MANAUS

Die sehenswerte Oper von Manaus © Brasilien Insider
Nicolas Stockmann, dein Insider für Manaus

Manaus ist eine moderne Großstadt mit 2,1 Millionen Einwohnern, die sich eigentlich nicht sehr von anderen brasilianischen Städten unterscheidet – wenn da nicht die Besonderheit wäre, dass sie mitten im größten Regenwald der Erde am Ufer des Amazonas liegt. Rund 1600 km vom Atlantik entfernt, hat sich Manaus zu einem Mekka des Ökotourismus entwickelt. Wer hierher kommt, will in aller Regel einen Trip in die „grüne Hölle” bzw. zu den Dschungelhotels unternehmen. Aber auch die Stadt selbst bietet genügend Interessantes für einen mehrtägigen Aufenthalt: Da ist zum Beispiel die fantastische Oper, da sind lebendige Märkte, besinnliche Parks und Plätze, herrliche Bootsausflüge in die nähere Umgebung – und natürlich der größte Hafen des Amazonasgebiets, an dem sogar Kreuzfahrtschiffe anlegen.

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Das Wahrzeichen der Amazonasstadt schlechthin ist das Teatro Amazonas. Dieses beeindruckende Denkmal aus der Kautschuk-Blüte, das im Volksmund auch als „Oper von Manaus“ bekannt ist, wurde mehrfach restauriert, und zeigt sich heute als eine Mischung aus Barock, Renaissance, Neoklassik und Jugendstil. Der gesamteuropäische Luxustempel ist reich bestückt mit italienischem Marmor, französischem Dekor, schottischer Kuppelverzierung, lothringischen Ziegeln, englischem Schmiedeeisen und 700 roten Samtsitzen. Es ist das faszinierendste Bauwerk im gesamten Amazonasgebiet und das bedeutendste Zeugnis aus der Blütezeit des 1870 einsetzenden Kautschukbooms. Das jahrelang verfallene Teatro Amazonas wurde erst 1989 wieder zum Leben erweckt und wird heute unter anderem wegen eines großen Opernfestivals gerne von Musikliebhabern besucht.

Ein Besuch im Teatro Amazonas ist ein Highlight für jeden Manaus-Reisenden. Führungen finden jede halbe Stunde statt (Montag–Samstag 9–17 Uhr), wobei laut Auskunft des Theaters der zuerst eintreffende Besucher die Sprache auswählen darf (neben Portugiesisch stehen auch Englisch und Spanisch zur Auswahl). Der Eintritt kostet R$20 pro Person. Nach der Führung könnt Ihr im Erdgeschoss in einem Souvenirgeschäft stöbern oder im sehr schönen La Gioconda Caffè einen Kaffee trinken.

Übernachtung

Manaus besitzt eine ganze Reihe ordentlicher Business-Hotels, von denen allerdings leider die meisten in touristisch weniger interessanten Gegenden liegen. Die Mehrzahl der Besucher (und ich selbst auch) bevorzugt einen Aufenthalt im historischen Zentrum. Es ist einfach sehr angenehm, wenn man in wenigen Schritten von seinem Hotel zum Opernplatz laufen kann. Dieser autofreie und grüne Platz, der eigentlich Largo de Sao Sebastião heißt, ist mit seinen Straßenlokalen und Restaurants das Herz der Innenstadt. Aus meiner Sicht ist er nicht nur der schönste Aufenthaltsort in Manaus, sondern vielleicht sogar der schönste innerstädtische Platz ganz Brasiliens (ich kann mich jedenfalls in über 200 Städten, die ich in Brasilien bereist habe, an keinen gemütlicheren und entspannteren Innenstadtort erinnern, an dem man auch abends noch so nett sitzen kann).

Schon seit vielen Jahren fühle ich mich deshalb auch im zentral gelegenen Hotel Saint Paul sehr wohl. Die günstige Lage, nur 2-3 Minuten zum Opernplatz, ist einer der großen Trümpfe des Hauses. Die Apartments, die sich über 13 Stockwerke verteilen, sind komfortabel und gepflegt, einige haben einen gemütlichen Balkon mit herrlichem Blick über die Dächer der Stadt, teilweise sieht man bis zum Amazonas. Die Zimmer bieten natürlich Klimaanlage, Kabelfernsehen, Kühlschrank usw. und die Mitarbeiter sind ausgesprochen freundlich. Aus meiner Sicht ist das Saint Paul hinsichtlich der Kombination Preis/Lage/Komfort nach wie vor die beste Wahl in Manaus. Hotel Saint Paul buchen.

Seit 2016 gibt es nun auch ein Top-Hotel im Zentrum. Das Hotel Villa Amazônia hat definitiv einen Hauch Luxus in die Innenstadt von Manaus gebracht und setzt in puncto Komfort neue Standards. An die hübsche Altbauvilla, gleich bei der Oper, schließt sich nach hinten ein eleganter Neubau mit üppigem Garten (ein wahrer „Mini-Amazonas“) und attraktivem, länglich geschnittenem Pool an. Die 30 höchst komfortablen Zimmer auf 5 Etagen bieten allesamt Blick auf den Pool und Garten, dabei unterscheiden sich die drei Zimmerkategorien nur in ihrer Größe. Alle Zimmer haben sehr breite Kingsizebetten und Kabel-TV. Zum Hotel gehören außerdem eine kleine Bar und das exzellente Restaurant Fitz Carraldo. Hotel Villa Amazônia buchen.

