DENDÊKÜSTE

An Traumstränden herrscht an der Dendêküste wahrlich kein Mangel, hier am 3. Strand von Morro de São Paulo © Brasilien Insider
Nicolas Stockmann, dein Insider für die Dendêküste

Die Inseln Morro de São Paulo und Boipeba sowie der Ort Barra Grande auf der Halbinsel Maraú sind die beliebtesten Reiseziele an der wunderschönen Dendêküste südlich von Salvador. Der auf Portugiesisch auch als „Costa do Dendê“ bekannt gewordene Küstenabschnitt ist geprägt von Inseln und Halbinseln, Buchten, Urwaldresten und Plantagen der Ölpalme. Er beginnt unmittelbar südlich von Salvador und reicht bis kurz vor Itacaré an der Kakaoküste. Es ist eine Gegend, die man auf dem Wasser bereist: Mit langsamen Fähren, schnittigen Katamaranen oder kleinen Holzbooten hüpft Ihr hier von Insel zu (Halb-)Insel.

Die Dendêküste © Open Street Map – Mitwirkende, www.openstreetmap.org/copyright

Bekanntestes Ziel – und am leichtesten von Salvador aus zu erreichen – ist der Badeort Morro de São Paulo auf der fast autofreien Urwaldinsel Ilha de Tinharé. Hierher kommen Touristen aus aller Welt, um die Mischung aus Stränden und Nachtleben kennen zu lernen. Deutlich abgeschiedenere Paradiese findet Ihr auf der Nachbarinsel Boipeba sowie dem weltentrückten Barra Grande auf der Halbinsel Maraú.

Der offizielle Name der Insel lautet Ilha de Tinharé, aber alle Welt kennt sie nur als Morro de São Paulo, nach ihrem Hauptort, wo sich das touristische Angebot konzentriert. Ein Besuch der tropisch-grünen, fast autofreien Insel war in den 1970er-Jahren ein Geheimtipp für Hippies und Aussteiger; und für viele ist Morro de São Paulo auch heute noch der Inbegriff einer Trauminsel. Man kann in Naturschwimmbecken im Meer schnorcheln, an einsamen Stränden spazieren gehen oder von einem der Hügel einen einmaligen Panoramablick genießen. In seiner Mischung aus Woodstock und Jetset erinnert das Eiland an andere lebendige Küstenorte wie Arraial d’Ajuda.

Grüne Tropeninsel: Morro de São Paulo © Brasilien Insider

Die in den 1980er-Jahren noch fast unberührte Insel hat sich in atemberaubendem Tempo zu einem der beliebtesten Urlaubsziele Brasiliens entwickelt. In Spitzenzeiten sind heute viermal so viele Menschen auf der Insel wie es Einwohner gibt. Das lange Zeit unkontrollierte Wachstum hat aber auch Narben hinterlassen, so wurde der Zweite Strand im hinteren Bereich ziemlich chaotisch zugebaut. Mittlerweile wird die Erschließung der Insel etwas besser kontrolliert. Bei Ankunft haben Besucher eine Taxa de Turismo (einmalig R$15 p. P.) zu entrichten, die der Entwicklung von Infrastruktur, Sauberkeit und Umweltschutz dienen soll.

Der hübsch restaurierte Hauptplatz zwischen Schiffsanleger und 1. Strand © Brasilien Insider

Strände und Sehenswertes

Geheimtipp: der kleine Strand unterhalb des Forts © Brasilien Insider

Dem Weg links vom Schiffsanleger folgend erreicht man die unterhalb des Leuchtturms Farol do Morro (1835) liegenden Ruinen der Festung Fortaleza de São Paulo, die 1630 zur Abwehr französischer und holländischer Angriffe errichtet wurde. In der erst kürzlich schön restaurierten Anlage soll noch ein Museum eingerichtet werden. Nachmittags lassen sich hier im Winter Delphine beobachten und abends genießt man einen prächtigen Sonnenuntergang. Ein echter Geheimtipp ist der kleine, von Steinen eingerahmte Strand hinter dem Fort, wo sich bei Niedrigwasser toll baden lässt. Auf dem Rückweg lohnt sich nach dem Anstieg hinter dem Hafen noch ein Blick in die Igreja da Nossa Senhora da Luz (1845).

Renovierter Spazierweg zur alten Festung Fortaleza de São Paulo © Brasilien Insider
Fußweg vorbei am 1. Strand © Brasilien Insider

Die durchnummerierten Strände beginnen am Hauptort und werden nach Süden hin immer einsamer. Zentraler Strand ist die kleine Primeira Praia (1. Strand), die man vom Hauptweg aus kaum bemerkt, da sie von einer Häuserzeile verdeckt ist. Begrenzt wird sie vom „Leuchtturmhügel“, von dem sich Wagemutige 400 m mit einer Seilbahn (Tirolesa) ins Wasser stürzen (R$50).

Obwohl er dem Zentrum am nächsten liegt, ist der 1. Strand recht unscheinbar © Brasilien Insider
Bars säumen den 2. Strand © Brasilien Insider

Die Segunda Praia (2. Strand) ist ein von Felsen geschützter Partystrand: beliebt ist er vor allem wegen seiner Naturschwimmbecken, den vielen Musik-Bars und natürlich wegen der nächtlichen Mondfeste (Luaus). Am hinteren Teil des Strandes führt ein Holzsteg entlang an etlichen Bars und Restaurants, deren Livemusik für eine durchgehende Beschallung sorgt.

Der 2. Strand ist der Hauptstrand von Morro de São Paulo © Brasilien Insider
Übergang vom 2. zum 3. Strand © Brasilien Insider

Bereits deutlich ruhiger ist die knapp 800 m lange und in 15–20 Minuten zu erreichende Terceira Praia (3. Strand) mit der gegenüberliegenden Insel Ilha do Caitá. Vielen Gästen reicht es bereits, bis hierhin zu laufen und sich an einer schönen Stelle in den Schatten einer Palme zu legen.

Sich am 3. Strand unter eine Palme zu legen, ist kein schlechtes Programm © Brasilien Insider
Bei Ebbe bilden sich Naturpools © Brasilien Insider

Am schönsten ist die immer einsamer werdende und sich über 5 km erstreckende Quarta Praia (4. Strand), an der Ihr schier endlos spazieren und an vielen Stellen baden könnt. Bei Ebbe bilden sich Naturpools. Oder Ihr pflanzt euch gleich am Anfang des 4. Strandes in die fantastische Bar da Piscina (s. Essen) und lasst den Tag dort bei sehr gutem Essen, köstlichen Fruchtsäften und Livemusik gemächlich verstreichen. Vom Zentrum aus könnt Ihr für den Hin- und Rückweg, je nach Kondition und Länge eurer Foto- und Badepausen, durchaus einen halben Tag oder mehr einplanen.

Endlos wandern kann man am 4. und 5. Strand © Brasilien Insider

An der ausgedehnten Quinta Praia (5. Strand) findet man dann reinste Idylle. Ihr schließt sich die Praia Garapuá an, deren Korallenriffe allerdings oft von Schnorcheltouristen überlaufen sind. An der Praia do Pontal trennt der Meeresarm „Rio do Inferno“ die Ilha de Tinharé von der Ilha de Boipeba (s. unten). Noch deutlich ursprünglicher ist die nordwestliche Seite der Insel mit der Praia Porto de Cima über Praia Ponta da Pedra bis hin zum pittoresken Fischerdörfchen Gamboa (s. unten), das einen schönen, durch die Bucht geschützten Strand besitzt.

Ausflug nach Gamboa

Linienboot am Anleger von Gamboa © Brasilien Insider

Ein Spaziergang, den man ohne Hilfe schafft, führt (nur bei Ebbe) in gut 45 Min. vorbei an den fast unberührten Stränden Praia do Porto de Cima und Praia da Ponta da Pedra zum Dorf Gamboa. Dort gibt es das fantastische Strandrestaurant Nativa‘s, für das alleine sich der Ausflug schon lohnt, und einige eher einfache Pousadas. Tipp: kurz vor Gamboa ein Schlammbad am Strand, die Haut fühlt sich danach seidenweich an. Ihr könnt die Wanderung bei Ebbe direkt am Hafenpier beginnen oder sonst über die Rua do Porto de Cima zum Strand gelangen. Hin- oder Rückfahrt per Linienboot (23 x tgl., Sonntag seltener, 20 Min., R$4).

Eine andere Welt: im beschaulichen Ort Gamboa © Brasilien Insider
Der hervorragende Reis mit Krabben im Nativa’s reicht locker für zwei Personen © Brasilien Insider

Nativa‘s, Gamboa (gleich rechts am Pier). Sehr charmantes und traditionelles Strandlokal einer Einheimischenfamilie. Man sitzt schattig unter Bäumen mit den Füßen im Sand und schaut aufs Meer und die darin planschenden Kinder. Serviert wird exzellenter Arroz de Camarão, der frische Suco de Coco schmeckt so, wie man es sich in der Bounty-Werbung immer vorgestellt hat. Zum Nachtisch gibt‘s leckere Maracuja-Mousse, top ist auch das hausgemachte Basilikum-Eis mit Marmelade. Öffnungszeiten Mo–Do 9–18, Fr, Sa 9–22 Uhr (in der Hauptsaison tgl.).

