua © Brasilien Insider

Das Zentrum des 10 km lang gezogenen Dorfes Porto de Pedras liegt an der Mündung des Rio Manguaba: ein romantisches Panorama mit gelber Kirche vor einem palmenreichen Hügel und schwarz-weiß gestreiftem Leuchtturm. Von den kleinen Ortschaften der Region ist hier noch am meisten Dorfleben zu beobachten. Im Zentrum stehen einige hübsch restaurierte bunte Häuser; traditionelle Fischer-Strohhütten und einfache Barracas säumen die Uferpromenade, an der manchmal Märkte stattfinden.

Blick von der Fähre auf den Leuchtturm von Porto de Pedras © Brasilien Insider

Die näheren Strände gehören nicht zu den schönsten der Region, denn die Farbe des Wassers ist durch den Rio Manguaba getrübt, außerdem kommen Algen vor. Spaziert man jedoch Richtung Süden, gelangt man bald an herrliche, elegant geschwungene Palmenstrände wie vor allem die Praia Patacho. Auch auf der anderen Seite des Rio Manguaba reiht sich ein schöner Strand an den nächsten: Boqueirão, Barreiras do Boqueirão und Bitingui. Auf romantischen Straßen zwischen Palmenhainen erreicht man schließlich Japaratinga. Die gesamte Region lässt sich hervorragend per Mototaxi erkunden, Fahrer können über die Pousada bestellt werden.

Unterwegs an der Nordküste von Alagoas kommt man an solchen Stränden vorbei © Brasilien Insider

Übernachtung

Hochwertige Pousadas mit Spitzenfrühstück, hier in der Casa Acayu © Brasilien Insider

In Porto da Rua und Porto de Pedras gibt es viele hochwertige Pousadas, einige von ihnen zählen zur absoluten Spitzenklasse von Brasilien. Die meisten Häuser sind jedoch mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwer erreichbar, da sie am Strand liegen und von der Hauptstraße durch einen lang gestreckten Palmenwald getrennt sind, den man ggf. zu Fuß mit Gepäck durchqueren müsste (nicht empfehlenswert). Deshalb rate ich entweder zu einer Anfahrt ab Maceió mit einem Sammeltaxi (Lotação, siehe Maceió/Transport) oder aber Ihr bestellt euch einen Transfer über die Pousada bzw. ein Taxi/Uber. Der Preis für den Privattransfer sollte um R$250 liegen. Zwischen der Pousada do Toque (im Süden) und der Pousada do Sonho (im Norden) könnt Ihr in 30 Minuten am Strand entlang alle Pousadas von Porto da Rua besichtigen, es gibt allerdings keine Schilder, ggf. müsst Ihr euch durchfragen.

Hier empfehle ich die aus meiner Sicht schönsten und reizvollsten Pousada-Perlen von Porto da Rua und Porto de Pedras:

Casa Acayu: Höchst geschmackvolles Design © Brasilien Insider

Die Casa Acayu ist ein echter Honeymoon-Traum und zählt für mich zu den besten Pousadas des Landes. Die durch und durch geschmackvoll designte Pousada besitzt einen herrlich großen Tropengarten mit schönem Pool, an dem die Alltagssorgen schnell verfliegen. Abends wird das Gelände romantisch beleuchtet, das Abendessen wird im hoteleigenen Gartenrestaurant serviert (Halbpension optional). Mehrere Zimmerkategorien stehen zur Verfügung: Im Haupthaus, das eine hübsche Veranda umläuft, finden sich kleinere, aber sehr ansprechende Zimmer mit TV/Netflix, außerdem sind über die Anlage mehrere großzügige Luxus-Bungalows mit Jacuzzi verteilt. Im neuen Gebäude, auf dessen Veranda im 1. Stock auch das super Frühstück à la carte serviert wird, gibt es zudem noch ein schickes Apartment mit eigenem Balkon und Whirlpool. Der Service in der Casa Acayu wird groß geschrieben, dennoch herrscht immer lockere Atmosphäre. Die portugiesischen Besitzer Alírio und José Carlos haben ein echtes Pousada-Juwel geschaffen, das seinen Preis hat. Aber er ist es wert. Casa Acayu buchen.

