BOOTSTOUREN

Rio vom Wasser aus erleben auf einer Ausflugsfahrt mit einem Holzschiff © Brasilien Insider

Rio de Janeiro vom Wasser aus erleben – eine entspannte Bootsfahrt durch die Guanabara-Bucht

Guanabara-Bucht mit Brücke © Brasilien Insider

Es ist ein schönes und sehr entspanntes Kontrastprogramm, die umtriebige Millionenmetropole Rio einmal ganz gemütlich während einer Bootstour vom Wasser aus an sich vorüberziehen zu lassen. Schon die portugiesischen Eroberer wussten die geschützte Lage der riesigen Bucht von Guanabara zu schätzen. Ihre Einfahrt neben dem Zuckerhut ist recht knapp bemessen, aber dahinter dehnt sie sich weit ins Hinterland aus. Am Südwestufer entwickelte sich das historische Zentrum der Stadt, auf der anderen Seite liegt gegenüber die Nachbarstadt Niterói. Aus heutiger Sicht war die Guanabara-Bucht so etwas wie die Wiege der Stadtgründung, inzwischen befindet sich hier der größte natürliche Hafen der Welt mit einer 13 km langen Brücke im Hintergrund.

Heute wird die Guanabara-Bucht auch als Segelrevier genutzt © Brasilien Insider
Auch abends schön anzusehen: die Marina da Glória © Brasilien Insider

Alle Bootsausflüge starten im Jachthafen Marina da Glória. Die Anbindung mit der Metro hierhin ist nicht optimal, sodass du eine Anfahrt mit Uber oder Taxi in Betracht ziehen solltest. Wer es dennoch mit öffentlichen Verkehrsmitteln probieren möchte, fährt bis zur Station Glória und muss von dort noch einige Fußgängerbrücken bewältigen. Auch die Buslinien 107 ab Urca (Zuckerhut) und 464 ab Copacabana halten in der Nähe des Jachthafens an der Praça Nossa Senhora da Glória beim früheren Hotel Glória. Auch von dort muss über diverse Fußgängerbrücken die mehrspurige Hauptstraße Aterro do Flamengo überquert werden.

Der Jachthafen Marina da Glória im Zentrum von Rio © Brasilien Insider
Ausflugsfahrt auf einem Holzschiff © Saveiros Tour

Saveiros Tour bietet gemächliche Fahrten auf großen Zweimastern (bis 150 Passagiere) durch die Bucht von Guanabara an. Diese Touren finden nur bei genügend Nachfrage statt. Abfahrt ist um 9.30 Uhr, Rückkehr gegen 11.30 Uhr, der Preis liegt bei R$60 pro Person (inkl. Früchte), Getränke und Snacks werden an Bord verkauft, Erläuterungen gibt es unterwegs auch auf Englisch.
Mo–Fr 8–17 Uhr

Zweimastrige Ausflugsboote durchfahren die Guanabara-Bucht © Saveiros Tour

Bei flotten Bossa-Nova- und Sambaklängen wirst du schnell feststellen: Aus jeder Perspektive wirkt Rio anders. Schon beim Verlassen der Hafenausfahrt bietet sich rechts ein toller Blick auf den Zuckerhut sowie links davon auf das Forte Tamandaré da Lage. Diese auf einem 100 x 60 m großen Felsen errichtete Festung schützte die Buchteinfahrt von Rio zwischen dem 17. und 20. Jahrhundert.

Das Forte Tamandaré da Laje wurde auf einem Felsen mitten in der Buchteinfahrt errichtet © Saveiros Tour
Auch Kriegsschiffe liegen in der Guanabara-Bucht © Saveiros Tour

Danach geht es am Flughafen Santos Dumont vorbei, wo die ein- und ausschwebenden Jumbos fast mit dem Zuckerhut zu kollidieren scheinen. Ein Stückchen weiter fallen die Türme der Ilha Fiscal ins Blickfeld: Ohne die umliegenden Marineschiffe könnten sie glatt einem Märchen entsprungen sein. Hier feierte das Kaiserreich sein letztes rauschendes Fest, wenige Tage vor der Ausrufung der Republik (“O último baile do Império”).

Fast wie aus dem Märchen entsprungen: der Palast der Ilha Fiscal © Saveiros Tour

Wenig später taucht fast wie aus dem Nichts das spektakuläre Museu do Amanhã auf, links davon reckt sich die Skyline des Zentrums in die Höhe. Ein Tipp für Fotografen: Nur während einer Bootstour beziehungsweise vom Wasser aus besteht die Möglichkeit, dieses sehenswerte Museum mit größerem Abstand von vorne abzulichten.

Erstes Highlight auf der Bootstour ist das direkt am Buchtufer liegende Museu do Amanhã © Embratur

Kurz darauf geht es vorbei an der Ilha da Pombeba und weiter zur gewaltigen Brücke Ponte Rio-Niterói. Das Boot macht dort einen Schwenk um einen der Brückenpfeiler und setzt dann zu Rios Schwesterstadt Niterói über. Schon aus der Ferne springen einem die auffälligen Niemeyer-Bauten förmlich ins Auge, die typischen Kuppeln und das an eine liegende Gitarre erinnernde Teatro Popular. Doch das größte Highlight kommt nicht mit einem Paukenschlag, sondern taucht fast schüchtern, jedenfalls sehr idyllisch zwischen Felsen auf: Es handelt sich um das weltberühmte, an ein Ufo erinnernde Museu de Arte Contemporânea.

Annäherung an das Museu de Arte Contemporânea in Niterói © Brasilien Insider

Im Anschluss tuckert man noch am schönen Strand von Icaraí vorbei bis zum Fortaleza de Santa Cruz, ehe es wieder zurück einmal quer durch die Bucht zum Jachthafen von Glória geht.

Blick auf das Fortaleza de Santa Cruz in Niterói, im Hintergrund auf der anderen Buchtseite der Zuckerhut © Brasilien Insider
Reisetipp: Schutz gegen Fahrtwind
Auch wenn die Boote recht langsam fahren, kann der Fahrtwind in der offenen Bucht an kühleren Tagen, das heißt bei 20–25 °C oder darunter, schon etwas frisch sein und du solltest dich dagegen mit einem leichten Pulli oder einer Jacke zum Überhängen wappnen.
Das Denkmal an die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs © Brasilien Insider

Im Anschluss an die Bootstour kannst du deine Stadtbesichtigung mit einem kleinen Spaziergang und einem Kulturprogramm fortsetzen. An der schönen Promenade entlang erreichst du in wenigen Gehminuten von der Marina da Glória aus das sehenswerte Museu de Arte Moderna (MAM). Dabei begegnest du auch einem auffälligem Denkmal zur Erinnerung an die gefallenen brasilianischen Soldaten des Zweiten Weltkriegs von 1959 (Monumento Nacional aos Mortos da Segunda Guerra Mundial). Oder du erkundest von hier aus zu Fuß die Stadtteile Flamengo, Catete und Glória und könntest im Anschluss noch einen Besuch in Santa Teresa anhängen.

Und nach der Bootstour auf der Promenade bis zum Museum für Moderne Kunst schlendern © Brasilien Insider
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