Essen mit Aussicht: Alleine für den Besuch im Nativa’s lohnt sich der Ausflug nach Gamboa © Brasilien Insider

Touren

Strand kurz vor Moreré auf der Ilha de Boipeba © Brasilien Insider

Der am häufigsten gebuchte Tagesausflug nennt sich Volta à Ilha („Inselumrundung“). Das sind wunderschöne Bootstouren, die in Schnellbooten mit Platz für etwa 12-16 Personen die Ilha de Tinharé umrunden und dabei verschiedene Stellen ansteuern, darunter ein Schnorchelstopp am Strand von Garapuá sowie ein Abstecher zum Traumstrand Moreré auf der Nachbarinsel Boipeba. Nach einem ausgedehnten Mittagessen in einem Strandrestaurant (nicht im Preis inbegriffen) geht es am Nachmittag zurück durch den Meeresarm Rio do Inferno, wo Ihr auf einer Plattform Austern verkosten und euch noch mal bei einem Bad erfrischen könnt.

Abschluss der meisten Volta-à-Ilha-Touren: das Kloster in Cairu © Brasilien Insider

Der letzte Halt wird dann auf der Ilha de Cairu eingelegt. Diese Insel gehört zum westlichen Teil des Tinharé-Archipels, ihr Hauptort Cairu ist der zweitälteste in ganz Bahia. Die größte Attraktion ist hier folglich historischer Art: Ihr besichtigt das sehenswerte Kloster Convento de Santo Antônio von 1650. Für diesen – natürlich freiwilligen – Besuch fallen mehrere kleine Gebühren an (insgesamt ca. R$8-12/Person).

Die Abfahrt der Inseltouren ist morgens um etwa 9.30 Uhr am 3. Strand, Rückkehr ist gegen 17.30 Uhr am Pier. Der Preis beträgt um die R$180 pro Person, buchen solltet Ihr möglichst schon am Vortag bei einem der vielen Anbieter, zum Beispiel bei Inovatur am Hauptplatz Praça Aureliano Lima. Hier könnt Ihr euch auch über weitere Touren informieren und alle Boots- und Flugtickets von/nach Salvador kaufen. Besitzerin Márcia berät sehr kompetent und freundlich. Öffnungszeiten tgl. 8–22 Uhr.

Fragen, die Ihr dem Anbieter vor eurer Auswahl stellen könntet:

  • Wird unterwegs an Bord durchgehend Musik aufgedreht, wenn ja, was für ein Stil und in welcher Lautstärke?
  • An welchem Strand wird die Mittagspause eingelegt und wie lang ist diese?
Idyllisch: Die Praia da Cueira bei Ebbe © Brasilien Insider

Hintergrund: Einige Boote halten über Mittag an der Praia da Cueira in Boipeba, das Szenario ist wirklich sehr idyllisch, aber es gibt ansonsten dort recht wenig zu tun. Da können zwei Stunden recht lang werden. Andere Boote halten zum Mittagessen am Hauptstrand Boca da Barra in Boipeba, dieser Strand ist deutlich belebter, es gibt mehr zu sehen und man kann auch einen Abstecher ins Dorfzentrum machen. Alles sind sehr schöne Orte – es liegt an den persönlichen Präferenzen, wonach euch mehr der Sinn steht.

„Volta à Ilha“: Stopp an einer schwimmenden Bar bei den Naturpools von Garapuá © Brasilien Insider

Übernachtung

Die Auswahl an Unterkünften auf der Insel ist groß. Einfache, preiswerte Pousadas sowie etliche Hostels liegen in der Rua da Fonte Grande (nach dem Aufstieg vom Pier rechts durch ein künstliches Tor) sowie auf der Hauptstraße zum Ersten Strand, außerdem im hinteren Bereich des Zweiten Strandes. Der Weg vom Hafen (vor allem zum 3. und 4. Strand) ist mit Gepäck eine echte Plackerei, ein Gepäcktransport in Schubkarren entlastet sehr (Preis vorher aushandeln, je nach Größe R$10–20/Stück). In der Hauptsaison ist eine Hotelreservierung sehr empfohlen.

Hängematten und Blick ins Grüne: Chalês im Portaló Hotel © Brasilien Insider

Portaló Hotel, Ladeira da Igreja, direkt am Bootsanleger. Nur wenige Schritte vom Pier liegt eins der besten Hotels der Insel. Zur Auswahl stehen sehr schöne Zimmer, größere Suiten und fantastische Chalês mit Veranda und Hängematte inmitten tropischer Natur. Der Pool mit Lounge-Liegen und herrlichem Meerblick ist vor allem zum Sonnenuntergang einfach umwerfend, mit einem Cocktail in der Hand möchte man hier gar nicht mehr weg. Ebenfalls sehr nett ist die schräg darunter liegende Portaló Music Bar, eine Lounge mit DJ-Musik, die auch Nichtgäste empfängt (weitere Details siehe Nachtleben). Portaló Hotel buchen.

Privilegierte Lage und Traumblick sind im Portaló Hotel inbegriffen © Brasilien Insider
Suite der Pousada Colibri mit großartigem Fernblick © Brasilien Insider

Pousada Colibri. Schöne Pousada auf einem Hügel abseits des Trubels, eingebettet in tropischem Garten mit atemberaubendem Ausblick aufs Meer – der Anstieg der 148 Stufen lohnt sich! Runde Bungalows, Junior Suites, eine Suite sowie ein Chalê mit Küche und Grillplatz, alle haben Veranda, Hängematte, Ventilator, Split AC und Kabel-TV. Die deutschen Besitzer Helmut, Marga und ihre Tochter Tanja sowie Ehemann Pepe empfangen Gäste sehr herzlich. Bar, exzellentes Frühstück, fantastischer Pool mit Panoramasicht. Ticketservice für Katamaran und Lufttaxi. Pousada Colibri buchen.

Toller Blick vom Pool der Pousada Colibri © Brasilien Insider

Essen

Auf der Insel findet Ihr viele gute Restaurants. Etwas teurer ist es – wie überall – an den Stränden (dafür teilweise mit toller Aussicht garniert), preiswertere Optionen liegen im Zentrum am Hauptweg Richtung 1. Strand sowie rund um den Großen Brunnen (Fonte Grande).

… im Zentrum
Krabbenrisotto im Casarão © Brasilien Insider

O Casarão, Hauptplatz. Ein wirklich schönes und romantisches Ambiente bietet das Casarão. Von der Terrasse einer Villa von 1848 blickt Ihr auf den Hauptplatz und genießt bei angenehmer Livemusik (Voz e violão, ab 19 Uhr) gute Salate und vegetarische Gerichte – zum Beispiel eine vegane Palmherzen-Moqueca -, Nudeln, Risottos, Fleisch, Huhn oder Fisch (jeweils für 2 Pers.). Weiterhin stehen natürlich auch klassische Fisch- oder Meeresfrüchte-Moquecas (2 Pers.) zur Auswahl, ebenso wie eine große Extrakarte voller japanischer Spezialitäten. Öffnungszeiten tgl. 17–24 Uhr.

Schöner Ort für ein Abendessen mit guter Livemusik: das Restaurant O Casarão © Brasilien Insider
Lebendiger Treffpunkt: La Tabla © Brasilien Insider

La Tabla, am Weg zum 1. Strand. Der Argentinier Gustavo führt dieses Straßenrestaurant mit Tischen auf dem Hauptweg zum 1. Strand und einem etwas intimeren Innenbereich. Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und die zentrale Lage sorgen dafür, dass das Lokal stets gut besucht ist. Gustavo lebt bereits seit 2001 auf der Insel, seine italienisch-spanischen Wurzeln spiegeln sich in der mediterran angehauchten Küche wider, zum Beispiel in der „Paella espanhola“. Aber auch ein „Stroganoff de Camarão“ mit Bratkartoffeln und Reis oder selbstverständlich das klassische argentinische Picanha-Steak sind auf der Karte zu finden. Das La Tabla ist ein lebendiger internationaler Treffpunkt mitten im Geschehen. Öffnungszeiten: tgl. 11–24 Uhr.

