ESPÍRITO SANTO

Am Strand von Guarapari © Brasilien Insider
Nicolas Stockmann, dein Insider für Espírito Santo

Der zwischen Rio und Bahia gelegene Bundesstaat eignet sich hervorragend für einen Zwischenstopp auf der Küstenroute. Die Infrastruktur der beiden Zwillingsstädte Vitória und Vila Velha ist gut entwickelt und die meisten Straßen sind in vorbildlichem Zustand. Außer 400 km Küste mit Dünen, Lagunen und Flüssen besitzt Espírito Santo auch noch reichlich Atlantischen Regenwald, grüne Hügel- und Berglandschaften sowie mehrere Nationalparks. Es ist eine günstige Region für den Natur– und AbenteuerTourismus.

Ökonomisches Zugpferd ist die Hauptstadt Vitória, deren moderner Exporthafen sich zu einem der bedeutendsten des Landes entwickelt hat. Strandurlauber, Taucher und Surfer zieht es jedoch mehr in die Nachbarstadt Vila Velha sowie in die kleineren Badeorte Itaúnas, Guarapari und Anchieta bzw. Iriri. Im Hinterland liegt in einer grünen Bergregion die deutsche Kolonie Domingos Martins. Immer mehr Reisende erkennen das touristische Potenzial von Espírito Santo – das Land der Capixabas, wie die Einwohner hier genannt werden, ist weit mehr als nur eine Durchgangsstation. 

 

Vitória und Vila Velha

Die Hauptstadt Vitória (359 000 Einwohner, Großraum 1,6 Mio.) liegt 525 km von Rio und 602 km von Porto Seguro entfernt, eignet sich also gut für einen Zwischenstopp auf der Küstenroute. Ähnlich wie Rio liegt der Ort sehr reizvoll an einer Bucht zwischen Bergen und Küste (obwohl es kaum merklich eine von 34 Inseln eines Archipels ist), besitzt neben moderner Architektur noch zahlreiche neokoloniale Prachtbauten in der Oberstadt und einen an die Copacabana erinnernden Hauptstrand: die 6 km lange Praia de Camburi mit guten Hotels und Restaurants, Strandbars und Sport (beliebte Jogging-Strecke). Wegen der häufigen starken Winde auch als „Ventória“ bekannt, versammelt sich hier am Kiosque 7 gerne die Kitesurf-Gemeinde. Nach Süden schließen sich die Strände Praia do Canto und Praia Curva da Jurema an, ganz am Ende der Kurve sorgen an Feiertagen und Wochenenden diverse Strandbars für Highlife.

Tanz und Feststimmung herrscht an Sonn- und Feiertagen an der Praia Curva da Jurema © Brasilien Insider

Zum Baden könnt Ihr euch zur Ilha do Boi begeben, einem beliebten Treffpunkt, wo gleich zwei schöne und saubere Strände einladen. Auch die Ilha do Frade besitzt einen zwischen Felsen versteckten, sehr idyllischen Strand, an dem sich ab und zu Meeresschildkröten sehen lassen. Wer mehr über die bedrohten Tiere erfahren will, kann das Projeto Tamar unterstützen, das ganz nebenbei auch noch eine der besten Panoramaaussichten der Stadt bietet. Abends trifft sich alles im sog. Bermuda-Dreieck im quirligen Vergnügungsviertel Praia do Canto nahe dem Jachthafen.

Versteckte Badestrände

Der namenlose kleine Strand auf der Ilha do Frade ist noch ein echter Geheimtipp. Zwischen den Felsen tauchen Meeresschildkröten auf und es bietet sich eine schöne Aussicht auf das Stadtpanorama. Der Zugang erfolgt über eine kleine Treppe am Ende der Sackgasse Rua Placidino Passos (letzte Querstraße rechts). Am Strand selbst gibt es keine Verpflegung, Getränke und Snacks müsst Ihr euch selbst mitbringen.

Verstecktes Kleinod auf der Ilha do Frade © Brasilien Insider

Wesentlich belebter sind die beiden Strände auf der Ilha do Boi. Die Praia da Esquerda („linker Strand“) erreicht über über eine steile Treppe, die gleich links hinter dem Wachposten über einen Hügel führt. Hier relaxt die junge Szene von Vitória nach einer durchtanzten Nacht. Alternativ könnt Ihr auch von hier aus noch die Rua Aref Hilal überqueren und bis zur Praia da Direita („rechter Strand“) weitergehen, ein hübscher Strand mit Blick auf die Ilha do Frade, der eher von Familien aufgesucht wird. Beide „Inseln“ sind zu Fuß erreichbar.

