FOZ DO IGUAÇU

Atemberaubende Ausblicke: die Wasserfälle von Iguaçu © Brasilien Insider
Nicolas Stockmann, dein Insider für die Iguaçu-Wasserfälle

Das Grollen kündigt die Wasser bereits von Weitem an. Da, wo der nach ausgiebigem Landregen angeschwollene Rio Iguaçu dann über einen fast 3 km langen Basaltbruch bis zu 80 Meter in die Tiefe rauscht, lassen die Wasserfälle von Iguaçu, „Cataratas“ auf Portugiesisch, kein Ohr und schon gar kein Auge mehr trocken. Von den atemberaubenden Aussichtspunkten aus sind die wagemutigen Zodiacboote, die weit unten durch das Sprühwasser von über 250 einzelnen Wasserfällen flitzen, kaum mehr auszumachen. Die berühmten Wasserfälle im südlichen Dreiländereck, wo Brasilien, Argentinien und Paraguay am Rio Paraná zusammentreffen, sind eines der sieben Weltwunder der Neuzeit – in dem Naturparadies bei der Stadt Foz do Iguaçu trifft man allerdings noch auf den Rest der Welt, der Parque Nacional do Iguaçu gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Brasilien.

 

Tipps zur Planung

Die Wasserfälle können von zwei Seiten besucht werden: der brasilianischen und der argentinischen Seite. Beide lohnen einen Besuch. Den besseren Überblick bietet der brasilianische Teil (die meisten besuchen diese Seite am ersten Tag), für die nähere und intensivere Erfahrung muss man jedoch über die Grenze nach Argentinien (zweiter Tag).

Die Fälle im brasilianischen Nationalpark sind einfacher zu erreichen und schneller zu besichtigen. Wer es eilig hat, dem reicht hier ein halber Tag. Am besten sind die Lichtverhältnisse morgens (Fotos!). Wer zu Hochbetriebszeiten keine Zeit am Ticketschalter verlieren will, der kann seine Eintrittskarte bequem vorab im Internet besorgen. Im Anschluss an die Cataratas solltet Ihr den gleich gegenüber vom Haupteingang gelegenen Vogelpark Parque das Aves nicht versäumen. Der restliche Nachmittag könnte einer Besichtigung des Itaipu-Staudamms dienen oder einem Shopping-Ausflug nach Ciudad del Este.

Für den argentinischen Part ist es sinnvoll, einen ganzen Tag zu reservieren, zum einen weil die Anreise länger dauert (Grenzformalitäten), zum anderen, weil die Wanderwege länger und die Möglichkeiten vielfältiger sind. Viele sind sogar so angetan, dass sie am nächsten Tag noch einmal wiederkommen.

Kein seltenes Ereignis: Ein Regenbogen vor den Wasserfällen © Brasilien Insider

Klima und Reisezeit

Die Region um Foz do Iguaçu hat subtropisches Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit. Die durchschnittliche Temperatur beträgt 14 °C im Winter und 26 °C im Sommer, an heißen Tagen erreicht das Thermometer schon mal 40 °C, im Winter kann es auf deutlich unter 10 °C fallen. Ein Besuch ist dennoch das ganze Jahr möglich. Zu empfehlen ist insgesamt der brasilianische Sommer (Dez–März), denn dann führt der Rio Iguaçu mehr Wasser und die Fälle sind noch beeindruckender.

Im Gepäck sollte neben Sonnencreme unbedingt auch Insektenschutz sein. Durch das feuchte Klima gibt es viele Moskitos, was insbesondere bei Wanderungen durch den Urwald lästig werden kann. An heißen Tagen sollte man zudem Badesachen mitnehmen, an kühleren Regenschutz, da bei den Fällen immer mit Spritzwasser zu rechnen ist.