Der umwerfende Tropengarten mit Pool in der Casa Acayu © Brasilien Insider
Der engagierte Besitzer Nilo Bulgarelli © Brasilien Insider

In dieselbe Kategorie fällt die Pousada do Toque. Die stilvolle und komfortable Pousada besitzt einen üppigen tropischen Garten, in dem sich 18 rustikale Chalês verteilen. Alle verfügen über Kingsize-Betten und riesige Badezimmer, einige haben auch einen eigenen Jacuzzi. Ein Trumpf der Pousada ist der schöne Pool, von dessen Deck der Blick übers Meer schweift. Im Preis enthalten ist stets das Abendessen, ebenso Fahrräder, Kajak, Stand-up, Fitnessstudio und Tennisplatz. Das Frühstück wird hier übrigens zu jeder beliebigen Tageszeit serviert. Die Besitzer Nilo und Gilda Bulgarelli engagieren sich darüber hinaus im Umweltschutz (zum Beispiel Reinhaltung der Strände) und organisieren eine Förderschule für Kinder im Ort. Für ihren Einsatz hat die Pousada do Toque bereits diverse bedeutende Umweltpreise erhalten. Zum Schluss noch ein Tipp: Die Pousada ist sehr nachgefragt, am besten früh reservieren! Pousada do Toque buchen.

Pool mit Meerblick in der Pousada do Toque © Brasilien Insider

Der sportlich-mediterrane Stil der Pousada Ninanoã in Porto de Pedras ist kein Zufall, denn Besitzer Davi ist Ex-Basketball-Profi aus Spanien und seine Frau Dara wurde 2013 Volleyball-Weltmeisterin mit Brasilien. Aus ihrer aktiven Sportlerzeit haben die beiden noch ein paar Brocken Deutsch behalten. Die Zimmer verfügen über sehr schönen Meerblick, außerdem gibt es einen großen Garten, allerdings keinen Pool. In der Hauptsaison sind keine Kinder unter 10 Jahren zugelassen, zu anderen Jahreszeiten auf Nachfrage. Davi und Dara führen auch ein exzellentes Restaurant, das offen für Nichtgäste ist. Pousada Ninanoã buchen.

Cleaner Chic in der Pousada Ninanoã
Gemütliches Zimmer der Pousada Porto de Pedras © Brasilien Insider

Auf dem Weg zur Autofähre liegt die ansprechende Pousada Porto das Pedras in einem schön renovierten Haus von 1918 mit Restaurant im Palmengarten. Pousada Porto das Pedras buchen.

Essen

In Porto da Rua gibt es einige gute Lokale, viele Gäste nutzen aber die oft exzellenten Restaurants in ihren Pousadas, wo das Abendessen zum Teil bereits im Preis enthalten ist. Wer dennoch mal außerhalb speisen möchte, findet im Dorf einige nette Optionen.

Buda Bistrô, Povoado do Toque. Dieses kleine Restaurant an der Hauptstraße kurz vor Porto da Rua überrascht durch gute Regionalküche zu günstigen Preisen. Die Einheimischen Carlos und Lucia stimmen die Gerichte gern auf den Geschmack der Gäste ab. Sehr gut ist das gegrillte Rinderfilet mit Gorgonzolasoße und Bratkartoffeln, zum Nachtisch schmeckt ein Maistörtchen mit Eis. Öffnungszeiten tgl. 17–22 Uhr.

Sympathisch und lecker: das Buda Bistrô © Brasilien Insider

Das Luna ist ein nett dekoriertes Bar-Restaurant direkt am Strand, serviert werden mexikanische und vegetarische Gerichte (für 2 Pers.). Man kann aber zum Meerblick auch einfach nur eine Mojito bestellen. Öffnungszeiten Mo–Do 10–18, Fr, Sa 10–22 Uhr.