Abhängen an der Praia da Esquerda auf der Ilha do Boi © Brasilien Insider

Berühmte Tontöpfe

Die Tontöpfe von Goiabeiras © Brasilien Insider

Aus Espírito Santo stammen die berühmtesten Tongefäße des Landes, die unter anderem bei der Zubereitung der Moqueca Capixaba Verwendung finden. In der Werkhalle der Associação das Paneleiras de Goiabeiras findet die Produktion immer noch nach alten Techniken indigener Ureinwohner statt, die verschiedenen Etappen des Herstellungsprozesses können dabei besichtigt werden. Die Halle liegt in einem der größten urbanen Mangrovengebiete Lateinamerikas, mitten in der Großstadt. Die Tongefäße werden vor Ort auch zum Kauf angeboten. Anfahrt mit Uber oder Taxi zur Rua das Paneleiras 55 in Goiabeiras Velha.
Mo–Sa 8–18, So 9–15 Uhr

Meeresschildkröten mit Traumblick

Auge in Auge mit den Meeresschildkröten © Brasilien Insider

Projeto Tamar, Av. Nossa Senhora dos Navegantes 700 A, Praça do Papa, Enseada do Suá. Ein Besuch lohnt sich aus mehreren Gründen: Neben den Wasserbecken mit den Meeresschildkröten, einem Tunnel für Unterwasserbesichtigung (toll für Kinder) und den informativen Tafeln bietet einer der schönsten Aussichtspunkte (Mirante) der Stadt einen sensationellen 270-Grad-Blick unter anderem auf das Convento da Penha – ein kostenloses Extra.

Die Echte Karettschildkröte © Brasilien Insider

Auch wer nur den Mirante besuchen möchte, muss den Eintritt zahlen, fördert damit aber eines der wichtigsten Naturschutzprojekte Brasiliens. Der gesamte Hügel, früher ein Drogenumschlagplatz, repräsentiert zudem gelungene Stadtentwicklung. Ein Besuch des Projeto Tamar bietet sich in Verbindung mit dem Restaurant Papaguth an (siehe Essen).
Di–So 8.30–17 Uhr, Eintritt R$15

Der wunderschöne Aussichtspunkt im Projeto Tamar © Brasilien Insider

Rundgang im Zentrum Vitórias

Während der Kommerz, die Häfen und die Stadtstrände in der Unterstadt (Cidade Baixa) liegen, befindet sich der historische Teil von Vitória in der Oberstadt (Cidade Alta). Die Sehenswürdigkeiten lassen sich leicht zu Fuß zu erkunden. Ausgangspunkt ist der Palácio Anchieta, ab 1551 Jesuitenkolleg und Kirche, seit dem 18. Jahrhundert Regierungspalast. Ihm zu Füßen liegt die Treppe Escadaria Bárbara Lindemberg, die zum alten Hafen in der Cidade Baixa führt.

Der Palácio Anchieta ist das Herz der Altstadt © Brasilien Insider

Über die Rua São Gonçalo gelangt Ihr zur Igreja de São Gonçalo (1707–15) und danach über die Rua Muniz Freire zur Capela de Santa Luzia, einer im Kolonialstil mit Barockelementen konstruierten Kapelle aus dem Gründungsjahr der Stadt (1551). Von mehreren Punkten der Altstadt genießt man noch einen schönen Blick auf die Bucht von Vitória. Gegenüber der Kapelle beginnt die Rua José Marcelino, die zu der mächtigen Catedral Metropolitana (1918–70) führt, erbaut in vorwiegend neugotisch-byzantinischem Stil mit sehr kunstvollen Glasfenstern. In der schattigen Straßenbar davor könnt Ihr euch bei einem kühlen Getränk erfrischen.
Kathedrale tgl. 8–18 Uhr

Raststätte vor der Kathedrale © Brasilien Insider

Auf dem weiteren Weg um den Platz herum und die älteste Treppe der Stadt (Escadaria São Diogo) hinunter gelangt Ihr zur Praça Costa Pereira, einem schönen Platz mit zehn gewaltigen, mehr als 100-jährigen Palmen. Dort befinden sich auch das mit 500 Sitzen ausgestattete Teatro Carlos Gomes von 1927, eine Replik der Mailänder Scala, sowie das renovierte Centro Cultural SESC Glória im alten gleichnamigen Lichtspielhaus. Ein Ausflug ins Zentrum lohnt sich alleine schon wegen der Anfahrt mit der Aussicht auf den beeindruckenden Penedo, den „Zuckerhut von Vitória“, der imposant in der Einfahrt zum Hafen von Vitória thront.

Vila Velha

Knapp 10 km südlich von Vitória, zu erreichen über drei verschiedene Brücken zum Festland, liegt die 1535 gegründete und heute 487.000 Einwohner zählende Nachbarstadt Vila Velha. Touristen und Einheimische besuchen sie vor allem wegen der 23 km langen Küste.

Die Zwillingsstadt von Vitória heißt Vila Velha © Brasilien Insider

Der längste, schönste und sauberste Strand der Region ist die Praia da Costa, die zu den besten von ganz Espírito Santo gehört. Am südlichen Strandabschnitt branden recht starke Wellen an, der nördliche Teil besteht aus einer ruhigen Bucht und ist ideal für Windsurfer. Im Sommer kommen viele Gäste aus dem Hinterland. Ähnlich beliebt und belebt ist die ebenfalls urbane Praia de Itapuã, sehr ruhig dagegen die südlich gelegenen und weitläufigen Strände von Barra do Jucu und Ponta da Fruta.

Die Praia da Costa ist der Hauptstrand von Vila Velha © Brasilien Insider

Nahe der Praia da Costa befindet sich das Eremitenkloster Convento da Penha (1558), bedeutendstes religiöses Monument des ganzen Bundesstaates und spiritueller Rückzugsort vieler Capixabas. Mit 3 Millionen Besuchern im Jahr ist es die meistbesuchte Sehenswürdigkeit von Espírito Santo, alleine eine Million Menschen kommen im April zur neuntägigen Festa da Penha. Die alte Kapelle wurde zwischen 1639 und 1643 erneuert und vergrößert, im 18. Jahrhundert folgten weitere Gebäude, und 1945 fand eine Totalrestaurierung statt. Im Innern sind portugiesische Heiligenfiguren und wertvolle Malereien zu sehen, darunter die älteste Lateinamerikas, ein Bildnis der Nossa Senhora da Penha.