 

Foz do Iguaçu

Die Stadt mit 260 000 Einwohnern ist relativ unspektakulär, aber eine nette Basis für Ausflüge zu den Hauptattraktionen der Umgebung: die brasilianische und argentinische Seite der Wasserfälle sowie der gigantische Staudamm Itaipu. Foz do Iguaçu liegt im Dreiländereck Brasilien – Paraguay – Argentinien. Die Nachbarstädte heißen Ciudad del Este (Paraguay) und Puerto Iguazú (Argentinien). Der Bau des Staudamms von Itaipu, ein brasilianisch-paraguayisches Gemeinschaftsprojekt, löste für beide Städte einen Entwicklungsschub aus.

Die Avenida Jorge Schimmelpfeng ist die Straße fürs Nachtleben. Von ihr geht die Avenida Brasil ab, die zentrale Einkaufsstraße. Die meisten Busse fahren über die parallel verlaufende Verkehrsader Avenida Juscelino Kubitschek (abgekürzt „JK“, gesprochen „Schotta-ka“). An ihrem nördlichen Ende liegt der zentrale Busbahnhof für den Nahverkehr, der Terminal de Transporte Urbano (TTU).

Übernachtung

Hotel Tarobá, Rua Tarobá 1048. Modernes Haus mit komfortablen Zimmern und gutem Service, Dachterrasse mit Pool und Sauna, eins der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse im Zentrum. Verkehrsgünstige Lage beim Stadtbusterminal (dennoch ruhig).

Hotel Continental 4Soul, Av. Paraná 1089. Sehr gutes Hotel mit freundlicher Rezeption sowie großzügigen und gepflegten Zimmern, die sich auch an kälteren Tagen beheizen lassen. Gutes, recht preiswertes Restaurant, Pool. Für das Gebotene fairer Preis.

San Martin Hotel & Resort, Rodovia das Cataratas, KM 21. Sehr günstige Lage: zwar weit vom Zentrum, aber nur ein paar Schritte vom Eingang zum brasilianischen Nationalpark sowie gleich neben dem Vogelpark. Man kann den ersten Besuchstag somit leicht selbständig ohne Guide/Taxi bewältigen. Die gepflegte, eingeschossige Hotelanlage beherbergt charmante Zimmer und einen üppig grünen Park mit Pool. Restaurant mittags à la carte, abends Buffet (Festpreis). Gratis Abholservice vom Flughafen nach Voranmeldung.

Hotel das Cataratas, Parque Nacional do Iguaçu. Die Nobelherberge in zartrosa Kolonialarchitektur ist das einzige Hotel innerhalb des Parks. Die Lage bei den Wasserfällen ist unschlagbar, Komfort, Dekoration und Service sind exzellent. Das Hotel ist weit mehr als eine bloße Basis für Ausflüge zu den Wasserfällen, Gäste sollten sich auch Zeit nehmen, um die herrliche Anlage (besonders den Pool!) zu genießen. Zwar teuer, doch fraglos ein Highlight jeder Brasilien-Reise (am günstigsten sind die Kategorien Superior und Luxo, ab ca. R$1460, alle Zimmer mit Frühbucherrabatt). 15 % Tax.

Essen

Rafain Churrascaria Show, Av. das Cataratas 1749, Vila Yolanda, Tel. 45/3523 1177. In dem großen Restaurant wartet ein Spitzenbuffet (R$142 all you can eat, Getränke extra) auf bis zu 1200 Gäste. Während man schlemmt, ziehen Tänzer und Komiker auf der Bühne eine sehenswerte 90-minütige Folklore-Show mit Darbietungen aus 8 lateinamerikanischen Ländern ab (Guinness Buch). Los geht’s pünktlich um 20.40 Uhr (kein Einlass nach Beginn der Vorführung). Vorverkauf über Website oder Hotelrezeption. Auch Mittagsbuffet (R$69). Öffnungszeiten: Mo–Sa 11.30–17, 19.30–23 Uhr.

