ENTDECKERKÜSTE

Auf den Spuren der Portugiesen an einer der schönsten Küsten Südamerikas: die sogenannte "Entdeckerküste" rund um Porto Seguro © Brasilien Insider
Nicolas Stockmann, dein Insider für die Entdeckerküste

Mit Porto Seguro, Arraial d’Ajuda, Trancoso und Caraíva liegen gleich vier der herausragenden Reiseziele Bahias an der sogenannten Entdeckerküste, oder auch „Costa do Descobrimento“. Denn an diesem Küstenstreifen erblickten die portugiesischen Seefahrer im Jahre 1500 erstmals das Land, das heute als Brasilien bekannt ist. Berühmt wurde der spätere Spruch von Amerigo Vespucci (1451–1512): „Wenn das Paradies hier auf Erden existieren sollte – dann bin ich ganz sicher nahe dran.“

Die Entdeckerküste (zum Vergrößern Karte anklicken) © Open Street Map – Mitwirkende, www.openstreetmap.org/copyright

Tatsächlich zählt diese Region in Süd-Bahia zu den landschaftlichen Paradiesen von Brasiliens 8000 km langer Küste. Nicht ohne Grund ist die Gemeinde Porto Seguro, zu der auch die bereits genannten Nachbarorte Arraial d’Ajuda, Trancoso und Caraíva gehören, eines der beliebtesten Tourismusziele des Landes. Die Costa do Descobrimento erstreckt sich von Caraíva bis hinauf zur Kleinstadt Belmonte. An ihr liegen die größten zusammenhängenden und am besten erhaltenen Reste des Atlantischen Regenwaldes. Zum Schutz des einzigartigen biologischen Reichtums gehören große Teile des Küstenstreifens zum Weltnaturerbe der Unesco, darunter auch der Parque Nacional de Monte Pascoal.

Die Entdeckerküste ist so abwechslungsreich und stimmungsvoll, dass man hier mit Leichtigkeit drei oder vier Wochen verbringen kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Reisen zwischen den Hauptorten logistisch recht unkompliziert ist. Die wichtigsten Orte liegen nicht weit voneinander entfernt und sind mit Bussen, Vans, Uber/Taxi oder Mietwagen, einschließlich einer Fährüberfahrt (zwischen Porto Seguro und Arraial d’Ajuda), gut miteinander verbunden. Über den Flughafen in Porto Seguro ist die Gegend zudem auch von Salvador oder aus anderen Städten Brasiliens relativ leicht erreichbar.

Das ehemals kleine Fischerörtchen Porto Seguro hat sich rasant zu der Touristenhochburg Bahias entwickelt: Noch 1980 zählte man hier 5000 Einwohner, heute sind es 147.000. Die gesamte Gemeinde Porto Seguro (einschließlich Arraial d’Ajuda, Trancoso, Curuípe und Caraíva) ist mit circa 500 Hotels und über 40.000 Betten der drittgrößte Tourismuspol Brasiliens – hinter São Paulo und Rio de Janeiro – und liegt damit sogar noch vor Bahias Hauptstadt Salvador. Dabei haben das langjährige unkontrollierte Wachstum in der Innenstadt von Porto Seguro einige Spuren hinterlassen. Doch in letzter Zeit bemühen sich die Verantwortlichen wieder um mehr Klasse statt Masse. Neue kulturelle Angebote wurden geschaffen und auch auf die Umwelt wird wieder mehr geachtet. So wurde beispielsweise für die vorher stets überfüllten Korallenriffe Recife de Fora ein tägliches Besucherlimit festgesetzt. Auch ist die gesamte Stadt im Unterschied zu anderen großen Ferienzielen frei von Wolkenkratzern, denn ein Gesetz sorgt dafür, dass neue Gebäude nur 7 m oder zwei Stockwerke hoch gebaut werden dürfen.

Orientierung

Porto Seguro besteht aus drei ganz gegensätzlichen Teilen: Da ist zunächst die pulsierende Unterstadt mit zahlreichen Restaurants, Geschäften und Bars, vielen günstigen Hotels und natürlich der berühmten Passarela do Álcool, die neuerdings offiziell Passarela do Descobrimento heißt, mit ihren Artesanato-Läden und abendlichen Cocktailständen. Zur Unterstadt zählt ebenfalls das historische Viertel Pacatá am von Mangroven bewachsenen Ufer des Rio Buranhém, wo noch historische Gebäude auf die Kolonialzeit verweisen und wo nahe der Fähre morgens ein lebendiger Fischmarkt stattfindet. Abends sitzt man hier in netten Bars am Flussufer.

Die Praça da Bandeira im Herz der Unterstadt, zwischen Fähranleger und Passarela © Brasilien Insider
Blick vom historischen Zentrum © Brasilien Insider

Der zweite Abschnitt ist das historische Zentrum der Oberstadt (Cidade Histórica, siehe Sehenswertes), das erstaunlicherweise von vielen Touristen weitgehend unbeachtet bleibt. Dabei könnte es keinen größeren Kontrast zur Unterstadt bilden: Ruhig überblickt es das azurblaue Meer und das pulsierende Treiben zu seinen Füßen und wirkt dabei wie ein Freilichtmuseum. Hier spürt man förmlich die 500 Jahre Geschichte Brasiliens.

Der Leuchtturm der historischen Oberstadt © Brasilien Insider

Das, was die meisten freilich unter Porto Seguro verstehen, sind die lang gezogenen Strände nördlich der Stadt. Auf ca. 16 km finden sich bis Coroa Vermelha zahlreiche Hotelanlagen, meist mit Kinderspielplatz, Animationsprogramm und großen Pools, in denen sich Familien und größere Gruppen aus Südbrasilien oder Argentinien vergnügen. Von den Hotels aus ist man schnell an den wichtigsten Strandbars der Stadt, die insbesondere an der 4 km langen Praia de Taperapuã liegen (ca. 7 km vom Zentrum). Besonders die mehrere Tausend Menschen fassenden Bars Tôa Tôa (5 km), Axé Moi (6 km) und Barramares (9 km) ziehen im Sommer tagsüber das tanzfreudige Publikum an. Auch die meisten der abendlichen Partys (Luaus) finden in wechselnder Reihenfolge in einer dieser Mega-Barracas statt. Wer mehr Ruhe bevorzugt, wird die etwas weiter entfernten Strände aufsuchen, wie die schöne Praia Ponta Grande oder Praia do Mutá (11 km).

Einer von vielen schönen Stränden rund um Porto Seguro: die Praia do Mutá © Brasilien Insider

Sehenswertes

Die historische Oberstadt könnt Ihr leicht leicht per Uber oder Mototaxi erreichen (R$7–8 ab Zentrum), alternativ geht es auch zu Fuß über die zweite Treppe ab der Kreuzung Trevo do Cabral. Nach Sonnenuntergang sollte man in der dann verwaisten Gegend aber nicht mehr herumspazieren.

Willkommen in der Altstadt von Porto Seguro © Brasilien Insider
Die Igreja Nossa Senhora da Misericórdia © Brasilien Insider

Einige Bauten aus der Entdeckerzeit sind im historischen Zentrum der Oberstadt (Cidade Histórica) noch gut erhalten, allen voran die Igreja Nossa Senhora da Misericórdia von 1526, die später im barocken Stil erheblich verändert wurde. Heute beherbergt sie das Museu de Arte Sacra. Bekanntestes Exponat ist eine Statue des heiligen Franz von Assisi, die 1503 nach Brasilien kam und das älteste gut erhaltene Heiligenbild Brasiliens ist.
Mi, Fr–Mo 9–14 Uhr, Eintritt R$2 (zuletzt wegen Renovierung geschlossen)

Bummel durch die historische Oberstadt mit ihrer bunten Häuserreihe © Brasilien Insider
Im Hintergrund: die Capela de São Benedito © Brasilien Insider

Zu sehen sind auch die Mauerreste des Jesuitenklosters mit der Capela de São Benedito (1549). Die einfache Igreja Nossa Senhora da Pena von 1535 wurde von 1730 bis 1773 rekonstruiert.
tgl. 9–14.30 Uhr

Blick auf die Igreja Nossa Senhora da Pena und das Museu de Porto Seguro © Brasilien Insider
Rechts im Bild: das Museu de Porto Seguro © Brasilien Insider

Ihr gegenüber steht der Marco do Descobrimento (Markstein der Entdeckung); eine Säule, die wohl 1503 von Gonçalo Coelho und seiner Expedition errichtet wurde und auf der die portugiesische Krone und das Kreuz des Christusordens zu sehen sind. An dem schönen Platz befindet sich auch der 1722 erbaute Paço Municipal. Er diente vor seiner Umwandlung zu einem Museum als Gefängnis. Das moderne Museu de Porto Seguro entführt den Besucher zu den Ursprüngen Brasiliens. Multimedial und übersichtlich wird die Geschichte der Entdeckung des Landes vorgestellt. Ein Schwerpunkt ist die Darstellung des Aufeinanderprallens von indigenen Bräuchen und portugiesischer Kultur.
tgl. 9–14.30 Uhr, R$5

Der Marco do Descobrimento vor fabelhaftem Atlantik-Panorama © Brasilien Insider

Touren

Ausflugsboote bei den Korallenriffen Recife de Fora © Yes Tours

Beliebtestes Ausflugsziel sind die 10 km im Meer gelegenen Korallenriffe des Recife de Fora. Der Bootsausflug dorthin wird schonend durchgeführt: Nur ein Bruchteil der Korallen (3 %) ist zugänglich, die Besucherzahl ist auf 400 pro Tag begrenzt und vor Ort geben ehrenamtliche Park Guards Auskünfte zur Tierwelt und zeigen, wo sich Seesterne und Seegurken verbergen. Beim Schnorcheln sind viele bunte Fische und 16 Korallenarten zu sehen. Der Beginn der Tour hängt vom Wasserstand ab (an ca. 14 Tagen/Monat keine Ausfahrten), Abfahrt ist am Pier Municipal. Die Bootsfahrt dauert 45 Min., reine Schwimmzeit 2 Stunden (R$85, Hoteltransfer optional R$10; am Pier: Schnorchel/Maske R$10, Gummischuhe R$10).

