MANAUS

Die Oper von Manaus: Wahrzeichen und Denkmal des Kautschukbooms © Brasilien Insider
Nicolas Stockmann, dein Insider für Manaus

Manaus ist eine moderne Großstadt mit 2,1 Millionen Einwohnern, die sich eigentlich nicht sehr von anderen brasilianischen Städten unterscheidet – wenn da nicht die Besonderheit wäre, dass sie mitten im größten Regenwald der Erde am Ufer des Amazonas liegt. Rund 1600 km vom Atlantik entfernt, hat sich Manaus zu einem Mekka des Ökotourismus entwickelt. Wer hierher kommt, will in aller Regel einen Trip in die „grüne Hölle” beziehungsweise zu den Dschungelhotels unternehmen. Aber auch die Stadt selbst bietet genügend Interessantes für einen mehrtägigen Aufenthalt: Da ist zum Beispiel die fantastische Oper, da sind lebendige Märkte, besinnliche Parks und Plätze, herrliche Bootsausflüge in die nähere Umgebung – und natürlich der größte Hafen des Amazonasgebiets, an dem sogar Kreuzfahrtschiffe anlegen.

Oper und Opernplatz im Zentrum © Brasilien Insider

Bis ins Jahr 1669, als eine kleine Festung errichtet wurde, lagen hier mehrere Dörfer der Manaú-Indios. Im 17. Jahrhundert war das flussaufwärts am Rio Negro liegende Barcelos Provinzhauptstadt. 1850 musste es diesen Titel im Zuge der Einwanderung von Zehntausenden von Nordestinos, die in der Kautschuk-Gewinnung arbeiteten, an das strategisch günstiger liegende heutige Manaus abgeben, das durch den Kautschukboom für die nächsten 60 Jahre zu einer der wichtigsten und wohlhabendsten Städte der Welt wurde. Wenig später war es vorbei mit dem Reichtum, und das „Paris der Tropen“ verfiel in Agonie.

Grünfläche im Zentrum: an der Praça Heliodoro Balbi © Brasilien Insider

1967 kam zwar die wirtschaftliche Erholung, denn in die neu geschaffene Freihandelszone zogen wegen der Steuererleichterungen zahlreiche Firmen aus aller Welt und machten aus der ehemaligen Kautschuk-Metropole eine Hightech-Industriestadt, doch schöner und humaner wurde sie dadurch nicht. Die Hoffnung auf einen Arbeitsplatz in einer der Fabriken zog viele tausend Emigranten in die Stadt, deren Infrastruktur noch aus den 1940er-Jahren stammt. Es ist schwer, sich in Manaus vorzustellen, dass man mitten im größten Urwald der Erde ist!

Sehenswertes

… in der Altstadt

Die sehenswerte Oper von Manaus © Brasilien Insider

Das Wahrzeichen der Amazonasstadt schlechthin ist das 1896 eingeweihte Teatro Amazonas. Dieses beeindruckende Denkmal aus der Kautschuk-Blüte, das im Volksmund auch als “Oper von Manaus” bekannt ist, wurde mehrfach restauriert, und zeigt sich heute als eine Mischung aus Barock, Renaissance, Neoklassik und Jugendstil. Der gesamteuropäische Luxustempel ist reich bestückt mit italienischem Marmor, französischem Dekor, schottischer Kuppelverzierung, lothringischen Ziegeln, englischem Schmiedeeisen und 700 roten Samtsitzen.

Kunstvolles Interieur der neobarocken Haupthalle © Brasilien Insider

Es ist das faszinierendste Bauwerk im gesamten Amazonasgebiet und das bedeutendste Zeugnis aus der Blütezeit des 1870 einsetzenden Kautschukbooms. Das jahrelang verfallene Teatro Amazonas wurde erst 1989 wieder zum Leben erweckt und wird heute unter anderem wegen eines großen Opernfestivals gerne von Musikliebhabern besucht. Neben der neobarocken Haupthalle beeindruckt auch der Salão Nobre (“Edler Saal”) mit einem Deckengemälde von Domenico de Angelis von 1899. Dies war der Ort für die großen gesellschaftlichen Anlässe jener Epoche.

Deckenmalerei von 1899 im Salão Nobre © Ernesto Magalhães

Ein Besuch im Teatro Amazonas ist in jedem Fall ein Highlight, für das Ihr euch ausreichend Zeit nehmen solltet. Führungen finden jede halbe Stunde statt, wobei laut Auskunft des Theaters der zuerst eintreffende Besucher die Sprache auswählen darf (neben Portugiesisch stehen auch Englisch und Spanisch zur Auswahl).
Mo–Sa 9–17 Uhr, Eintritt R$20

Die beleuchtete Oper am Abend © Brasilien Insider

Nach der Führung könnt Ihr im Erdgeschoss in einem Souvenirgeschäft stöbern oder im sehr schönen La Gioconda Caffè einen Kaffee trinken.

Das schöne La Gioconda Caffè in der Oper von Manaus lohnt ebenfalls einen Besuch © Brasilien Insider
Opernplatz mit Kirche © Brasilien Insider

Unmittelbar vor dem Teatro Amazonas liegt einer der hübschesten großstädtischen Plätze Brasiliens, der es in puncto Flair durchaus mit den prachtvollen kubanischen Plazas aufnehmen kann. Der von Bäumen eingerahmte, autofreie Largo de São Sebastião ist vor allem abends beliebter Treffpunkt und es finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt.

Der Largo São Sebastião vor der Oper wird abends zum belebten Treffpunkt © Brasilien Insider
Historisches Flair am Opernplatz © Brasilien Insider

Mit dem Postkartenblick auf das Theater und die restaurierten Altstadthäuser, sowie den zahlreichen nahen Straßenbars, Restaurants, Galerien und Cafés ist dies der mit Abstand schönste und stimmungsvollste Ort zum Abschalten. Besonders am frühen Abend, wenn die Tageshitze langsam zurückweicht und der Platz und die umliegenden Bars und Restaurants sich mit Leben füllen, ist dies the place to be in Manaus.