Eine sehenswerte Show und gutes Essen gibt’s in der Rafain Churrascaria © Brasilien Insider

Touren

Viele Touranbieter machen ihr Geld mit Transfers zu den Wasserfällen und zum Staudamm Itaipu. Die Preise unterscheiden sich sehr; hier sollte man auf jeden Fall vergleichen oder – um noch mehr zu sparen – gleich auf eigene Faust losziehen. Sowohl die brasilianische Seite der Fälle als auch Itaipu sind einfach mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, die argentinische Seite ist etwas komplizierter. Die meisten Hostels und auch einige Hotels bieten z. T. günstige Tagesausflüge an.

 

Die Wasserfälle von Iguaçu

Iguaçu, „große Wasser“, nannten die Tupi-Guarani-Indianer, die ursprünglich das heutige Grenzgebiet von Brasilien und Argentinien bewohnten, die Wasserfälle. Ein bescheidener Ausdruck für eines der gigantischsten Naturwunder der Welt. Worte können das Erlebnis nur schwer beschreiben. Was aus der Ferne märchenhaft wie ein Gemälde wirkt, wird je näher man kommt zur schaurigen Faszination angesichts der rohen Gewalt der Natur.

Der Rio Iguaçu ist ein Nebenfluss des Rio Paraná von 1200 km Länge und entspringt in der Nähe der Serra do Mar. Kurz bevor er in den Paraná mündet, donnert er mit unglaublicher Macht durchschnittlich 60 m in die Tiefe. Der geologische Aufschluss formt dabei einen Bogen, der sich über 2,7 km erstreckt. Das Gebiet der Wasserfälle teilt sich Brasilien mit Argentinien. Der kleinere Teil (800 m) liegt dabei auf brasilianischem Boden. Je nach Wasserstand sind 150–270 verschiedene Fälle zu bewundern, die bis zu 6500 Kubikmeter Wasser pro Sekunde nach unten befördern. Mit einer Höhe von bis zu 80 m sind sie höher als die Niagarafälle, in puncto Breite müssen selbst die Victoria-Fälle in Afrika kapitulieren.

Umwerfende Ausblicke am laufenden Band © Brasilien Insider
Nicht nur Wasserfälle, auch viele Tiere gibt es in beiden Nationalparks zu sehen © Brasilien Insider

Beide Seiten der Fälle sind seit den 1930er-Jahren Nationalparks und seit 1984/1986 Weltnaturerbe der Unesco. Der Urwald besteht aus geschätzten 2000 Pflanzenarten. Er ist Heimat für 420 Vogel- und 68 verschiedene Säugetierarten, außerdem von Reptilien und Amphibien, von denen viele vom Aussterben bedroht sind. Zwischenzeitlich stand der brasilianische Nationalpark auf der roten Liste der gefährdeten Welterbe durch die illegale Öffnung einer Straße und häufige Helikopterflüge. Die Vernunft hat jedoch gesiegt – die Straße ist nun wieder geschlossen und die Helikopter müssen höher fliegen.

Brasilianische Seite

Knapp 18 km vom Stadtzentrum entfernt liegt der Eingang des Parque Nacional do Iguaçu. Von dem dortigen Besucherzentrum starten Pendelbusse, die die verschiedenen Stationen des Nationalparks miteinander verbinden. Leider müssen hier ausländische Gäste tiefer in die Tasche greifen, denn der Eintrittspreis ist satte 65 % höher als für Brasilianer. Autos können vor dem Gelände geparkt werden (R$22). Öffnungszeiten: tgl. 9–17 Uhr, R$41 (Brasilianer), R$70 (Ausländer).

Sehen putzig aus, sind aber mit Vorsicht zu genießen: Coatis © Brasilien Insider

An der Estação Trilha das Cataratas (beim Hotel das Cataratas) beginnt ein schöner Aussichtsweg, diverse Plattformen erlauben atemberaubenden Perspektiven. Ab und zu laufen einem Coatis über den Weg, auf den ersten Blick putzige, dem munteren Nasenbär ähnelnde Tiere mit langem gestreiftem Schwanz. Aufgrund gutmeinender Touristen sind sie jedoch mittlerweile auf Fütterung konditioniert und suchen zum Teil aggressiv in menschlicher Nähe nach Nahrung – Ihr solltet ihnen aus dem Weg gehen und euer Sandwich gut im Auge behalten.