Weitere Ausflüge: Indianerreservat Jaqueira (R$80, 9–13 oder 13.30–17 Uhr), Trancoso (R$45), Arraial d’Ajuda (R$50), Praia do Espelho (R$55), jeweils inkl. Hoteltransfer, Bootstour auf dem Rio João de Tiba (8.30–17 Uhr, R$100).

Touranbieter
  • Yes Tours, Av. dos Navegantes 480, Sala 1 (1. Stock). Exzellent organisierte Agentur, die alle Touren in der Region sowie sämtliche Transfers zwischen Santo André und Caravelas durchführt. Englisch.
    Mo–Fr 9–12, 14–18, Sa 9–12 Uhr
  • Costa Bahia, Av. 22 de Abril 264. Alle oben genannten Touren.
    tgl. 7–22 Uhr
  • Bahia Active, Rua Marechal Deodoro 66. Empfehlenswerte Agentur des Hotel Estalagem, die unter anderem diverse Wander- und Fahrradtouren anbietet, Kontakt auch über WhatsApp.

Übernachtung

Es gibt eine enorme Auswahl an Pousadas und Hotels, die meisten der günstigen Kategorie liegen im Zentrum oder am idyllischen Ufer des Rio Buranhém. An den nördlichen Stränden finden sich größere Hotelanlagen und Resorts. In der Nebensaison sind Rabatte von 10–15 % möglich.

Zentrum (Flussufer)
Budget-Option in guter Lage: Hotel Estalagem © Brasilien Insider

Hotel Estalagem, Rua Marechal Deodoro 66. Hier war ein guter Innenarchitekt am Werk: Mauersteine von 1810 wurden in das rustikal gestaltete Hotel integriert, das noch weitere historische Details aufweist. Zimmer mit AC/TV, die neueren hinter dem Pool sind deutlich größer. Engagiert im Umweltschutz. 10 % Rabatt bei Barzahlung. Eigene Agentur Bahia Active. Hotel Estalagem buchen.

Strände
Schöner Pool © Portobello Resort

Portobello Resort, Av. Beira Mar 6111, Praia de Taperapuã (6 km). Das Portobello ist ein nettes Ferienresort mit großem Pool, Sauna, einem schönen Garten und vielen Sport- und Freizeitmöglichkeiten. Die renovierten Zimmer haben Veranda, Hängematte und Split Klimaanlage. Zum Strand von Taperapuã muss bloß die Straße überquert werden. Gut für Partyfreunde: Die Bar Axé Moi liegt nur 100 m entfernt. Ein Restaurant, Animationsprogramm für Kinder und abendliche Shows runden das Angebot ab. Portobello Resort buchen.

Helle Zimmer im Porto Seguro Praia Resort © Brasilien Insider

Porto Seguro Praia Resort, Av. Beira Mar 500, Praia de Curuípe (3 km). All-Inclusive-Strandresort, das sich vor allem an Familien richtet. Essen und sämtliche (auch alkoholische) Getränke sind im Preis enthalten, dasselbe gilt für den hoteleigenen Strandclub, wo Open Bar und Petiscos für die Gäste bereitstehen. 172 renovierte Zimmer in drei Kategorien. Auf dem Gelände großer Abenteuerpark, unter anderem Kletterwand und Hängebrückenweg in den Baumwipfeln. Vier Pools und zwei Jacuzzis. Porto Seguro Praia Resort buchen.

Viel Holz und tropische Atmosphäre im Porto Seguro Praia Resort © Brasilien Insider

Essen

Die Kellner versuchen unablässig, Touristen ins Restaurant zu locken. Das kann nerven, aber man kann es auch gelassen nehmen: Daumen hoch und „já jantei“ (ich habe schon zu Abend gegessen), damit hat sich die Sache erledigt.

Zentrum
Leichte und gesunde Sachen © Point Açaí

Point Açaí, Rua General Freitas 42. Hübsches Schnellrestaurant mit leichten und gesunden Sachen: Leckere Säfte und Açaí, auch Fruchtsalate, Sandwiches, Vitaminas, Shakes, Wraps und Omeletts. Beim Mittagsbuffet wird das Essen gewogen und nach Gewicht bezahlt (11–16 Uhr).
Mo–Sa 8–22 Uhr

Colher de Pau, Trav. Augusto Borges 52. Bahianisches Restaurant im Herzen der Passarela mit Livemusik (ab 19.30 Uhr) und Open-Air-Veranda im 1. Stock, von dort bietet sich ein super Blick auf den Rio Buranhém, Riff und Meer. Die üppig portionierten Gerichten machen zwei bis drei Personen satt, eine wahre Festplatte ist der Badejo à Moda Colher de Pau, das ist ein gegrillter Fisch in Madeira-Weißweinsoße mit Salzkartoffeln und Siri-Reis. Lecker als Vorspeise ist Casquinha de Siri.
tgl. 9–24 Uhr

Aushängeschild des Open-Air-Restaurants Colher de Pau in der Unterstadt: exzellente Fischteller © Brasilien Insider
Mittagsbuffet im Rabanete © Brasilien Insider

Rabanete, Rua Saldanha Marinho 33. Wer tagsüber in der Unterstadt auf der Suche nach einem gutes Buffetrestaurant zum Mittagessen ist, der wird im Rabanete fündig. Das charmante und sehr gepflegte Traditionslokal mit Filiale in Trancoso ist zudem leicht zu Fuß erreichbar, es liegt nur wenige Schritte vom Fähranleger entfernt.
tgl. 12–17 Uhr

Tische im Außenbereich des Restaurants Rabanete, nah am Fähranleger © Brasilien Insider
Charmantes Café © Brasilien Insider

O Livreiro, Rua Marechal Deodoro 298. Nettes Kulturcafé mit Bibliothek in einem schön restaurierten Haus am Flussufer. Wer mag, kann sich hier auch einmieten. Das Livreiro verfügt über einfache, kleine Zimmer mit Split Klimaanlage. O Livreiro buchen.

Café mit Bibliothek: O Livreiro am Flussufer in Pacatá © Brasilien Insider
Strände
Strandschlemmen © Cabana Colher de Pau

Cabana Colher de Pau, BR 367, KM 69, Praia de Taperapuã (6 km). An der Praia de Taperapuã gibt es mehrere sehr gute, idyllisch gelegene Strandrestaurants. Die Cabana Colher de Pau hebt sich durch ein besonders nettes Ambiente hervor. Serviert werden die gleichen Gerichte wie im Stammhaus im Zentrum, nur gibt es hier den Meerblick gratis dazu. Die Gäste können entweder auf einem Deck im Restaurant sitzen oder sich wahlweise auch an Tischen im Sand bedienen lassen.
tgl. 8.30–23 Uhr

An der Praia de Taperapuã © Barraca do Gaúcho

Barraca do Gaúcho, Av. Beira Mar 7000, Praia de Taperapuã (7 km). Dieses große Strandrestaurant liegt ungefähr auf der Hälfte des Weges zwischen den Strandbars Axé Moi (15–20 Gehminuten) und Barramares (10 Gehminuten). Angeboten wird hier das typisch brasilianische Churrasco (all you can eat) mit 18 Fleischsorten. Vegetarier können sich alternativ nach Lust und Laune am Beilagenbuffet bedienen (unter anderem diverse Salate, Fisch usw.) und zahlen dafür weniger. Auch ein Omelette wird auf Wunsch gerne zubereitet, die freundlichen Besitzer sind bemüht, alle Wünsche zu erfüllen. Dazu gibt es diverse Gerichte à la carte.
tgl. 8–22 Uhr

Sehr gutes Buffet am Strand von Taperapuã © Barraca do Gaúcho

Nachtleben

Vorglühen auf der Passarela do Álcool © Brasilien Insider

Porto Seguro ist in ganz Brasilien für sein intensives Nachtleben bekannt. Der Abend beginnt auf der Passarela do Álcool. Hier ist der Name Programm: Es wird kräftig vorgeglüht für die Partys an den Stränden. Zu diesem Zweck bieten Cocktailstände mehr oder weniger gewagte Drink-Kombinationen an. Am beliebtesten ist Capeta (aus Guaraná, Leite condensado, Zimt, Ananas, Wodka und Eis) – Vorsicht, seine Wirkung wird leicht unterschätzt. Die Partys finden in täglich wechselnden Strandbars oder auf der Ilha dos Aquários statt.

Strandclubs

Zwischen der Praia Mundaí und der Praia Taperapuã befinden sich einige der größten Strandbars (Cabanas) Brasiliens, ausgestattet mit Bühnen, Restaurants, Bars und Lanchonetes sowie Platz für Tausende Gäste. Die berühmtesten sind: Tôa Tôa (Party Dienstag), Axé Moi (Party Montag, nur Sommer) und Barramares (Mittwoch). Bereits tagsüber finden hier im Sommer Tanzspektakel statt: Gut gebaute Vortänzer bringen dem meist weiblichen Publikum die neuesten Schritte näher, zur Abkühlung wird regelmäßig Wasser auf die Menge gespritzt. Diese energiegeladene Strandpartykultur muss man einmal erlebt haben. Abends ab 22 Uhr steigen dann an täglich wechselnden Orten große Luaus (Partys, Eintritt ab R$40–60). Anfahrt ab Zentrum per Bus, besser mit Uber/Taxi.

Die Cabana Axé Moi ist eine der berühmtesten Strandbars Brasiliens © Axé Moi
Fähranleger zu den Partys auf der Ilha dos Aquários © Brasilien Insider

Die beste Party steigt traditionell freitags auf der Ilha dos Aquários, einer Insel im Rio Buranhém (20–5 Uhr, Eintritt inkl. Überfahrt R$70). Außer einer großen Bühne für Live-Bands und einer Disco gibt es Restaurants, Bars und große Salzwasser-Aquarien, unter anderem mit Haien. Ticketverkauf über Hotels.