Nie verkehrt: Ein Cocktail am Strand, wie hier der Mojito in der Luna Bar © Brasilien Insider
Spanien-Fans freuen sich über eine Paella Valenciana

In der Nähe des Fähranlegers Porto de Pedras gibt es ein paar einfache Bars. Am besten isst man im Restaurant der Pousada Ninanoã. Alle Gerichte werden hier ganz frisch zubereitet, neben Fisch, Fleisch und Nudeln steht natürlich auch die Paella Valenciana auf der Karte (wahlweise auch mit Languste erhältlich). Öffnungszeiten tgl. 12–16, 18–22 Uhr (letzte Bestellung 45 Min. vor Schließung).

Transport

Nach Maceió fahrt Ihr am besten mit einem Sammeltaxi (Lotação, R$28 p. P.), das Ihr euch von der Pousada bestellen lassen könnt.

Um von Porto da Rua nach Porto de Pedras zu kommen, muss man sich ein Mototaxi bestellen lassen. Von dort setzt eine Autofähre über den Rio Manguaba. Die Überfahrt kostet je Pkw R$15 und je Motorrad R$8. Fußgänger dürfen gratis mitfahren, die Fähre verkehrt tgl. 6–24 Uhr. Wer nicht auf das nächste Auto warten möchte, kann auch ein kleines Personenboot nehmen (bis 24 Uhr, R$3). Von der Anlegestelle auf der anderen Seite des Flusses sind es dann nach Japaratinga noch 10 km. Bis ca. 17 Uhr stehen am Anleger meistens Mototaxis (R$10, 15 Min.), nach dieser Uhrzeit sollte man vorab eine Abholung von einer Pousada oder ein Mototaxi bestellt haben. Sollte auf dem Rückweg abends am Anleger nach Porto de Pedras keine Fähre kommen, kann man diese anrufen: Die Nummer steht auf einem Schild.

Die Autofähre von Porto de Pedras über den Rio Manguaba © Brasilien Insider

Japaratinga und Maragogi

Japaratinga ist ein kleines Juwel unter den Fischerorten. Das sympathische Dorf liegt in einer von Klippen umgebenen Bucht mit schönem Strand und Naturpools aus kristallklarem Wasser. Hier geht es entspannter zu als im 11 km nördlich gelegenen Maragogi. Auf der autofreien Strandpromenade kann man den Fischern dabei zusehen, wie sie unter den Palmen ihre Netze für den Fang vorbereiten. Abends schaut die Gemeinde auf dem Dorfplatz die Novela. Zentrum des Ortes ist die hübsche Praça Nossa Senhora das Candeias mit Springbrunnen, Blumen und warmer Beleuchtung.

Am Strand von Japaratinga © Brasilien Insider

Maragogi (32 000 Einwohner) ist nach Maceió der zweitgrößte Tourismusort in Alagoas und einer der wenigen mit überregionaler Bekanntheit. Grund des Ruhms sind die so genannten Galés: 6 km im Atlantik durch Korallenriffe gebildete Naturpools, die aus der Luft betrachtet smaragdgrün glitzern. Hier lässt sich gut schnorcheln. Diese natürlichen Badestellen liegen in dem Meeresschutzgebiet Costa dos Corais (APA), das 1997 zwischen Riacho Doce in Alagoas und dem Rio Formoso im Süden Pernambucos geschaffen wurde. Mit einer Fläche von 413 ha an 135 km Küste ist es das größte maritime Schutzgebiet Brasiliens. Geschützt werden neben den zahlreichen Korallenriffen auch Strände und Mangroven. Bei einem Ausflug ist zu beachten, die Korallen weder anzufassen noch sich auf sie zu stellen.

Auf der ruhigeren Strandseite von Maragogi © Brasilien Insider

Die Bootsfahrten mit einer zugelassenen Höchstzahl an Touristen werden inzwischen genau kontrolliert und jede Agentur darf am Tag nur einen der drei folgenden Orte ansteuern: Neben den berühmten Galés gibt es etwas weiter nördlich einen Punkt, der sich Taocas nennt, danach kommt Barra Grande. An allen Stationen zählen im Wasser watende Militärpolizisten die Touristen nach. Die Galés sind zwar am bekanntesten, aber auch am vollsten. Wenn man sich von den anderen Schwimmern etwas absetzt, kann man aber einiges Interessante unter Wasser sehen. Schöner ist eigentlich noch Taocas, hier ist das Wasser tiefer und man sieht auch mehr von den bunt schillernden Fischen, wie den blaugelben Budião pilotos. Barra Grande ist am ehesten für Familien mit kleinen Kindern geeignet, da das Wasser hier sehr flach ist. Möchte man gerne zu einer bestimmten „Piscina“, dann sollte dies bei der Buchung angegeben werden, die Agenturen versuchen, Wünsche zu berücksichtigen.

