FASZINIERENDES SALVADOR

Die markante Igreja Rosário dos Pretos im Pelourinho © Erika Kurz

Ein Bericht über Salvador von Erika Kurz.

Brasilien! Keine Ahnung, warum ich es bei meinen vielen Fernreisen so lange nicht beachtet hatte. Dieses Land hat mich so sehr in seiner facettenreichen Art gefangen genommen und regelrecht fasziniert.

Die erste Station sollte Salvador sein, der Flug dorthin ging über Rio, wobei mir schon etwas wehmütig zumute war, die Weltstadt Rio nicht gleich mit einem Besuch zu würdigen. Dazu sollte es aber später noch kommen … Aber erstmal hatte ich nicht mit Salvador gerechnet, die Stadt hat mich sofort in ihren Bann gezogen!

Gleich nach der Ankunft in der zentral gelegenen Pousada, nahe dem Pelourinho, waren die Trommeln der berühmten Trommlergruppe Olodum zu hören, die durch die Altstadt gezogen sind. Schon von weitem spürte man den Rhythmus von Karneval und Lebensfreude.

Der erste Spaziergang durch die Altstadt sollte das alles bestätigen, ein Gefühl … unbeschreiblich.

Häuserzeile in der Altstadt von Salvador © Erika Kurz

Mich beeindruckt ja immer wieder diese Lebenslust der Mittel- oder Südamerikaner, die wie mir scheint auch ohne übertriebenen Wohlstand einfach glücklich ihr Leben genießen können. Die Trommeln waren bis spät in die Nacht zu hören, was mich aber nicht störte…

Am nächsten Tag wollte ich mir nur einen Eindruck von den schönen Plätzen, Kirchen und Gebäuden machen, da die Erklärungen dazu später noch von einen Reiseleiter folgen sollten. Es war ein wunderbares Erlebnis, diese bunten Gebäude einfach zu betrachten. Weiter ging der Spaziergang zum Fahrstuhl Elevador Lacerda, der die Oberstadt mit der Unterstadt verbindet und zum Mercado Modelo, der neben Kunsthandwerk aber leider auch viele kitschige Souvenirs bereithält.

Im Mercado Modelo © Erika Kurz

Mein eigentliches Ziel war die Anlegestelle am Hafen, die mich zur Insel Itaparica bringen sollte. Auf dieser Insel kann man sich mit einem Kleinbus/Taxi zu einem Strand seiner Wahl fahren lassen. Am Strand angekommen, wurden wir bestens mit Essen und Getränken versorgt, der Fahrer wartete derweil geduldig bis zur Weiterfahrt über die Insel. Er zeigte uns mit Stolz und sehr viel Freude sein kleines Reich – ein wunderschönes Erlebnis, was durch die Überfahrt zurück nach Salvador in einer mit einheimischen Sonntagsausflüglern überfüllten Personenfähre noch gesteigert wurde. Ein sehr authentischer Tag!

Dann war da auch noch der Sonnenuntergang vor der Skyline von Salvador – ein Erlebnis, das ich mit Worten eigentlich nicht beschreiben kann. Spätestens da war ich verliebt in Land und Leute!

Blick von der Itaparica-Personenfähre auf die Skyline von Salvador © Erika Kurz

Der folgende Tag war für einen Besuch im Strandstadtteil Barra vorgesehen. Die Fahrt dorthin mit dem öffentlichen Stadtbus war für uns schon eine kleine Herausforderung, vor allem den richtigen Terminal zu finden, aber nichtsdestotrotz hat sich diese Mühe gelohnt.

Erstmal war es toll, an der wunderschönen Strandpromenade einen kühlen Drink zu sich nehmen, dann den Leuchtturm zu besichtigen und danach gleich hinein ins saubere und spiegelglatte Wasser der Allerheiligenbucht 😊

Stadtstrand am Leuchtturm von Barra © Erika Kurz

Den vierten Tag verbrachten wir mit einem Reiseleiter und einer netten und lustigen Gruppe. Unterwegs besuchten wir unter anderem die goldene Kirche und das Franziskanerkloster, ein schönes Museum und noch viele weitere Sehenswürdigkeiten. Der Stadtrundgang endete in einem wunderschönen Terrassencafé mit Buchtblick zum Sonnenuntergang.

Am Abend gab es eine typische bahianische Moqueca (Fisch-Krabbenragout) – einfach nur lecker, kann ich jedem Brasilien-Reisenden nur empfehlen. Und zum Abschluss des Tages zogen wir mit der Gruppe noch weiter in eine urige Kneipe, um den berühmten Cravinho zu probieren, ein aus dem brasilianischen Zuckerrohrschnaps Cachaça gefertigter Nelkenlikör. In entsprechend guter Stimmung gingen wir dann noch in das mitreißende Konzert des bekannten Sängers Gerônimo, wo wir uns nicht lange bitten lassen mussten und uns schnell unter die tanzfreudigen Baianos mischten …

Am nächsten Morgen traf die alte Regel zu: Wer feiern kann, kann auch früh aufstehen 😉 Wir fuhren zur Halbinsel Itapagipe hinaus, wo wir u.a. das Atelier von Senhor Prentice besuchten, einer der letzten noch tätigen Kunstfliesenmaler der Stadt. Nach einer Stärkung mit einem Tropenfrüchteeis (Mangaba, Biribiri, Caju, Graviola …) in der ältesten und bekanntesten Eisdiele von Salvador ging es schließlich vorbei an wunderschönen und bei Touristen fast unbekannten Buchtbadestränden bis zur berühmten Bonfim-Wallfahrtskirche. Von hier stammen die bunten Glücksbändchen, die wir uns natürlich auch ums Handgelenk binden ließen – für jeden der drei Knoten hat man einen Wunsch frei. Der einzige Haken daran ist, dass diese sich erst dann erfüllen, wenn das Band von alleine abfällt (und das kann dauern). Aber in Bahia hat man es ja nicht so eilig …

Im Wind flatternde Bändchen an der Bonfim-Wallfahrtskirche © Erika Kurz

Am schönsten Aussichtspunkt der Stadt, bei der alten Festung Monte Serrat, genossen wir bei Blick auf Bucht und Skyline eine frische Kokosnuss, die vom Besitzer der kleinen Holzbaracke mit beeindruckend treffsicheren Machetenhieben geöffnet wurden. Auf dem Rückweg des Vormittagsausflugs hielten wir schließlich noch an einem der größten Märkte Salvadors. Durch die vielen fremdartigen Früchte und Gewürze, die kuriosen Produkte sowie die fremden Gerüche hatte ich das Gefühl, auf einmal in einer ganz anderen Welt zu sein.

Danach ging meine Reise weiter nach Manaus, doch eine Gewissheit hatte ich schon jetzt: Viel mehr kann man in ein paar Tagen Salvador kaum sehen und erleben – dabei gibt es noch so viel mehr zu sehen und zu erleben in Salvador. Ich komme bestimmt wieder 😊