Bahia-Karneval zum Zweiten

Besonders heiß geht es in Porto Seguro während des Karnevals her (zweitgrößter von Bahia, tgl. 100.000 Teilnehmer) – und auch nach Beendigung des offiziellen Treibens ist hier lange nicht Schluss. Denn dann setzen sich die bekannten Bands aus Salvador in Bewegung und kommen hierher, um für ein paar Tage beim Carnaporto einzuheizen (Mittwoch bis Samstag). Festort ist die Arena Axé Moi, in der bis zu 25.000 Menschen Platz finden. Wer den Axé-Karneval in Salvador verpasst hat, kann ihn hier nachfeiern!

Der Bahia-Karneval von Porto Seguro ist ähnlich mitreißend wie in Salvador © Axé Moi
Zentrale Filiale von Banco do Brasil © Brasilien Insider

Praktische Tipps

  • Banco do Brasil, Av. dos Navegantes 22. Geldautomaten 6–22 Uhr (von 22–6 Uhr Limit R$100)
  • Banco do Brasil, am Flughafen. 24 Std.
  • Bradesco, Av. Getúlio Vargas 343 und 510. Geldautomaten 6–22 Uhr

Nahverkehr

Busse

In der Av. Getúlio Vargas halten die meisten Buslinien (R$3,50), darunter auch Bus Cabrália nach Santa Cruz Cabrália (R$5). Zu den Stränden pendeln ab Av. Portugal (Passarela do Álcool) die Buslinien Barramares und Village, von den Stränden ins Zentrum (nahe Fähre) fährt man mit Campinho (ca. halbstündlich).

Mototaxi, Taxi und Fahrdienste

Ein Mototaxi-Stand befindet sich in der Av. Getúlio Vargas (24 Std.). Eine Fahrt innerhalb des Zentrums und bis zur Cidade Histórica kostet etwa R$6–10, bis zur Praia Taperapuã sind es R$10–12.

Taxi: Von Rodoviária/Flughafen: Centro R$15/20, Balsa R$20/25, Taperapuã/Portobello Resort R$25/35, Barramares ca. R$45. Auch Uber funktioniert in Porto Seguro sehr zuverlässig (ca. halber Taxipreis).

Fähre
Autofähre von Porto Seguro nach Arraial d’Ajuda © Brasilien Insider

Die Balsa (sprich: „Bausa“) über den Rio Buranhém verbindet Porto Seguro mit Arraial d’Ajuda. Von der anderen Seite pendeln Busse und Vans rund um die Uhr ins Zentrum von Arraial (10 Minuten, R$3,50), Busse von Águia Azul fahren stündlich bis ca. 18 Uhr nach Trancoso (1 Std., R$12). Es gibt Fähren nur für Fußgänger (R$5) sowie für Fußgänger und Autos (R$19–23/Auto): diese fahren tagsüber alle 15 Minuten, ab 19 Uhr verkehrt die Autofähre nur noch halbstündlich, und ab 1 Uhr stündlich. Fußgänger bezahlen stets nur den Weg nach Arraial d’Ajuda.

Fernverkehr

Flüge

Der kleine Flughafen von Porto Seguro ist verkehrsgünstig nahe dem Stadtzentrum und Busbahnhof gelegen, jedoch auch extrem wetteranfällig. Schon bei leichtem Regen besteht Gefahr, dass Flüge gestrichen werden.

Busse
Moderner Fernbus von Porto Seguro nach Salvador © Brasilien Insider

Die Rodoviária liegt 2 km vom Zentrum in der Nähe des Centro Histórico.

  • CaravelasBrasileiro, tgl. 14.30 Uhr, 6 Std., R$63.
  • Ilhéus: Rota, tgl. 8.20, 9.40, 12.40 und 14.40 Uhr, 5 1/2–6 Std., R$70–78.
  • Itacaré: Rota, tgl. 12.40 Uhr, 7 1/2 Std., R$87 (oder bis Itabuna/Ilhéus, dort Anschluss).
  • Salvador: Águia Branca, tgl. 18.25 Uhr, 12 Std., R$189–299.
  • Santa Cruz Cabrália: Brasileiro, ca. halbstündlich bis 19 Uhr, 1 Std., R$7 (oder Stadtbus).
  • Teixeira de Freitas: Brasileiro, tgl. 5, 6, 8, 13 und 19 Uhr, 5 Std., R$49–56.
  • Valença: Águia Branca, tgl. 18.20 Uhr, 8 1/2 Std., R$99.
  • Vitória: Águia Branca, tgl. 6.30, 19 und 20 Uhr, 11–12 Std., R$145–239.

 

Nördlich von Porto Seguro

Wer von Porto Seguro ausgehend Richtung Norden unterwegs ist, kann sich gut mit Bus und Fähre bis Belmonte durchschlagen. Bequemer und flexibler lässt sich diese Gegend natürlich mit Mietwagen oder Uber/Taxi entdecken. In Belmonte endet die Straße jedenfalls abrupt und es geht ab dort auf einer abenteuerlichen Bootsfahrt durch Mangrovenwälder weiter nach Canavieiras an der Kakaoküste – für mich eine der schönsten und überraschendsten Reisestrecken in Bahia und vielleicht ganz Brasiliens.

Coroa Vermelha bis

Denkmal von Mario Cravo © Brasilien Insider

Auf dem Weg von Porto Seguro nach Belmonte liegen einige hübsche Orte und Strände, die eine längere (auch mit Übernachtung) oder kürzere Pause wert sind. Einer der ersten Stopps sollte auf jeden Fall in Coroa Vermelha eingelegt werden, wo am 26. April 1500 von Pedro Álvares Cabral, dem offiziellen „Entdecker“ Brasiliens, und seiner Expedition die erste Messe auf brasilianischem Boden abgehalten wurde. Ein symbolisches Holzkreuz am schönen Strand erinnert noch daran. Im Jahr 2000 wurde hier außerdem anlässlich der 500-Jahr-Feier der Landung Cabrals ein knapp 15 m hohes Stahlkreuz von Mario Cravo aufgestellt.

Auf dem autofreien Spazierpfad dorthin verkaufen Pataxós-Indianer Kunsthandwerk, Kleidung und Souvenirs, und in einem einfachen Museu Indígeno sind einige interessante Fotos zu sehen. Bei so viel Kultur und Geschichte sind aber auch die Strände nicht zu verachten. Wer die Badesachen griffbereit hat (und das sollte man in Brasilien immer haben), der kann sich an der benachbarten Praia do Mutá für eine Weile ablegen und das tropische Strandszenario bei einem Sprung ins Meer genießen.

Kleines Päuschen am „Strand der Entdeckung“ © Brasilien Insider
Ausblick vom Kirchplatz © Brasilien Insider

Nächster Halt könnte der nach dem Entdecker Cabral benannte Ort Santa Cruz Cabrália sein, eine ruhige, historische Stadt mit 28.000 Einwohnern. Die auf einer Anhöhe in einem schattigen Park liegende Igreja Nossa Senhora da Conceição wurde Anfang des 18. Jahrhunderts errichtet, von oben bietet sich eine schöne Aussicht.

Die auf einer Anhöhe gelegene Kirche von Santa Cruz Cabrália © Brasilien Insider
Idyllischer Ort mit Strand und Flussblick: Santo André © Brasilien Insider

Auf einer idyllischen Fährfahrt über den Rio João de Tiba wird als nächstes Santo André erreicht, ein kleines Fischerdorf mit ursprünglicher Bewaldung und schönen Stränden. In die Schlagzeilen gelangte der Ort im Sommer 2014, als die deutsche Fußballnationalmannschaft hier ihr Lager während der Weltmeisterschaft aufschlug. Die schönen Bilder, die um die Welt gingen und Bundestrainer Jogi Löw an palmenreichen Stränden und „die Mannschaft“ bei Bootsfahrten auf dem tiefblauen Meer zeigten, entstanden genau hier. Die versteckte Lage und die besondere Ruhe des Ortes werden im Rückblick als einer der Gründe für den erfolgreichen Turnierverlauf betrachtet. Somit hat ohne Frage auch Santo André seinen Anteil am vierten deutschen WM-Titel und einen Eintrag in die Sportgeschichtsbücher verdient. In dem mondänen Teamhotel Campo Bahia, wo seinerzeit Poldi und Schweini nächtigten, können heute gutbetuchte Urlauber schlafen. In dem reizenden Dorf gibt es weitere nette Pousadas, die auch bei der Leihe von Fahrrädern helfen können: Die Region lässt sich gut per Drahtesel erkunden.

Übernachtung und Essen in Santo André

Die Pousada Corsário in der Av. Beira Rio 208 in Santo André ist eine wahre Oase der Ruhe. Sie besitzt 13 freundliche, mit antiken Möbeln ausgestattete Zimmer (nett ist „Orquídea“), alle verfügen über eine Veranda, einige auch über Flussblick. Den Flughafentransfer von/nach Porto Seguro könnt Ihr ebenfalls über die Rezeption bestellen (R$190). Pousada Corsário buchen.

Das Restaurant der Pousada Corsário in Santo André liegt wunderbar am Flussufer: Man isst auf einer Terrasse bei kühlender Brise und Blick auf den Rio João de Tiba leckeres Fischfilet in Leinsamenkruste mit Bananen-Püree, anschließend Profiteroles (Windbeutel). Alles ist hier frisch – keine frittierten Gerichte!
Di–So 13–16, 18–22 Uhr

Blick auf den Rio João de Tiba von der Restaurant-Veranda der Pousada Corsário © Brasilien Insider
Transport
Schiffsverkehr auf dem Rio João de Tiba © Brasilien Insider

Von Santa Cruz Cabrália

  • Richtung Norden: Fähre (Balsa) nach Santo André (bis 18.30 Uhr ca. alle 40 Min., danach nur noch stdl. oder alle 2 Std.; 15 Min., R$1,50, R$18/Auto).
  • Richtung Porto Seguro: Bushaltestelle an der Straßenecke vor Banco do Brasil (5 Min. vom Fähranleger), R$5.