Schnorcheln in den Galés von Maragogi © Brasilien Insider

Besonders im Sommer sind die Hotels und Pousadas gut ausgelastet, in der Nebensaison geht es eher ruhig zu. Das kleine Zentrum um den Kirchplatz wurde durch Fußgängerzonen verkehrsberuhigt und ist dadurch deutlich angenehmer geworden.

Verkehrsberuhigt, trotzdem geht es immer noch etwas wuselig zu im Zentrum von Maragogi © Brasilien Insider

Übernachtung

Hier empfehle ich euch einige der aus meiner Sicht schönsten Pousadas rund um Japaratinga und Maragogi:

Pousada Doze Cabanas, Praia Barreiras do Boqueirão, 4 km zur Fähre. Romantische Hütten zwischen Palmen, unmittelbar am Strand, gut zum Abschalten (kein TV). Der freundliche Besitzer Fred organisiert den lokalen Umweltschutz. Ab 2 Nächten Rabatt (gutes Abendessen inkl.). Ausrüstung für Surfen und Kajak. Englisch. Pousada Doze Cabanas buchen.

Back to the roots bei Fred in der Pousada Doze Cabanas © Brasilien Insider

Estalagem Caiuia, Praia de Bitingui, 2 km von Japaratinga (5 Min. mit Mototaxi). Schöne, thematisch gestaltete Apartments mit Meerblick, Holzveranda und Hängematte – praktisch auf dem Strand! Naturpools liegen vor der Haustür. Kajakverleih. Das exzellente Restaurant bürgt für Qualität, es gehört den Besitzern des Divina Gula in Maceió. Keine Kreditkarten. Estalagem Caiuia buchen.

Der schöne Pool der Estalagem Caiuia kurz vor Sonnenuntergang © Brasilien Insider

Pousada do Alto, Sítio Biquinha, Japaratinga. Irre Pousada auf einem Hügel mit tollem Aussichtsdeck und umwerfendem Meerblick! Die Zimmer im 1. OG haben Balkon und Sicht, drei Suiten besitzen zudem einen Whirlpool. Halbpension ist im Preis inbegriffen. Grandios ist auch der Pool mit „endlosem“ Horizont. Sehr gutes Restaurant. Zum Strand längerer Spaziergang oder per Mototaxi. Nur mit Reservierung (keine Kinder), Abholmöglichkeit. Am Wochenende mind. 2 Tage, Rabatt ab 5 Tagen. Pousada do Alto buchen.

Atemberaubende Aussicht von der Pousada do Alto © Brasilien Insider
Besitzerin Ana und ihre Schwester heißen herzlich willkommen © Brasilien Insider

Estalagem Odoiá, Av. Sen. Rui Palmeira 956, Maragogi. Im Haus des gleichnamigen Restaurants (siehe unten) kann man drei Zimmer mieten, zwei von ihnen besitzen einen herrlichen Meerblick, eines auch einen Whirlpool. Die aus Blumenau stammenden Schwestern Ana und Adriana haben viele Jahre in Hamburg gelebt und sprechen fließend Deutsch. Estalagem Odoiá buchen.

Traumhafte Lage: Estalagem Odoiá © Brasilien Insider

Essen

Am besten isst man in den Pousadas (reservieren). Ein besonderes Erlebnis ist ein Mittagessen in der Pousada do Alto mit sensationellem Blick über die Bucht. Ebenfalls toll sind Essen und Ambiente direkt am Meer in der Estalagem Caiuia. Das Mama Pereira in Japaratinga ist ein freundliches Familienrestaurant am Strand. Öffnungszeiten tgl. 8–22 Uhr.