Ein schöner Ort zum Schlendern und Fotografieren: rund um den Opernplatz Largo São Sebastião © Brasilien Insider
Praça Heliodoro Balbi © Brasilien Insider

Auch wenn viele der alten Stadthäuser von Manaus im Laufe der Jahre modernen Geschäftsbauten weichen mussten und historische Gassen in Einkaufszonen umgewandelt wurden, so lässt sich ein wenig Glanz früherer Tage immer noch an manchen Stellen erahnen. In den letzten Jahren hat man das historische Zentrum ein wenig aufgefrischt und es sind weitere freundliche Innenstadtbereiche entstanden, insbesondere an der Praça Heliodoro Balbi, die auch als Praça da Polícia bekannt ist. Der umfangreich renovierte Park mit beleuchteten Springbrunnen und Musikpavillons liegt wie eine grüne Oase im verkehrsumtosten Geschäftszentrum.

Eine der verbliebenen grünen Innenstadtoasen: die Praça Heliodoro Balbi © Brasilien Insider
Die Pinakothek im Palacete Provincial © Brasilien Insider

Das an der Praça Heliodoro Balbi gelegene frühere Polizeihauptgebäude wurde zu einem sehenswerten Kulturzentrum umgewandelt, dem Palacete Provincial. Das wunderbar renovierte Bauwerk an sich ist schon sehenswert. Es beherbergt darüber hinaus neben einer hervorragend gestalteten Pinakothek mit Gemälden von Künstlern aus dem Amazonas außerdem noch ein Café, sowie Ausstellungsräume und mehrere Museen.

Der Palacete Provincial beherbergt unter anderem Museen und ein Café © Brasilien Insider
Erklärende Tafeln im Münzmuseum © Brasilien Insider

Unter den Museen im Palacete Provincial ist ein historisches Museum sowie ein im 1. Stock befindliches numismatisches Museum zur Münzkunde, in dem unter anderem ein großer Bestand an europäischen Münzen aus der Kolonialzeit zu sehen ist. Daneben sind übersichtliche Schautafeln aufgestellt, die die jeweiligen Herkunftsorte der Münzen zeigen. Das älteste Ausstellungsstück des Museums ist eine etwa 2500 Jahre alte Münze, die von der griechischen Insel Ägina stammt.
Palacete Provincial Di–So 9–17 Uhr, Eintritt frei

Bis zu 2500 Jahre alte Münzen sind im numismatischen Museum von Manaus zu sehen © Brasilien Insider
Der Palácio Rio Branco © Brasilien Insider

Wenig bekannt ist, dass neben dem Largo Sao Sebastião und der Praça Heliodoro Balbi im Zentrum noch ein dritter, zwar etwas weniger schillernder, aber dennoch interessanter Platz existiert: An der Praça do Paço da Liberdade befinden sich schräg gegenüber liegend zwei restaurierte historische Gebäude, zur Linken seht Ihr den Palácio Rio Branco, sowie halbrechts davon den Paço da Liberdade.

An der Praça do Paço da Liberdade im Zentrum von Manaus © Brasilien Insider
Im Paço da Liberdade © Brasilien Insider

Nicht zuletzt besuchenswert ist dieser Platz wegen des im Paço da Liberdade neu eingerichteten und aufwändig gestalteten Stadtmuseums: Das Museu da Cidade informiert über die besonderen geologischen, klimatischen und kulturellen Voraussetzungen der Entwicklung von Manaus in einer wahrhaft außergewöhnlichen Umgebung.
Di–So 9–16.20 Uhr

Ausstellung zu den Flussbewohnern rund um Manaus im Museu da Cidade © Brasilien Insider
Terrasse des Palácio Rio Negro © Brasilien Insider

Schließlich gibt es noch, ein wenig außerhalb des Zentrumskerns, den Palácio Rio Negro, der früher einmal Residenz des deutschen Kautschukhändlers Waldemar Scholz und lange Zeit Amtssitz der Landesregierung war. Seit seiner Restaurierung dient der Palast als Kulturzentrum und Sitz der staatlichen Kulturbehörde. Neben temporären Kunstausstellungen sind auch schön restaurierte Säle mit manuelinischen Möbeln aus den 1930er-Jahren zu sehen. Im ersten Stockwerk befindet sich eine Jugendstilterrasse mit Sitzgelegenheit und Blick ins Grüne.
Di–Fr 9–16, Sa 9–13 Uhr

Die sehenswerte Fassade des Palácio Rio Negro © Brasilien Insider
Ausstellung indigener Werkzeuge © Museu do Índio

Wer schon beim Palácio Rio Negro ist, mag vielleicht auch noch das relativ kurze Stück bis zum Museu do Índio in der Rua Duque de Caxias 296 weiterfahren. Das in einem Nonnenkloster angesiedelte Museum zählt nicht zu den modernsten, ist aber auf seine Art trotzdem irgendwie sehenswert. Von Macheten, Körben, Jagdwaffen, bis zu Keramiken werden Einblicke über das Leben und die Gewohnheiten der Indiovölker des Amazonas, speziell aus der Region des Rio Negro, gewährt. Auch der Kauf von indigenem Kunsthandwerk ist möglich.
Mo–Fr 8–11.30, 13–16.30, Sa 8–11.30 Uhr, Eintritt R$10

… am Hafen

Das beeindruckendste Phänomen von Manaus ist der Encontro das Águas, der „Treffpunkt der Gewässer“, wo das tintenblaue Wasser des Rio Negro auf das milchkaffeebraune des Rio Solimões trifft. Das passiert 12 km stromabwärts von Manaus. Die Flüsse vermischen sich erst nach etwa 10 km, da sie verschiedene Dichte- und Säurewerte sowie unterschiedliche Temperaturen und Fließgeschwindigkeiten aufweisen. Ab und zu tauchen an dieser Stelle sogar rosa Flussdelphine aus dem Wasser auf.

Tintenblau trifft auf milchkaffeebraun: das spektakuläre Zusammentreffen der Flüsse Rio Negro und Rio Solimões © Brasilien Insider
Bierstand in der Estação Hidroviária © Brasilien Insider

Dort, wo die Bootstouren losgehen, am Porto Flutuante (auch bekannt als Porto Roadway), ist Manaus zugleich am interessantesten. An dem 1902 errichteten, 1313 m langen schwimmenden Kai liegen zahlreiche Boote, selbst Kreuzfahrtschiffe. Es war die einzige Methode, um die jährlichen Wasserstandsschwankungen auszugleichen; große Eisentanks halten das 150 m lange Gebilde über Wasser. An einem Pegel an der Kaimauer kann der aktuelle Wasserstand abgelesen werden. Der Zugang erfolgt über die vor dem Hafen liegende große Halle Estação Hidroviária do Amazonas (Eingang durch einen Bekleidungsdiscounter), die scheinbar nie ganz fertig wird. Zuletzt gab es neben Fahrkartenschaltern und ein paar Bierbars lediglich viel Leerstand zu bewundern. Der Zutritt zum Pier selbst ist inzwischen nur noch mit Fahrschein oder vorherigem Kauf eines Tickets für „Não Passageiros“ (R$5) möglich. Nur wenige Schritte weiter befindet sich das alte, 1906 errichtete Zollhaus Alfândega, das Stein für Stein aus Schottland hergebracht wurde.