Gutes Essen in großzügig servierten Portionen: La Tabla © Brasilien Insider
Gute Pizza und leckeres Panna cotta gibt’s bei Sofia © Brasilien Insider

Sofia, Hauptplatz (1. Stock). Im Herzen des Zentrums genießt man bei schöner Aussicht auf den Platz sehr leckere Pizza mit krossem, dünnem Teig. Wie üblich in Brasilien dürft Ihr auch hier zwei Sorten wählen, zum Beispiel „Picante“ (Peperoni und Gorgonzola) und „Mercedes“ (Provolone, Tomaten, Basilikum). Auch diverse Tellergerichte stehen auf der Karte, dazu gibt es sehr gute Vorspeisen und Nachtische. Besitzerin Mercedes war 1986 eine der ersten, die während der Hippie-Welle auf der Insel ankam … und bis heute geblieben ist. Ihre Pizzeria eröffnete die Capixaba mit italienischen Wurzeln schon 1990, inzwischen wird das Haus in zweiter Generation von den Kindern Fábio und Sofia weitergeführt. Eine echte Institution! Öffnungszeiten tgl. 18–1 Uhr.

Ein Stück Insel-Geschichte: die Pizzeria Sofia von Besitzerin Mercedes © Brasilien Insider
… rund um den Großen Brunnen
Dice präsentiert ihren tropischen Salatteller© Brasilien Insider

Dice 10 Restobar, Rua da Fonte Grande. Etwas hinter dem Brunnen liegt dieses Kult-Restaurant mit Barbetrieb der stadtbekannten Frohnatur Dice. Auf den Tisch kommen hier sehr gute und auch günstige Tagesgerichte, die stets mit einem bunten tropischen Salat, Grillkartoffel, Bohnen und Knoblauchreis angerichtet werden, zum Beispiel ein prima Filet Mignon, Krabben in cremiger Soße oder Fischfilet mit Kapern. Das Obst und Gemüse stammt vorwiegend aus dem eigenen Biogarten. Von einer gemütlichen Terrasse aus hat man den belebten kleinen Fußweg unterhalb im Blick. Und wenn Ihr Glück habt, gibt es zum Nachtisch gerade eine ihrer fantastischen Erdbeertorten oder Tiramisu. Gäste dürfen übrigens die Musik auswählen und auch Gesellschaftsspiele stehen bereit. Manchmal führt Dice zu späterer Stunde noch ein paar aus ihrer Seefahrer- und Tiefseetaucherzeit stammenden 3000 Seemannsknoten vor, die sie aus dem Effeff beherrscht … ein wunderbarer, herzlicher Ort, an dem man sich schnell zuhause fühlt. Öffnungszeiten Mi–So 12–15, 18–22 Uhr (Bar länger, in der Hauptsaison durchgehend und auch montags geöffnet).

Leckere Tagesgerichte bei Dice 10 © Brasilien Insider
Venezianische Leckereien in der Cantina Barolo © Brasilien Insider

Cantina Barolo, Rua da Fonte Grande. Die Familie von Besitzer Federico Barolo führt eines der traditionellsten Restaurants im Herzen von Padua. Die Küche Venetiens ist folglich auch das Leitmotiv dieses charmanten Restaurants direkt am Großen Brunnen, in dem man sich tatsächlich fast wie in Italien fühlt. Die Gestaltung des Interieurs folgt dem Bacaro-Konzept einer typisch venezianischen Weinbar. Was die Küche angeht, ist hier natürlich alles hausgemacht, besonders gut sind die Gnocchi und Lasagne, exzellent auch der „Bacalhau alla Vicentina“ oder die aufwendig gekochte Polenta mit Kabeljaucreme. Das dazu gereichte selbstgemachte Brot ist großartig! Ein besonderer Tipp wäre das „Menu Degustação“ für zwei Personen, bei dem man sich durch einen Querschnitt der venezianischen Köstlichkeiten schlemmen kann. Öffnungszeiten: tgl. 19-23 Uhr, tagsüber Café, Bar und Laden mit Verkauf italienischer Spezialitäten.

Cantina Barolo: Italienischer Charme beim Großen Brunnen © Brasilien Insider
Nette Veranda im Aromas © Brasilien Insider

Aromas, Rua da Fonte Grande. Gleich hinter dem Brunnen liegt dieses nette Gartenrestaurant der Kategorie „gut & günstig“, ganz authentisch in bahianischem Stil gehalten. Man sitzt entweder auf einer erhöhten Veranda oder im Garten, gespielt wird dazu angenehm ruhige Musik (auch live), die noch Unterhaltung zulässt – ein wohltuender Kontrast zu den sonst oft eher lauten Strandbars der Insel. Die Besitzer Arthur und Mayara servieren beispielsweise einen guten „Camarão gratinado“ und auch diverse vegetarische Gerichte sind erhältlich, wie etwa die Moquecas mit Kochbananen oder Gemüse. Sehr praktisch: Alle Gerichte können wahlweise in Portionsgrößen für eine oder zwei Personen bestellt werden. Öffnungszeiten: tgl. 11-24 Uhr.

Gut und günstig, nach diesem Prinzip verfährt das Restaurant Aromas © Brasilien Insider
… an den Stränden
Süße Leckerei im Restaurant Minha Louca Paixão © Brasilien Insider

Minha Louca Paixão, 3. Strand. Wunderschönes Ambiente unter einem luftigen Zeltdach, toll dekorierte Holztische mit Lampenschirmen und einer Bühne für Livemusik (ab 19.30 Uhr). Super-Chef Gonçalo Ramirez aus Lissabon serviert hervorragenden Fisch im Bananenblatt mit Krabben-Farofa. Von der üppigen Cocktailkarte empfiehlt sich „Forró Caju“ mit selbstgemachtem Cashew-Gin, Tahiti-Limettensaft und Chambord Himbeerlikör. Öffnungszeiten tgl. 12–18, 19–23 Uhr.

Das Restaurant Minha Louca Paixão bietet ein geschmackvolles Ambiente © Brasilien Insider
Cremiger Mangosaft im Piscina © Brasilien Insider

Bar e Restaurante Piscina, 4. Strand. Eine wunderbare Restaurant-Strandbar mit Strohdächern und einem Holzhaus, das sich über 2 Etagen erstreckt. Dona Maria und ihre Tochter Letícia servieren hier einen köstlichen, im Tontopf zubereiteten Fisch in Krabbensoße (2–3 Pers.). Keine Industrieware kommt ins Essen, alles wird noch nach alter Tradition ab 4 Uhr morgens frisch per Hand gemacht – das schmeckt man! Am besten lässt man sich dazu vom sympathischen Kellner-Urgestein Aldair (seit 1990) eine leckere große Caipirinha und einen super cremigen Mangosaft bringen. Herrliche Lage direkt bei den Naturpools (nicht zu spät kommen, da sonst die Sonne schon tief steht und der Strand im Schatten liegt). Von 11–15 Uhr wird entspannte Livemusik gespielt. Ein echtes kleines Tropenparadies und Highlight eines Morro-Besuchs! Öffnungszeiten tgl. 9–18 Uhr.

Herrliches Ausflugsziel am 4. Strand: das Restaurant Piscina © Brasilien Insider

Nachtleben

Charmant zum Sonnenuntergang: die Portaló Music Bar © Brasilien Insider

Der Abend beginnt mit der Huldigung der untergehenden Sonne. Wer sich nicht gerade am Strand von Gamboa, beim Fort oder auf dem Leuchtturmhügel befindet, kann eine der schönsten Aussichten beim pôr do sol in der Portaló Music Bar unmittelbar beim Schiffsanleger genießen. Die wunderbare Freiluftbar gehört zum gleichnamigen Hotel (siehe Übernachtung) und hat sich bis jetzt ihren Status als Insider-Nischenplatz erhalten können. Hier findet Ihr mit einiger Wahrscheinlichkeit auch noch einen freien Tisch, wenn Ihr erst etwas später kommt, zum Beispiel nach einem längeren Tagesausflug. Besonders nett ist es, wenn zum Sonnenuntergang ein Saxophonist die aufgelegte DJ-Musik mit eigenen Interpretationen begleitet – vor dem untergehenden, leuchtend orangeroten Feuerball ist das auch ein tolles Fotomotiv. Öffnungszeiten tgl. 16–21 Uhr.

 

Sonnenuntergang in der Toca do Morcego © Brasilien Insider

Eine weitere Alternative zum Sonnenuntergang ist die etwas höher gelegene Toca do Morcego nahe dem Leuchtturm, die älteste open air Bar-Disco der Insel. Die schöne Aussicht wird hier hauptsächlich von elektronischer Musik begleitet (Livemusik und DJ) und gelegentlich finden auch Themenpartys statt – die über die Insel verteilten Aushänge sind nicht zu übersehen. Die Toca do Morcego hat den Status eines Geheimtipps bereits überschritten, wer einen guten Sitzplatz erwischen möchte, sollte früh kommen. Öffnungszeiten tgl. 16.30–21 Uhr, R$15–20, Mai/Juni geschlossen.