Das Convento da Penha ist die bedeutendste Sehenswürdigkeit in Espírito Santo © Brasilien Insider

Auf der kleinen Plattform hinter der Kapelle bietet sich die beste Aussicht: Das abends auffällig angestrahlte Kloster liegt malerisch auf einem 154 m hohen Felsen und bietet einen grandiosen Blick auf Vila Velha und die ganze Bucht von Vitória. Wer gerne zu Fuß läuft, kann den Berg auch über eine Serpentinenstraße durch ein Waldgebiet zu Fuß bezwingen (ähnlich der Strecke zum Corcovado in Rio). Im Sommer und an Feiertagen fahren dort allerdings auch ziemlich viele Autos lang. Am besten ist die An- und Abfahrt mit Taxi oder Uber.
Mo–Sa 5.15–16.45, So 4.15–16.45 Uhr

Blick vom Convento da Penha über die Bucht von Vitória © Brasilien Insider

Im Anschluss an das Konvent könntet Ihr noch einen Abstecher zum kleinen Fischerhafen von Prainha machen, wo mitten in der Stadt idyllisch am Strand liegende Boote ein schönes Motiv vor der Skyline von Vitória mit der großen Brücke im Hintergrund abgeben (keine Bademöglichkeit). Ein paar Schritte weiter steht mit der Igreja Nossa Senhora do Rosário (1535) die älteste noch aktive Kirche des Landes, sie wurde 2016 renoviert.
tgl. 9–17 Uhr

Der pittoreske Fischerstrand Prainha in Vila Velha © Brasilien Insider

Übernachtung

Dies sind die aus meiner Sicht besten Unterkünfte in Vitória und Vila Velha:

Sheraton Vitória Hotel, Av. Saturnino de Brito 217, Praia do Canto, Vitória. Das schon von Weitem zu erkennende Hochhaushotel ist die beste Wahl in Vitória und Vila Velha. Makellose Zimmer in den Kategorien „Classic“ und „Deluxe“ (obere Etagen) bieten herrlichen Frontalblick aufs Meer sowie auf die Ilha do Frade und Ilha do Boi. Die Preise variieren je nach Nachfrage, vor allem an Wochenenden gibt es oft Ermäßigungen. Auf der Dachterrasse befindet sich ein kleiner Pool, außerdem ein 24-Std.-Fitnessraum. Hervorragendes Frühstücksbuffet. Sheraton Vitória Hotel buchen.

Sehr gute Wahl in Vitória: das Sheraton © Brasilien Insider

Quality Suítes Vila Velha, Av. Antônio Gil Veloso 856, Praia da Costa, Vila Velha. Prima Hotel am Hauptstrand von Vila Velha. Die Luxo-Zimmer haben frontalen Meerblick, alle Zimmer besitzen Wohnzimmer und Balkon. Pool auf der Dachterrasse im 20. Stock. Quality Suítes Vila Velha buchen.

Solide Option in Vila Velha: das Quality Suítes © Brasilien Insider

Essen

Die Küste der Region ist weltbekannt für ihren großen und variationsreichen Fischbestand, das typischste Gericht nennt sich Moqueca Capixaba.

Papaguth, Av. Nossa Senhora dos Navegantes 700, Enseada do Suá, Vitória. Sehr gutes regionales Fisch- und Meeresfrüchterestaurant in toller Lage mit Außenterrasse und Blick auf die Brücke Terceira Ponte und die Baía de Vitória, sowie auf den großen Würfel, der einmal das Museum für Moderne Kunst (Cais das Artes) beherbergen soll. Besonders gut ist Linguado ao molho de uva, das ist Fisch in Weintraubensoße (für 2 Pers.). Das Mittagessen bietet sich zusammen mit einem Besuch beim Projeto Tamar an.
Mo–Fr 11.30–15.30, Sa, So 11.30–17 Uhr

Sehr lecker: Fisch in Weintraubensoße © Brasilien Insider
Künstlerisches Dekor im Atlântica © Brasilien Insider

Atlântica, Av. Antônio Gil Veloso 80, Praia da Costa, Vila Velha. Tolles Traditionslokal am Strand, in dem seit mehr als 50 Jahren köstliches Seafood auf den Tisch kommt. Darunter natürlich die Moqueca Capixaba (2–3 Pers.), aber auch das laut Besitzern hier erfundene und oft kopierte Gericht “Camarão no Coco”, bei dem Krabben in einer Kokosnussschale serviert werden (2–3 Pers.). Farbenfrohe Dekoration mit Bildern lokaler Künstler an den Wänden, Kellner Sandro ist seit 1983 eine gut gelaunte wandelnde Institution.
Mo, Mi–Sa 11–16, 18.30–23.30, So 11–16 Uhr

Feine Meeresfrüchte sind die Spezialität im hervorragenden Atlântica in Vila Velha © Brasilien Insider

Nachtleben

Die meisten Kneipen liegen in Vitórias sog. „Bermuda-Dreieck“ (Triângulo das Bermudas) im Viertel Praia do Canto. Man startet am besten an der Ecke Rua João da Cruz und Rua Joaquim Lírio, wo die Bars Bilac und DDD die Eintrittstore sind. Ringsherum finden sich Straßenbars und Diskotheken. Besonders zu empfehlen sind die Bar Abertura (Rua Joaquim Lírio 820, Fr, Sa Livemusik ab 21 Uhr, Couvert R$7, Di, Mi 17–1, Do–Sa 17–4, So 15–1 Uhr) und die etwas schickere Ensaio Botequim (Rua Joaquim Lírio 778, Di–Do 18–24, Fr, Sa 18–2, So 14–24 Uhr).