Vor der Estação Hidroviária herrscht stets viel Betrieb © Brasilien Insider
Beim Marktbummel © Brasilien Insider

Ein paar Hundert Meter flussabwärts liegt der Mercado Municipal Adolpho Lisboa, eine unter Denkmalschutz stehende Markthallenkonstruktion von 1882, bestehend aus mehreren Hallen und kleinen Pavillons. Das Eisengerüst wurde bei Gustave Eiffel in Paris hergestellt, die bunten Glasfenster sind den Pariser „Les Halles” nachempfunden. Genauso sehenswert wie seine Architektur ist der Markt selbst: Angeboten werden Kunsthandwerk, Naturkosmetik, Kräuter und Gewürze oder Blumen – aber nur noch wenige Flussfische aus dem Rio Negro.
Mo–Sa 7–17, So 7–12 Uhr

Sehenswürdigkeit am Hafen: der alte Mercado Adolpho Lisboa © Brasilien Insider
Der Fischmarkt © Brasilien Insider

Diese Prachtexemplare von Flussfischen findet Ihr dafür etwas weiter in dem beeindruckenden Fisch- und Fleischmarkt Feira Manaus Moderna. Um dorthin zu kommen, geht Ihr vom Mercado Adolpho Lisboa nur die Rua Barão de São Domingos ein wenig Richtung Osten weiter und stoßt dann etwa auf Höhe der Querstraße Rua Cel. Sérgio Pessoa auf ein großes Gebäude mit einem recht unscheinbaren Eingang. Hier sind sie zum Verkauf ausgelegt: all die exotisch bis kurios anmutenden und teilweise riesigen Amazonas-Süßwasserfische. Eine ganz eigene Welt für sich!
Mo–Sa 3–19, So 3–12 Uhr

In der Welt der Amazonasfische: Feira Manaus Moderna © Brasilien Insider

… in Ponta Negra

Am Strand von Ponta Negra © Brasilien Insider

Die „Copacabana” von Manaus ist der Strand von Ponta Negra, der rund 12 km außerhalb des Zentrums stromaufwärts vor den Toren des Tropical Hotel liegt. Die gesamte Promenade wurde zur Fußball-WM aufwendig saniert. War der Strand früher für Touristen fast eine „No-go-Area“, so ist heute alles hübsch und gepflegt. Familien mit Kindern flanieren abends und am Wochenende auf der „Orla“ mit ihren Bars, Imbissen, Amphitheater und Sportanlagen, und naschen dabei einen Becher Açaí. Wer zwei oder mehr ganze Tage in Manaus zur Verfügung hat, sollte durchaus mal am späten Nachmittag den Weg nach Ponta Negra einschlagen, und den Sonnenuntergang mit Blick auf den Fluss und die große Brücke über den Amazonas genießen.

… in anderen Stadtteilen

Seekühe im Bosque da Ciência © INPA

Der Wald der Wissenschaft (Bosque da Ciência) im Stadtteil Aleixo, 8 km vom Zentrum, besitzt eine reiche Flora der Region, durch die zahlreiche Wanderwege führen. Besucher lernen dort die wissenschaftlichen Namen der Arten sowie deren pharmazeutischen Nutzen kennen. Hier befinden sich auch drei Becken mit über 50 Exemplaren des größten im Süßwasser lebenden Tieres, dem Peixe Boi, der Seekuh. Der Park gehört zum Amazonasforschungsinstitut Instituto Nacional de Pesquisas da Amazônia (INPA), Av. André Araújo 2936. Anfahrt ist auch per Bus möglich, unter anderem mit den Linien 125 und 461 (ca. 20–30 Min.).
Di–Fr 9–12, 14–16, Sa, So 9–16 Uhr, Eintritt R$5

Eingang des MUSA © Museu da Amazônia

Eine weitere Möglichkeit für einen Spaziergang im „Urwald“, ohne die Großstadt verlassen zu müssen, bietet das Museu da Amazônia (MUSA), Av. Margarita, Cidade de Deus. Auf dem Gelände liegen mehrere Wanderwege, Aquarien, ein Orchideen- und Schmetterlingshaus sowie ein Aussichtsturm. Lange Kleidung ist empfohlen.
Do–Di 8.30–17, Einlass bis 16 Uhr, Eintritt R$30 (inkl. Turmbesteigung), mit Guide R$50 nach Anmeldung per E-Mail , Vogelbeobachtung tgl. ebenfalls nur nach Anmeldung R$50

Luxus im Dschungel © Brasilien Insider

Ein schöner Ausflug führt zum Museu do Seringal, gelegen im Flusslauf des Igarapé São João, der zum Bezirk Tarumã Mirim gehört. Das an einem Flussarm gelegene Gelände diente 2001 als Set für den Film A Selva, der das Leben der Kautschukzapfer thematisierte. Die dafür errichteten Holzhäuser fungieren heute als Museum. Zu sehen ist sowohl das für damalige Verhältnisse luxuriöse “Herrenhaus”, als auch Nachbildungen der einfachen Waldhütten, in denen die Zapfer lebten.

Vorführung des Kautschukzapfens © Brasilien Insider

Senhor Jaime (geb. 1942), der selbst noch bis 1977 unter sklavenähnlichen Bedingungen als Seringueiro arbeitete, ist einer der Guides, die Gäste durch die Anlage und den angrenzenden Wald führen. Erläutert werden (in der Regel auf Portugiesisch) der Prozess der Kautschukgewinnung sowie die äußerst kärglichen Lebensbedingungen der Zapfer, die von April bis November praktisch in der Wildnis auf sich alleine gestellt waren und viele Gefahren, insbesondere Pumas und Schlangen, auf eigene Faust abzuwehren hatten. In der restlichen Zeit des Jahres hatten die Arbeiter nicht etwa frei – außerhalb der Kautschuksaison wurden sie bei der Kastanienernte eingesetzt oder hatten Waldpfade zu pflegen.

