OLINDA

Das hügelige Kolonialjuwel Olinda bietet einzigartige Ausblicke © Brasilien Insider
Nicolas Stockmann, dein Insider für Olinda

Nördlich von Recife liegt nur 6 km entfernt eine der schönsten Kolonialstädte des Landes wunderbar idyllisch auf grünen Hügeln. In der charmanten Altstadt, die seit 1982 zum Unesco-Welterbe zählt, spaziert man zwischen bunten Kolonialhäusern (teils mit maurischen Balkonen oder portugiesischen Fliesen) und 22 gut erhaltenen Kirchen, elf Kapellen sowie mehreren Museen umher. Den architektonischen Reichtum verdankt die heute 392.000 Einwohner zählende Stadt ihrer Rolle als erste Hauptstadt Pernambucos (1676–1827). In dieser Zeit siedelten sich Jesuiten-, Karmeliter-, Benediktiner- und Franziskanermönche hier an.

Schönes Olinda

Vom Stadtgründer Duarte de Coelho soll der Ausspruch stammen: „Ô, linda posição para uma vila!“ (Oh, schöne Lage für eine Stadt!), woraus sich angeblich der Name der „Schönen“ entwickelt hat. Neben den tatsächlich prächtigen Ausblicken liegt der Charme von Olinda in seiner Mischung aus historischen Gebäuden, zahlreichen Bars und Restaurants an steilen Altstadtgassen, sowie den mehr als 70 Ateliers und Kunstgeschäften.

Die charmante Altstadt von Olinda © Brasilien Insider

Auch die Musik hat einen prägenden Einfluss in Olinda. Der Straßenkarneval zählt zu den bekanntesten in Brasilien; aber anders als in Rio ist hier kein Samba zu hören, stattdessen werden Maracatu und Frevo gespielt. Diese lebendige Tradition zeigt sich auch in den freitäglichen Musikumzügen durch die Altstadt, die Serestas oder Serenatas genannt werden. Treffpunkt ist etwa gegen 22 Uhr an der Praça João Alfredo.

Markenzeichen von Olinda: ausgelassene Umzüge durch die Altstadt © Brasilien Insider

Ein wichtiger Platz ist der Alto da Sé, die Aussicht von dieser höchsten Stelle ist wahrhaft majestätisch. Sonntags gehört es zum guten Ton, hier einen Tapioca zu essen. Traditionsgemäß sind diese typischen Maniok-Pfannkuchen mit Kokosraspeln und weißem Käse gefüllt, aber inzwischen werden auch viele andere süße Variationen oder herzhafte Versionen mit Fleisch angeboten. Außerdem finden am Sonntag auf dem Platz häufig sehr schwungvolle Maracatu- oder Samba-Shows statt.

Der abendliche Besuch bei den Tapioca-Ständen am Alto da Sé gehört zum festen Programm © Brasilien Insider

Olindas Altstadt ist recht klein, sodass Ihr euch mit einer Straßenkarte leicht zurecht findet. Ich rate dazu, sich in den Gassen auch einfach etwas treiben zu lassen, dabei könnt Ihr zum Beispiel in der Rua do Amparo oder in den ebenfalls sehr attraktiven Rua Bernardo Vieira de Melo oder Rua 13 de Maio in diverse Ateliers und Cafés einkehren.

Sich einfach treiben lassen durch die Altstadtgassen von Olinda … © Brasilien Insider

Rundgang durch die Altstadt

Leider wurden fast alle Kirchen 1631 von den Holländern niedergebrannt, später hat man sie rekonstruiert. Auf einem interessanten Rundgang könnt Ihr die meisten von ihnen besichtigen. Der erste Aufstieg ist etwas anstrengend, aber danach läuft man fast nur noch bergab.

Über die steile Ladeira da Misericórdia gelangt Ihr zuerst zur Igreja Nossa Senhora da Misericórdia mit dem Krankenhaus Santa Casa (1540, ab 1654 restauriert). Sehr schöne Azulejos zieren hier den Eingangsbereich; Decke, Kanzel und Altar sind voluminös geschnitzt und farbenfroh im spätbarocken Stil bemalt. In der Sakristei verbirgt sich ein Taufbecken aus Marmor. Die Kirche kann jedoch nur zu den Gebetsstunden besucht werden: Mo–Sa 6.20, 11.50, 17.30, So 7.30, 11.50, 17.30 Uhr.