Ein wenig die Rua João da Cruz hinauf stößt man auf die originelle Kneipe Vikings, in der Gäste ihr Bier eigenhändig an aus der Wand ragenden Bierhähnen zapfen können.
Di–Fr ab 17, Sa, So ab 15 Uhr

Versumpfen im Bermuda-Dreieck von Vitória © Brasilien Insider

Aktivitäten

Bodyboard

Bodyboarden mit Weltmeisterin © Instituto Neymara Carvalho

Wer schon immer mal bei einer fünfmaligen Bodyboard-Weltmeisterin Unterrichtsstunden nehmen wollte, hat bei Neymara Carvalho die Gelegenheit dazu. Der idyllische Strand von Barra do Jucu bietet ideale Bedingungen, nur liegt er recht weit außerhalb. Stunden sind am Wochenende ganztags möglich, unter der Woche nur frühmorgens um 7 Uhr (Preis R$120 inkl. Material). Anfänger und Fortgeschrittene sind bei Neymara herzlich willkommen, Kontakt: Instituto Neymara Carvalho.

Bootstouren

In die Bucht von Vitória bis Vila Velha fahren Boote von Ecobalsas, Abfahrt ist am Pier an der Praça do Papa. Mehrere Anbieter führen zwischen Juli und Oktober auch Walbeobachtungsfahrten durch, Infos gibt es auf Quero ver Baleia.

Tagesausflüge

Die Agentur Capixaba Turismo bietet unter anderem Ausflüge nach Guarapari, Anchieta und Domingos Martins (Pedra Azul) an, außerdem könnt Ihr hier eine City Tour durch Vitória und Vila Velha buchen (ab R$65–85 p. P.).

Sehr empfehlenswert für weiterführende Ausflüge ist die Agentur The Nature Guide. Besitzer Felipe führt sehr schöne und nachhaltige Touren ins Umland durch, zum Beispiel ins bergige Hinterland der Serra do Caparaó oder zum Meeresnationalpark Abrolhos an der Walküste von Bahia. Auch Tagestouren in Vitória und nach Guarapari könnt Ihr bei dem freundlichen Team buchen.

Im Kontakt mit der Natur: Unterkunft in der Serra do Caparaó mit The Nature Guide © Marcius Cardoso

Transport

Flüge

Der Flughafen Eurico de Aguiar Salles liegt nur 3 km von der Praia do Camburi. Linienbus “Verdinho” fährt sowohl zur Praia do Camburi als auch nach Praia do Canto (15–20 Minuten, R$4). Außerdem unterhält die Gesellschaft Alvorada einen Direktbus vom Flughafen nach Guarapari (5 x tgl., 1 1/2–2 Stunden, R$23). Alle Busse halten an der zweiten Piste vor dem Flughafengebäude.

Der farbenfrohe Flughafen von Vitória © Brasilien Insider

Busse

Busbahnhof Vitória © Brasilien Insider

Der Busbahnhof Terminal Rodoviário liegt auf der Ilha do Príncipe, 1 km westlich vom Stadtzentrum. Von dort fahren regelmäßig Busse unter anderem nach:

 

Südlich von Vitória

Guarapari

Diese 123.000-Einwohner-Stadt liegt 64 km südlich von Vitória. An den urbanen Küstenabschnitten überwiegen moderne Apartment-Hochhäuser und bessere Restaurants und Bars, die ruhigeren Strände liegen etwas außerhalb. Der Ort wird gerne von wohlhabenden Brasilianern besucht, auch kommen viele ältere Leute in diese sogenannte Cidade da Saúde (Stadt der Gesundheit), um in dem berühmten radioaktiven „Heil“-Sand Genesung von rheumatischen Beschwerden zu suchen. Gäste aus dem Ausland sind eher selten – wer jedoch auf der Durchreise ist, sollte sich die herrlichen Buchten und Strände der Region nicht entgehen lassen. Nicht umsonst gilt Guarapari als einer der beliebtesten Badeorte von Espírito Santo.

Urbane Strandszenerie in Guarapari © Brasilien Insider

Die belebte Praia da Areia Preta (Schwarzer Sand) im Zentrum besitzt am meisten von dem berühmten Heilsand. An deren Ende liegt die felsige Halbinsel Pedra do Siribeira, von der aus sich wunderschöne Ausblicke bieten.

Schöne Ausblicke von der Pedra do Siribeira © Brasilien Insider

Dahinter folgt die noch urbane, aber sehr schattige und wenig verschmutzte Praia do Meio. Hier wie bei den angrenzenden kleinen Stränden von Castanheiras und Namorados finden sich die meisten Strandbars. Etwas abseits vom Zentrum, aber noch zur Stadt gehörig, liegt die schöne 4 km lange Praia do Morro, beliebt bei Brett- und Windsurfern (2–3 m hohe Wellen), Tauchern (Artenreichtum, bis 20 m Sichtweite) und abends bei Nachtschwärmern.