Gegen Ende des Weges beginnt ein Laufsteg über das Wasser Richtung Garganta do Diabo: ein wahrer Hexenkessel! Ein Aussichtsturm, den man zu Fuß oder über einen Panoramaaufzug erreichen kann, bietet danach noch einen letzten herrlichen Überblick.

Von der hintersten Station Estação Porto Canoas fahren Busse zurück zum Eingang, vorher kann man noch in einem Restaurant oder Imbiss am Fluss verweilen.

Touren

Ähnliche Touren wie auf der argentinischen Seite bietet Macuco Safari an (zweite Station des internen Busses). Die beliebteste Tour beinhaltet eine Jeep-Fahrt (3 km), 600 m Abstieg durch den Uferwald und eine 25-minütige Bootsfahrt zu den Wasserfällen (2 Std., R$238). Auch für geführte Wanderungen, Vogelbeobachtung, Fahrradtouren durch den Regenwald oder Kajakfahrten auf dem Rio Iguaçu ist die Agentur der richtige Ansprechpartner. Alle Angebote können auch in einem Büro im Besucherzentrum gebucht werden. Öffnungszeiten: tgl. 9–17.30 Uhr.

Die Bootsfahrt von Macuco Safari führt bis dicht an die tosenden Wasserfälle © Brasilien Insider
Der Vogelpark

Wer die ganze Vogelschar, die sich sonst hartnäckig im Laub versteckt hält oder nur mit viel Geduld oder einem guten Fernglas beobachten lässt, einmal ganz aus der Nähe erleben will, der sollte einen Besuch im Parque das Aves machen, Rodovia das Cataratas KM 15, schräg gegenüber vom Besucherzentrum auf der brasilianischen Seite. Hier sind mehr als 1000 Vögel (130 Arten aus fünf Kontinenten) in zum Teil großräumigen und begehbaren Fluggehegen zu erleben. Dabei solltet Ihr euren Schmuck jedoch gut sichern, denn die Tukane sind wahre Meister im Abzwacken von verlockenden Knöpfen und Halsketten. Ein Besuch des Vogelparks lässt sich perfekt mit der brasilianischen Seite der Wasserfälle kombinieren, man muss nur die Straße überqueren! Öffnungszeiten: tgl. 8.30–17 Uhr, Eintritt R$45.

Der sehenswerte Vogelpark ist eine tolle Ergänzung zu den Wasserfällen © Brasilien Insider

 

Argentinische Seite

Der Eintritt zum argentinischen Parque Nacional Iguazú kostet Arg$700 (ca. R$65). Darin enthalten sind Fahrten mit der Bimmelbahn „Tren Ecológico“ (3 Stationen, Abfahrt alle 25 Min.), u. a. zur Garganta del Diablo, dem absoluten Höhepunkt der Wasserfälle. Im Park befinden sich einige Imbisse und Cafés sowie Erste-Hilfe-Stationen an den Bahnhöfen. Wer noch einmal wiederkommen will, kann sich seine Eintrittskarte am Abend abstempeln lassen und erhält damit am nächsten Tag 50 % Ermäßigung. Öffnungszeiten: tgl. 8–18 (Einlass bis 16.30) Uhr.

Zur Vollmondzeit können die Fälle an fünf Tagen im Monat auch nachts besucht werden (ca. 3 Std., Arg$1400 bzw. R$120) – ein ganz besonderes Erlebnis! Genaue Daten und Uhrzeiten siehe Webseite des Parks.

Aufgepasst: Die Eintritte können nur bar in argentinischen Pesos oder mit Kreditkarte bezahlt werden. Wenn nötig, am besten schon in Foz Geld wechseln, da die Kurse am Eingang schlechter sind.