Das hübsche Restaurant Odoiá in der Av. Sen. Rui Palmeira 956 in Maragogi ist der beste Ort an der Promenade von Maragogi. Man sitzt (oder liegt) auf der herrlichen Veranda unter einem Mandelbaum am Strand und lässt sich leckere Cocktails bringen oder genießt bei frischer Meeresbrise Gerichte von Fleisch bis Meeresfrüchte, auch Moquecas stehen auf der Karte (für 2 Pers.). Tipp: der gegrillte Fisch in Orangensoße mit Bananenpüree, Reis, Cashewnüssen und einem für Brasilien untypisch leckeren Beilagensalat. Dass die sympathischen Besitzerinnen mehrere Jahre in Deutschland gelebt haben, merkt man schon an Cocktailnamen wie „Moin Moin“ und „Hamburg“. Öffnungszeiten tgl. 11–22 Uhr.

Fisch an Orangensoße im Odoiá © Brasilien Insider

Praktische Tipps

Banco do Brasil in Maragogi © Brasilien Insider

In Japaratinga gibt es eine Filiale mit Geldautomat von Bradesco in der Rua Maria das Mercês, allerdings ist nicht immer Geld vorrätig. In Maragogi bekommt Ihr Geld an den Automaten der Banco do Brasil an der Praça Batista Acioly 74 (tgl. 8–22 Uhr).

Touren

Restaurants an der Strandpromenade verkaufen Touren zu den Galés (um R$115 p. P., 1 1/2 Std., Beginn je nach Wasserstand zwischen 8 und 14 Uhr). Die empfehlenswerte Agentur Costazul, Av. Sen. Rui Palmeira, bietet Ausflüge, Transfers und Autovermietung. Öffnungszeiten Mo–Sa 8–12, 14–18, So 8–12, 14–17 Uhr.

Transport

Anreise: Maragogi und Japaratinga sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer zu erreichen. Am einfachsten ist es, von Recife oder Maceió aus an einer organisierten Tagestour teilzunehmen und diese als One-Way-Transfer zu nutzen (vorher mit Agentur absprechen) – oder gleich einen Direkttransfer zu buchen, zum Beispiel über Luck Receptivo. Wer mit dem Bus fährt, muss sich an der Hauptstraße AL-101 absetzen lassen und von dort ein Taxi nehmen oder am besten vorab mit seiner Pousada eine Abholung vereinbaren. Sowohl von Maceió als auch von Recife sind es etwa 3–3 1/2 Stunden Fahrtzeit, Preis um R$30.

Nach Porto de Pedras: Zur Fähre am Anleger Pontal do Boqueirão sind es 10 km, die wunderschöne Fahrt dorthin dauert mit einem Mototaxi gute 15 Minuten und kostet ca. R$10. Die Fähren fahren tgl. bis 24 Uhr. Von Porto de Pedras weiter nach Porto da Rua nimmt man am besten ebenfalls ein Mototaxi, diese verkehren jedoch abends nur noch selten.

Von hier legen die Fähren nach Porto de Pedras ab © Brasilien Insider

Zwischen Japaratinga und Maragogi pendeln Vans. Haltestelle ist in Japaratinga am Ortseingang auf der AL-101, in Maragogi 100 m vom Kirchplatz. Abfahrt der Kleinbusse etwa alle 10 Min., 15–20 Minuten Fahrtzeit, R$5 (wer es eilig hat: gleich nebenan stehen Mototaxis, R$10). Auch zur Rodoviária von Maceió fahren Vans ab Maragogi (3 Std., R$22).

Mit Vans lässt sich schnell und günstig zwischen Japaratinga und Maragogi pendeln © Brasilien Insider

Um nach Porto de Galinhas zu kommen, könnt Ihr über Costazul (s. Touren) einen der 3x wöchentlich stattfindenden Tagesausflüge buchen (R$65, Abfahrt ca. 7.30 Uhr), und diesen – nach vorheriger Absprache – ggf. als One-Way-Transfer nutzen.

 

Die Südküste von Alagoas

Smaragdfarbenes Meer, Lagunen und historische Ortschaften prägen den Litoral Sul von Alagoas, der wegen seiner immensen Kokospalmenplantagen auch als Costa dos Coquerais bekannt ist.