Von Santo André (Fähre)

  • Nach Belmonte: Bus Brasileiro (Verkaufsschalter an der Fähre in Cabrália), 6.50, 9.45, 13.50 und 17.50 Uhr, 1 Std., R$14. Von der Fähre fahren ca. stdl. bis 18.50 Uhr Busse nach Guaiú (R$4), zurück stdl. bis 18.20 Uhr.
Am Hafen von Santa Cruz Cabrália © Brasilien Insider

Im Zentrum von Belmonte © Brasilien Insider

Vorbei an Praia das Tartarugas, da Ponta de Santo Antônio und Praia Guaiú geht es weiter bis zur Mündung des Rio Jequitinhonha. Hier, wo die Straße aufhört, liegt der friedliche Ort Belmonte (11.000 Einwohner). Die alten Kolonialhäuser erinnern an bessere Zeiten des erfolgreichen Kakaoanbaus. Es lohnt sich, einmal durch den historischen Kern der kleinen Ortschaft zu schlendern und zu erahnen, wie die koloniale Pracht in ihrer Blütezeit wohl ausgesehen haben mag.

Praça da Bandeira © Brasilien Insider

Zum Zentrum gehört auch die direkt am Flussufer gelegene Praça da Matriz mit der niedlichen Igreja Nossa Senhora do Carmo (1895), die bei einer Überschwemmung 1979 schwer beschädigt wurde. Etwas weiter in Richtung Hafen, vorbei an alten Kakaospeichern, erreicht Ihr die Praça da Bandeira, wo ein im 19. Jahrhundert aus Glasgow stammender eiserner Brunnen an die große Epoche der Stadt erinnert.

Die Kirche am Flussufer © Brasilien Insider
Beeindruckende Keramiken © Brasilien Insider

Bei Cerâmica Quatorze Irmãos in der Rua São Domingos 37 könnt Ihr Dona Dagmar seit über 50 Jahren bei der Herstellung von ungeheuer großen und sogar im Guinness-Buch aufgenommenen Tongefäßen (bis zu 2,60 m Höhe), Vasen, Töpfen und anderen Gegenständen zusehen und euch demonstrieren lassen, wie all dies ohne Elektrizität möglich ist.

Und wer etwas länger bleibt und viel Zeit hat, wird sicherlich auch den Hauptstrand Praia do Mar Moreno (1,5 km vom Zentrum) besuchen wollen. Hier werdet Ihr von einem übergroßen Guaiamum (blaue Landkrabbe) begrüßt und am Sonntagnachmittag finden im Sommer beliebte Arrocha-Feste statt.

Ein Wahrzeichen von Belmonte: das Denkmal für die blaue Landkrabbe © Brasilien Insider
Bootsfahrten ab Belmonte
Vorbei an Flussstränden © Brasilien Insider

Die eigentliche Attraktion von Belmonte sind aber die Flusstouren, auf denen sich unter anderem alte Kakaofazendas besuchen lassen, die wieder den Betrieb aufnehmen. Hierfür müsst Ihr natürlich etwas Zeit zur Verfügung haben. Wer in Belmonte übernachtet, kann zwischen mehreren schönen Bootsausflügen wählen, die sich direkt am Hafen vereinbaren lassen. Der klassische Tagesausflug geht bis Canavieiras (ca. 5–6 Std.) und kostet etwa R$300 (bis 8 Pers.). Der Bootsführer steht euch den ganzen Tag zur Verfügung, die genauen Uhrzeiten hängen dabei immer vom aktuellen Wasserstand ab. Unterwegs werden mehrere Punkte angesteuert, unter anderem Ninhão das Garças („Reihernest“), Barra do Peso (Flussstrand) und Mangue da Siriba (Mangroven).

Flusstouren ab Belmonte: ein Reise-Highlight in Bahia © Brasilien Insider
Mit dem Schnellboot zur Kakaoküste © Brasilien Insider

Am Fluss mit seiner charakteristischen rötlich-braunen Färbung legen auch kleine Linien- oder Charterschnellboote nach Canavieiras ab. Dieser Abschnitt am Übergang zwischen Entdeckerküste und Kakaoküste zählt zu den schönsten und ursprünglichsten Reisestrecken, die ich an Brasiliens 8000 km langer Küste zurückgelegt habe. Wegen der Wasserstandsschwankungen und somit häufig fehlender Planbarkeit ist dies auch durchaus manchmal ein wenig „abenteuerlich“.  Falls Ihr ohnehin vorhabt, mit eurem Gepäck zur Kakaoküste weiterzureisen, dann könnt Ihr euch den oben beschriebenen (touristischen) Bootsausflug im Prinzip sparen, denn auf der regulären Fahrt nach Canavieiras kommt Ihr ohnehin an den meisten der angesteuerten Orte vorbei (siehe auch Transport).

Durch eine verschlungene Mangrovenwelt auf dem Weg nach Canavieiras © Brasilien Insider
Übernachtung
Pousada Caçari © Brasilien Insider

Pousada Caçari, Av. Dom Pedro II 301. Zentrale, dennoch ruhige Lage, nur zwei Blocks vom Flussufer. Einfache, kleine Zimmer, die für ein bis zwei Nächte aber vollkommen ausreichend sind. Gutes Frühstück. Pousada Caçari buchen.

Praktische Tipps

In Belmonte gibt es eine Filiale von Banco do Brasil an der Praça São Sebastião.
Geldautomaten 6–22 Uhr

Transport
Treffpunkt der Bootsleute am Flussufer © Brasilien Insider

Von Belmonte

  • Nach Canavieiras: herrliche knapp einstündige Bootsfahrt durch Mangroven (Linienboot R$30/p. P., Charter ca. R$80–100/Boot), möglichst einen Tag vorher reservieren und Uhrzeit vereinbaren bei Bira, Tel. 73/999 957 969, oder Ademir, Tel. 73/999 627 612. Bei extremem Niedrigwasser ist die Fahrt nicht möglich.
  • Nach Santo André: Bus Brasileiro, 5.20, 7.50, 11.50 und 16.20 Uhr, 1 Std., R$14.
Am Flussufer des Rio Jequitinhonha in Belmonte © Brasilien Insider

 

Abseits der Hauptstraße © Brasilien Insider

Der kleine Küstenort Arraial d’Ajuda (17.000 Einwohner), der von Porto Seguro durch den Rio Buranhém getrennt wird, steht für charmante Pousadas, exzellente Restaurants, internationales Publikum und ein reges Nachtleben. Vor allem im Sommer geht es heiß her, wenn sich junge Brasilianer in Feierlaune, Rucksacktouristen, Alt-Hippies und der eine oder andere Promi ein Stelldichein geben. Zum insgesamt sehr angenehmen Ambiente tragen auch die tropisch grünen Seitenstraßen bei, in denen Flammenbäume (Flamboyants) Schatten spenden und mit ihren roten Blüten farblich hervorstechen.

Grüne Seitenstraße in Arraial d’Ajuda: die wunderbare Alameda dos Flamboyants (Allee der Flammenbäume) © Brasilien Insider
Kirche im Park © Brasilien Insider

Der Name des Ortes geht zurück auf die ersten Jesuiten, die 1549 mit dem Portugiesen Tomé de Sousa auf den Schiffen Conceição (Empfängnis), Salvador (Erlöser) und Ajuda (Hilfe) eintrafen. Aus diesem Jahr stammt auch die im 18. Jahrhundert rekonstruierte Igreja de Nossa Senhora d’Ajuda, die Schauplatz eines Wunders gewesen sein soll: Das beim Bau benötigte Wasser schoss plötzlich aus einer nahe gelegenen Quelle, der Fonte Sagrada (Heilige Quelle), seitdem ist der Ort jährlich im August Ziel einer großen Wallfahrt und es geht die Legende, dass jeder, der von dem Quellwasser trinkt (nicht ratsam), sich mit ihm benetzt oder in ihm badet, eines Tages nach Arraial d’Ajuda zurückkehrt.

Die namensgebende Hauptkirche Igreja de Nossa Senhora d’Ajuda © Brasilien Insider
Am Broadway geht’s tagsüber ruhig zu © Brasilien Insider

Die Kirche liegt am Ende der Flaniermeile Broadway an der verkehrsberuhigten und von hohen Bäumen beschatteten Praça Brig. E. Gomes. Diese nur 200 m kurze Fußgängerzone ist eines der traditionellsten abendlichen Zentren von Arraial mit vielen Bars, Imbissen und Souvenirgeschäften. Auf der anderen Seite des Broadway liegt die stimmungsvolle und ebenfalls sehr grüne Praça São Brás. Hier werden schon am späten Nachmittag Verkaufsstände aufgestellt, dies ist der zentrale Treffpunkt auch für Einheimische.

Entspannte Stimmung an der Praça Brig. E. Gomes © Brasilien Insider
Am Anfang der Estrada do Mucugê © Brasilien Insider

Das touristischere Leben spielt sich entlang der Estrada do Mucugê ab, die auch mitunter als Caminho do Mar bekannt ist. Diese knapp 1 km lange Hauptstraße durchzieht Arraial d’Ajuda vom Zentrum an der Praça São Brás, immer auf den Klippen entlang (mit teilweise tollen Panoramaausblicken), bis hinunter zum Strand. Hier findet Ihr die größte Auswahl an schicken Restaurants, abendlichem Nightlife, Touranbietern und Boutiquen. Sogar einige Einkaufszentren mit Bühnen für Livemusik gibt es. Die Estrada do Mucugê wirbt mit dem Slogan, „Brasiliens charmanteste Straße“ zu sein – ein gewagter, aber sicherlich auch nicht ganz unberechtigter Anspruch. Noch charmanter wäre sie auf jeden Fall, wenn es gelingen würde, den für Fußgänger ziemlich lästigen Autoverkehr durchgehend aus der engen Gasse zu verbannen …

Über die Estrada do Mucugê wird jeder Arraial-Besucher mehrmals täglich schlendern © Brasilien Insider
Häuser der Rua Bela Vista © Brasilien Insider

Eine versteckt gelegene Straße, die Ihr unbedingt einmal aufsuchen solltet, beginnt gleich rechts hinter der Kirche. Von der kleinen Sackgasse Rua Bela Vista („Schöne Aussicht“) aus bietet sich ein sensationeller Panoramablick bis ganz hinüber nach Porto Seguro. Die bunte Häuserreihe davor bildet einen passenden Rahmen für diesen in jeder Hinsicht schönen Ort.