Lohnenswert: ein Besuch im Museu do Seringal © Brasilien Insider

Anfahrt: Um zum Museu do Seringal zu gelangen, müsst Ihr euch zuerst per Uber oder Taxi zur Marina do David begeben. Von diesem kleinen Hafen, der in der Nähe des Tropical Hotels liegt, fahren etwa stündlich Personenfähren, die auch am Museu do Seringal vorbeikommen. Die Fahrtzeit mit dem Schiff zum Museum beträgt etwa 25 Minuten und ist ein nettes Beiprogramm, der Fahrpreis liegt bei R$14.
Museum tgl. 9–16 Uhr, Eintritt R$5

Das Museu do Seringal ist nur per Schiff zu erreichen, hier der Blick von der Veranda auf den Fluss © Brasilien Insider

Touren

Fluss- und Dschungeltouren

Einige der Seerosen des Janauary-Parks © Brasilien Insider

Der Markt für Bootstrips in den „Dschungel” ist hart umkämpft. Auf Schritt und Tritt werden einem Angebote gemacht, aber häufig handelt es sich um Bauernfängerei mit wenig kompetenten Führern. Da ist es besser, sich einem etablierten Touranbieter anzuvertrauen. Der am meisten gebuchte Tagesausflug führt zum Encontro das Águas und beinhaltet im Allgemeinen einen Abstecher in den Parque Ecológico Janauary zu einer Stelle, an der die beeindruckenden Seerosen Vitória régia mit ihren riesigen Blättern zu sehen sind. Dazwischen tauchen immer mal wieder jacarés aus dem Wasser auf und strecken einem ihr Maul entgegen. Die Ausflüge sind interessant für Reisende, die den Amazonas noch nicht so gut kennen, doch kann ihnen – besonders wenn sie in großen Tourgruppen stattfinden – auch der Beigeschmack von schnellem Massentourismus anhaften. Wer dies vermeiden will, sollte sich vom Touranbieter vorab den genauen Verlauf der Tour und die Größe der Gruppe nennen lassen.

Kontakt mit Äffchen im Parque Ecológico Janauary © Brasilien Insider

Touranbieter

Amazon Gero Tours, Rua Tapajós 27, direkt bei der Oper. Der hilfsbereite Gero bietet mit seinem Team maßgeschneiderte mehrtägige Exkursionen mit Übernachtung in der einfachen, aber stilvollen Ararinha Jungle Lodge an, Abenteuerlustige können auch bei Einheimischen oder im Dschungelcamp schlafen. Expeditionen führen ins unberührte Gebiet um den Igarapé Meireles (ab 6 Pers.). Gero hilft beim Schulbau und der medizinischen Versorgung der Flussbewohner, außerdem unterstützt er Dorfgemeinschaften und motiviert sie, die Fischereigesetze einzuhalten. Mitarbeit bei lokalen Projekten möglich. Seit 2018 können sich Gäste auch von einer komfortablen Pousada mit Pool am Rio Mamori die Amazonaswelt erschließen. Außerdem ist eine Day Tour im Angebot.
Büro tgl. 8–18 Uhr, Kontakt per WhatsApp ist rund um die Uhr möglich

Gero bietet nachhaltigen und engagierten Amazonas-Tourismus auf seiner Ararinha Jungle Lodge © Amazon Gero Tours
Schnellboot von Amazon Eco Adventures © Brasilien Insider

Amazon Eco Adventures, Rua 10 de Julho 509. Die Agentur bietet alle gängigen Tagestouren, zum Beispiel in einem schicken Schnellboot (Lancha rápida) mit 2–10 Personen auf dem Rio Negro bis zu einer Stelle, wo man mit rosa Flussdelphinen schwimmen kann, anschließend Besuch eines Indianerdorfs (8.30–17 Uhr, R$350 p. P bei 3–10 Pers., R$420 p. P. bei 2 Pers., inkl. Mittagessen, Transfer und allen Eintrittsgebühren). Auch Dschungelexpeditionen auf einem Amazonasdampfer (3 Tage/2 Nächte) sind möglich, ebenso schöne Tagesausflüge zu den Grotten und Wasserfällen im Gebiet um Presidente Figueiredo.
Mo–Sa 7.30–17.30 Uhr

Das Bad mit den Rosa Flussdelphinen im warmen Rio-Negro-Wasser zählt zu den besten Naturerlebnissen in Manaus © Brasilien Insider

Private Stadtführungen

Manaus Insider – Manaus ist für mich zu einer zweiten Heimat geworden. Auf unzähligen Besuchen habe ich die Amazonas-Metropole und ihre Umgebung ausführlich erkundet. Gemeinsam mit meinen deutschsprachigen Insider-Partnern biete ich private Tagestouren an, die dem bewährten Muster des Insider-Netzwerks folgen: Sie sind persönlich, individuell, komfortabel und bieten eine gute Mischung aus “Information” und “Emotion”. Kontakt per E-Mail .

Übernachtung

Manaus besitzt eine ganze Reihe ordentlicher Business-Hotels, von denen allerdings die meisten in touristisch weniger interessanten Gegenden liegen. Die Mehrzahl der Besucher (und ich selbst auch) bevorzugt einen Aufenthalt im historischen Zentrum. Es ist einfach sehr angenehm, wenn man in wenigen Schritten von seinem Hotel zum Opernplatz laufen kann. Dieser autofreie und grüne Platz, der eigentlich Largo de Sao Sebastião heißt, ist mit seinen Straßenlokalen und Restaurants das Herz der Innenstadt. Aus meiner Sicht ist er nicht nur der schönste Aufenthaltsort in Manaus, sondern vielleicht sogar der schönste innerstädtische Platz ganz Brasiliens (ich kann mich jedenfalls in über 200 Städten, die ich in Brasilien bereist habe, an keinen gemütlicheren und entspannteren Innenstadtort erinnern, an dem man auch abends noch so nett sitzen kann).

Gepflegt in guter Lage: Hotel Saint Paul © Manaus Hotéis

Schon seit vielen Jahren fühle ich mich deshalb auch im zentral gelegenen Hotel Saint Paul sehr wohl. Die günstige Lage, nur zwei bis drei Minuten zum Opernplatz, ist einer der großen Trümpfe des Hauses. Die Apartments, die sich über 13 Stockwerke verteilen, sind komfortabel und gepflegt, einige haben einen gemütlichen Balkon mit herrlichem Blick über die Dächer der Stadt, teilweise sieht man bis zum Amazonas. Die Zimmer bieten natürlich Klimaanlage, Kabelfernsehen, Kühlschrank usw. und die Mitarbeiter sind freundlich. Aus meiner Sicht ist das Saint Paul hinsichtlich der Kombination Preis/Lage/Komfort nach wie vor die beste Wahl in Manaus. Hotel Saint Paul buchen.