Praia do Francês

Nur 20 km südlich von Maceió liegt Praia do Francês, einer der beliebtesten Badestrände in Alagoas. Es ist ein hübscher grüner Ort mit vielen sympathischen und auch bezahlbaren Pousadas. Sehr von Vorteil war die Modernisierung der Strandpromenade: Die zuvor chaotisch wirkenden Holzhütten wurden abgerissen und der Auto- und Buggyverkehr in die Nebenstraßen verbannt. Seither lädt ein aufgeräumter Fußgängerweg zum Schlendern am Meer ein, der die Schönheit des Strandes noch mehr zum Vorschein bringt.

Die Restaurierung der Strandpromenade hat Praia do Francês sehr gut getan © Brasilien Insider
Blumige Surfbretter des Künstlers Ovidio Gurgel © Brasilien Insider

Dort glänzt jetzt auch die neue Gastronomiezeile Espaço de Gastronomia e Cultura, erkennbar an den schönen Mosaiken des lokalen Künstlers Ovidio Gurgel, dessen typische, mit Blumen verzierte Surfbretter schon ein Markenzeichen von Praia do Francês geworden sind. Durch dieses Upgrade hat Praia do Francês zweifellos den Sprung zu den wichtigsten Badeorten in Brasiliens Nordosten geschafft. Dennoch geht es hier die meiste Zeit noch recht ruhig zu, nur in den Ferienmonaten und an Wochenenden füllt es sich spürbar.

Strände

Der von Riffen geschützte Hauptstrand wird von Strandbars gesäumt, dieser Abschnitt eignet sich gut zum Baden und wird vor allem von Familien und Tagesausflüglern genutzt. Etwas weiter südlich tummeln sich Wellenreiter an einem der besten Surfstrände des Landes. Hier geht es deutlich ruhiger zu und es finden sich einige Surfer-Bars, aus denen Reggae oder elektronische Musik schallt. Ein schönes Ziel für eine kleine Strandwanderung ist die Bar Atoatoa.

Blick vom Surfstrand Richtung Hauptstrand von Praia do Francês © Brasilien Insider

Übernachtung

Das Strandhotel Ponta Verde © Brasilien Insider

Zweifellos eine der besten Optionen im Ort ist das moderne Hotel Ponta Verde Praia do Francês. Direkt an der Strandpromenade gelegen (man fällt aus der Tür quasi auf den Strand) bietet es 98 geschmackvoll dekorierte Zimmer, und mit der Kategorie „Frente Mar“ bekommt Ihr im 2. oder 3. Stock einen super Meerblick inklusive. Im 4. Stock liegen luxuriöse und sehr geräumige Suiten für bis zu vier Personen, die über ein privates Deck mit Whirlpool verfügen. Neben einem kostenlosen Strandservice (Sonnenschirme, Stühle) bieten die engagierten Betreiber weitere nette Extras, wie zum Beispiel gratis Livemusik im hauseigenen Bar-Restaurant Rabeca Freitagnachmittag zum Sonnenuntergang auf der schönen Dachterrasse. Dort liegt auch der sehr schöne große Pool – ein weiterer  Trumpf des Hauses! Bei der Inneneinrichtung und Dekoration orientiert man sich übrigens bewusst an regionalen Motiven, vor allem Kunsthandwerk und regionale Stickerei kommen zum Tragen. Wer Einblicke in die Kunst der Stickerei gewinnen möchte, kann zweimal wöchentlich einen Gratiskurs belegen. Fazit: Schönes Hotel mit durchdachtem Konzept in bester Lage. Hotel Ponta Verde Praia do Francês buchen.

Hotel Ponta Verde: Ein schöner Pool auf der Dachterrasse ist immer ein Trumpf © Brasilien Insider
Pousada Capitães de Areia © Brasilien Insider

Pousada Capitães de Areia, Rua Vermelha 13. Eine der besten Pousadas im Ort, gut geführt und freundlich. 21 saubere, geschmackvolle Zimmer, die besseren liegen im 1. OG; Pool im Hof, prima Frühstück. Die nette Besitzerin Adriana lernt Deutsch und hilft bei der Planung von Ausflügen. Oft Sonderangebote. Pousada Capitães de Areia buchen.