Ein paar Schritte weiter liegen in einer Sackgasse die Igreja da Conceição (17. Jh.) mit dem Convento de Nossa Senhora da Conceição. Beide Gebäude sind für die Öffentlichkeit nur sehr begrenzt geöffnet (Mo–Sa 14–16 Uhr), aber man kann einen Blick in den beschaulichen Garten werfen und von der hinteren Terrasse bietet sich ein herrlicher Ausblick.

In der Casa dos Bonecos Gigantes e Mirins de Olinda sind Karnevalspuppen ausgestellt, die regionale Persönlichkeiten imitieren. Als Europäer wird man wenige der Figuren wiedererkennen (die Puppen mit den internationalen Berühmtheiten sind in Recife zu sehen). Nett sind dafür die gelegentlichen Frevo-Tanzeinlagen. Öffnungszeiten tgl. 9–17.30 Uhr, Eintritt R$10.

Wenn Ihr der Straße weiter folgt, stoßt Ihr auf Olindas Hauptkirche, die Igreja da Sé (von 1537, 1656 restauriert), die seit 1677 Sitz des Erzbischofs von Recife und Olinda ist. Als erste Kirche Olindas zeigt sich die Kathedrale in schlichter, aber eindeutiger Renaissance-Bauweise. Der goldverzierte Seitenaltar und die portugiesischen Azulejos blieben die einzigen Verzierungen. Von der hinteren Terrasse bietet sich ein traumhafter Panoramablick über Olinda und Recife. Öffnungszeiten Di–So 8–12, 13–16 Uhr.

Die Hauptkirche Igreja da Sé © Brasilien Insider

TIPP: Einmalige Ausblicke

In Olinda bieten sich auf Schritt und Tritt umwerfende Aussichten auf das türkis schimmernde Meer, im Urwald liegende Barockkirchen und die Skyline Recifes im Hintergrund. Von Kirchenterrassen, aus Restaurants und Pousadas und eigentlich überall entlang des Alto da Sé kommt man aus dem Staunen über die vielen schönen Panoramaausblicke nicht heraus. An diesem Platz steht ein renovierter Wasserturm, der über eine per Fahrstuhl erreichbare Aussichtsterrasse verfügt (tgl. 8–20 Uhr, Eintritt R$8). Allerdings gibt es hier auch oft längere Warteschlangen und die Angestellten sind zum Teil ziemlich mürrisch. Deshalb ein Tipp: Man kann sich diese Auffahrt auch sparen und einfach kostenlos die ähnlich spektakuläre Aussicht gegenüber von der versteckten Panoramaterrasse des Mercado de Artesanato Silvia Pontual genießen. Besonders gerne gehe ich am späten Nachmittag hierher und schlemme zum Sonnenuntergang in der Barraca de Seu Joca einen Açaí oder einen leckeren „Guaraná do Amazonas“ (tgl. 9–22 Uhr).

An klaren Tagen bieten sich solche herrlichen Ausblicke nach Recife © Brasilien Insider

Nach der Hauptkirche geht es nun erst ein Stück bergab und dann einen kleinen Weg links hinauf zur Igreja Nossa Senhora das Graças (1550). Trotz der Brandschäden sind etliche architektonische Merkmale aus der Renaissance erhalten geblieben. Die Kirche besitzt Brasiliens älteste Seitenaltäre aus Stein (17. Jh.), der Zugang erfolgt durch eine kleine Seitentür. Eine Besichtigung muss vorher vereinbart werden (Tel. 81/3429 0627), oder man kann mit Glück vor Ort um Zutritt bitten. Zuletzt war diese Kirche jedoch wegen Renovierung geschlossen.

Etwas weiter erreicht Ihr dann eine der Hauptsehenswürdigkeiten von Olinda, das Convento de São Francisco (1585). Es handelt sich dabei um die älteste und bedeutendste Anlage des Franziskanerordens in Brasilien. Der hervorragend erhaltene Komplex beherbergt drei prachtvolle Kapellen, eine überwältigende Sakristei, einen romantischen Klosterhof und mehrere Konventräume. Hauptattraktion des Konvents ist die Igreja Nossa Senhora das Neves (1585) mit der Kapelle São Roque (1753), die das Seitenschiff bildet. Die facettierte Deckenbemalung, die portugiesischen Azulejos und die vergoldeten Stuckarbeiten bieten einen markanten Gegeneindruck zu anderen Kirchen aus dieser Zeit. Die Kapelle Capítulo (1577) und die Capela de Santa Anna (1754) gehen vom Klosterhof ab. Die angrenzende Terrasse ist noch ein Geheimtipp. Öffnungszeiten Mo–Fr 8–11.30, 14–16.30, Sa 8–11.30, 14–16 Uhr, Eintritt R$2.