Später bauen dann am Hauptplatz Praça Aureliano Lima und am 2. Strand Verkäufer ihre Stände für Kunstgewerbe und tropische Cocktails auf: oft mit beeindruckenden, bunten Fruchtbouquets. Bei Pastel do Foom kann man frische Pastéis kaufen, zudem veranstaltet Foom ab und zu Jamsessions; wer sich berufen fühlt, kann einsteigen. Eine spontane, daher eher seltene, aber sehr nette Veranstaltung ohne feste Uhrzeiten.

Oft gute Stimmung: Jamsession auf offener Straße bei Foom (hier sitzend) © Brasilien Insider
Cocktail-Lounge am 2. Strand: Sambass © Brasilien Insider

Das Sambass am 2. Strand ist eine sowohl ganztägig als auch abends klasse Mischung aus Beach Lounge und Restaurant, hier fließt die köstliche Erdbeer-Daiquiri („Morango“) zu guter Livemusik und Drum ’n‘ Bass (Couvert R$5), und im Strandsessel könnt Ihr euch unter Mandelbäumen ein Fischfilet (1 Pers.) oder den riesigen Salatteller (2 Pers.) mit Krabben, gegrillter Ananas und dem Hausdressing aus Tahiti-Limetten und rosa Mango schmecken lassen. Auch die mit Käse überbackene Bruschetta vorweg, die üppigen Sandwiches und die Nachtische sind empfehlenswert. Ein guter, sehr zentraler Anlaufpunkt für den Start in eine lange Insel-Partynacht … Öffnungszeiten tgl. 9–1 Uhr (oft länger).

Das Bar-Restaurant Sambass ist fast rund um die Uhr eine beliebte Anlaufstelle © Brasilien Insider

Zu vorgerückter Stunde geht die Party am Ende des 2. Strandes weiter (rund um die Funny Bar), wo Montag und Donnerstag ab Mitternacht die berühmten Luaus mit Axé und Reggae steigen. Der schickste Club der Insel ist die Pulsar Disco in der Nähe vom Pier auf dem Weg zum Fort (Samstag Schaumparty ab 24 Uhr).

Fruchtcocktails an kleinen Ständen – eine Spezialität in Morro de São Paulo © Brasilien Insider

Praktische Tipps

Bradesco am Hauptplatz © Brasilien Insider

Am Hauptplatz gibt es eine kleine Filiale von Bradesco. Öffnungszeiten Mo–Fr 9.30–12.30, 13.30–15 Uhr, Geldautomaten (alle Karten) tgl. 6–22 Uhr.  Banco do Brasil hat einen Geldautomaten am Hauptplatz, an dem jedoch nicht immer Geld vorrätig ist (Öffnungszeiten tgl. 6–22 Uhr).

Transport

Boote

Anfahrt nach Morro de São Paulo:

Alle Mühen wert: Blick auf die Insel bei der Ankunft © Brasilien Insider

Am einfachsten und schnellsten kommt man per Katamaran bzw. Schnellboot vom Terminal Náutico in Salvador nach Morro de São Paulo. Wegen des häufig recht starken Seegangs – besonders am Nachmittag – wird die Überfahrt jedoch manchmal als unangenehm empfunden. In jedem Fall solltet Ihr zur Sicherheit Tabletten gegen Seekrankheit dabeihaben. Alternativ fahren sonst auch magenschonendere Linienboote ab Valença, dieser Weg ist jedoch insgesamt umständlicher. Außerdem gibt es eine interessante Kombi Boot/Bus/Boot von Cassi Turismo. Eine ausführliche Beschreibung aller Anfahrtsmöglichkeiten findet Ihr unter „Transport/Fernverkehr“ auf der Seite Salvador.

Nach Salvador:

  • Bequemer Bus von Cassi Turismo © Brasilien Insider

    Variante 1: Katamaran/Schnellboot, tgl. in der Regel um 9, 11.30, 13 und 15 (im Sommer öfter), Fahrtdauer 2–2 1/2 Std., um R$100. Infos zu aktuellen Abfahrtszeiten erhaltet Ihr unter anderem bei Inovatur.

  • Variante 2: Kombinierter Boot/Bus/Boot-Transfer von Cassi Turismo, feste Abfahrtszeiten sind 6.30, 8.30, 10.30, 13.30 und 15.30 Uhr, die gesamte Fahrtzeit beträgt 3–3 1/2 Std., R$100 bis zum Terminal Náutico in Salvador. Gegen einen relativ geringen Aufschlag könnt Ihr gleich eure Weiterfahrt zum Hotel oder bis zum Flughafen Salvador durchbuchen. Das Büro von Cassi findet Ihr am Hauptplatz schräg gegenüber der Kirche. Öffnungszeiten: tgl. 5.30–22 Uhr.
  • Variante 3 (billiger): Mit einem Linienboot zuerst nach Valença, von dort aus mit Bus bis Bom Despacho (Itaparica), und dann per Fähre nach Salvador (insgesamt ca. 4–5 Std., R$60–80).
Der Schiffsanleger von Morro de São Paulo © Brasilien Insider

Nach Valença: Schnellboot (Lancha Rápida), stdl. bis 18 Uhr, 30 Min., R$25. Einige langsamere Linienboote (Convencional) verkehren bis 17.30 Uhr, 1 1/4 Std., R$10–12.

Nach Boipeba:

  • Am einfachsten mit Cassi Turismo oder über eine andere Agentur die Variante „semi-terrestre“ buchen: Im Geländewagen geht’s von der Straße, die hinter dem 2. Strand beginnt, bis an die Südspitze der Ilha de Tinharé, von dort wird in einer Barke zum gleich gegenüberliegenden Boipeba übergesetzt. Der Preis ist abhängig von der Teilnehmerzahl, bei 4 Pers. zahlt der Einzelne ungefähr R$100. Genauere Infos bei Cassi oder Inovatur.
  • Eine weitere Variante: Umständlicher, aber auch möglich ist es, zuerst ein Boot nach Valença zu nehmen, und von dort mit einem Schnellboot nach Boipeba zu fahren.

Nach Itacaré und Barra Grande:

  • Mit Boot/Auto bis Itacaré bzw. Camamu (dort weiter mit Linienboot nach Barra Grande), 3 bzw. 3–4 Std., ca. R$100–110 (mind. 4 Pers.). Im Sommer werden diese Verbindungen praktisch täglich angeboten, zur übrigen Jahreszeit sind sie abhängig von der Nachfrage. Infos bei Inovatur oder Cassi Turismo.
  • Ab dem 26.12.2019 verkehrt erstmalig ein Katamaran täglich auf der neuen Linie Salvador – Morro de São Paulo – Barra Grande. Der Preis für den Abschnitt von Morro de São Paulo nach Barra Grande beträgt R$125 (2 Std. Fahrtzeit). Laut Fahrplan soll die Abfahrt in Morro de São Paulo um 15.15 Uhr sein, Ankunft in Barra Grande ist um 17.15 Uhr.

TIPP: Vorsicht am Bootssteg

Mitunter tückisch: Gepäckschubkarren am Schiffsanleger © Brasilien Insider

Aufpassen, falls euer Gepäck auf einer Schubkarre am Bootsanleger abgestellt ist! Im Gedränge können die wackeligen Karren schnell mal angestoßen werden und schon so manch Reisender sah seinen Koffer im hohen Bogen ins Wasser segeln.

Flüge

Direktflüge von/nach Salvador mit Propellermaschinen (6–8 Plätze, 30 Min., ca. R$595–630, nur bei ausreichender Nachfrage):

  • Die Flugzeuge von Addey landen auf der Piste der Pousada Fazenda Caeira am 3. Strand.
  • RR Aviation landet am 4. Strand, von dort gibt es einen Transfer zum 2. Strand.

 

Zwischen Hafen und Hauptstrand © Brasilien Insider

Obwohl so nah am pulsierenden Morro de São Paulo scheint die Ilha de Boipeba – oder einfach: Boipeba – wie eine andere Welt: ein abgeschiedenes Paradies mit mehr als 20 km verlassenen Stränden; nicht umsonst trägt sie den Beinamen „Polynesien Bahias“ (Polinésia baiana). Die besten Strände der Insel lassen sich vom Hauptort Velha Boipeba alle zu Fuß erreichen: Vom Hafen kommend erreicht Ihr zunächst den unfassbar idyllischen Hauptstrand der Insel, die Praia Boca da Barra. Hier gibt es viele Strandbars, in denen Ihr euch niederlassen könnt.

Blick vom Hafen kommend auf die Spitze der Praia Boca da Barra © Brasilien Insider

Auf wunderschönen Wanderungen lassen sich weitere palmenreiche Traumstrände entdecken. Von den Bars aus sind es etwa 10 Minuten bis zu einem Urwaldhügel bei der Pousada Tassimirim, dort endet die Praia Boca da Barra. Hinter diesem Hügel beginnen die lang gestreckten Praia Tassimirim und Praia Cueira, um dorthin zu kommen, seid Ihr insgesamt etwa eine knappe halbe Stunde unterwegs.