Sympathische Pousada im Herzen von Praia do Francês: Capitães de Areia © Brasilien Insider

Essen

Leckeres „Duo“ im Moai © Brasilien Insider

Mein Lieblingslokal in Praia do Francês ist das recht neue Restaurant Moai in der ruhigen Nebenstraße Rua Carapeba. Besonders schön ist hier die abendliche Stimmung im Open-Air-Ambiente unter einem Olivenbaum, alles ist sehr nett beleuchtet und einfach gemütlich. Spezialität des Hauses sind die sehr guten Fisch- und Meeresfrüchtegerichte. Mein Tipp: Der in der heißen Eisenpfanne servierte „Duo“ kommt mit Lachs, Krabben, Gemüse und anderen Beilagen sehr üppig auf den Tisch und macht zwei Personen satt. Dazu einer der sehr guten Weine und einem gelungenen Abend steht nichts mehr im Wege …

Das Restaurant Moai in Praia do Francês © Brasilien Insider

Transport

Nach Maceió fährt ein Bus ungefähr stündlich bis 21 Uhr, Minibusse (Lotação) verkehren ca. alle 15 Min. (abends seltener) bis 22 Uhr (R$6).

Uber-Fahrer sind nicht immer verfügbar, ungefähre Taxipreise nach Maceió: zur Rodoviária R$80, Flughafen R$120; Ausflüge: Praia do Gunga (R$120), Marechal Deodoro (3 Std., R$60).

 

Ausflüge ab Praia do Francês oder Maceió

Praia do Gunga

Dieser herrliche, auf einer Landzunge gelegene Strand ist wohl der bekannteste und meistbesuchte in Alagoas. Umgeben von Kokospalmen liegt auf der linken Seite die Lagoa do Roteiro, ein paar Meter weiter blickt man aufs offene Meer, das von einem langen Riff geschützt ist. An der Praia do Gunga gibt es keine Übernachtungsmöglichkeit, man kann ihn deshalb nur im Rahmen eines Tagesausflugs besuchen, zum Beispiel über die hervorragend organisierte Agentur Luck Receptivo.

Die Praia do Gunga zählt zu den bekanntesten Stränden in Nordostbrasilien. © Brasilien Insider

Entsprechend seiner Bekanntheit ist der Strand meistens sehr belebt, aber es ist kein Vergleich zu den Besuchermassen, die zum Beispiel die berühmtesten thailändischen Strände überfluten. Man findet hier immer noch sein Plätzchen oder spaziert einfach ein paar Minuten Richtung Süden, wo man plötzlich meint, den Strand ganz für sich alleine zu haben.

Trotz der Berühmtheit des Strandes findet man auch Raum für Ruhe und Muße. © Brasilien Insider

Wer nicht nur die ganze Zeit sonnenbaden oder sich in einem der Restaurants den Bauch vollschlagen möchte, sollte eine der diversen schönen Touren mitmachen: Zum Beispiel finden vom Lagunenstrand aus bei Ebbe Bootsausflüge zu den Riffen und zu herrlichen im Wasser auftauchenden Sandbänken statt, wo Ihr euch niederlassen und ein Bier trinken könnt.

Wie wär’s mit einem Skol auf der Sandbank? © Brasilien Insider

Auf dem schönsten Ausflug werdet Ihr per offenem Buggy immer parallel zum Strand nach Süden gefahren. Die Tour könnt Ihr spontan am Hauptstrand an einem Schalter buchen (bis 4 Personen pro Fahrzeug). Schon die Fahrt zu Beginn durch den Palmenwald mit ihren Ausblicken ist ein Highlight.

Sich den Fahrtwind um die Nase wehen lassen … © Brasilien Insider

Nach einiger Zeit gelangt Ihr zu spektakulären Sandsteinformationen, die in über 100 Farbtönen schimmern. Aus diesen Sänden werden die berühmten Flaschen mit kunstvoll aus Sand geschichteten Motiven hergestellt. Der gesamte Abschnitt ist übrigens Teil eines Naturschutzgebietes, da hier Meeresschildkröten ihre Eiablageplätze haben (aus diesem Grund dürfen auch keine Fahrzeuge auf dem Strand fahren).