Die Strände von Guarapari füllen sich besonders am Wochenende © Brasilien Insider

Etwa 10 km nördlich des Zentrums liegt Setiba Pina, der Hauptstrand der Surfer. Von dort führt eine Sandstraße zur Sommerfrische von Setiba, einem idyllischen grünen Plätzchen mit sauberem, ruhigem Wasser, kleinen Strandbars und einer vorgelagerten Felseninsel. Südlich des Zentrums lohnt die 10 km entfernte alte Fischerkolonie Meaípe einen Besuch. Im Sand liegen bunte Boote, das Meer ist spiegelglatt und sauber, ein paar einfache Pousadas laden zum längeren Verweilen ein …

Am schmalen Strand von Meaípe © Brasilien Insider

Übernachtung

Hotel Atlântico, Av. Edísio Cirne 332, Praia dos Namorados. Tolle Lage direkt an der Praia dos Namorados, die 96 Zimmer verteilen sich auf zehn Kategorien (mit/ohne Meerblick), alle Preise sind auf der Website abrufbar. Besonders schön sind die renovierten Suiten. Hotel Atlântico buchen.

Blick vom Hotel Atlântico auf die Praia dos Namorados © Brasilien Insider

Essen

Gaeta, Av. Santana 47, Praia de Meaípe. Ein Ausflug mit Mittagessen sollte in das 10 km südlich gelegene Meaípe führen, wo der rüstige Besitzer Nhozinho Matos seit 1966 eines der berühmtesten und traditionellsten Moqueca-Lokale des Landes führt und bei schönem Panorama-Meeresblick sein Hausgericht auftischt. Es kann mit großen Shrimps („VG“) oder kleineren Krabben bestellt werden, dazu immer Fisch (2–3 Pers.).
tgl. 11–22 Uhr

Nhozinho Matos zeigt stolz seine berühmte Moqueca © Brasilien Insider

Transport

Ab Rodoviária fahren häufige Busse nach Vitória von Planeta (stdl., 1 1/2 Std., R$15).

 

Anchieta und Iriri

Dieser Ort mit 29.000 Einwohnern liegt 89 km südlich von Vitória. An der Küste, besonders im für Touristen interessantesten Stadtteil Iriri, stehen viele hübsche Sommerhäuschen und einige Hotels. Die Siedlung wurde 1565 von dem Jesuitenmönch José de Anchieta, dem „Apostel Brasiliens“, gegründet. Mit Hilfe der Tupi-Indios ließ er auch die Igreja Matriz de Nossa Senhora da Assunção (1569) errichten. Die unter Denkmalschutz stehende Kirche, eine der ältesten Brasiliens, liegt abgeschieden auf einem Hügel mit schönem Blick auf die Mündung des Rio Benevente.

Blick vom Hügel der Igreja Matriz de Nossa Senhora da Assunção auf den Rio Benevente © Brasilien Insider

Südlich von Anchieta, im 7 km entfernten Distrikt Iriri, liegt Areia Preta mit vielen Hotels, Pousadas und Restaurants. Im Sommer herrscht ein ziemlicher Trubel, vor allem während des Karnevals. Von hier werden auch Schonerfahrten ins offene Meer oder zu den vorgelagerten Inseln angeboten. Ganz in der Nähe befindet sich die ruhigere und besonders bei Surfern beliebte Praia dos Namorados. Noch ursprünglicher und einsamer sind die Strände von Coqueiro und Balanço, genau zwischen Iriri und Anchieta, sowie Castelhanos, 5 km südöstlich von Anchieta an der Spitze einer Landzunge. Zu allen Stränden bestehen gute Nahverkehrsverbindungen (Busse und Vans).

Am Strand von Areia Preta in Iriri © Brasilien Insider

Übernachtung

Hotel Espadarte, Rua Padre José Anchieta 2, Areia Preta, Iriri. Modernes, sehr gut geführtes Hotel mit 67 Zimmern (etwa die Hälfte hat Meerblick) im Herzen von Iriri, direkt an der Praia Areia Preta mit eigenem Strandservice. Organisation von Ausflügen, zum Beispiel zur Ilha dos Cabritos. Zu den Extras zählen unter anderem Pool, Sauna, Restaurant, Bar sowie Kajak- und SUP-Verleih. Hotel Espadarte buchen.

Mittendrin im Geschehen: das sehr gut geführte Hotel Espadarte © Brasilien Insider

Pousada Solar da Praia, Rua Padre José Anchieta 1, Areia Preta, Iriri. Gepflegte Anlage direkt am Strand, die obere Etage gehört zur Pousada, das untere Stockwerk zum angegliederten Hotel. Die zwölf Zimmer haben keinen Meerblick, diesen gibt’s dafür auf der schönen Terrasse. Tolle Lage am gemütlichen, sehr grünen Ende des Strandes, am Wochenende ist man wirklich „mittendrin“ (Partys aber nur bis maximal 22 Uhr). Pousada Solar da Praia buchen.

Geschmackvolle Einrichtung in der Pousada Solar da Praia © Brasilien Insider

Transport

Busse fahren ca. alle 20–30 Min. nach Guarapari (45 Min., R$7). Nach Vitória kommt man mit Planeta (ca. stdl., 2 Std., R$25–35).