Der Urwaldhügel auf Höhe der Pousada Tassimirim markiert das Ende der Praia Boca da Barra © Brasilien Insider
Ausflugsziel: Der tropisch-grüne Strand von Moreré © Brasilien Insider

Ein besonderes Ziel ist der von Palmen bestandene Strand von Moreré, der vor allem bei Tagesausflüglern und Schnorchelfreunden beliebt ist. Auch einige Pousadas gibt es in dem kleinen Ort. Hierhin läuft man von Boipeba aus etwa 1 1/2 Stunden – fast durchgehend am Strand entlang. Und anschließend könnt Ihr noch bis zum wunderschönen und wenig besuchten Strand des Fischerdörfchens Bainema weitergehen (insgesamt 2 Stunden). Am Ende dieses 1,5 km langen Strandes gibt es an der sogenannten Pontal do Bainema einige sehr entspannte Strandbars. Diesen Tagesausflug beschreibe ich weiter unten noch etwas ausführlicher.

Am Ende des Strandes von Bainema liegt der sogenannte Abschnitt Pontal do Bainema © Brasilien Insider

Boipeba hat übrigens nicht nur wunderschöne Strände, auch ein Spaziergang durch das autofreie Zentrum mit seinem charmanten Hauptplatz und den grünen, blumenreichen Gassen ist eine Wonne. Hier solltet Ihr euch einfach etwas durch den ruhigen Ort treiben lassen …

Empfehlenswert: ein Spaziergang durch Velha Boipeba, den Hauptort der Insel © Brasilien Insider
Museu do Osso © Brasilien Insider

In der Rua do Ribeirinho 78 stellt im Museu do Osso Mr. Cabeludo ein ehemaliger Fischer unzählige Knochen aus, die er in seinem Fischerleben seit 1961 gesammelt hat. Unter anderem können die Gebeine von Walen, Schildkröten, Delphinen und Muränen, oder der Schwanz eines Stachelrochen studiert werden. Alles in allem eine skurrile Ausstellung, Eintritt frei, aber Spende erwünscht. Öffnungszeiten tgl. 7–21 Uhr.

Museu do Osso: Privatmuseum eines ehemaligen Fischers © Brasilien Insider

Strandwanderung nach Moreré und Bainema

Blick vom Urwaldhügel zu Beginn der Wanderung © Brasilien Insider

Eine fantastische Wanderung, die auch leicht alleine zu schaffen ist (nur bei Ebbe), führt in gut 1 1/2 Stunden zum kleinen Fischerdörfchen Moreré. Dort lädt klarstes Wasser zum Schnorcheln ein und in Strandrestaurants könnt Ihr euch erfrischen oder eine Moqueca bestellen. Im Anschluss könnt Ihr die Wanderung noch verlängern und bis zum Strand von Bainema weiterlaufen. Los geht’s am Ende der Praia Boca da Barra, wo hinter der Pousada Tassimirim zunächst ein Weg über einen Hügel durch ein Stück Urwald führt. Danach folgt Ihr einfach den traumhaften Stränden bis Moreré.

Parada Ponto Chic © Brasilien Insider

Gleich zu Beginn stoßt Ihr übrigens auf die herrlich gelegene Strandbar Parada Ponto Chic, die mit ihren Hängematten unter Palmen so einladend ist, dass man fast das eigentlich Ziel vergessen könnte (wer mag, kann sich in der dazugehörigen Pousada auch zur Übernachtung einmieten).

Recht bald bieten sich auf der Strandwanderung nach Moreré solche Szenarien © Brasilien Insider
Bad in der Mündung des Rio Oritibe © Brasilien Insider

Am Ende der Praia Cueira enthält der Weg bei höherem Wasserstand einen kleinen „Abenteueranteil“: die Überquerung des anschwellenden Rio Oritibe. Teilweise lässt er sich dann nur noch in Brusthöhe durchwaten, oder Ihr müsst schwimmen oder mit einer der meist dort wartenden Barken übersetzen (R$5 p. P.). Auch wenn das Flüsschen harmlos aussieht, solltet Ihr bei der Überquerung auf jeden Fall ein wenig aufpassen: Auf der Seite von Moreré liegen (Stolper-)Steine im Wasser und weiter im Fluss scharfe Austern. Deswegen ist es ratsam, bei der Mündung einen Bogen hinaus ins Meer zu schlagen (oder ggf. mit Schlaufensandalen durchzulaufen). Alternativ führt übrigens auch eine Sandstraße durchs Inland nach Moreré (caminho por dentro), auf der Coletivos die beiden Orte verbinden.

Ein idyllisches Bild: der kleine Rio Oritibe © Brasilien Insider
Unterwegs auf der Strandwanderung nach Moreré © Brasilien Insider

Am schönsten zeigt sich das Strandszenario bei dieser Wanderung kurz vor oder nach dem Hochwasser, wenn das blaugrüne Meer mit den grünen Palmen zu einer tropischen Idylle verschmilzt. Wer bei Niedrigwasser läuft, wird es dagegen eher in weiter Ferne erblicken, dafür breite Sandstreifen und von Algen bedeckte Steine, die aus dem Wasser zum Vorschein kommen. Dennoch ist es so oder so lohnenswert. Übrigens, wer sich für Moreré begeistert, kann sich dort auch zur Übernachtung einmieten: Im Dorf gibt es eine ganze Reihe von Pousadas.

Strandrestaurants unter Bäumen in Moreré © Brasilien Insider

Nach Durchquerung eines Palmenhaines erreicht Ihr schließlich den Strand von Moreré. Ein gutes und günstiges Strandrestaurant findet Ihr gleich am Anfang: Cheiro do Mar, hier gibt es zum Beispiel eine gute Moqueca de Camarão für 2 Personen, auch halbe Portionen sind erhältlich. Man sitzt sehr schön direkt am Strandweg und blickt aufs Meer. Rustikal, gut, günstig und freundlich. Öffnungszeiten tgl. 8–20 Uhr (Hauptsaison länger).

Angekommen: An der Praia de Moreré © Brasilien Insider
Pontal do Bainema © Brasilien Insider

Von der Praia Moreré führt ein schöner Spazierweg (knapp 20 Minuten) dann noch bis zur lang gezogenen, von Palmen bestandenen Praia Bainema (1,5 km). Am schönsten ist es hier bei Niedrigwasser, wenn sich Naturpools bilden. Bei Hochwasser kommen Algen zum Vorschein und man sollte dann bis zum hinteren Abschnitt laufen: Ganz am Ende des Strandes liegen zwei tolle Strandrestaurants.

Abhängen am Strand von Pontal do Bainema © Brasilien Insider
Mit diesen Gefährten werdet Ihr zurück nach Boipeba gebracht © Brasilien Insider

Zurück von der Praia Bainema führt ein Weg direkt zum Traktorabfahrtplatz im Zentrum von Moreré (bei der  zweiten, großen Weggabelung rechts), man muss also nicht über den Strand zurück laufen. Die Traktoren fahren los, sobald sich sechs Personen eingefunden haben (R$10 p. P., oder R$60/Fahrt). Die Fahrt führt ca. 25 Minuten teilweise über mit Kokosschalen ausgelegte Anstiege und durch sumpfähnliches Gebiet – und ist mit mehreren wunderschönen Ausblicken ein eigenes Erlebnis für sich. Ausstieg ist am Dorfende von Boipeba, von dort sind es noch etwa 15 Minuten zu Fuß bis zum Hauptplatz.

Touren

Mangrovengebiet auf der Ilha de Boipeba © Brasilien Insider

Sehr empfehlenswert ist die wunderschöne Inselumrundung per Boot, genannt Volta à Ilha. Los geht’s um 9 Uhr in der Nähe des Hafens (meist vor dem großen Einkaufszentrum), Rückkehr ist ungefähr gegen 17 Uhr, der Preis liegt je nach Anbieter pro Person zwischen R$75 und R$100. Diese Tour in einem Schnellboot für durchschnittlich 12-16 Personen führt zu mehreren Bade- und Schnorchelspots, in der Regel geht es zunächst nach Moreré, danach in ein Mangrovengebiet und über die Castelhanos-Naturpools bis zum Strand des Ortes Cova da Onça, wo in einem sehr guten Strandrestaurant eingekehrt wird.

