LENÇÓIS MARANHENSES

Trekking durch den Nationalpark Lençóis Maranhenses © Brasilien Insider
Philipp Lichterbeck und Nicolas Stockmann, deine Insider für die Lençóis Maranhenses

Nicht jeder weiß, dass es in Brasilien eine oft mit der Sahara verglichene Wüste von den Ausmaßen des Großraums São Paulo gibt (1550 km2), in der die Temperaturen auf bis zu 50 °C ansteigen können. Lençóis Maranhenses, der größte Nationalpark des Nordostens, liegt etwa 280 km östlich von São Luís und gehört zu den außergewöhnlichsten Attraktionen des Landes. Er zieht sich 70 km an der Küste entlang und reicht bis 50 km ins Landesinnere hinein. Die Eigenart dieser Region erschließt sich schon aus dem Namen Lençóis: Wie flatternde weiße „Bettlaken“ wirken die durch den Wind ständig in Bewegung befindlichen Dünen. Sie erreichen mitunter eine Höhe von bis zu 40 m. Was diese Landschaft von „normalen“ Wüsten unterscheidet, sind ihre vielen kristallklaren Lagunen und Flussläufe (bis zu 300 000 wurden gezählt); sie entstehen in der Regenzeit (Jan–Juni) und beherbergen eine reiche Flora und Fauna. In der nachfolgenden Dürreperiode (Juli–Dez) trocknen die Seen aus und werden von den wandelnden „Bettlaken“ zugedeckt. Erstaunlicherweise haben es selbst Fische geschafft, sich den unwirtlichen Bedingungen anzupassen. Sie legen ihre Eier rechtzeitig im warmen Sand ab, und zu Beginn der nächsten Regensaison tummelt sich eine neue Generation in den Lagunen.

Dünentour durch die Lençóis Maranhenses bei Santo Amaro © Brasilien Insider