Ausblick von der Rua Bela Vista © Brasilien Insider

Strände

Arraial d’Ajuda ist mit schönen, klippenreichen Stränden gesegnet. Die Bars der Hauptstrände Praia Mucugê (2 km) und Praia do Parracho (3 km) sind im Sommer randvoll, weitere sehenswerte Strände liegen weiter südlich: die Praia Pitinga (4 km) mit der guten Strandbar „Maré“ (tgl. 9–17 Uhr, Livemusik), sowie die bereits deutlich einsamere Praia de Taípe (8 km). Auf einer schönen Wanderung nach Trancoso lernt man sie kennen (12 km, nur bei Ebbe). Gut zu schaffen in dreieinhalb Stunden.

Etwas abseits der Hauptstrände finden sich schöne ruhige Fleckchen © Brasilien Insider

Capoeira

Capoeira-Schule im Zentrum © Brasilien Insider

Im schönen Espaço Cultural in der Rua Vista Alegre könnt Ihr bei Mestre Railsons Capoeira-Stunden, bei Dança Afro oder Zumba zusehen oder eben auch mitmachen. Die Kurse werden organisiert von der Academia de Capoeira Sul da Bahia. Wer Geschmack an Capoeira gefunden hat, kann auch in Frankfurt und Nürnberg Stunden in den Filialen der Schule nehmen.
Mo–Fr zu verschiedenen Zeiten (je nach Kurs), Fr 19.40 Uhr Roda de Capoeira

Touren

Büro von Arraial Trip Tur © Brasilien Insider

Arraial Trip Tur, Estrada do Mucugê 150. Sehr gute Agentur von Juliana und Fábio, die unter anderem Tagestouren zur wunderschönen Praia do Espelho (siehe unten) durchführt, an einigen Wochentagen mit Halt auf dem Rückweg in Trancoso (8–17 Uhr, R$70, mit Abholung ab Pousada R$80, max. 15 Pers./Van). Außerdem City Tour Porto Seguro vom historischen Zentrum bis Reserva da Jaqueira (8.30–16 Uhr, R$130). Englisch.
Mo–Sa 8–12, 14–22, So 14–22 Uhr

TIPP: Schöner Ausflug für Selbstfahrer
Autoverleih von Robertinho © Brasilien Insider

Ein toller Tagesausflug führt bis nach Belmonte zur idyllischen, kaum besuchten Nordküste von Porto Seguro, unter anderem auch zum deutschen WM-Ort Santo André (siehe oben). Der Gesamtpreis für Auto, diverse Fähren und Benzin sollte um R$350 liegen. Mieten könnt Ihr den Wagen bei:

Robertinho Locadora, Estrada do Mucugê 150, Tel. 73/3575 1693, E-Mail . Robertinho ist ein zuverlässiger Autoverleiher, der schon seit vielen Jahren gut gewartete Autos anbietet (ab R$90/Tag).
tgl. 8–22 Uhr

Tagesausflug zur Praia do Espelho
Das ist Bahia-Feeling © Brasilien Insider

Die Praia do Espelho und die angrenzende Praia Curuípe werden oft zu den schönsten Stränden Brasiliens gezählt. Das Wasser ist ruhig und kristallklar („Espelho“ bedeutet Spiegel), zwischen den Riffen von Curuípe kann man schnorcheln und in Naturpools entspannen. An den Stränden gibt es hübsche, allerdings nicht billige Pousadas, die auch einen mehrtägigen Aufenthalt ermöglichen. Am besten lassen sich die beiden Strände ab Arraial d’Ajuda im Rahmen eines organisierten Tagesausflugs erkunden, einfach zu organisieren zum Beispiel über Arraial Trip Tur. Alternativ kann man sich auch individuell per Bus auf den Weg machen, an der Hauptstraße aussteigen und die letzten Kilometer  zu Fuß zum Strand laufen (der einzige Bus zurück fährt um ca. 16.30 Uhr, nicht verpassen!). Die Zufahrtspiste ist recht prekär und kann nach andauernden Regenfällen manchmal für längere Zeit gesperrt sein.

Auch sie ist von Klippen eingerahmt: die Praia do Espelho © Brasilien Insider
Unter Palmen © Brasilien Insider

Die Ausflugsvans der Agenturen kommen in der Regel am Restaurant Recanto do Espelho am Strand von Curuípe an, dort wo auch die meisten Strandbars liegen. Hier werden die Tagesgäste abgesetzt: Von ungefähr 10 bis 15 Uhr besteht ausreichend Gelegenheit, die Strände kennenzulernen, an ihnen entlang zu wandern und ins Meer einzutauchen. Geht man fünf Minuten Richtung Süden, erscheint hinter der Mündung des Rio Curuípe schon die unberührte Praia do Espelho. In Richtung Norden liegt die Praia dos Namorados (Prainha de Jacumã). Alle Restaurants am Hauptstrand verlangen einen Mindestkonsum (ca. R$60–80 p. P.), auf den die einfacheren Bars weiter südlich verzichten. Besonders lässig sind Oribá und Brisa do Mar (mit Zimmervermietung).

Blick in nördliche Richtung zur Praia dos Namorados © Brasilien Insider
Zimmer der Pousada Enseada do Espelho © Brasilien Insider

Wer an diesem paradiesischen Ort übernachten möchte, kann sich in der Pousada Enseada do Espelho einmieten. Die Honeymoon-Pousada liegt an einem schönen, von Mandelbäumen gesäumten Strandabschnitt, an dem es auch tagsüber recht ruhig ist. Der gut Deutsch sprechende Besitzer Mario Rothschild bietet sieben gepflegte Zimmer an, die teilweise über einen Jacuzzi und Balkon mit Meerblick verfügen. Es gibt ein eigenes Restaurant, Flughafentransfer nach Absprache. Pousada Enseada do Espelho buchen.

Blick in den Garten der Pousada Enseada do Espelho © Brasilien Insider

Übernachtung

Arraial d’Ajuda ist gespickt mit hübschen Pousadas. In der Nebensaison gibt es Qualität zum Schnäppchenpreis; im Sommer vervielfachen sich dagegen die Tarife. Über Silvester und Karneval sind nur Pacotes (Pauschalangebote) für mehrere Tage zu erhalten.

Bequemes Zimmer im Maitei Hotel © Brasilien Insider

Maitei Hotel, Estrada do Mucugê 475. Das beste Hotel am Ort, niveauvoll und schön designt: 17 komfortable Zimmer, zwölf davon mit traumhaftem Meerblick. Alle besitzen Kingsize-Betten, Whirlpool, Split AC und Sky-TV. Exzellentes Restaurant und zwei Pools mit derselben Traumaussicht. Toll für Flitterwöchner, bei mehrtägigen Aufenthalten Ermäßigungen (Nebensaison). Gruppen können zudem ein luxuriöses Strandhaus mieten: Casa Maitei (bis 10 Personen) mit Pool, Köchin, Zimmermädchen und Barman (weitere Infos siehe Website). Maitei Hotel buchen.

Keine schlechte Aussicht: Poolterrasse im Maitei Hotel © Brasilien Insider
Hotel Pousada Machê © Brasilien Insider

Hotel Pousada Machê, Alameda das Eugênias 33. Gepflegte, grüne Anlage am Ende einer ruhigen Sackgasse, mit großem Pool, drum herum hübsche zweistöckige Häuser. Alle Zimmer mit Balkon oder Veranda, die im 1. Stock sind etwas besser. Alle besitzen natürlich Klimaanlage. Hotel Pousada Machê buchen.

Schöner Pool mit Garten im Hotel Pousada Machê © Brasilien Insider
Kleiner, aber feiner Pool der Pousada Bemvirá © Brasilien Insider

Pousada Bemvirá, Alameda dos Flamboyants 54. Freundliche Pousada mit sehr gepflegten Zimmern (gute Betten), die allesamt über eine Veranda oder Balkon mit Hängematte verfügen. In der Mitte der Anlage kann man in einem kleinen Pool erfrischen. Prima Frühstück. Pousada Bemvirá buchen.

Sympathischer Familienbetrieb: Pousada Bemvirá © Brasilien Insider
Pool im Arraial d’Ajuda Hostel © Brasilien Insider

Arraial d’Ajuda Hostel, Rua Manoel C. Santiago 543. Das sympathische Hostel in einer kleinen Villa zählt zu den besten in Brasilien: Grüner Innenhof, Pool, Bibliothek, Wäscheservice, Billard und Spiele, dazu können Gäste gratis einen PC nutzen. Die hilfsbereite Besitzerin Gisele engagiert sich vorbildlich, aber unaufdringlich, für Umweltschutz. Dorms mit 4–7 Betten, auch schöne Doppelzimmer stehen zur Verfügung. Arraial d’Ajuda Hostel buchen.

Eine der besten Jugendherbergen in Brasilien: Arraial d’Ajuda Hostel © Brasilien Insider

Essen

Im Sommer haben alle Restaurants täglich geöffnet.

Feine Küche im Aipim © Brasilien Insider

Aipim, Beco do Jegue 131. Stimmungsvolles, romantisches Ambiente, schön dekoriert und stets gute Musik (Bossa-Lounge), dazu köstliche Fischteller wie Badejo-Filet in Sesamkruste mit Spinat-Risotto (1–2 Pers.); auch günstigere Gerichte („Hippie Chic“). Eine Top-Vorspeise ist „Terrine Levitha“, eine Creme aus Ricota-Käse und griechischen Oliven mit Wassermelonengelee. Nachtisch: Banana Exótica mit Eis (2 Pers.). Alles wird hier ganz frisch zubereitet, daher kann ein Gericht auch mal etwas länger dauern.
Do–Di 18.30–24 Uhr (1. So und 2.–4. Mi im Monat geschl.)

