REISEN IM JUNI – FESTAS JUNINAS

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Die lebendigen Tanzfeste des Nordostens - Festas Juninas. ©Visit_Brazil_Flickr

Sie heißen Antonius (Santo Antônio, 12.6.), Johannes (São João, 24.06.) und Petrus (São Pedro, 29.06.) und sind dafür verantwortlich, dass Brasilien im Juni gleich mehrere große Volksfeste feiert, um ihre Schutzheiligen zu ehren. Insbesondere im Nordosten und in Bahia sind die „Festas Juninas“, wie sie hier genannt werden, verbreitet.

Die Festas Juninas haben den fröhlichen und unbeschwerten Charakter eines Straßenfestes, bei dem sich Einheimische und Besucher mischen. Touristen haben hier die Möglichkeit, die Gastfreundschaft und die Folklore der Brasilianer zu erleben. Städte und Dörfer putzen sich heraus, durchaus auch in freundlicher Konkurrenz zueinander. Es werden Freudenfeuer entzündet und viele Feiernde tragen Trachten aus dem 19. Jahrhundert, in denen der Volkstanz „Quadrilhas“ getanzt wird. Der mitreißende Forró, ein an die Polka erinnernder Musik- und Tanzstil aus dem Nordosten Brasiliens, sorgt für großartige Stimmung.

So wird eine Quadrilha bei den Festas Juninas getanzt. ©Visit_Brazil_Flickr

Natürlich darf zur Stärkung auch die landestypische Küche nicht fehlen. Die Festas Juninas sind ein kulinarisches Fest der Köstlichkeiten. Das Essen und die Getränke werden mit viel Farbe und Geschmack serviert und meist mit Produkten wie Maniok, Mais und Erdnüssen zubereitet. Überall werden während der Festivitäten lokale Spezialitäten wie Pamonha (süß oder salzig, mit oder ohne Füllung aus Mais), Quentão (heißes Getränk mit Ingwer, Nelken, Zimt und Cachaça), Canjica (Maisgericht mit geriebener Kokosnuss oder Erdnüsse, Zucker und Milch), Maisbrot oder Tapioka-Kuchen serviert.

Sieht lecker aus und schmeckt auch gut: Canjica. ©Visit_Brazil_Flickr

Zudem gibt es an den vielen Ständen und in den Restaurants die berühmten Maçã do Amor (Liebesäpfel an einem Spieß mit rotem geschmolzenen Karamell), Cocada (Kokosnuss süß mit Kondensmilch), Churrasquinho (Fleisch oder Käse in einem Spieß), spezielle Hot Dogs (mit Mais- und Kartoffelstäbchen serviert), Paçoca (Erdnüsse, gemahlen oder gepresst) und Erdnusskrokant.

Die beiden größten Juni-Feierlichkeiten in Brasilien finden in Caruaru und Campina Grande statt und jede Region hat ihre ganz eigenen Traditionen. Zum Beispiel wird in bestimmten Nächten des Monats Juni in der Stadt Caruaru (Bundesstaat Pernambuco, zu erreichen von Recife aus in 2 Stunden mit dem Bus) die „Comida Gigante“, die größte heiße Schokolade, zubereitet. Auch wird hier die Tradition der sogenannten „Kordel-Literatur“ (Literatura de Cordel) gepflegt. Dabei handelt es sich um mit Holzschnitten illustrierte kleine Hefte, die Texte in Reimform enthalten. Auf den vielen kleinen Bühnen Caruarus finden zudem „Mamulengos“ statt, eine Art Puppentheater.

Typisch für den Nordosten: die Kordel-Literatur. ©Visit_Brazil_Flickr

Die Stadt Campina Grande (Bundesstaat Paraíba, zu erreichen von João Pessoa aus in knapp 2-3 Stunden mit dem Bus) hat für die Juni-Feste eine Gesamtfläche von 40.000 Quadratmetern reserviert. Die Feierlichkeiten in der Stadt dauern normalerweise den ganzen Monat Juni und es finden zahlreiche Forró-Konzerte mit landesweit bekannten Künstlern statt.

Die Juni-Festivals gehören zu den wichtigsten kulturellen Feierlichkeiten in Brasilien und werden an vielen Orten bis in den Juli hinein gefeiert. Besucher machen eine einzigartige, kulturelle Erfahrung, die man nicht vergessen wird.