Oasen in der Stadt: der hübsche Platz vor dem Franziskanerkonvent © Brasilien Insider

Wenn Ihr weiter der Rua de São Francisco folgt, kommt Ihr zur zentralen Praça do Carmo. Hier steht das Wahrzeichen der Stadt: die schön restaurierte Igreja de Santo Antônio do Carmo, die älteste Karmeliterkirche Brasiliens (1580, Eingang durch die Seitentür auf der linken Seite). Auch diese Kirche blieb von den Brandstiftungen nicht verschont, nur der Altar aus dem 16. Jh. und das Renaissanceportal der Fassade verweisen noch auf ihre ursprüngliche Konzeption. Öffnungszeiten Di–Sa 9–13, 14–17, So 9–12.30 Uhr.

Die zentrale Igreja Santo Antônio do Carmo ist eines der Postkartenmotive der Stadt © Brasilien Insider

Im Südteil der Altstadt liegt dann noch das sehenswerte Benediktinerkloster Basílica e Mosteiro de São Bento (1599 gebaut, 1761 neu errichtet). Die Kirche besitzt einen der beeindruckendsten Altäre Brasiliens (1783–86): Der 14 m hohe, geschnitzte und vergoldete Altar wurde 2001 acht Monate lang restauriert und in 52 Einzelteilen zu einer Ausstellung ins New Yorker Guggenheim Museum verschickt. Das Kloster samt Sakristei ist für die Öffentlichkeit geschlossen. Öffnungszeiten tgl. 6.30–12, 14–18.30 Uhr, So 10 Uhr Messe mit gregorianischen Gesängen.

Ein schöner Spaziergang führt zur Benediktinerkirche mit sagenhaftem vergoldetem Altar © Brasilien Insider

 

Karneval in Olinda

Der Karneval von Olinda und Recife gilt als der traditionellste und am wenigsten kommerzialisierte unter den drei großen Karnevals Brasiliens (neben Rio und Salvador). Die Pernambucanos nennen ihn deshalb stolz „demokratischer Karneval“ – jeder darf mitmachen, ohne teuren Eintritt in ein Stadion (wie in Rio) oder den Kauf eines Abadá-T-Shirts (wie in Salvador). Die Jecken, die Foliões, verkleiden sich gerne mit Freunden in Gruppen als Hexen, Mediziner oder Fantasiegestalten. Die feiernde Menge zieht durch die engen Altstadtgassen, begleitet von Blasorchestern, Rhythmusgruppen und riesigen Pappmaché-Puppen (Bonecos gigantes), wie man sie zum Beispiel auch aus Mainz kennt. Musikalisch ist dieser Karneval komplett anders: Anstatt Samba (Rio) oder Axé (Salvador) werden hier ausschließlich Frevo und Maracatu gespielt.

Die Vorbereitungen beginnen schon im September mit Proben der Blocos, kurz vor Beginn werden dann die Straßen geschmückt. Schon ab Dezember ist eigentlich an jedem Wochenende ein kleiner Karneval in der Altstadt. Am Samstag vor dem offiziellen Beginn findet das Wettrennen Corrida dos Bonecos statt, und am Sonntag die Parade der Virgens do Bairro Novo, ein bunter Umzug, bei dem sich Männer in Frauenkleidern zeigen (jeweils am Vormittag).