Zum guten Essen kommt ein stimmungsvolles Ambiente, das perfekte Dinner im Aipim © Brasilien Insider
Flaggschiff: die Gnocchi des Manguti © Brasilien Insider

Manguti, Estrada do Mucugê 99. Eines der traditionellsten Restaurants von Arraial (1988), das bereits Berühmtheit wegen seiner Gnocchi (Nhoque) mit Filé erlangt hat (1–2 Pers.). Dazu stehen mehrere Soßen zur Auswahl, unter anderem Madeira-Weißwein und Poivre (Pfeffer). Am öftesten bestellt wird jedoch die Soße „Manguti“, eine leckere Spargel-Champignon-Soße mit Creme de Leite nach deutschem Vorbild. Außer den Gnocchi gibt es auch eine Auswahl an günstigen (Nudel-)Gerichten.
tgl. 12–23.30 Uhr

Gehört zu Arraial d’Ajuda wie der Strand: das Restaurant Manguti © Brasilien Insider
Restaurant im Grünen: Rosa do Sertão © Brasilien Insider

Rosa do Sertão, Alameda dos Flamboyants 24. Uriges brasilianisch-österreichisches Restaurant, alle Gerichte (2 Pers.) kommen mit einem köstlichen frischen Salat aus dem eigenen Biogarten auf den Tisch. Wer die Ente bestellen will, muss einen Tag vorher reservieren. Tipp: Apfelstrudel oder „Familiengeheimnis“ (Haselnusstorte mit Schokoladenfüllung).
Di–Sa 16–24, So 13–22 Uhr

Das üppige Buffet von Joildo © Brasilien Insider

Churrascaria do Joildo, Estrada do Mucugê 1. Die netten Besitzer Joildo und Silvana bieten für den Preis ein wirklich gutes Buffet an. Unter anderem füllen Grillfleisch, Fisch, Moquecas und eine großen Auswahl an Nudeln, Salaten und Nachtischen die lange Selbstbedienungstafel. Es spricht für sich, dass das Mittagslokal immer gut besucht ist. Auch der Weg am Abend lohnt sich übrigens, dann werden am Straßenrand leckere Torten verkauft (18–22 Uhr).
So–Fr 11–16 Uhr

Top-Option zum Mittagessen: die Churrascaria do Joildo auf der Rua Mucugê © Brasilien Insider
Gediegen: São João © Brasilien Insider

São João, Praça Brigadeiro E. Gomes 41. Das älteste Restaurant des Ortes ist bekannt für seine typisch bahianische Küche, vor allem die Moquecas. Einen regionalen Nachtisch und Liköre bekommen Gäste gratis dazu.
Mo–Sa 12–22 Uhr

Paiol, Rua Manoel C. Santiago 41. Hübsches Café und Konditorei der Besitzerin Andreia aus São Paulo, in dem Kuchen, Torten, Brot und Sandwiches gereicht werden, alles ist hier hausgemacht. Netter Garten, die Tische stehen um einen einen dicken, quer stehenden Ast eines Cashew-Baums herum.
Mo–Sa 9–19 Uhr

Nettes Café im Grünen unter einem Cashew-Baum: Paiol © Brasilien Insider

Am Strand bieten große Strandbars wie Uíki an der Praia do Parracho Lounge-Atmosphäre mit Livemusik zur Mittagszeit. Nebenan liegt das ruhigere und auch schönere Cabana Grande mit regionaler Küche (vor allem Meeresfrüchte) und Livemusik bis 16 Uhr.
beide tgl. 9–17 Uhr

Sorveteria Coelhinho, Estrada do Mucugê 35. Ableger der Eisdiele in Porto Seguro, sehr leckeres hausgemachtes Kugeleis!
tgl. 15–23.30 Uhr

Bei den tropischen Temperaturen nie verkehrt: eine Kugel Eis © Brasilien Insider

Nachtleben

Morocha Club, das Partyzentrum © Brasilien Insider

Ein nächtlicher Anziehungspunkt ist die Gegend um den Morocha Club. Das argentinische Lokal fungiert bis etwa 1 Uhr als Bar-Restaurant, danach wird es zur Disco, deren Partys oft bis in den Morgengrauen hineingehen (tgl. Livemusik: Rock ’n‘ Roll). Hausspezialität ist der Shot Llama Loca, die „verrückte Flamme“, der nach altem Brauch in einem feurigen Ritual heruntergestürzt wird – der Barkeeper erklärt, wie‘s geht!
Mo–Sa ab 18.30 Uhr, Eintritt Do–Sa R$10/20, sonst gratis

Auf der Ilha dos Aquários geht freitags die Post ab (siehe Porto Seguro). Eine Art Straßenparty mit Forró steigt außerdem am Freitag und Samstag ab 20 Uhr im Gonguê.

Insgesamt hat Arraial d’Ajuda ein beachtliches Nachtleben und kann vor allem in der Hauptsaison zu den heißesten Nightlife-Zentren Bahias gezählt werden. Fast alles spielt sich entlang der Estrada do Mucugê ab, besonders nett sind die Bars in der kleinen, sehr hübschen Gasse Beco d’as Cores, wo von Donnerstag bis Samstag ab 20 Uhr Livemusik gespielt wird.
Di–Sa ab 18 Uhr

Eingang zur charmanten Barzeile Beco d’as Cores © Brasilien Insider

Praktische Tipps

Banco do Brasil, Rua Manoel C. Santiago.
Mo–Fr 10–15, Geldautomaten 6–22 Uhr

Geldabheben stellt in Arraial d’Ajuda normalerweise kein Problem dar © Brasilien Insider

Transport

Mototaxi und Taxi
Wartende Mototaxi-Fahrer © Brasilien Insider

Lizenzierte Mototaxis stehen an der Praça São Brás, Tel. 73/3575 2359. Fahrten innerhalb des Zentrum sowie zur Praia Mucugê und Praia do Parracho kosten etwa zwischen R$6–7, bis zur Praia Pitinga und zur Fähre (Balsa) R$10.

Taxis, Tel. 73/3575 1217. Der ungefähre Preis für eine Fahrt bis zur Fähre beträgt R$30–35, bis zu den Praias Parracho und Pitinga sollten es um R$25–30 sein. Ein empfehlenswerter Fahrer mit geräumigem Doblô ist Ivan, Tel. 73/999 430 094.

Zentraler Taxistand am Hauptplatz Praça São Brás © Brasilien Insider
Fernverkehr

Anfahrt: Am einfachsten bis Eunápolis, von dort weiter mit Bus Brasileiro: 6x tgl., 1 1/2–2 Std., R$16 (Weiterfahrt nach Trancoso). Alternativ über Porto Seguro: von Busbahnhof/Flughafen per Linienbus oder Uber/Taxi zum Hafen, dort mit der Fähre übersetzen, die restlichen 4 km mit Bus/Van (R$3,50) oder Taxi (R$30–35).

Die Bushaltestelle befindet sich in der Kurve nahe dem Kirchplatz Praça Brig. E. Gomes. Die meisten Busse fahren 10–15 Min. vor den genannten Zeiten bei der Fähre los.

  • Caraíva: Águia Azul, tgl. 7.10, 11.30 und 15.30 Uhr, 2 1/2 Std., R$22. Nach Regenfällen ist die Strecke oft unpassierbar. Nach Curuípe: Ausstieg an der Landstraße, von dort sind es knapp 4 km bis zum Strand, 1 3/4 Std, R$20.
  • Caravelas: Direktbus ab Porto Seguro (siehe oben).
  • Eunápolis: Brasileiro, 6 x tgl. bis 18.30 Uhr, 1 1/2 Std., R$15.
  • Porto Seguro: Busse oder Vans fahren zum Fähranleger bis 24 Uhr alle 10–15 Min., danach stdl. (R$3,50), 24-Std.-Betrieb. Fähre (10 Min., Fußgänger gratis, PKW R$19–23): bis 19 Uhr alle 15–20 Min., bis 0.45 Uhr halbstündlich, danach stündlich.
  • Salvador: Über Porto Seguro oder Eunápolis.
  • Trancoso: Águia Azul, ca. stdl. bis 18.30 Uhr, 1 Std., R$12. Einige Busse fahren über eine schlechte Sandstraße über Praia de Taípe/Praia dos Nativos.
Die „Balsa“ (Fähre) am Anleger in Porto Seguro © Brasilien Insider

 

Toller Panoramablick hinter der Kirche © Brasilien Insider

Restauranttische stehen unter Mandelbäumen vor pastellfarbenen Häuschen, ein Meer von Kerzen funkelt mit den Sternen des Nachthimmels um die Wette, bei Vollmond spielen junge Leute hinter der Kirche auf ihrer Gitarre … Am Abend entfaltet die zentrale Rasenfläche Quadrado eine ganz besonders magische Stimmung. Die kleine Jesuitenkirche Igreja de São João von 1656, am Ende des Platzes, ist Symbol für den Charme Trancosos. Hinter ihr bietet sich ein spektakulärer Panoramablick auf das türkisblaue Meer und den Rio Trancoso, der sich malerisch durch die weißen Strände schlängelt.

Der Quadrado mit der kleinen Jesuitenkirche ist das Herz von Trancoso © Brasilien Insider
Abendliche Verkaufsstände säumen den Quadrado © Brasilien Insider

Das von Jesuiten im 16. Jh. auf einer Klippe gegründete Dorf (11.000 Einwohner) wurde in den 1970er-Jahren von Hippies „entdeckt“. Auch Jahrzehnte später ist Trancoso noch Anziehungspunkt für Künstler und Freidenkende, auch wenn in den letzten Jahren zunehmend elegantere Gäste und mit ihnen edle Boutiquen, Designerläden, Luxushotels und Golfplatz Einzug gehalten haben. Dem Charme Trancosos hat all dies dennoch keinen Abbruch getan. Wer das erste Mal hierherkommt, ist meist sofort bezaubert von dem kleinen Ort – die wunderbaren Strände, von denen einige zu den schönsten Brasiliens zählen, tun ihr Übriges.

Mit seinen bunten Fischerhäuschen zählt Trancoso zu Bahias charmantesten Orten © Brasilien Insider
Grüne Nebenstraßen in Trancoso © Brasilien Insider

Trancoso beschränkt sich aber nicht nur auf den Quadrado und seinen angrenzenden Park. In den grünen Seitenstraßen der Avenida Principal verbergen sich weitere Pousadas und Wohnhäuser. Es lohnt sich, auch einfach einmal eine Erkundungstour durch diese weniger bekannte Gegend zu unternehmen.