 

Itaúnas

Das dicht an der nördlichen Landesgrenze von Espírito Santo liegende Itaúnas strahlt bereits ein sehr deutliches “Bahia-Gefühl” aus, manche sprechen gar inoffiziell vom Eingangstor zum Nordosten (Portal do Nordeste). Der kleine Ort mit nur 2000 Einwohnern besteht aus zwei Hauptstraßen und einem zentralen Platz, auf dem die Igreja de São Sebastião steht.

Das grüne Zentrum von Itaúnas mit der Igreja de São Sebastião © Brasilien Insider

Dennoch ist es eines der wichtigsten Urlaubsziele von Espírito Santo, hauptsächlich im Sommer und im Juli, wenn Tausende von jüngeren Gästen und Backpackern in das auch Jericoacoara capixaba genannte Naturparadies strömen. Es gibt viele Palmen, herrliche Strände, einen großen Park und abends viel Forró-Musik und Tanz.

Dörfliche Idylle in Itaúnas © Brasilien Insider

Dabei ist Itaúnas eine Neugründung – und auch warnendes Beispiel: Der ursprüngliche Ort wurde in den 1950er- bis 1970er-Jahren nach der Vernichtung seiner umgebenden Vegetation allmählich von Wanderdünen zugedeckt, sodass die Bewohner ihre Häuser verlassen und neu errichten mussten.

Unter Dünen verschüttet: die alte Ortschaft von Itaúnas © Brasilien Insider

Zwei Küstenabschnitte sind überregional bekannt: die endlose Praia de Itaúnas mit ihren 30 m hohen Sanddünen sowie 16 km nordöstlich an der Grenzmarke zu Bahia der Riacho Doce, ein Flussmündungsstrand mit feinem Sand, schwachen Wellen und Korallenriffen. Der Zugang geschieht über eine Sandstraße mitten durch Eukalyptus-Pflanzungen oder am Strand entlang. Dort trifft man überall auf schwarze Steine (pedras negras), die dem Wasser oft eine dunkle Färbung verleihen. In der Sprache der Tupi-Indios heißen sie itaúnas, von daher stammt der Name des Ortes. Von September bis März wird die Küste von vier Meeresschildkrötenarten aufgesucht.

Szenario an der Praia de Itaúnas © Brasilien Insider

Parque Estadual de Itaúnas

Ohne umzäunt oder begrenzt zu sein, nimmt dieser 1991 eingerichtete Park ein Gebiet von 3481 Hektar ein und beheimatet diverse Ökosysteme, wie die karge Restinga-Vegetation, Atlantischen Regenwald, Mangrovenwälder, Dünen, Feuchtsavannen und einen 25 km langen Strandabschnitt.

Im Parque Estadual de Itaúnas © Brasilien Insider

Die Fauna der Überschwemmungsgebiete kann man gut von der schmalen Brücke über den Rio Itaúnas beobachten, der Verbindung zwischen dem Ort und den Dünenstränden. Der Park lässt sich auf mehreren Wanderwegen, per Fahrrad, im Buggy sowie im Kanu durchqueren. Sämtliche Ausflüge in und um Itaúnas sind über die Agentur Casinha de Aventuras organisierbar (siehe unten), auch Besuche entfernterer Strände sind so möglich.

Die Natur liegt in Itaúnas vor der Haustür © Brasilien Insider

Übernachtung

Pousada Vila Morena, Rua Dercílio F. da Fonseca. Erstaunlicherweise ist eine der schönsten und geschmackvollsten Pousadas im Ort auch eine der günstigsten. Besitzerin Fátima hat ein gutes Händchen für Dekoration, ihr netter, stets präsenter Mann Sérgio kümmert sich aufopfernd um seine Gäste. Im schönen Pool kann man leicht den Nachmittag beim Bier ausklingen lassen. 15 gut ausgestattete Zimmer, ruhige Lage, in der es auch in der Hochsaison nicht zu laut wird. Pousada Vila Morena buchen.

Mit Liebe zum Detail dekoriert: Pousada Vila Morena © Brasilien Insider

Pousada Casa da Praia, Rua Dercílio F. da Fonseca. Der Name führt etwas in die Irre, denn die Pousada liegt nicht an einem Strand, sondern in schöner, ruhiger Lage mit Blick auf den Rio Itaúnas. Familiäre Atmosphäre, süßer Garten, elf einfache Zimmer mit guten Betten, Balkon/Veranda, Fernsehraum (Sky). Pousada Casa da Praia buchen.