Während des eigentlichen Karnevals wird zwischen Samstag und Dienstag tagsüber in Olinda gefeiert, am Abend verlagert sich das Geschehen eher nach Recife. Die größte Bühne für Live-Konzerte steht an der Praça do Carmo. Rundherum versorgen Stände die Feiernden mit Getränken und Imbissen. Hotelzimmer sind in dieser Zeit teuer und lange im Voraus ausgebucht, aber Einheimische vermieten ihre Privatzimmer. Auf viel Ruhe und Schlaf solltet Ihr allerdings nicht hoffen, wenn Ihr euch im Karneval in der Altstadt einquartiert, die Blasorchester fangen ihr Treiben schon zu sehr unchristlichen Zeiten (frühmorgens!) an …

Übernachtung

In der Altstadt gibt es ein gutes Dutzend kleinerer Pensionen, meine persönlichen Favoriten sind:

Cama e Café Olinda, Rua da Bertioga 93, Tel. 81/3493 2617, 81/988 229 083 (Whatsapp). Ein tolles und wirklich sehr persönliches Bed & Breakfast mitten im Herzen der Altstadt. Die sehr sympathischen Besitzer Sebastian aus Wien und seine Frau Yolanda bieten zwei geschmackvoll eingerichtete Zimmer (mit AC) in familiärer Atmosphäre, beide haben eine großartige Aussicht. Besonders nett ist das liebevoll zubereitete Frühstück auf der Panoramaterrasse. Alles zu einem sehr fairen Preis (R$165). Die Besitzer helfen auch bei der Planung von Ausflügen und können deutschsprachige Guides organisieren. Ein Tipp zur Anreise: Die Adresse ist für Uber-/Taxifahrer schwer zu finden (es gibt kein Schild), deshalb am besten vorab bei Sebastian die ungefähre Ankunftszeit ankündigen. Cama e Café Olinda buchen.

Wie bei guten Freunden zu Besuch: gemütliches Gästezimmer im Cama e Café Olinda © Brasilien Insider

Pousada dos Quatro Cantos, Rua Prudente de Morais 441, Tel. 81/3429 0220. Diese sehr schön in die Gemäuer zweier Kolonialgebäude integrierte Pousada besitzt antiquarische Möbel, einen hübschen Garten sowie einen Pool mit Holzdeck, das alles in bester zentraler Lage in der Altstadt. Die Zimmer sind sehr verschieden und in vier Kategorien aufgeteilt: Die Econômico-Zimmer sind ziemlich klein, aber okay. Deutlich besser sind die Zimmer Luxo Superior. Einige besitzen auch eine Veranda. Weitere Pluspunkte: Das Personal ist hier immer ausgesprochen freundlich und spricht in der Regel gut Englisch, zudem wird morgens ein üppiges und köstliches regionales Frühstück serviert. Auch gibt es im Haus ein eigenes Restaurant. Pousada dos Quatro Cantos buchen.

Freundlich und familiär: Rezeption der Pousada dos Quatro Cantos © Brasilien Insider

 

Essen

Gut essen? In Olinda kein Problem. Hier einige meiner (inzwischen schon langjährigen) Lieblingsrestaurants:

Trattoria Don Francesco, Rua Prudente de Morais 358. Der herzliche Besitzer Francesco serviert seit 2000 in Olinda Gerichte nach alten venezianischen Rezepten. Viele der Zutaten stammen aus einem eigenen Gemüse- und Kräutergarten. Lecker ist das Carpaccio venezianischer Art (R$42). Öffnungszeiten Di–Fr 11.30–15, 18.30–23, Sa 18.30–24, So 11.30–16 Uhr.

Oficina do Sabor, Rua do Amparo 335, Tel. 81/3429 3331. Dieses bereits mehrfach preisgekrönte Restaurant bietet moderne regionale Küche. Ein Trumpf ist die romantische Terrasse mit herrlichem Blick über das Lichtermeer Recifes. Spezialität des Hauses ist nach wie vor Jerimum recheado, ein mit Krabben in Mango-Creme gefüllter Kürbis (R$149/2 Pers.). Hier sollte man am besten reservieren. Öffnungszeiten Di–Do 12–16, 18–24, Fr, Sa 12–24, So 12–17 Uhr.

Gut speisen auf einer tollen Aussichtsterasse: möglich ist das im Oficina do Sabor © Brasilien Insider

Olinda Art & Grill, Alto da Sé. Sehr gemütliches und bodenständiges Restaurant auf einer Terrasse mit super Aussicht. Auf den Tisch kommen regionale Gerichte, alles ist günstig und lecker. Untermalt wird das Ganze an manchen Wochentagen von entspannter Livemusik (MPB, Mi–Mo ab 19 Uhr, Couvert R$8). Öffnungszeiten Mo, Mi, Do, 11–23, Di 11–18, Fr, Sa 11–24, So 11–20 Uhr.