 

Strände

Steg durch Mangroven © Brasilien Insider

Die hübsche Praia dos Coqueiros ist vom Zentrum aus der am nächsten gelegene Strand (etwa 10 Gehminuten). Er ist einfach zu erreichen über einen Waldweg, der vom Quadrado rechts neben der Kirche abzweigt, und nach kurzer Zeit auf die Straße trifft. Dieser weiter folgend, und dann über einen Holzsteg durch Mangroven, kommt Ihr schließlich an den Strand, an dem Ihr die freie Auswahl habt, in welcher der vielen Bars Ihr euch niederlassen möchtet. Aufgrund der Nähe zum Dorf ist der Strand im Sommer meistens gut besucht, wer es etwas leerer mag, spaziert einfach ein Stück weiter zu den südlicheren Stränden Ponta de Itapororoca oder Ponta de Itaquena.

Blick auf die Praia dos Coqueiros Richtung Norden © Brasilien Insider
Am Rio Trancoso © Brasilien Insider

Nördlich der Praia dos Coqueiros liegt die ebenfalls sehr schöne Praia dos Nativos. Beide Strände werden durch den ins Meer mündenden Rio Trancoso getrennt, der bei Flut mit einer kleinen Barke überquert werden kann. Von hier könnt Ihr auch – nur bei Ebbe (vorher erkundigen) – tolle ausgedehnte Strandwanderungen nach Arraial d’Ajuda (3 Std.) und Praia do Espelho (4 Std.) starten.

Die wunderbare Praia dos Nativos in Trancoso © Brasilien Insider

Übernachtung

Am Quadrado und in den Straßen um die Av. Principal liegen viele charmante Pousadas. Wer sich am Strand einmietet, braucht abends Taxi/Mototaxi, um in den Ort zu kommen. In der Hauptsaison (vor allem im Januar) sind Reservierungen nötig und die Preise vervielfachen sich! In der Nebensaison (März–Juni, August–November) sind dafür Preisnachlässe üblich: nach Desconto (Rabatt) fragen.

Gemütliche Loungeecke der Pousada Mundo Verde © Brasilien Insider

Pousada Mundo Verde, Rua do Telégrafo 43. Tolle und sehr ruhige Pousada in einem riesigen tropischen Garten, in sehr günstiger Lage nur wenige Schritte zum Quadrado. Über die Anlage verteilen sich schöne zweistöckige Bungalows mit großem Balkon/Veranda, Split AC, Ventilator, Kabel-TV und Moskitonetz. Besonders gelungen finde ich die großen Suiten mit türkischem Bad – und natürlich Bungalow Nr. 14 mit exklusivem Traumblick. Außerdem gibt es sog. „Family Units“ für bis zu 6 Personen. Vom Pool aus bietet sich ein fantastischer Panoramablick bis zum Meer, und in den wunderbaren Loungebereichen möchte man am liebsten den ganzen Tag verbringen. Ein exzellentes Frühstück mit vielen hausgemachten Leckereien rundet den Aufenthalt ab, Kaffeefreunde freuen sich auch über die in Brasilien seltenen großen Kaffeepötte. Die nette Besitzerin Juliana gibt auf Englisch Infos zur Region und hilft auch bei der Organisation von Ausflügen. Pousada Mundo Verde buchen.

Dieser fantastische Ausblick ist einer der Trümpfe der Pousada Mundo Verde © Brasilien Insider
Alles picobello: Pousada Quarto Crescente © Brasilien Insider

Pousada Quarto Crescente, Rua Mangabeira 30. Angefangen hat diese Pousada vor langer Zeit als ganz einfach Backpackerherberge, inzwischen haben der Holländer Pedro und seine Frau Eunice daraus eine der wunderschöne Luxuspousada gemacht: ein wahres Dorf mit insgesamt 23 Zimmern, Bibliothek, Pool, Whirlpool und einem schattigen Garten. Die großzügigen Bungalow-Suiten (zum Beispiel „Lumiar“) haben schöne Balkone mit Hängematte, AC, TV. Von den riesigen Master-Suiten haben einige Jacuzzi oder Küche (sehr schön: „Terra“). Das Frühstück besteht zu großen Teilen aus selbst angebauten Zutaten. Ab 18 Uhr gibt es außerdem Kaffee, Kuchen und Snacks gratis. Pedro spricht Deutsch. Pousada Quarto Crescente buchen.

Grüne Oase im Zentrum von Trancoso: die Pousada Quarto Crescente © Brasilien Insider

Essen

Die besten Restaurants liegen am Quadrado. Die schöne Lage und die zumeist exquisite Küche haben natürlich ihren Preis, der aber in aller Regel das Erlebnis wert ist. Aber auch wer günstiger essen möchte, findet entlang der Av. Principal jede Menge preiswertere Bars und Restaurants. Im Sommer ziehen die Preise überall noch mal kräftig an.

Oft mit Livemusik: Silvana e Cia. © Brasilien Insider

Silvana & Cia., Quadrado. Die sympathische Dona Silvana kocht hier seit 1977, Aushängeschild sind ihre landesweit berühmten Moquecas (für 2 Pers.) und natürlich der in Bananenblatt gewickelte Fisch in Krabbensoße mit Bratkartoffeln (2–3 Pers.). Auch preiswerte Gerichte sind erhältlich, wie Filet in Gorgonzola. Neu: Vegetarische Moqueca mit Palmherzen oder Banane. Toll sind auch die Cocktails wie „Céu da Bahia“ mit Premium-Gin, Jabuticaba, Tahiti-Limettensaft und Angosturabitter. An der Praia dos Coqueiros gibt es eine Strandfiliale (Do–Di 9–17 Uhr). Öffnungszeiten am Quadrado Mo–Sa 12–23 Uhr.

Silvanas Aushängeschild: Fisch in Bananenblatt © Brasilien Insider
Capim Santo: Pool der dazugehörigen Pousada © Brasilien Insider

Capim Santo, Quadrado. Traditionsrestaurant (1985) in schöner Gartenlage, sehr charmantes Ambiente. Zur Begrüßung gibt es einen leckeren Mini-Suco, der dazu verführt, eine der Saft-Mischungen zu probieren, zum Beispiel Melone-Pitanga-Limette. Die Bolinhos de Aipim com camarão sind eine ideale Vorspeise für zwei Personen, danach das exzellente Badejo-Filet in schwarzer Olivenkruste mit Spinat und gebackener Tomate (sättigt 1–2 Pers.)! Sehr lecker ist auch der Mix de Peixe e Camarão mit tropisch angehauchter Soße. Die Apfeltorte mit Cashewstreuselkruste und Creme-Eis bildet den perfekten Abschluss. Öffnungszeiten Mo–Sa 19–23 Uhr.

Das Capim Santo ist einer der besten Orte für ein romantisches Candlelight Dinner © Brasilien Insider
Vitória am Quadrado © Brasilien Insider

Vitória, Quadrado. Ein weiteres sympathisches Restaurant mit Tischen und Liegeecken. Ähnlich nett wie bei ihrer Schwester Silvana tischt Besitzerin Janete hier Fisch und Meeresfrüchte auf, zum Beispiel Krabben in der Kürbisschale („Camarão na moranga“). Für Trancoso-Verhältnisse recht günstige Einzelteller. Öffnungszeiten tgl. 12–23 Uhr.

Krabben im Kürbis serviert das Restaurant Vitória © Brasilien Insider
Tolles Buffet im Rabanete © Brasilien Insider

Rabanete, Quadrado. Das bekannte Lokal unter dem Mandelbaum (Ex-Portinha) hat sich den ursprünglichen Charme erhalten. Täglich wechselndes Buffet, besonders gut ist der Bananenpüree; auch die Nachspeisen sind ein Gedicht (Maracuja-Mousse!). Im Sommer Warteschlangen. Öffnungszeiten tgl. 12–16.30 Uhr (Sommer länger).

Der Charme des Quadrado findet sich im Restaurant Rabanete © Brasilien Insider
Gute Fladenbrot-Sandwiches und Baratmosphäre gibt’s bei Lá no Dom © Brasilien Insider

Lá no Dom, Rua do Telégrafo 10. Liegt zwar an der Straße, dennoch nett und rustikal. Fleischfans kriegen große Augen bei den guten und sehr üppigen Fladenbrot-Sandwiches, wie „Dom Picanha“ mit Roastbeef, Käse, Salat und Tomatensoße: Sättigt zwei halbhungrige Leute, und liegt trotzdem nicht schwer im Magen. Auch Hauptgerichte wie Filet mit Pommes stehen auf der Karte. Nette Stimmung am Abend, auch nur für einen Snack mit Getränk bei belebter Baratmosphäre, die jungen Besitzer legen Urlaubsmusik auf. Toller Mangosaft. Öffnungszeiten tgl. 12–1 Uhr.

Nachtleben und Strandbars

Restaurant mit Barbetrieb: Jacaré do Brasil © Brasilien Insider

Trancosos Nachtleben kann sich im Sommer sehen lassen, auf dem Vorplatz des Quadrado geht es dann in Bars wie Jacaré do Brasil oder den Forró-Schuppen, die nur in der Hauptsaison öffnen, hoch her. An den Stränden locken zu der Zeit aufregende Partys. Dafür ist es in der Nebensaison umso gemächlicher.

Uxua Praia Bar, Praia dos Coqueiros, Tel. 73/999 875 821. Herrliche Strandbar beim Fluss, man räkelt sich auf einladenden Strandsofas und genießt den Meerblick. Mindestverzehr je nach Jahreszeit R$50–100 p. P., in der Hauptsaison teurer, dann ist auch eine Reservierung ratsam. Öffnungszeiten tgl. 10–17 Uhr.

Loungen in bester Lage: Uxua Praia Bar © Brasilien Insider

Praktische Tipps

Bradesco-Filiale in Trancoso © Brasilien Insider

Zum Geldabheben bietet sich die Bradesco-Filiale in der Av. Principal (neben der Apotheke) an. Öffnungszeiten Mo–Fr 10–15, Geldautomat 24 Std. (alle Karten).