Schnorcheln während der Volta-à-Ilha-Tour © Brasilien Insider
Cocktails an der Praia Castelhanos © Brasilien Insider

Unterwegs besteht die Möglichkeit, sich in der Barraca Paraíso an der Praia Castelhanos einen köstlichen frischen Fruchtcocktail mixen zu lassen, was die Stimmung an Bord garantiert noch weiter anhebt. Es ist eine fantastische Tagestour, die auf jeden Fall zum Programm eines jeden Boipeba-Besuchs gehören sollte. Ausgezeichnete Tourenanbieter sind:

  • MarTour, Rua do Porto 18. Diese sehr gut organisierte Agentur bietet alle Bootstouren (unter anderem „Volta à Ilha“) und Ausflüge an, ebenso Tickets für Schnellboote, Busse und Flüge. Öffnungszeiten tgl. 8.30–20 Uhr.
  • Coco Louco Turismo, Rua Nova, Tel. 75/3653 6201. Sehr gute Volta-à-Ilha-Touren in zwei eigenen Booten, diverse weitere Touren und Transfers.
Der Strand von Castelhanos wird bei den Volta-à-Ilha-Touren von Boipeba stets angesteuert © Brasilien Insider
Quad-Tour mit Daniel von Dan Tour © Brasilien Insider

Besitzer Daniel von Dan Tour bietet Quad-Touren an. Gerne gebucht werden der Trip über Cueira und Moreré nach Bainema (9–17 Uhr, R$150/2 Pers.) und der deutlich weitere Ausflug über Castelhanos (50 Min. Anfahrt) und Cova da Onça (dort Mittagessen) bis Monte Alegre (Sonnenuntergang, 9–17 Uhr, R$240/2 Pers.). Abfahrt ist am „Ponto do Quadricículo“ bei der Traktorenhaltestelle in Boipeba, Kontakt über Instagram .

Übernachtung

Auf der Insel finden sich Unterkünfte für jeden Geldbeutel: Im Zentrum ist es günstiger und auch einfacher, an den Stränden natürlich schöner und auch etwas teurer. Wer eine Pousada am Strand gebucht hat, sollte für das Gepäck auf jeden Fall einen Schubkarrenservice anheuern (s. Transport). Auch die Wege im Zentrum sind nicht unbedingt für Rollkoffer geeignet.

Pool der Pousada Mangabeiras © Brasilien Insider

Pousada Mangabeiras, am Ende der Praia Boca da Barra, 20 Min. vom Zentrum. Eine der schönsten Pousadas Bahias (Mitglied bei Roteiros de Charme)! Den Weg hinauf auf den Hügel legt man in einer kleinen Standseilbahn zurück. Die elf geschmackvollen Bungalows (DVD, Sky-TV, Typ „Master“ mit Whirlpool) haben unglaublichen Panoramablick – selbst aus der Dusche – Richtung Morro de São Paulo oder zu den südlichen Stränden. Schöner, 24 Std. geöffneter Pool inmitten üppig grüner Natur, an dem sich hervorragend entspannen lässt. Die netten Besitzer Leandro, Manoela und Juliana sind auch im sozialen Bereich und beim Umweltschutz engagiert, so wurden alle Neubauten ohne Baumverlust errichtet, Orchideen umgepflanzt und vieles mehr … Hervorragendes Frühstück mit stets frisch und abwechslungsreich zubereiteten Leckereien, das bis mittags serviert wird. Tipp: Das sehr gute Restaurant mit täglich wechselndem Menü ist auch für Nichtgäste ein schönes Ausflugsziel. Kleiner Souvenirladen. Eigener Abholservice vom Hafen mit Lastenschubkarre (im Preis inkl.). Im Mai und/oder Juni ist die Pousada teilweise geschlossen. Pousada Mangabeiras buchen.

Die Zimmer der Pousada Mangabeiras bieten Balkon mit herrlicher Panoramasicht © Brasilien Insider
Chalês in schönem Tropengarten: Pousada Tassimirim © Brasilien Insider

Pousada Tassimirim, Praia Boca da Barra, 15 Minuten vom Zentrum. Frühstück unter Palmen am Strand – dieser kleine Garten Eden ist mit einer traumhaften Lage gesegnet, ganz am Ende der Praia Boca da Barra. Zwei Bungalows, acht gemütliche Zimmer (einige haben Meerblick) mit AC/Ventilator, und eine besonders schöne Suite am Strand. Außerdem sehr gutes Restaurant. Der deutsche Besitzer Achim engagiert sich für eine nachhaltige Entwicklung der Insel. Pousada Tassimirim buchen.

Spitzenlage mit direktem Strandzugang: die Pousada Tassimirim © Brasilien Insider

Essen

Süße Leckerei im Restaurant Varanda © Brasilien Insider

Varanda Cantina & Restaurante, Praça Santo Antônio. Massimo und Anadir servieren feinste italienische Küche zu zivilen Preisen, zum Beispiel flambiertes Filé Mignon oder Gnocchi mit einer Nuss-Gorgonzolasoße. Sämtliche Zutaten sind frisch und hausgemacht. Sensationell ist auch die Panna cotta. Sehr nettes Ambiente gegenüber dem Hauptplatz. Öffnungszeiten Do–Mo 18.30–24 Uhr (Mai/Juni geschl.).

Auf der „Varanda“ passen Ambiente und Qualität der Küche perfekt zueinander © Brasilien Insider
Schmatz schmatz, geht schnell weg: die Pizza bei Terra Brasilis © Brasilien Insider

Das Terra Brasilis an der Ecke des Hauptplatzes Praça Santo Antônio ist eine sympathische Pizzeria eines Einheimischen, die stets gut besucht ist. In bester zentraler Lage kann man das abendliche Treiben auf dem Platz beobachten, während man sich eine leckere Pizza „Terra Brasilis“ mit Gorgonzola und Toskanaschinken bringen lässt. Vegetarier können sich diese Pizza übrigens wahlweise auch mit Auberginen, gegrillten Zucchinis und getrockneten Tomaten belegen lassen. Öffnungszeiten tgl. 18–23 Uhr.

Strandrestaurants

Fischteller im Toca do Lobo © Brasilien Insider

Toca do Lobo, Praia Boca da Barra. In einigen der Strandbars am Hauptstrand kann man auch sehr ordentlich essen, die „Wolfshöhle“ serviert guten gegrillten Fisch und frische Fruchtsäfte. Öffnungszeiten tgl. 8–18 Uhr.

Strandrestaurant Toca do Lobo – stets belebter Anlaufpunkt am Hauptstrand Boca da Barra © Brasilien Insider
Gutes Strandlokal Estrela do Mar © Brasilien Insider

Estrela do Mar, Cova da Onça. Gutes Strandrestaurant in erster Reihe, das gerne von den Volta-à-Ilha-Booten gegen Sonnenuntergang angesteuert wird. Serviert wird hier sehr guter Peixe grelhado oder auch Krabben in Ananas bzw. Camarão no Abacaxi. Dazu leckere frisch gepresste Fruchtsäfte. Öffnungszeiten tgl. 8–21 Uhr.

Abschluss der meisten Volta-à-Ilha-Bootstouren: der Strand von Cova da Onça © Brasilien Insider

Nachtleben

Livemusik gibt’s in der Bar das Meninas © Brasilien Insider

Erstaunlicherweise bietet die kleine Insel auch abends einige Ausgehmöglichkeiten. Sehr nett, mit einem deutlich alternativem Vibe, präsentiert sich die Bar das Meninas beim Ponto de Trator. In dieser von zwei Frauen geführten urigen Livemusik-Kneipe in einem Tropengarten (Mückenschutz mitbringen!) wird freitags Forró ab 23 Uhr gespielt (Eintritt R$10–15), an den anderen Tagen tagsüber Restaurant (Di–So 11–17) und abends Barbetrieb ab 21 Uhr (im Sommer tgl.).

Ein weiterer Anlaufpunkt ist natürlich der Dorfplatz Praça Santo Antônio, an dem es einige Bars bzw. Barracas gibt, die ihre Tische und Stühle im Freien aufstellen. Einen leckeren Fruchtcocktail erhaltet Ihr am Stand von Jú Drinks, die Hausspezialität wird hier mit Kakao und Biribiri zubereitet.

Den abendlichen Cocktail nach dem Strandtag gibt’s zum Beispiel bei Jú Drinks am Hauptplatz © Brasilien Insider

Transport

Anfahrt im Schnellboot ab Valença © Brasilien Insider

Anfahrt: Ob von Salvador oder von Süden kommend, fast immer führt der Weg über die Kleinstadt Valença. Vom dortigen Hafen fahren Schnellboote von Dáttoli nach Boipeba: je nach Bedarf 5–9 x tgl. zwischen 10 und 17.15 Uhr (relativ fixe Ablegezeiten sind 10, 12, 14, 16 und 17.15 Uhr), die wunderschöne Fahrt dauert 1 Std. und kostet R$46 (wenn man gleich das Rückfahrtticket kauft, gibt es Rabatt: R$77).

Der kleine Hafensteg von Boipeba © Brasilien Insider

Am Pier in Boipeba warten Gepäckträger mit Schubkarren (je nach Größe und Entfernung ca. R$15–20/Stück), eine Preisliste zur Orientierung sollte am Wartehäuschen aushängen. Verhandeln ist dennoch ggf. nötig.