Überraschende geologische Formationen erheben sich nahe der Praia do Gunga. © Brasilien Insider

Das letzte angesteuerte Ziel ist die idyllische Süßwasserlagune Lagoa Doce, wo Ihr zum Abschluss noch ein erfrischendes Bad nehmen könnt. Toll ist es, hier am frühen Nachmittag gegen 15 Uhr bei bereits tiefer stehender Sonne anzukommen. Im Anschluss geht es wieder auf direktem Weg zurück zum Hauptstrand.

Nichts geht über ein erfrischendes Bad in einer Lagune. © Brasilien Insider

 

Marechal Deodoro

Wer sich für Geschichte, Kirchen und historische Architektur interessiert, kann einen kleinen Ausflug nach Marechal Deodoro machen (7 km von Praia do Francês, 28 km von Maceió). Die Stadt wurde nach dem ersten Präsidenten der Republik Brasilien benannt: Manuel Deodoro da Fonseca (1827–1892), der hier geboren wurde. Sie war die erste Hauptstadt von Alagoas und besitzt einen der größten Vorräte an Gold- und Silberobjekten, Holzmöbeln und Heiligenskulpturen aus dem 16.–18. Jh. Die Altstadt mit den noch erhaltenen portugiesischen Häusern steht unter Denkmalschutz.

In der Altstadt von Marechal Deodoro © Brasilien Insider

Marechal Deodoro liegt idyllisch am Ufer der Lagoa Manguaba; von der Rua Tenente José Tomé in der Oberstadt aus könnt Ihr einen weiten Blick über die Lagune einfangen.

Abendstimmung mit Blick auf die Lagune © Brasilien Insider

Die wichtigste Sehenswürdigkeit in Marechal Deodoro ist das Franziskanerkonvent Convento de São Francisco mit der Igreja de Santa Maria Madalena, links daneben steht die kleinere Kirche der Schwarzen Bruderschaft, die Igreja Terceira Ordem de São Francisco. Baubeginn war 1684, abgeschlossen wurde der Bau 1793. Die vor einigen Jahren begonnene Restaurierung des Komplexes sollte bis Anfang 2019 abgeschlossen sein.

Das Fraziskanerkonvent mit seinen beiden Kirchen © Brasilien Insider
Hauptaltar der Igreja de Santa Maria Madalena © Brasilien Insider

Besonders auffällig in der Hauptkirche sind die vergoldete Chorkapelle und der Hauptaltar mit den üppigen Barockornamenten aus dem 18. Jh. In einer Krypta unterhalb der Kapelle wurden bis etwa 1850 die Mönche bestattet. Zum Franziskanerkomplex gehört außerdem ein Museum für Sakrale Kunst, in dem Ihr eine Sammlung von Heiligenfiguren bewundern könnt, deren älteste Stücke aus dem 17. Jh. stammen (Mi–So 10–16 Uhr, Eintritt Museum R$7).

Ausstellungsstück im Museum für Sakralkunst © Brasilien Insider

Abrunden könnt Ihr den kulturellen Abstecher mit einem Besuch der Casa de Marechal Deodoro. In diesem Haus wurde der Namensgeber geboren, hier verbrachte er seine ersten 16 Lebensjahre. Zu sehen sind unter anderem ältere Fotos und Möbelstücke sowie einige persönliche Gegenstände des ersten Präsidenten (tgl. 8–17 Uhr).

Büste von Manuel Deodoro da Fonseca im gleichnamigen Museum © Brasilien Insider

Zum Abschluss des Rundgangs empfehle ich euch noch einen Besuch des ruhigen Platzes Largo do Carmo am Ende der Rua Hermes. Am späteren Nachmittag herrscht hier, vor den beiden Karmeliterkirchen (Baubeginn 1610), eine friedliche Stimmung und es bietet sich ein schöner Ausblick zum Sonnenuntergang.

Die Karmeliterkirchen am Largo do Carmo © Brasilien Insider