Die argentinische Seite bietet unmittelbaren Kontakt mit den Fällen © Brasilien Insider
Anfahrt von Foz do Iguaçu

Zu den Wasserfällen auf der argentinischen Seite nimmt man Bus Argentina/Puerto Iguazú bis zur Grenze (halbstündlich ab Rua Mem de Sá gleich neben TTU, R$7, Pass mitnehmen!). Busse diverser Firmen (Celeste, Viação Itaipu, 3 Fronteiras und Crucero del Norte) wechseln sich ab in einem ca. 40-minütigen Rhythmus. An der Grenze muss man zum Erledigen der Einreiseformalitäten (ca. 5–10 Min.) aussteigen, ein Stück weiter wieder einsteigen und weiterfahren. Vom Busbahnhof in Puerto Iguazú fahren Busse zu den Wasserfällen. Die gesamte Fahrt dauert ca. 90 Minuten.

Rundgänge
Eine gemütliche Bimmelbahn fährt durch den Nationalpark © Brasilien Insider

Es gibt drei Rundgänge mit ganz unterschiedlichen Perspektiven auf die Wasserfälle: Der Circuito Inferior (1,7 km, 1–2 Std.) bietet den wohl intimsten Kontakt mit den Cataratas, die Wassermassen erscheinen hier zum Greifen nah. Unten am Wasser angekommen, fahren in kurzen Abständen Boote zur Isla San Martin (einige kürzere Wanderwege, 30–60 Min.).

Der Circuito Superior (650 m, 30–60 Min.) führt oberhalb der Fälle entlang. Den Weg über einen metallenen Laufsteg zur beeindruckenden Garganta del Diablo, dem Teufelsschlund (1 km, 1–2 Std.) solltet Ihr euch dabei als krönenden Abschluss des Tages aufheben. Wie in einem gigantischen Whirlpool vereinen sich die Fluten von allen Seiten mit ohrenbetäubendem Lärm und viel Spritzwasser. Vom Circuito Superior fährt man ab der Estación Cataratas mit dem Zug bis zur Endstation, von wo der Weg zum Teufelsschlund beginnt.

Vorsichtige Annäherung an den Teufelsschlund: Garganta del Diablo © Brasilien Insider

Viele Emotionen und Bewegung machen Appetit, das Buffet im Restaurante La Selva schafft Abhilfe (11–16 Uhr).

Touren

Neben Wanderungen sind auch Bootsfahrten zu den Wasserfällen ein beliebtes Vergnügen: Bei Iguazú Jungle Explorer (gut organisiert, mehrsprachige Führer) stehen mehrere Arten von Bootstouren zur Auswahl, bei einigen sollte man jedoch nicht wasserscheu sein: Wie bei Macuco Safari fährt man mit einem Speedboot bis direkt an die Fälle heran, Adrenalinschübe und totale Durchnässung inbegriffen – ein aufregendes Erlebnis. An warmen Tagen ist Badekleidung ratsam, an kühlen Tagen sind Touren mit derart intensivem Wasserkontakt jedoch nur eingeschränkt zu empfehlen.

Gran Aventura: Geländewagentour durch den Urwald (5 km) mit Erläuterungen zur Botanik, danach 6 km Bootstour. Langsam steigt die Spannung, während sich das Boot auf dem Rio Iguaçu von unten den Wasserfällen nähert (1 Std., Arg$2000/R$173).

Paseo Ecológico: Gemächliche Bootstour auf dem oberen Teil des Flusses, Start ist am Bahnhof der Garganta del Diablo (30 Min., Arg$500/R$45).

Die besten Preise für die Touren im Park bietet die Agentur im Busbahnhof von Puerto Iguazú, dort wo man auch die Tickets für den Linienbus zum Park löst (Arg$100 hin und zurück, letzte Rückfahrt 18.30 Uhr).