Rückfahrt nach Valença: Mit der Lancha Rápida von Dáttoli, tgl. um 6, 7, 9, 12, 14 und 16 Uhr, sowie weitere Fahrten nach Bedarf, 1–1 1/4 Std., R$46.

Nach Morro de São Paulo:

  • Entweder Ihr fahrt wieder über Valença und nehmt dort ein Boot nach Morro de São Paulo (insgesamt 2–3 Std. und ca. R$70).
  • Oder Ihr bestellt einen Geländewagen (Reservierung zum Beispiel bei MarTour, s. Touren), der euch von der Südspitze der Ilha Tinharé bis zum 2. Strand bringt. Abfahrt ist um 9 und 13 Uhr, Dauer ca. 1 Std., R$100 p. P. inkl. Übersetzen am Hafen, mind. 4 Pers. Diese Variante führt am 4. und 3. Strand vorbei und wäre von der Logistik her sinnvoll, falls Ihr an einem dieser Strände eure Pousada gebucht habt (außerdem entfällt auf diesem Weg die am Hafen von Morro de São Paulo zu entrichtende Taxa de Turismo).
Die südliche Spitze der Insel Tinharé liegt dem Hafen von Boipeba direkt gegenüber © Brasilien Insider

 

Die charmante abendliche Praça da Tainha © Brasilien Insider

Es ist schon erstaunlich, dass mehr als 500 Jahre nach der Entdeckung Brasiliens immer noch Gegenden existierten, die bis vor Kurzem wie von der Außenwelt abgeschnitten waren. Barra Grande, 250 km von der Millionenstadt Salvador, war einer dieser Orte. Bis Ende der 1990er-Jahre gab es hier weder öffentliche Beleuchtung noch Trinkwasserleitungen oder Telefon. Dabei hatte bereits der Autor Antoine de Saint-Exupéry auf seinen Südamerika-Flügen hier Station gemacht. Heute ist der traumhafte kleine Hauptort der naturgeschützten Halbinsel Maraú ein echter Insidertipp – Ihr findet alles, was Ihr zum Abschalten braucht: Ruhe, schöne Strände, geschmackvolle Pousadas und das Flair einer hippen Urlaubslocation. Besonders nett ist die Abendstimmung mit der sanften Beleuchtung im autofreien Dorfzentrum, rund um die Praça da Tainha und die winzige Igreja de Santo Antônio. So charmant die Sandwege auch sind, nach Regenfällen ist Geschick erforderlich, um die tiefen Pfützen zu umkurven. In der Hauptsaison ist Barra Grande ziemlich belebt, die restliche Zeit des Jahres findet man Abgeschiedenheit. Vielleicht wurde ja auch der Kleine Prinz von dieser Ruhe inspiriert …

Brasilien wie aus dem Bilderbuch: In Barra Grande noch zu finden © Brasilien Insider
Fantastischer Sonnenuntergang vor der Praia de Barra Grande © Brasilien Insider

Von den zentrumsnahen Stränden Praia de Barra Grande und Praia Três Coqueiros empfehlen sich Strandwanderungen nach Süden zur Praia Ponta do Mutá, wo sich am Nachmittag von rustikalen Hütten aus ein fantastischer Sonnenuntergang verfolgen lässt – Brasilien wie aus dem Bilderbuch. Richtung Westen am Strand entlang gelangt Ihr zum Rio Carapitangui und zu der rustikalen, schön zwischen Flussufer und Meer gelegenen „Bar da Rô“ (Öffnungszeiten tgl. 8–18 Uhr). Übrigens: Wenn von „Barra Grande“ die Rede ist, so ist meistens auch die weitere Umgebung der Halbinsel Maraú gemeint. Und in der Tat wäre es ein Fehler, diese vom Dorf aus entfernteren Strände zu ignorieren. Tolle Tagesausflüge führen zum Beispiel zu den 11 bzw. 20 km südlich liegenden Stränden Taipú de Fora und Praia do Cassange (siehe Touren), auch gibt es dort tolle Pousadas, in denen man sich gleich einmieten kann (siehe Übernachtung).

Auf dem Rückweg von der Praia Ponta do Mutá © Brasilien Insider

Taipú de Fora

Evergreen: die Bar das Meninas © Brasilien Insider

In den meisten Rankings brasilianischer Strandführer landet die Praia Taipú de Fora auf den vorderen Plätzen. Der lang gezogene, feinsandige Strand wird begrenzt von Palmenwäldern, das Türkis schimmernde Wasser ist kristallklar. Wenn sich um Voll- und Neumond herum das Meer zurückzieht, bilden sich für einige Tage Naturpools, in denen sich nach Lust und Laune baden oder wie in einem überdimensionalen Aquarium nach bunten Fischen und Korallen schnorcheln lässt (Ausrüstung wird am Strand verliehen). In der traditionellen Bar das Meninas und dem Nachbar Buda Beach (Öffnungszeiten beide tgl. 8–18 Uhr) tummeln sich Tagestouristen aus Itacaré und Barra Grande, ansonsten ist der Strand weitgehend naturbelassen. Wer die Ruhe und Abgeschiedenheit mag, kann sich hier auch in einer Strandpousada einmieten. In Taipú de Fora gibt es inzwischen eine ganze Reihe guter Unterkünfte (siehe Übernachtung).

Die geschwungene Bucht der Praia Taipú de Fora an einem bewölkten Tag © Brasilien Insider

Touren

Strandszenario in der Bucht von Camamu © Brasilien Insider

Die beliebtesten Ausflüge von Barra Grande sind:

  • Bootstour „Ilhas“: eine wunderbare Fahrt durch die Bucht, besucht werden unter anderem die Ilha da Pedra Furada, Ilha do Goió, Ilha do Sapinho und Ilha do Campinho. Entweder auf einem langsamen Schoner (10–16 Uhr, R$80) oder im Schnellboot über Camamu Adventure (R$150).
  • Auf der sog. „Jardineira Tour“ wird in einem für Passagiere umgebauten Lkws zunächst der Strand Taipú de Fora angesteuert (dort 3 Std. Aufenthalt), danach geht es in einen  Regenwald mit riesigen Bromelien (Bromélias gigantes). Nach einem Besuch an der Süßwasserlagune Lagoa do Cassange bietet sich vom Morro do Farol eine beeindruckende Aussicht über die Halbinsel (9–16 Uhr, R$60, mind. 6 Pers.).
Touranbieter

Camamu Adventure, direkt am Pier. Touren im Schnellboot. Öffnungszeiten tgl. 5.30–17 Uhr.

Sehr schöne individuelle Tagestouren in einen noch ursprünglichen Teil der Halbinsel Maraú könnt Ihr auch über die Pousada Lagoa do Cassange buchen. Infos erteilt der deutsche Besitzer Flavio (Kontakt über WhatsApp, siehe auch Übernachtung).

Auf der „Ilhas Tour“ durch die Bucht von Camamu © Brasilien Insider

Übernachtung

In der Nebensaison schließen einige Pousadas, daher ist dann überall eine Reservierung zu empfehlen.

… in Barra Grande
Pool und Chalês der Villa Balidendê © Brasilien Insider

Hotel Villa Balidendê, Av. Vasco Neto 5. Diese wunderschöne Strandpousada von 2013 folgt erkennbar dem Bali-Thema, einem der Lieblingsreiseziele der Besitzerin Patrícia von Dall‘ Armi. In einem herrlich grünen Tropengarten verteilen sich zweigeschossige Holzhäuser mit 16 geschmackvollen, sehr komfortablen Zimmern (Split AC, Moskitonetze). Ein echtes Highlight ist der große Traumpool. Patrícia ist Architektin und hat fünf Jahre in München gearbeitet, die dort gesammelte Hotellerieerfahrung spiegelt sich in vielen Details wider. Das am Strand liegende Bar-Restaurant Barong’s ist auch für Nichtgäste geöffnet (Öffnungszeiten Do–So 11–22 Uhr, Hauptsaison tgl.). Wegen Qualität und Lage wird das Hotel gerne von Hochzeitsgesellschaften gebucht. Ein Tipp: Bei Barzahlung können Gäste hier einen Rabatt erhalten. Hotel Villa Balidendê buchen.