Essen

Mein Lieblingsrestaurant in Manaus ist das Caxiri im 1. Stock in der Rua 10 de Julho 495, gleich gegenüber vom Teatro Amazonas. Von außen unscheinbar, ist man beim Eintreten erstmal von dem angenehmen Ambiente überrascht: In einem großzügigen Saal mit hohen Decken, vielen Pflanzen und gedimmter Beleuchtung bietet sich durch die hohen Fenster ein perfekter Panoramablick auf die Oper. Auf dem Tisch landet eine spannende Fusionküche auf der Basis regionaler Rezepte. Dabei macht man sich eine Freude daraus, Zutaten zusammenzuführen, die so noch nie kombiniert wurden. Ein traditionelles Gericht findet sich auf einmal in ganz neuem Gewand wieder. Ein Tipp für euch sind die hervorragenden Vorspeisen, wie zum Beispiel die leicht salzigen Pirarucu-Crostini mit karamellisierten Zwiebeln. Auch die krossen Tambaquibällchen mit Cupuaçu-Chutney oder das Carpaccio mit Açaí-Brot sind geniale Starter und die perfekte Überbrückung, während man auf den ganz frisch zubereiteten Amazonasfisch Tambaqui wartet, der bis zu 40 Minuten für die Zubereitung brauchen kann. Auch wer schon mal den berühmten Fischteller „Banda de Tambaqui“ für 2-3 Personen gegessen hat (und das sollte man in Manaus unbedingt tun!), so wie hier habt Ihr ihn sicher noch nicht gesehen. Er kommt mit gebackener Banane, einer besonderen Farofa aus dem kleinen Ort Uarini, einer Tucupi-Vinaigrette, Arubé-Pimenta und frittierten Maniokwurzeln in Kräuterbutter. Dazu eine köstliche Caipirinha aus Jambu-Cachaça und zum Nachtisch das himmlische “Trifile de Cupuaçu mit Cumarucreme”, fertig ist der perfekte kulinarische Abend! Das Lokal ist gut temperiert (nicht unterkühlt), der Service sehr freundlich und kompetent in der Beratung.

Ein anderer meiner Favoriten in Manaus ist das Fitz Carraldo, das zum schönen Hotel Villa Amazônia gehört. Das Restaurant ist auch offen für Nichthotelgäste und neben dem Caxiri die zweite hervorragende Option für einen stilvollen kulinarischen Abend im Zentrum. In dem hübschen Altstadthaus empfiehlt sich als Vorspeise die Pirarucu-Ceviche mit Pacovã-Bananenchips. Als Hauptgericht könntet Ihr im ansonsten sehr fischlastigen Manaus zur Abwechslung mal das Filé Mignon mit Fettuccine in Jambubutter bestellen. Als Nachtisch ist der Schoko-Brownie mit Eis und Schoko-Paranuss-Soße immer ein Volltreffer!

Nachtleben

Wer im Zentrum wohnt und abends nicht mehr weit fahren möchte, braucht sich bloß zum Opernplatz zu begeben. Dort könnt ihr euch in die Traditionskneipe von Manaus, die Bar do Armando, setzen und eine Caipirinha oder ein kaltes Bier in der 600-ml-Flasche bestellen. Die einfache Straßenbar mit gelegentlicher Livemusik ist immer gut besucht und hat auch dann noch offen, wenn alles andere schon zu hat.

Mein persönlicher Lieblingsort liegt aber gegenüber auf der anderen Seite des Platzes: Im Bar-Restaurant Casa do Pensador sitzt man ebenfalls schön im Freien, nur rauscht hier kein Autoverkehr vorbei, dafür hat man den besten Seitenblick auf die abends hübsch angestrahlte Oper. Außerdem ist es einer der wenigen Orte im Zentrum, wo man auch ein Glas Wein bekommen kann. Immer wenn ich in Manaus bin, ist das zum Sonnenuntergang das erste Ziel, das ich anstrebe. Die Stimmung ist entspannt, auf dem Platz davor geht es lebendig zu und für den kleinen Hunger gibt es auch ein paar Snacks.

 

Stadtführungen und Ausflüge

Manaus ist für mich zu einer zweiten Heimat geworden. Auf unzähligen Besuchen habe ich die Amazonas-Metropole und ihre Umgebung ausführlich erkundet. Gemeinsam mit meinen langjährig in Manaus lebenden, deutschsprachigen Insider-Partnern Dr. Eije Erich Pabst, Lúcia Weber und Maria Barauna biete ich private Tagestouren an, die dem bewährten Muster des Insider-Netzwerks folgen: Sie sind persönlich, individuell, komfortabel und bieten eine gute Mischung aus „Information“ und „Emotion“. Entdeckt mit uns eine der ungewöhnlichsten Städte Südamerikas, erspürt die Geschichte des Kautschukbooms und den Einfluss der indigenen Völker, lernt die Vielfalt der Flora und Fauna des Amazonas kennen, entspannt an wunderschönen Flussstränden oder schwimmt mit rosa Flussdelphinen. Staunt mit uns über die Dimension des größten Flusses der Erde, der das Leben dieser Region bestimmt: der Amazonas!