 

 

 

Gute Zimmer zu einem ausgesprochen fairen Preis – Hotel Saint Paul © Manaus Hotéis
Hotelbar der Villa Amazônia © Brasilien Insider

Seit 2016 gibt es nun auch ein Top-Hotel im Zentrum. Das Hotel Villa Amazônia hat definitiv einen Hauch Luxus in die Innenstadt von Manaus gebracht und setzt in puncto Komfort neue Standards. An die hübsche Altbauvilla, gleich bei der Oper, schließt sich nach hinten ein eleganter Neubau mit üppigem Garten (ein wahrer „Mini-Amazonas“) und attraktivem, länglich geschnittenem Pool an. Die 30 höchst komfortablen Zimmer auf fünf Etagen bieten allesamt Blick auf den Pool und Garten, dabei unterscheiden sich die drei Zimmerkategorien nur in ihrer Größe. Alle Zimmer haben sehr breite Kingsizebetten und Kabel-TV. Zum Hotel gehören außerdem eine kleine Bar und das exzellente Restaurant Fitz Carraldo (siehe Essen). Hotel Villa Amazônia buchen.

Blick auf den Pool mit “Mini-Amazonas”: Villa Amazônia © Brasilien Insider

Hostel Manaus, Rua Lauro Cavalcante 231. Sehr gutes HI-Hostel in einem Kolonialhaus mit offenem Innenhof, Bäumen und Tropenfeeling. Das Haus verfügt über gepflegte Dorms und neun Doppelzimmer mit Split AC, einige davon liegen im angrenzenden Altbau. Nette Lobby, Sofas und Fernseher, oben eine luftige Frühstücksterrasse mit Blick auf die Stadt. Das Hostel besitzt eine hauseigene Agentur für Ausflüge. Hostel Manaus buchen.

Innenhof des Hostel Manaus © Brasilien Insider

Essen

Tacacá am Opernplatz © Brasilien Insider

Es gibt an jeder Ecke Säfte, Snacks und vor allem Tacacá (um R$20), der bekannteste und zentralste Stand ist der von „Gisela“ direkt am Largo de São Sebastião (tgl. 16–22 Uhr). Beliebt sind in Manaus selbstverständlich auch Fischgerichte in sämtlichen Variationen, und auch Fleisch kommt hier gerne und häufig auf den Teller.

… im Zentrum

Sensationeller Tambaqui im Caxiri © Brasilien Insider

Mein Lieblingsrestaurant in Manaus ist das Caxiri im 1. Stock in der Rua 10 de Julho 495, gleich gegenüber vom Teatro Amazonas. Von außen unscheinbar, ist man beim Eintreten vom angenehmen Ambiente überrascht: In einem großzügigen Saal mit hohen Decken, vielen Pflanzen und gedimmter Beleuchtung bietet sich durch die hohen Fenster ein perfekter Panoramablick auf die Oper. Auf dem Tisch landet eine spannende Fusionküche auf Basis regionaler Rezepte, deren Zutaten teilweise einzigartig kombiniert werden. Ein eigentlich altbekanntes Gericht kann sich hier plötzlich in ganz neuem Gewand wiederfinden. Sehr gut sind die Vorspeisen, wie zum Beispiel die leicht salzigen Pirarucu-Crostini mit karamellisierten Zwiebeln. Auch die krossen Tambaquibällchen mit Cupuaçu-Chutney oder das Carpaccio mit Açaí-Brot sind geniale Starter und die perfekte Überbrückung, während man auf den Amazonasfisch Tambaqui wartet, der bis zu 40 Minuten für die Zubereitung brauchen kann. Auch wer schon mal den berühmten Fischteller “Banda de Tambaqui” für 2–3 Personen gegessen hat (und das sollte man in Manaus unbedingt tun!), so wie hier habt Ihr ihn sicher noch nicht gesehen. Er kommt mit gebackener Banane, einer besonderen Farofa aus dem kleinen Ort Uarini, einer Tucupi-Vinaigrette, Arubé-Pimenta und frittierten Maniokwurzeln in Kräuterbutter. Dazu eine köstliche Caipirinha aus Jambu-Cachaça und zum Nachtisch das himmlische “Trifile de Cupuaçu mit Cumarucreme”, fertig ist der perfekte kulinarische Abend! Das Lokal ist gut temperiert (nicht unterkühlt), der Service sehr freundlich und kompetent in der Beratung.
Mo 11.30–15, Di–Sa 11.30–15, 19–23, So 12–16 Uhr

Schönes Ambiente mit Opernblick: das Caxiri im Zentrum von Manaus © Brasilien Insider
Restaurant und Bistrô: Fitz Carraldo © Brasilien Insider

Ein anderer meiner Favoriten in Manaus ist das Fitz Carraldo in der Rua Dez de Julho 315, das zum schönen Hotel Villa Amazônia gehört. Das Restaurant ist auch offen für Nichthotelgäste und neben dem Caxiri die zweite hervorragende Option für einen stilvollen kulinarischen Abend im Zentrum. In dem hübschen Altstadthaus empfiehlt sich als Vorspeise die Pirarucu-Ceviche mit Pacovã-Bananenchips. Als Hauptgericht könntet Ihr im ansonsten sehr fischlastigen Manaus zur Abwechslung mal das Filé Mignon mit Fettuccine in Jambubutter bestellen. Als Nachtisch ist der Schoko-Brownie mit Eis und Schoko-Paranuss-Soße immer ein Volltreffer!
Mo–Fr 12–15, 19–23, Sa, So 12–16, 19–24 Uhr

Amazonasküche und mehr serviert das Fitz Carraldo © Hotel Villa Amazônia
Buffet des Fiorentina © Brasilien Insider

Ristorante Fiorentina, Rua José Paranaguá 44, Praça Heliodoro Balbi. Traditionsreiches Restaurant von 1981. Nudeln, Fleisch und stets frischer Amazonas-Fisch wie Tambaqui, Pirarucu und Tucunaré, in italienischem Ambiente über zwei Etagen. Bis 15 Uhr hervorragendes Buffet mit leckerem Nachtisch, danach à la carte. Auch gute Weine und frische Säfte.
tgl. 11–22 Uhr