Ein Hauch von Asien in Bahia – geschmackvolles Design des Hotel Villa Balidendê © Brasilien Insider
Tolle Strandlage: Pousada Ponta do Mutá © Brasilien Insider

Pousada Ponta do Mutá, Rua do Anjo. Einer der Trümpfe dieser schönen Pousada ist ihre nahezu perfekte Lage: Nach vorne schweift der Blick aufs Meer und in wenigen Schritten seid Ihr am hauseigenen Strand. Geht Ihr aus dem Haupteingang über die Rua do Anjo, dann erreicht Ihr in wenigen Schritten das Zentrum von Barra Grande: Nah dran und doch wunderbar ruhig! Ein guter Ort, um die Seele baumeln zu lassen und dabei etwas Dorfleben einzuatmen. Besitzerin Débora hat alles sehr hübsch gestaltet und designt, es gibt eine große Rasenfläche und insgesamt eine friedliche Atmosphäre mit Windspielen und stets sanfter Musik. Die kleinen, aber bequemen Zimmer besitzen alle eine Veranda/Balkon mit Hängematte (von dort Meerblick), AC/Ventilator und Smart-TV/DVD. Zudem gibt es im Hauptgebäude einen stimmungsvollen Frühstücks- und Aufenthaltsbereich, der sich perfekt dazu eignet, an einem regnerischen Vormittag ein Buch zu lesen. Die ausgezeichnete Bar serviert Petiscos am Strand oder im Restaurant. Quad-, Kajak- und Stand-Up-Verleih. Juni geschlossen. Pousada Ponta do Mutá buchen.

Schöner Garten und friedliche Atmosphäre in der Pousada Ponta do Mutá © Brasilien Insider
… in Taipú de Fora
Schöner Pool © Pousada Encanto da Lua

Pousada Encanto da Lua, direkt am Strand. Sehr schöne Pousada mit Garten und attraktivem, großem Pool in ruhiger Lage nur ca. 300 m nördlich der großen Strandbars. Die Pousada verfügt über ein eigenes Restaurant und Strandservice, sowie ein wunderbares Deck, von dem aus Ihr abends in tiefschwarzer Nacht die Sterne und den namensgebenden Mond bewundern könnt. Die 20 Zimmer sind hoch komfortabel und besitzen Balkon oder Terrasse. Besitzer Goichi und seine Familie führen die Pousada ausgesprochen umweltbewusst, so wird zum Beispiel 100 % des Stromverbrauchs aus Solarenergie abgedeckt. Ein verstecktes Paradies. Pousada Encanto da Lua buchen.

Freundlich und hübsch designt © Pousada Encanto da Lua
… in Cassange
Flussblick auf dem großzügigen Gelände der Pousada Lagoa do Cassange © Brasilien Insider

Pousada Lagoa do Cassange, Praia do Cassange, WhatsApp (deutsch). Entspannung und Naturgenuss an einem tollen, einsamen Strand, 9 km südlich von Taipú de Fora – ein paradiesischer Ort der Ruhe. 14 Bungalows (AC, kein TV, aber Fernsehraum) liegen in einem Palmengarten, von Strandliegen schaut Ihr aufs Meer und lasst den lieben Gott einen guten Mann sein. Ein super Restaurant rundet das Wohlbehagen ab. Wer gar nicht mehr weg will: Auch längere Aufenthalte sind möglich im Bungalow (R$3800/Monat inkl. Halbpension) oder in zwei Gästehäusern mit eigener Küche und großem Wohnzimmer (R$2500/Woche bis 6 Pers.). Ausflüge: zum Beispiel eine spannende Bootstour durch Mangroven mit Besuch des Fischerdorfes oder eine Inseltour per Katamaran. Das junge Besitzerteam um den Stuttgarter Flavio engagiert sich für umwelt- und sozialverträglichen Tourismus und erhielt bereits bedeutende Preise (die vorbildlichen Projekte können über ein Spendenkonto unterstützt werden). Die Anfahrt ist aufgrund der abgeschiedenen Lage etwas kompliziert; am einfachsten, Ihr bestellt einen Transfer bei Flavio: ab Ilhéus oder Itacaré (2 1/2 bzw. 1 1/2 Std., R$350/200 bis 4 Pers.), ab Barra Grande (30 Min., R$90 bis 4 Pers.). Anfahrt ab Camamu: entweder mit Linienboot bis Porto do Jobel (tgl. 12 Uhr, 1 3/4 Std., R$15) und von dort abholen lassen, oder mit einem Charterboot über die Pousada (30 Min., R$200 bis 12 Pers.). Pousada Lagoa do Cassange buchen.

Tropischer Traumgarten mit Blick aufs Meer: Pousada Lagoa do Cassange © Brasilien Insider

Essen

… in Barra Grande
Ein Tisch für Zwei, im Garten von Donanna © Brasilien Insider

Donanna, Rua do Anjo. Für mich das beste und charmanteste Restaurant im Ort. Die sympathische Besitzerin Ana serviert in heimeligem Ambiente exzellente Fisch- und Meeresfrüchtegerichte (für 2 Pers.) und auch einige vegetarische Teller. Gegessen wird auf einer Veranda des Hauses oder an Tischen im Garten. Besonders himmlisch ist Camarão com Manga e Gengibre (2 Pers.), das sind Krabben in Mango-Ingwer-Soße, die mit einem „richtigen“ Salatteller, wie man ihn in Brasilien selten findet, auf den Tisch kommen. Vieles davon stammt aus eigenem Bio-Anbau. Auch der gegrillte Fisch mit Püree aus Aipim, Bananen oder Süßkartoffeln ist top (2 Pers.). Tipp: Der ungezuckerte Bio-Saft „Mel de Cacau“. Öffnungszeiten Mo–Sa 12–22 Uhr (in der Hauptsaison täglich geöffnet, Mai/Juni geschlossen).

Köstliches Essen mit bei Donanna, hier der Teller „Maria Isabel“ mit sonnengetrocknetem Fleisch und frittierter Banane © Brasilien Insider

Praktische Tipps

In Barra Grande und Umgebung gibt es weder Bank noch Geldautomat.

Transport

Anreise
Anreise im Schnellboot © Brasilien Insider

Am besten erreicht Ihr Barra Grande per Boot von einem Ort namens Camamu. Die Überfahrt über die wunderschöne Bucht Baía de Camamu könnt Ihr dabei durchaus als touristisches Beiprogramm ansehen. Camamu ist per Bus von allen größeren Orten der Umgebung zu erreichen, unter anderem ab Valença, Bom Despacho (Itaparica), Ilhéus oder Itacaré. Die Busse halten direkt am Hafen und Ihr könnt zu Fuß zu den Booten gehen. Dort bestehen zwei Möglichkeiten:

  • Ab dem Pier der Agentur Camamu Adventure fahren zu jeder vollen Stunde Schnellboote nach Barra Grande (bis 17 Uhr, 30 Min., R$30).
  • Ein paar Meter weiter legen am Pier der Associação Marítima, WhatsApp, weitere Boote ab (einfache Strecke R$30, hin und zurück R$55), Abfahrt mind. stdl. 6–17 Uhr.

Die Ende 2019 eingesetzte neue Direktverbindung per Katamaran ab Salvador über Morro de São Paulo verkehrt inzwischen nur noch ganz selten. Vielleicht war der Seegang auf einer vierstündigen Fahrt über das offene Meer doch zu heftig.

Alternativ gibt es noch die Möglichkeit, von Itacaré mit einem Land Rover bis Barra Grande zu fahren. Allerdings ist diese Strecke sehr morastig und nach längeren Regenfällen oft nicht passierbar.

Schnellboote im Hafen von Camamu © Brasilien Insider
Unterwegs auf der Halbinsel Maraú

Von der Haltestelle Nähe Fähranleger pendeln robuste Jardineiras (umgebaute Lkws) nach Taipú de Fora (30 Min., R$15) und zur Lagoa do Cassange (R$35, mind. 4 Pers.). Bei telefonischer Buchung über Astumarau, Tel. 73/3258 6490, könnt Ihr euch von Eurer Pousada abholen lassen. Außerdem verkehren Taxis (Stand bei der Fähre), Tel. 73/3258 6291: Fahrt (bis 4 Pers.) im Zentrum (R$30, egal wie weit), Três Coqueiros (R$30), Taipú de Fora (R$60).

Abreise
Ticketschalter für die Schnellboote nach Camamu am Pier von Barra Grande © Brasilien Insider

Tickets für die Schnellboote nach Camamu bekommt Ihr in zwei Büros am Hafen. In der Hauptsaison werden die Preise erhöht, dann auch möglichst einen Tag vorher reservieren:

  • Associação Marítima, Abfahrt stdl. Mo–Sa 7–17, So 8–17 Uhr (R$30)
  • Camamu Adventure, Abfahrt stdl. Mo–Sa 6–17, So 8–17 Uhr (30 Min., R$30).

Taxis können auch überregional zu folgenden Zielen gebucht werden (bis 4 Pers.) :

  • Itacaré (2 Std., R$300)
  • Ilhéus (3 Std., R$420)
  • Bom Despacho/Itaparica (5–6 Std., R$700)
Leider muss man Barra Grande irgendwann auch wieder verlassen … meistens über diesen Steg © Brasilien Insider
Weiterfahrt per Bus ab Camamu
Büro und Bushaltestelle von Cidade Sol in Camamu © Brasilien Insider

Die Bushaltestelle von Cidade Sol liegt gegenüber dem Pier von Camamu Adventure, die anderen Busgesellschaften sind gleich nebenan.