 

 

Transport

Mototaxi und Taxi
Mototaxi-Stand in Trancoso © Brasilien Insider

Mototaxis sind in Trancoso recht verbreitet, man kann sie bestellen unter Tel. 73/3668 1063 oder steuert einfach einen der zahlreichen Sammelstände im Zentrum an. Eine Fahrt im Ort kostet etwa R$5 (ab 20 Uhr teurer), zu den Stränden Nativos/Coqueiros sind es circa R$8, nach Arraial Zentrum R$60, zur Fähre von Arraial sowie zur Praia do Espelho ungefähr R$70, und nach Caraíva könnt Ihr mit R$100 kalkulieren.

Taxis, können unter Tel. 73/3668 1260 bestellt werden. Die Fahrer nehmen für eine Fahrt zu den Stränden Nativos/Coqueiros zwischen R$25–30, nach Arraial Zentrum R$170, zur Fähre von Arraial R$190, nach Praia do Espelho R$200, und nach Caraíva sowie zum Flughafen Porto Seguro ungefähr R$250.

Busse

Die Busse dürfen leider nicht mehr bis zum Quadrado fahren, man muss nun an der Praça da Independência ein- und aussteigen und sich die letzten Meter entweder von einem Taxi zur Pousada fahren lassen oder sich auf Schusters Rappen dorthin schleppen (nur mit wenig Gepäck ratsam). Von Trancoso fahren regelmäßig Busse oder Vans nach:

  • Arraial d’Ajuda (übers Zentrum bis zur Fähre nach Porto Seguro): Águia Azul, ca. stdl. zwischen 6.20 und 18.20 Uhr, 1 Std., R$10/12. Auch Vans pendeln ca. halbstündlich ab Praça da Independência (R$9/11), zum Teil werden Fahrgäste an der Haltestelle Nähe Shopping Canto Verde eingesammelt.
  • Caraíva: Águia Azul, tgl. 8.15, 12.30 und 16.30 Uhr, 2 Std., R$17. Nach Regenfällen kann der Verkehr ausgesetzt werden.
  • Eunápolis: Brasileiro, tgl. 6, 9.20, 14.30 und 18 Uhr, 2 Std., R$20.
Die Rodoviária in Eunápolis © Brasilien Insider

Ab Eunápolis:

Die Praça da Independência ist Trancosos Verkehrsknotenpunkt © Brasilien Insider

 

Wie im Bilderbuch: Idyllisches Flussufer © Brasilien Insider

Die kleine Ortschaft Caraíva liegt höchst idyllisch auf einer spitz zulaufenden Landzunge zwischen dem Atlantik und dem mangrovenreichen Rio Caraíva, am nördlichen Ende des Nationalparks Monte Pascoal. Besonders das von Cafés und Restaurants gesäumte Flussufer, an dem ein Spazierpfad entlangführt, ist ein bilderbuchschönes Szenario. Das ehemalige Fischerdorf mit heute 4500 Einwohnern kommt auch im 21. Jahrhundert noch ohne Bank und Post aus – Strom gibt es erst seit 2007.

Blick auf den Rio Caraíva © Brasilien Insider
Strandbar unter Bäumen © Brasilien Insider

Der Trumpf des weltabgeschiedenen Caraíva ist also seine Lage zwischen Fluss und Meer. In wenigen Minuten könnt Ihr zwischen diesen ganz gegensätzlichen Umgebungen hin- und herpendeln. Auf der einen Seite die charmante und von Mangroven geschützte Flusswelt. Auf der anderen Seite ein herrlicher Strandabschnitt mit machtvoll anbrandendem Atlantik. Hier könnt Ihr längere Spaziergänge machen oder euch einfach in einer der wunderbaren Strandbars ablegen.

Traumstrand à la Bahia in Caraíva © Brasilien Insider
Wichtigstes Verkehrsmittel in Caraíva: zu Fuß gehen © Brasilien Insider

Verbunden sind die beiden Pole Fluss und Meer durch etliche kleine Spazierwege, die verschlungen durch den Ort führen. Diese Pfade bestehen aus dunklem Sand, der sich tagsüber in praller Sonne ziemlich stark aufheizt, barfuß laufen ist also eher nicht angesagt. Da die Ortschaft durch den Fluss vom Festland getrennt ist, verkehren auch keine Autos (nur Pferdekutschen sind als „Taxis“ unterwegs), was dem Ganzen einen zusätzlichen Charme beschert. Infolge all dieser einzigartigen Schönheit ist Caraíva in den letzten Jahren entsprechend touristisch gewachsen. Im Sommer verwandelt sich das Dorf zu einem trendigen Urlaubsort, der besonders gerne von großstadtmüden Paulistas zum Auffüllen der Batterien aufgesucht wird. Die restliche Zeit des Jahres findet Ihr hier dagegen immer noch sehr viel Ruhe und Abgeschiedenheit und ein Fleckchen Erde, an dem man einfach die Seele baumeln lassen kann …

Spaziergang durch Caraíva auf Sandwegen © Brasilien Insider

Touren

Das Pataxós-Dorf Barra Velha ist erreichbar per Boot (über den Rio Caraíva), auf einem Strandspaziergang (6 km) oder per Buggy (R$200/2 Pers. hin und zurück). Schön ist auch ein Spaziergang zur Lagoa Satu (bei Ebbe, 3 km, 1 Std.). Agenturen findet Ihr am Flussufer, Bootstouren könnt Ihr zum Beispiel mit dem Fischer Pará vereinbaren, er ist der Besitzer des gleichnamigen Restaurants (Boteco do Pará).

Individuelle Bootsausflüge sind auf dem Rio Caraíva möglich © Brasilien Insider

Übernachtung

Einige Pousadas liegen direkt am Strand, andere am Fluss, wieder andere verteilen sich in den kleinen Sträßchen zwischen Strand und Fluss. Da in dem kleinen Ort Caraíva alles schnell zu Fuß zu erreichen ist, spielt die Lage letztendlich keine so große Rolle, denn praktisch überall ist es idyllisch … Die Preise ziehen im Sommer sehr stark an, in der Nebensaison schließen dagegen manche Pousadas. WLAN ist inzwischen meistens vorhanden und auch in der Regel gratis.

Viel Grün: Pousada Lagoa © Brasilien Insider

Pousada Lagoa, zwischen Strand und Fluss. Diese sehr nette, naturnahe Pousada befindet sich in einem weitläufigen und nach ökologischen Gesichtspunkten gepflegten Garten. Die geräumigen Zimmer haben sämtlich Moskitonetze, darüber hinaus gibt es gemütliche Bungalows sowie eine Suite mit Badewanne. Besitzerin Hermínia spricht gut Englisch und setzt sich engagiert für Nachhaltigkeit in Caraíva ein. Pousada Lagoa buchen.

Bequemer Bungalow in der Pousada Lagoa © Brasilien Insider

Essen und Nachtleben

Einige Restaurants öffnen nur in der Hauptsaison (Dezember bis März), doch es findet sich immer etwas, das geöffnet hat.

Berühmte Pastéis mit Flussblick © Boteco do Pará

Boteco do Pará, dieses urige Bar-Restaurant am Flussufer zählt bereits zu den Legenden von Caraíva. Serviert werden hier unter schattigen Bäumen und bei herrlichem Flussblick unter anderem gute Fischgerichte, wobei alles vom Besitzer Pará zuvor eigenhändig gefischt wurde. Am berühmtesten sind aber die exzellenten Pastéis, zum Beispiel mit Krabben (Pastel de Camarão), die am besten mit einem kühlen Bier am späten Nachmittag runtergespült werden. Insgesamt eine wunderbare Atmosphäre, viele Besucher kommen mindestens einmal hier vorbei, andere machen sich die Visite zur täglichen Routine.
Di–So 11–18 Uhr (ganzjährig)

Eine Institution am Flussufer von Caraíva © Boteco do Pará
Bar do Porto: Treffpunkt am Abend © Brasilien Insider

Bar do Porto, am Hafen. Bar und Pizzeria, tolle Lage am Fluss, abends romantisch mit Kerzen beleuchtet. Große Pizza (1–2 Pers.), Tipp: die sehr leckere „Pizza da Casa“ mit knusprig dünnem Teig und mehreren Käsesorten.
Mo–Sa 17–23 Uhr (ganzjährig)

Bar da Praia, entspannte Bar mit einladenden Strandliegen und luftiger Holzterrasse. Cocktails, Sandwiches, Fisch- und Fleischgerichte. WLAN.
tgl. 10–18 Uhr, manchmal auch länger (ganzjährig)

Ebenfalls empfehlenswert ist nebenan Coco Brasil.
tgl. 9–18 Uhr (ganzjährig)

Abends geht man zu den Forró-Partys am Fluss bei Pelé (Fr, Sa 23–2 Uhr) bzw. Forró do Ouriço (Sommer tgl.); oder in die Cachaçaria Caraíva, eine nette Kneipe mit gut belüfteter Veranda (Di–So 18–23 Uhr).

Beliebter Ort zum Abhängen am Strand: die Bar da Praia © Brasilien Insider

Praktische Tipps

Es gibt in Caraíva bisher noch keinen Geldautomat, auch Kredit- und EC-Karten werden kaum akzeptiert.

Gesundheit

Im Sand können sich sogenannte Bichos do Pé tummeln, das sind Parasiten, die sich in die Füße oder Zehen bohren und mit einem kleinen Schnitt wieder entfernt werden müssen. Es kommt relativ selten vor und ist bei baldiger Entfernung nicht gefährlich, nur etwas unangenehm.

Eine typische „Hauptstraße“ in Caraíva © Brasilien Insider

Transport

Anfahrt von Norden: Abenteuerliche Busfahrt über Buckelpisten und improvisierte Holzbrücken. Die Fähre zwischen Bushaltestelle und Dorf kostet R$5 (ab 22 Uhr: R$10). Wer viel Gepäck hat, kann vom Anleger per „Taxi“ (= Maulesel-Kutsche, R$35, bis 19 Uhr) zur Pousada fahren. Águia Azul fährt vom nördlichen Flussufer täglich um 6.20 und 16 (Sommer auch 11 Uhr) nach:

Eunápolis: Brasileiro, tgl. 6 Uhr, 3 1/2 Std., R$28. Von Eunápolis nach Caraíva fährt tgl. um 13.30 Uhr ein Direktbus.

Corumbau: Per Buggy (R$200–250 hin und zurück), mit einem der Fahrer sprechen oder über Pousada bestellen.