Ein stets abwechslungsreiches und frisches Buffet wartet im Fiorentina © Brasilien Insider
Frische Säfte © Brasilien Insider

Skina dos Sucos, Rua Eduardo Ribeiro 629. Frische Fruchtsäfte und cremige Vitaminas (mit Milch), zum Beispiel Orange mit Möhre (Laranja com Cenoura), Jenipapo oder „Mista“ aus Papaya, Banane und Roter Bete. Gut sind auch der Açaí und die verschiedenen Guaraná-Mixturen. Zudem Tapiocas, Sandwiches, Eis, Torten oder die Esfirra frisch aus dem Ofen … Die Gäste sitzen eng beieinander und bestellen direkt am Tresen.
Mo–Sa 7–20 Uhr

Urig und eng ist’s in der Skina dos Sucos © Brasilien Insider

Splash Pizza, Largo de São Sebastião. Es gibt wenige Orte im Zentrum, an denen man abends netter sitzt: unter freiem Himmel mit Blick aufs Teatro Amazonas. Sehr leckere Pizza (2 Pers.), zum Beispiel mit der Amazonasfrucht Tucumã, oder eine frische Lasagne, dazu Livemusik (Do–Sa 19–22 Uhr, Couvert R$4). Besonders lohnenswert ist ein Besuch am Dienstag, Donnerstag oder Freitag: Dann werden nämlich im Rodízio-System alle Sorten, auch süße Pizza mit Schokolade und Banane, an den Tisch gebracht und man kann zum Festpreis essen, so viel man will.
tgl. 12–23 Uhr

Das “Schlösschen” – Castelinho © Brasilien Insider

Castelinho, Rua Barroso 317. Gutes Kilo-Buffet in einem urigem Haus im Kolonialstil mit knarzenden Holzböden, dabei ist es innen angenehm klimatisiert. Am Donnerstag dominieren regionale Spezialitäten, vor allem natürlich Amazonasfisch, außerdem gibt es immer sehr leckere, cremige Suppen. Auch preiswerte Quentinha zum Mitnehmen könnt Ihr hier bekommen.
Mo–Fr 11–15 Uhr

Regionaler Imbiss im Seringal Hotel © Brasilien Insider

Das Seringal Hotel in der Rua Monsenhor Coutinho 758 befindet sich in einem hübschen Altbau und bietet nachmittags einen sogenannten Chá da Tarde an. Dabei handelt es sich um ein üppiges Buffet mit Snacks und Torten aus der Region, an dem sich auch Nichtgäste zu einem moderaten Festpreis laben dürfen. Manchmal wird das Ganze musikalisch begleitet, alles stilecht wie zur Zeit der Kautschukbarone.
tgl. 17–20 Uhr

Zeitreise beim Vorabendbuffet im Seringal Hotel © Brasilien Insider

… andere Stadtteile

Köstlicher Petit Gâteau im Banzeiro © Brasilien Insider

Banzeiro, Rua Libertador 102, Adrianópolis. Ein Amazonas-Restaurant, zu dem die Anfahrt lohnt (ca. 15 Min.). Besitzer Felipe Schaedler wurde mehrfach zu Manaus‘ Chefkoch des Jahres gewählt. Zu Beginn gibt‘s eine leckere Fischbrühe, danach empfiehlt sich „Pirarucu Amazônico“, gegrillter Fisch mit Pacovã-Banane und Coalho-Käse. Dezente regionale Deko einschließlich eines echten Indianereinbaums. Am Wochenende ist eine Reservierung empfohlen.
Mo–Do 12–15, Fr–So 12–16, tgl. 19–23 Uhr

Flutuante da Doró, Igarapé Tarumã-Açú, Vivenda Verde. In Manaus gibt es unzählige auf Pontons schwimmende Flussrestaurants (“Flutuantes”), von denen die meisten jedoch vom Zentrum aus recht weit entfernt liegen und recht schwer zu erreichen sind. Die weite Anfahrt lohnt sich für die oft idyllisch gelegenen und familiären Restaurants aber fast immer, wie auch im Fall vom Flutuante da Doró. Dona Doró, die Namensgeberin, steht mit über 70 Jahren immer noch persönlich am Herd und bereitet günstigen Tambaqui und Pirarucu zu. Lecker ist das Filé de Peixe à Doré, das ist ein panierter Pirarucu mit Kräuter-Mayonnaise-Soße, Kartoffelbrei und Baião de Dois. Dazu gibt’s frische Säfte (Cupuaçu). Anfahrt mit Boot von der Marina do David oder (recht weit) mit Taxi von Ponta Negra. Noch ein Tipp zum Schluss: Am Wochenende sind die meisten Flussrestaurants von Manaus ziemlich voll.
tgl. 10–18.30 Uhr

Gehören zu Manaus wie der Dom zu Köln: die Flussrestaurants © Brasilien Insider

Nachtleben

… im Zentrum

Wer im Zentrum wohnt und abends nicht mehr weit fahren möchte, braucht sich bloß zum Opernplatz zu begeben. Dort könnt ihr euch in die Traditionskneipe von Manaus, die Bar do Armando, setzen und eine Caipirinha oder ein kaltes Bier in der 600-ml-Flasche bestellen. Die einfache Straßenbar mit gelegentlicher Livemusik ist immer gut besucht und hat auch dann noch offen, wenn alles andere schon zu hat.
Mo–Sa 10–2, So 18–1 Uhr

Lockere Straßenatmosphäre abends in der Bar do Armando © Brasilien Insider
Die Casa do Pensador © Brasilien Insider

Mein persönlicher Lieblingsort liegt aber gegenüber auf der anderen Seite des Platzes: Im Bar-Restaurant Casa do Pensador sitzt man ebenfalls schön im Freien, nur fließt hier kein Autoverkehr vorbei, dafür habt Ihr hier den besten Seitenblick auf die abends hübsch angestrahlte Oper. Außerdem ist es einer der wenigen Orte im Zentrum, wo man auch ein Glas Wein bekommen kann. Immer wenn ich in Manaus bin, ist das zum Sonnenuntergang das erste Ziel, das ich anstrebe. Die Stimmung ist entspannt, auf dem Platz davor geht es lebendig zu und für den kleinen Hunger gibt es auch ein paar Snacks.
tgl. 16–22 Uhr

Ein Gläschen Wein mit Blick auf die Oper: am frühen Abend in der Casa do Pensador © Brasilien Insider