Auch bei Olinda Art & Grill wird das Abendessen von einer fantastischen Aussicht begleitet © Brasilien Insider

Estação 4 Cantos Galeria e Café, Rua Prudente de Morais 440. Das gemütliche Café einer Galerie (mit Innenhof) ist idealer Stopp zum Verschnaufen während der Stadtbesichtigung: Hier bekommt Ihr einen Espresso, heiße Schokolade, Tapiocas, Kuchen oder auch Sandwiches (R$13–26). Sehr lecker finde ich den Bolo de Mainha (Schokokuchen nach „Mamas Art“, R$15). Samstags auch Livemusik ab 19.30 Uhr. Öffnungszeiten Di–Do, So 14–21, Fr, Sa 14–22 Uhr.

Netter Stopp während des Sightseeings: Café Estação 4 Cantos © Brasilien Insider

 

Nachtleben

Ein Ort mit so vielen (Lebens-)Künstlern verfügt fast zwangsläufig auch über eine lebendige Bar- und Nightlife-Szene. Vor allem niedliche Straßenkneipen, in denen man seinen Stuhl auf krummen Bordsteinen balanciert, sind in Olinda reichlich vorhanden.

Das Porão 40 in der Rua do Amparo 40 ist eine dieser typischen entspannten Bordsteinbars. Auf einem schmalen Gehweg sitzt man an halben Fässern und verfolgt, wer so alles an einem vorbeizieht. Serviert werden auch gute und günstige Snacks, zum Beispiel ein Omelette mit Pommes für nur R$15. Am Wochenenden spielt ein DJ. Öffnungszeiten Di–So ab 18 Uhr.

Auf krummen Bordsteinen balancieren – das Bohème-Leben von Olinda © Brasilien Insider

Die bekannteste Bar von Olinda ist wohl die Bodega de Véio in der Rua do Amparo 212, die sich einen Ruf als Treffpunkt der Künstlerszene erarbeitet hat. Am Donnerstag findet hier ab 19.30 Uhr eine lässige Straßenparty mit Livemusik (Forró) auf dem Gehsteig gegenüber statt (Samstag auf der Empore). Öffnungszeiten Mo–Sa 10–23 Uhr.

Ein Klassiker in Olinda: die Bodega de Véio © Brasilien Insider

Recht neu ist noch die Naylê Comedoria in der Rua do Amparo 71. Dieser einzigartige „Musik-Imbiss“ bietet Do–Sa ab 21 Uhr meistens Livemusik auf einer kleinen Bühne (Couvert R$10–30). Auf der Karte stehen regionale Spezialitäten wie Carne de sol mit Reis, Bohnen und Macaxeira (R$60/3–4 Pers.). Bei Veranstaltungen wird es hier schnell eng und für einen freien Tisch müsst Ihr früh kommen. Öffnungszeiten So–Di 11.30–23, Do–Sa 11–0.30 Uhr.

Volles Haus in der Naylê Comedoria © Brasilien Insider

Falls Ihr euch auch außerhalb der Altstadt mal etwas umsehen möchtet, findet Ihr an der Praça do Fortim (5-10 Minuten zu Fuß) zwei nette und stets gut besuchte Freiluft-Bars: Im Caldinho do Dogão und Boteco do Sol wird täglich Livemusik ab 20 Uhr gespielt (So ab 17 Uhr). Öffnungszeiten Di–So ab 17 Uhr.

Und oben auf dem Alto da Sé müsst Ihr natürlich irgendwann im Laufe eures Aufenthalts eine Caipirinha probieren. Josias mixt an seinem Stand Caipifrutas da Sé die wohl weit und breit beste Erdbeer-Caipi („Morango“, R$11). Öffnungszeiten tgl. 14–23 Uhr.