 

Usina Hidrelétrica de Itaipu

„Itaipu“ – singender Fels – nannten die indianischen Ureinwohner die Gegend. Der Fels existiert wohl nicht mehr bzw. wurde unter mehreren Billionen Kubikmetern Wasser begraben. Hier liegt nun ein Stausee von der dreifachen Größe des Genfer Sees.

Der 12 km von Foz do Iguaçu gelegene Staudamm von Itaipu war stets ein umstrittenes Prestigeprojekt der brasilianischen und paraguayischen Regierungen. Mit 14 000 Megawatt (20 Generatoren) bei vollem Betrieb ist es das leistungsstärkste Kraftwerk seiner Art weltweit. Es liefert Brasilien mehr als ein Viertel seines Stroms und deckt 90 % von Paraguays Bedarf. Aktuell ist ein weiterer Ausbau der Anlage und die Installation zusätzlicher Turbinen geplant. Kritiker beklagten seinerzeit die verheerenden sozialen und ökologischen Folgen des Projektes. Unter anderem waren ihm auch die Sete Quedas zum Opfer gefallen: Wasserfälle des Rio Paraná, die in ihrer Schönheit den Iguaçu-Fällen in nichts nachgestanden haben sollen. Auf der anderen Seite fällt die Relation zwischen Eingriff in die Natur und der enormen Menge an produzierter Energie im Vergleich zu anderen Wasserkraftwerken wesentlich günstiger aus.

Das Standard-Besuchsprogramm („Panorâmica“) umfasst einen 15-minütigen Dokumentarfilm, der mit schönen Bildern das „Weltwunder der Moderne“ (v)erklärt; danach bringen zirkulierende Busse die Besucher nach einem Stopp auf der Mauer beim Überlauf zum zentralen Aussichtsareal, wo sie nach Belieben verweilen können. Öffnungszeiten: Touren tgl. von 9–17 Uhr, R$42; 8x tgl. finden Spezialtouren statt, auf denen man auch das Innenleben des Kraftwerks kennenlernen kann (R$128); Fr, Sa um 19.30 Uhr (Sommer 20.30 Uhr) gibt es eine Lichtshow mit monumentaler Beleuchtung der Anlage und Musik („Iluminada“, R$45).

Die Tourbusse halten außerdem beim Porto Kattamaram, einer kleinen Hafenanlage mit Restaurant, von wo aus man bei gutem Wetter mit einem 200 Personen fassenden Katamaran zu einer Wasserpartie auf dem Stausee starten kann (schön zum Sonnenuntergang). Abfahrt im Sommer tgl. 14, 16 und 19 Uhr, sonst tgl. 14, 16 und 17 Uhr, R$90.

Ciudad del Este (Paraguay)

Eine Fahrt in die zweitgrößte Stadt Paraguays hat in den meisten Fällen nur einen Zweck: die Jagd nach Schnäppchen. Die 7 km von Foz do Iguaçu gelegene Stadt ist ein einziges riesiges Einkaufszentrum, Menschen- und Warenfluten statt Wasserfluten. Wie auf einem Basar bieten Straßenhändler Alkoholika, Parfüm, Elektrogeräte oder Computertechnik an. Doch Vorsicht: Vieles ist Fake und von schlechter Qualität. Wer sicher gehen will, lässt die Finger von fliegenden Händlern und kauft in Galerien wie Monalisa oder Mina India. Die Preise sind in Dollar angegeben, doch der Real wird überall akzeptiert (Einkäufe bis US$300 sind bisher noch steuerfrei; informieren!). Paraguay hat eine andere Zeitzone, aus brasilianischer Sicht schließen die Geschäfte schon um 17 Uhr.

Ciudad del Este ist über die Ponte da Amizade (Freundschaftsbrücke) mit Brasilien verbunden. Es verkehren regelmäßig Busse im Nahverkehr, aber man kann die Brücke auch zu Fuß (500 m) überqueren.