… andere Stadtteile

Die Kabanas Hall ist einer der Forró-Tempel von Manaus © Kabanas Hall

Es gibt in Manaus zahlreiche Casas de Forró, die am Samstagabend teilweise bis zu 6000 Menschen anziehen – das sind durchaus beeindruckende Großveranstaltungen, die fast jede Woche hier auf die Beine gestellt werden (Eintritt in der Regel zwischen R$10 und R$25). Allerdings liegen die meisten dieser Häuser recht weit vom Zentrum entfernt. Beginn der Shows ist fast immer gegen 22 Uhr, aber richtig los geht’s erst ab 23.30 Uhr. Einer der erfolgreichsten Forró-Tempel der Stadt, sozusagen die Edelversion, ist die Kabanas Hall, die weit draußen in Tarumã fast schon am Rand des Urwalds liegt. In der riesigen offenen Halle treten drei Live-Bands pro Abend auf und die Stimmung kann den Temperaturen entsprechend als brodelnd bezeichnet werden. Anfahrt am besten mit Uber/Taxi, ab Ponta Negra sind es dann immer noch ca. 20 Minuten, bis man endlich da ist. Aber der weite Weg lohnt sich …
Fr, Sa 22–5 Uhr

Einer der angesagtesten Tanzschuppen, in denen es sich mal nicht um Forró dreht, ist der legendäre “Keller des Deutschen”, der Porão do Alemão, im Stadtteil São Jorge. Diese fast schon legendäre Rockkneipe gehört seit 1998 praktisch zum Inventar der Stadt und quillt regelmäßig am Mittwoch geradezu über. Hier drängen sich die Gäste eng aneinander und nicht selten wird auch einfach mal auf dem Tresen weitergetanzt. Denn das Motto des Hauses ist schließlich: „Alles ist erlaubt, was nicht verboten ist“. Das Publikum ist trotz der bodenständigen Rock-Attitüde übrigens überraschend stilbewusst-elegant gekleidet, insgesamt ist der “Keller” sehr gepflegt, es gibt gute Cocktails und auch warmes Essen wird serviert. Die Bands betreten auch hier erst später die Bühne, ab 23 Uhr wird gerockt.
Mi–Sa 20–6 Uhr

Im “Keller des Deutschen” steht Live-Rock auf dem Programm © Porão do Alemão

Karneval in Manaus

Sambaschulen im Karneval von Manaus © Brasilien Insider

Wenig bekannt ist bisher, dass in Manaus einer der lebhaftesten Karnevals Brasiliens stattfindet, kaum kommerzialisiert und deutlich preiswerter als in anderen Hochburgen. Dabei sind es eigentlich gleich mehrere Karnevals: Die ersten Tage ähneln dem Samba-Karneval von Rio. Wie in Rio gibt es ein Sambódromo, in dem die Sambaschulen ihre farbenprächtigen Kostüme und die aufwendig gestalteten Umzugswagen zur Schau tragen. Los geht’s am Donnerstag und Freitag mit den Schulen der unteren „Ligen“ („Grupos Acesso“ A, B und C, ab 21 Uhr), am Samstag folgen die acht Gruppen der „Grupo Especial“ (20–6 Uhr). Schon Monate vorher finden Proben (Ensaios) statt, die auch Besuchern offen stehen. Bekannte Sambaschulen sind die „Rosa-Grünen“ von Vitória Régia aus dem Stadtteil Praça 14, Balaku Blaku (Zentrum) oder Unidos da Alvorada.

Fast so pompös wie Rio © Brasilien Insider

Am Montag und Dienstag der Karnevalswoche wandelt sich das Fest ganz unvermittelt. Plötzlich heißt es Carnaboi und es erklingt die mitreißende, für den Amazonas typische „Música do Boi“. An beiden Tagen ziehen zehn Umzüge in je 40 Minuten durchs Sambódromo, darunter auch die berühmten Boi-Bumbá-Gruppen Garantido (rot) und Caprichoso (blau) aus Parintins. Die Kostüme sind an indigene Folklore angelehnt und Hunderte Teilnehmer führen perfekt choreographierte Tänze auf – sowohl optisch als auch akustisch ein wirklicher Glanzpunkt!

Kostümkarneval von Manaus © Brasilien Insider

Neben den Umzügen im Sambódromo gibt es in mehreren Stadtteilen einen Straßenkarneval (Blocos, Bandas de Rua) mit Bühnen und Livemusik. Auch Traditionen aus anderen Regionen Brasiliens werden gepflegt, wie beispielsweise der 12-stündige Umzug „Galo de Manaus“, der an den Frevo-Karneval Recifes erinnert. Und dann gibt es noch die Bailes, rauschende Motto-Partys, die auf dem Gelände des Tropical Hotel stattfinden. Zunächst meist am Freitag die Baile do Hawaii (22–5 Uhr), dann Montag die vielleicht beste Party des Manaus-Karnevals, die traditionelle Baile Fantasy (22–5 Uhr). Mehrere Live-Bands und DJs heizen dem verkleideten und mächtig stimulierten Publikum bis in die frühen Morgenstunden ein! Die besten Kostüme werden mit hohen Geldbeträgen prämiert. Online-Kartenvorverkauf (plus 15 % Gebühr).

Alles in allem präsentiert sich der Karneval in Manaus sehr divers. Es geht nicht so pompös wie in anderen großen Karnevalsstädten Brasiliens zu, dafür ist man als Besucher „näher dran“. Viele Umzüge beziehen sich auf regionale Kultur- oder Naturthemen. Der Eintritt ins Sambódromo ist erschwinglich, die Hotels nehmen bis heute keine Aufschläge.