Frühstück mit Gartenblick in der Pousada Casa da Praia © Brasilien Insider

Essen

Cizinho, Rua Denerval L. da Silva. Die sympathische Besitzerin Valéria serviert regionale Fisch-, Fleisch- und Nudelgerichte; Spezialitäten wie Filet mit Käse und Banane (2 Pers.), Penne Shoyu und vieles mehr in gemütlichem, rustikalem Ambiente auf einer schönen Außenterrasse.
So–Do 12–22, Fr, Sa 12–23 Uhr

Gemütliche Terrasse des Restaurants Cizinho © Brasilien Insider

Aktivitäten

Mehrere Wanderwege führen durch den Park (hin/zurück 1 1/2–4 Std.). Ausgangspunkt ist das Centro de Visitantes bei der Brücke, wo auch Guides bestellt werden können: WhatsApp, E-Mail . Diese sprechen nur Portugiesisch, aber zwei beschilderte Wege könnt Ihr auch leicht alleine laufen: Trilha do Tamandaré und Trilha do Pescador, Infos dazu gibt es im Besucherzentrum. Auf der kurzen Trilha do Tamandaré geht es hinter der Brücke gleich rechts in einen zugewucherten Pfad, auf halber Strecke biegt Ihr wieder rechts zur Casa do Tamandaré ab, das einzige Haus der alten Ortschaft, das nicht von den Dünen geschluckt wurde. Sein früherer Besitzer, Seu Tamandaré, war der einzige Bewohner, der den Wald nicht abholzte.
Centro de Visitantes tgl. 8.30–17.30 Uhr

Unterwegs auf der Trilha do Tamandaré Richtung Strand © Brasilien Insider

Etwas weiter dem Weg folgend, und einmal über die Dünen, ist schon die schöne Praia de Itaúnas erreicht, wo nach einigen Hundert Metern Strohhütten zu einer Rast und einem kühlen Getränk einladen.

Der schöne Strand von Itaúnas © Brasilien Insider

Auch Snacks sind hier erhältlich. Sehr gut sitzt man in der Barraca do Itamar: Zur einen Seite wandert der Blick aufs Meer, zur anderen auf die Dünen. Weiter geht es nach der verdienten Pause durch die hohen Dünen und dann links auf die Straße zurück zum Ort.

Blick aufs Meer von der Barraca do Itamar © Brasilien Insider

Die Agentur Casinha de Aventuras hat ein Büro nahe dem Parkeingang und bietet ganztägige Buggytouren über die Strände der Costa Dourada und Riacho Doce an, außerdem sind Kajak-, SUP- oder Kanufahrten auf dem Rio Itaúnas bis zum Rio Angelim, Mountain Biking sowie diverse Reit- und Wanderausflüge durch den Park von Itaúnas möglich.
im Sommer tgl. 9–20 Uhr, sonst nur über WhatsApp

Mit dem Kajak oder Kanu sind schöne Ausflüge auf dem Rio Itaúnas möglich © Brasilien Insider

Transport

Die Busse nach Vitória starten im 30 km entfernten Conceição da Barra. Dorthin fährt Mar Aberto (3 x tgl., 50–60 Min., R$11).

Die Weiterfahrt von Teixeira de Freitas nach Caravelas oder Prado erfolgt mit Bussen von Brasileiro © Brasilien Insider

Die Weiterfahrt nach Bahia ist leider umständlich:

  • Man muss zunächst nach São Mateus gelangen (unter Umständen mit Taxi, Preis verhandeln).
  • Von dort fährt um 11.20 Uhr ein Águia-Branca-Bus nach Teixeira de Freitas (2 1/2 Std., R$35–52).
  • Weiterfahrt mit Brasileiro nach Caravelas (5 x tgl. unter anderem um 15 und 18.30 Uhr, 2 Std., R$22) oder Prado (6 x tgl. unter anderem um 16.30 und 17.50 Uhr, 2 Std., R$20, Sonntag seltener).
  • Wer nach Porto Seguro möchte, muss ab São Mateus den Águia-Branca-Bus nach Itamaraju nehmen (11.25 Uhr, 4 Std., R$54), dort besteht Anschluss mit Brasileiro um 17.25 Uhr (3 1/2 Std., R$41).

 

 

Domingos Martins

Am 21. Dezember 1846 kamen die ersten deutschen Siedler – vor allem aus Pommern – nach Vitória, zehn Jahre später gründeten sie 42 km entfernt in dem hügeligen Hinterland ihr eigenes kleines Dorf, damals noch Campinhoberg genannt, heute Domingos Martins (34.000 Einwohner), auch Cidade verde, grüne Stadt, genannt.

Einfahrt nach Domingos Martins © Brasilien Insider

In der Stadt merkt man zunächst nicht so viel von dem teutonischen Ursprung, höchstens das Stadttor, das Rathaus, die evangelisch-lutherische Kirche (Igreja Luterana) und ein paar Hotels kommen einem von der Architektur her vertraut vor. Doch bei genauerem Hinsehen fallen die zweisprachigen Aufschriften auf Parkbänken auf. Auch ist die blonde Haarfarbe weit häufiger vertreten als sonst. Selbst Dialekte aus Pommern und dem Hunsrück sind noch lebendig. Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Heimatsprachen verboten, sind aber heute wieder voll rehabilitiert. Das kulturelle Erbe wird bei diversen Festen gepflegt.