Erfrischend nach einem heißen Tag: Erdbeer-Caipi bei Josias © Brasilien Insider

 

Stadtführungen und Ausflüge

Mein seit vielen Jahren in Recife lebender Insider-Kollege Wolfgang Besche bietet euch private Stadtführungen in Olinda und Umgebung an. Mehr zu den privaten Stadtführungen von Recife Insider findest du hier:

Praktische Tipps

Geld

Geldautomaten in der Tankstelle © Brasilien Insider

Etwas lästig ist in Olinda das Geldabheben, denn es gibt in der Altstadt selbst keine Geldautomaten. Dafür muss man sich zu der Tankstelle in der Nähe des Mercado Eufrásio Barbosa bequemen, wo ein Geldautomat von Banco 24 Horas steht (mit Gebühr). Öffnungszeiten der Tankstelle tgl. 7–22.45 Uhr. Filialen von Banco do Brasil und Bradesco gibt es ansonsten nur außerhalb der Altstadt in der Av. Getúlio Vargas, Bairro Novo (Anfahrt mit Uber/Taxi). Am besten, man bringt sich gleich ausreichend Bargeld aus Recife mit.

Märkte

Olinda besitzt mehrere schöne Markte für Souvenirs und lokales Kunsthandwerk, alle öffnen rund um die Kernöffnungszeiten (tgl. 9–18 Uhr):

Im Mercado Ribeira, Rua Bernardo Vieira de Melo, einem ehemaligen Sklavenmarkt, wird lokale Handwerkskunst verkauft: Decken, Hüte, Bilderrahmen usw. Auch eine Ausstellung der riesigen Karnevalspuppen (bis 3 m hoch und 30 kg schwer) ist zu sehen, die ältesten Exemplare stammen noch aus den 1930er-Jahren. Falls Ihr zu den „tollen Tagen“ in Olinda seid: Am Stand „Floresbela“ von Inajá Almeida gibt es bunte Karnevalsaccessoires und -masken.

Ausstattung für die tollen Tage gibt es im Mercado Ribeira © Brasilien Insider

Artes do Imaginário Brasileiro, Rua Bispo Coutinho 814, ist ein Kunsthandwerksladen mit Eisdiele und tropischem Garten, Fischteich und partieller Panoramasicht. Im Ecological Artesanato, Rua Bispo Coutinho, findet Ihr Produkte aus Naturmaterialien. Und der Mercado de Artesanato Silvia Pontual am Alto da Sé beherbergt eine kleine Galerie mit mehreren Läden, in denen zum Beispiel CDs mit regionaler Musik, Instrumente, Kleidung und Cangas verkauft werden. Außerdem gibt es auf der hinteren Terrasse eine Lanchonete mit einer der schönsten Panoramaaussichten der Stadt.

Kunst, so weit das Auge reicht, hier der Eingang zum Markt Artes do Imaginário Brasileiro © Brasilien Insider

Transport

Die Anfahrt von Recife aus ist recht leicht. Vom Flughafen kostet ein Taxi ca. R$70–80, bei Uber müsst Ihr mit etwa R$40 rechnen. Solltet Ihr mit dem Bus an der Rodoviária von Recife ankommen, zahlt Ihr nach Olinda ungefähr dasselbe. Falls Ihr mit dem Bus von Norden kommt, zum Beispiel aus João Pessoa oder Natal, dann könnt Ihr euch den zeitaufwendigen Umweg über Recife auch sparen und bereits im Vorort Abreu e Lima beim dortigen Busterminal aussteigen. Von da kostet ein Taxi ca. R$45–50 (mit Uber ungefähr R$25).

Sicherlich möchtet Ihr während eures Aufenthalts auch Recife sehen. Die Stadt könnt Ihr leicht auf Tages- oder Abendausflügen erkunden. Bis Recife Antigo kostet ein Uber nur R$17–20, mit dem Taxi sind es ca. R$35–40, nach Boa Viagem zahlt man R$30–35 (Uber) bzw. R$60–70 (Taxi).

Die lokalen Stadtbusse halten an der Praça do Carmo. Hier ein paar nützliche Verbindungen:

  • Nach Recife (Zentrum) fahren die Busse 1973 Casa Caiada (20 Min., R$3,20) oder 1983 Rio Doce/Princesa Isabel bzw. 1992 Pau Amarelo (20–25 Min., R$4,40)
  • Um zur Rodoviária (TIP) in Recife zu kommen, nehmt Ihr erst einen der Busse 1983/1992 bis Metro Recife Antigo und steigt dort in die Metro um
  • Nach Boa Viagem fährt der Bus 910 Rio Doce/Piedade (40–75 Min., R$4,40), der allerdings oft stark überfüllt ist
Bus 910 Rio Doce/Piedade fährt nach Recife in den Stadtteil Boa Viagem © Brasilien Insider