Gute Laune ist garantiert beim Karneval von Manaus © Brasilien Insider

Einkaufen

Hängematten für den Flussdampfer © Brasilien Insider

Falls Ihr eine längere Flussfahrt auf einem Amazonasdampfer plant, solltet Ihr euch vorab am Hafen eine Hängematte besorgen. Viele Läden verkaufen sie rund um die Rua dos Santos und Rua Miranda Leão. Bei Casa das Redes Santa Luzia, Rua dos Andradas 106, kostet eine Einzel-Hängematte je nach Ausfertigung etwa R$35–150. Breitere Hängematten, die auch zwei Personen tragen, erhaltet Ihr ab R$80.
Mo–Sa 8–17 Uhr

Eine große Feira de Artesanato für Kunsthandwerk und Amazonas-Produkte (auch aus indigener Herstellung) findet sonntagvormittags in der Rua Eduardo Ribeiro im Zentrum statt.
So 7–14 Uhr

Galeria Amazônica, Rua Costa Azevedo 272. Dies ist eine sehr schöne, direkt am Opernplatz gelegene Galerie zweier gemeinnütziger NGOs, in der vornehmlich von Indigenen gefertigte Gegenstände und Skulpturen ausgestellt sind. Viele der Produkte von Flussbewohnern und mehr als 20 Indio-Stämmen, unter anderem den Waimiri Atroari, Ticuna, Baniwa und Yanomami, stehen auch zum Verkauf.
Mo–Sa 8–18 Uhr

Schöne Souvenirs aus indigener Herstellung sind in der Galeria Amazônica erhältlich © Brasilien Insider

Praktische Tipps

Geld

Automaten von Banco do Brasil © Brasilien Insider

Geldautomaten, die internationale Karten akzeptieren, sind im Zentrum von Manaus reichlich vertreten, unter anderem könnt Ihr in diesen Filialen Geld ohne zusätzliche Automatengebühren abheben:

  • Banco do Brasil, Rua Guilherme Moreira 315, Rua Miranda Leão und Rua Marques de Santa Cruz. Geldautomaten 8–17 Uhr
  • Bradesco, Rua Dr. Moreira 226, Rua Eduardo Ribeiro 475 und Av. 7 de Setembro 895. Geldautomaten 8–22 Uhr
  • Weitere Geldautomaten stehen am Flughafen.

Informationen

Kompetente Beratung im Zentrum © Brasilien Insider

Sehr engagierte Beratung bekommen Touristen im Info-Kiosk von Amazonastur in der Rua Eduardo Ribeiro 666, direkt gegenüber der Oper.
Mo–Fr 8–17, Sa 8–13, So 8–12 Uhr

Außerdem gibt es eine Tourist Info am Flughafen.
tgl. 7–22 Uhr

Transport

Nahverkehr

Die Stadtbusse (R$3,80) halten an der Praça da Matriz, Av. Epaminondas, Av. Floriano Peixoto und Av. Getúlio Vargas. Die riesigen Haltestellen erstrecken sich teilweise über mehrere Hundert Meter und man muss sich erst mal orientieren, welche Linie wo hält. Hierzu sollten eigentlich Schilder mit Busnummern weiterhelfen – falls diese gerade nicht vorhanden sind, hilft nur durchfragen. Am relevantesten für Touristen ist die Strecke vom Zentrum nach Ponta Negra, auf der die Linie 120 verkehrt (alle 5–10 Min., bis ca. 23 Uhr, 30–55 Min. Fahrt). Generell ist die Stadt mittags und abends verstopft, diese Zeiten solltet Ihr für längere Bus- oder Autofahrten durch die Stadt möglichst vermeiden.

Kürzere Strecken im Zentrum lassen sich auch per Mototaxi zurücklegen, der Preis für eine Fahrt variiert zwischen R$5–10.

Ein fast unlösbarer Kniffel für Auswärtige: 100 m lange Bushaltestellen im Zentrum © Brasilien Insider

Fernverkehr

Flüge

Der Aeroporto Internacional Eduardo Gomes, Av. Santos Dumont 1350, Tarumã, liegt 14 km vom Zentrum entfernt.

Passagierschiffe ab Porto Flutuante
Fahrkartenkauf in der Estação Hidroviária © Brasilien Insider

Praktisch alle Passagierschiffe (im Volksmund gaiolas – „Vogelbauer“) legen vom Porto Flutuante (auch bekannt als Porto Roadway) ab, dem schwimmenden Pier. An den offiziellen Ticketschaltern in der Estação Hidroviária do Amazonas erhält man Auskünfte zu Abfahrtszeiten. Generell empfiehlt es sich bei Bootsreisen in Amazonien, die Angaben zu Fahrplänen stets persönlich vor Ort zu prüfen. Die klandestinen Händler auf der Straße vor dem Gebäude sind dagegen mit Vorsicht zu genießen. Wichtig auch: Nicht alle Tickets enthalten Bordverpflegung.

  • Belém: Mi/Sa 11 Uhr, 4 Tage, Hängematte R$350, Kabine („Camarote“) R$1200/2 Pers., Suite R$1500/2 Pers., unter anderem über Santarém.
  • Santarém (Alter do Chão): Mo–Sa 10 Uhr, 36 Std., R$159.
Schnellboote von Lancha Ajato
Im Polstersessel mit Lancha Ajato unterwegs © Brasilien Insider

Wer tiefer in den Amazonas vordringen möchte, kann dies zu einigen Zielen mit Schnellbooten von Lancha Ajato tun, Tel. 92/3622 6047, E-Mail . Die Boote fahren unter anderem nach:

  • Parintins, Mo 6 Uhr, 8 Std., R$170;
  • Tefé, tgl. 6 Uhr, 12–13 Std., R$280–300;
  • Tabatinga, Di–Fr, So 6 Uhr, 36 Std., R$680.

Mitfahrt ist in recht bequemen, aber nicht zurückstellbaren Sesseln (keine Liegemöglichkeit), die Schiffe sind klimatisiert, auf Fernsehern laufen Filme ohne Ton mit Untertiteln, gratis Trinkwasser. Möglichst früh buchen, da oft voll. Der offizielle Verkaufsschalter befindet sich unten auf dem eigenen Steg schräg vor dem Mercado Adolpho Lisboa. Dort ist auch die Abfahrt der Ajato-Boote.
Ajato-Fahrkartenschalter Mo–Fr 8–17, Sa 8–12 Uhr

Schnellboote von Lancha Ajato fahren ab Manaus zu verschiedenen Zielen im Amazonas © Brasilien Insider
TIPP: Fahrten mit dem Amazonasdampfer

Mehrtägige Bootsfahrten auf dem Amazonas sind ein einmaliges und sehr authentisches Erlebnis, das von Reisenden oft gerade wegen des direkten Kontaktes zu den Einheimischen als eindrucksvoll beschrieben wird. Viel Luxus kann man auf diesen Touren nicht erwarten, doch der gebotene Komfort ist in aller Regel anständig. Das Trinkwasser an Bord ist meistens, aber nicht immer genießbar – im Zweifelsfall kann man sich an den einheimischen Mitreisenden orientieren. Wer auf Nummer sicher gehen will, bringt einige Liter Wasser in Plastikflaschen mit. Tipp: Ein Beutel frisches Obst sorgt für Abwechslung bei der Ernährung und versüßt die aus viel Reis und Bohnen bestehende Bordküche.