Die Igreja Luterana an der Praça Dr. Arthur Gerhardt im Zentrum © Brasilien Insider

In der Casa da Cultura sind noch einige Werkzeuge, Fotos und Objekte der ersten Einwanderer zu besichtigen, darunter ein Grammophon, das erste Radio der Stadt (Familie Hülle, 1930) oder die Kinderkrippe der Familie Wruck von 1870.
Di–Fr 8–11.30, 13–17, Sa, So 10–16 Uhr

Das Radio der Familie Hülle von 1930 © Brasilien Insider

Zentrum des Ortes ist die kleine Fußgängerzone Rua do Lazer (Rua João B. Wernersbach) mit diversen Geschäften, Cafés und Restaurants. Im Espaço Bauernmalerei in der Travessa Augusto Schwambach, gleich um die Ecke von der Casa da Cultura, lassen sich bunt bemalte Wanduhren, Blumentöpfe, Teller, Tabletts, Smartphonehalter und vieles mehr erstehen.
tgl. 9–17 Uhr

Deutsche Bauernmalerei in Brasilien © Brasilien Insider

Pedra Azul

Der Landkreis Domingos Martins liegt in einer fruchtbaren Hügellandschaft. Von der BR-262 ab Vitória fällt schon von Weitem der 1822 m hohe und oft bläulich schimmernde Pedra Azul ins Auge, das bekannteste Postkartenmotiv der Region. Der Reiz des gleichnamigen 1200 Hektar großen Parks liegt besonders in den vielen Wanderpfaden und Wasserfällen sowie in einer überaus reichen Flora und Fauna. In der Höhe kann es bei einer jährlichen Durchschnittstemperatur von 12 °C jedoch auch recht kühl werden.

Der in Wolken verhüllte Pedra Azul © Brasilien Insider

Die Anfahrt vom Zentrum in Domingos Martins zum Pedra Azul dauert etwa eine Stunde mit dem Auto, zwei Stunden per Bus (Ausstieg bei der Pousada Peterle). Erster Anlaufpunkt ist die Casa do Turista. Von dort führt eine schmale Straße („Rota do Lagarto“) bis zum Portal da Pedra Azul, einem hübschen Haus mit Café und Souvenirgeschäft. Von dort sind es nur noch 800 m bis zum Centro de Visitantes, wo die Wanderwege „Trilhas do Lagarto“ beginnen.
Casa do Turista Mo–Fr 9–17, Sa, So 9–16 Uhr, zur Mittagszeit sind die Mitarbeiter im Untergeschoss ansprechbar

Verkauf von Souvenirs und Lebensmitteln im Portal da Pedra Azul © Brasilien Insider

Übernachtung

Pousada Pedra Azul, Rodovia BR-262, KM 88, Aracê (Rota do Lagarto). Das Hotel mit 1980er-Jahre-Charme wurde vom bekannten bahianischen Architekten Zanine Caldas entworfen. Über das große Gelände erstrecken sich eigene Wanderwege von 20 bis 60 Minuten Dauer, die 38 modernisierten Zimmer erfüllen alle Ansprüche an Behaglichkeit. Anfahrt per Transfer ab Vitória (ca. R$180) oder von der Haltestelle Pousada Peterle abholen lassen. Pousada Pedra Azul buchen.

Behagliches Zimmer in der Pousada Pedra Azul © Brasilien Insider

Essen

Restaurante Pedra Azul. Das zur gleichnamigen Pousada gehörende charmante und rustikale Bergrestaurant mit Terrasse und bestem Blick auf den berühmten Felsen eignet sich besonders zum Mittagessen. Es empfiehlt sich die hervorragende Spezialität Filé a Mirindiba, das sind Filet-Mignon-Medaillons in Jabuticaba-Soße mit Ravioli und Bio-Kräutern. Der sympathische Chef Nego tischt seit 1985 auch leckere frische Salate auf. Am Samstag gibt es ab 19.30 Uhr ein „Festival de Massas“: Nudeln zum Abwinken für R$70.
tgl. 12.30–15.30, 19.30–22.30 Uhr

Aushängeschild im Restaurante Pedra Azul: Medaillons in Jabuticaba-Soße © Brasilien Insider
Blick auf den von Regenwolken umhüllten Pedra Azul © Brasilien Insider

Einen hartnäckigen Regentag verbringt man am besten in der lokalen Bierbrauerei Ronchi Beer Cervejaria Artesanal, Rodovia BR-262, KM 89. Der Ausblick auf den von Regenwolken verhangenen Felsen Pedra Azul wird hier auf wundersame Weise mit jedem Bier schöner. Gebraut werden vier Sorten nach dem deutschen Reinheitsgebot, von leicht bis herb sind dies: Pilsen, Weiss, Red Ale und IPA (mein Favorit: Red Ale). Falls man mal zwischen den Bierverkostungen etwas Abwechslung benötigt, kann auch die Mikrobrauerei im Nebenraum besichtigt werden. In einem Verkaufsladen könnt Ihr darüber hinaus das in Flaschen abgefüllte Produkt sowie weiteres Trinkzubehör (unter anderem den unverwüstlichen Trinkstiefel) kaufen.

Bierprobe in der Cervejaria Ronchi Beer © Brasilien Insider

Die Cervejaria Ronchi Beer hat ein sehr schönes Ambiente und bietet (bei Sonne) eine wunderbare Außenterrasse. Ansonsten laufen auf den Fernsehern Sportübertragungen, und wer mag, kann zum Bier noch einen deftigen Snack bestellen, unter anderem Eisbein oder drei Grillwürste mit Senf und Brot.
tgl. 10–0.20 Uhr

Besichtigung der Brauereiräume © Brasilien Insider

Transport

Schalter von Águia Branca © Brasilien Insider

Die Busstation liegt in der Rua Bernardino Monteiro. Von dort fahren 3 x tgl. Busse von Águia Branca nach Pedra Azul (2 Std., R$15), Ausstieg bei der Pousada Peterle und von dort abholen lassen.

Nach Vitória fährt ebenfalls Águia Branca (10 x tgl., 1 1/2 Std., R$11).