CORCOVADO MIT CHRISTUSSTATUE

Die Christusstatue auf dem Berg Corcovado ist auch dank eines einzigartigen Panoramablicks die wohl berühmteste Sehenswürdigkeit Brasiliens © Brasilien Insider
Weltberühmt: der Corcovado © CVB Rio

Der Gipfel des 709 m hohen Felsens Corcovado (“Der Bucklige”) mit der gewaltigen Christusstatue gewährt unvergessliche Ausblicke. Es ist ohne Zweifel eines der größten Highlights eines Rio-Besuchs, einmal hier oben zu stehen. Der umwerfende Panoramablick ist von Kameras nur ansatzweise einzufangen – denn von hier liegt dir ganz Rio zu Füßen. In alle Himmelsrichtungen eröffnet sich die Stadt, Hinweistafeln mit englischer Beschriftung erklären genau, was in der jeweiligen Richtung zu sehen ist. Der Ort wurde mit Bedacht gewählt, denn von jedem Winkel in Rio soll die Christusstatue auf dem Corcovado zu sehen sein. Du kannst es überprüfen … Besonders schön wirkt sie am Abend, wenn sie angestrahlt wird und frei über der Stadt zu schweben scheint.

Emblematisches Symbol von Rio de Janeiro und Brasilien: die Christusfigur auf dem Corcovado © Embratur
Blick in alle Richtungen © Brasilien Insider

Der Rundum-Panoramablick vom Corcovado übertrifft sogar noch die fantastische Aussicht, die sich vom Zuckerhut bietet. Täglich kommen 5000 Besucher aus aller Welt. Für Brasilianer war dieser Felsen schon immer der wichtigere, vor allem wegen der Christusstatue auf seiner Spitze – kein Wunder, dass die ganze Nation per Internet und Handy dazu beigetragen hat, den Cristo Redentor (Erlöser) am 7.7.2007 zu einem der umstrittenen “neuen sieben Weltwunder” zu erheben. Zwei Jahre später wurde er auch zum Nationalheiligtum erklärt.

Fantastischer Panoramablick von der Aussichtsplattform des Corcovado © Brasilien Insider
Christusstatue vor blauem Himmel © Brasilien Insider

Die Idee zu diesem Monument ging schon 1859 vom katholischen Priester Pierre Marie Bos aus. Doch erst 1922 – zur Hundertjahrfeier der Unabhängigkeit – erfolgte die Grundsteinlegung, Baubeginn war 1926 und Fertigstellung 1931. Verantwortlicher Ingenieur war Heitor da Silva Costa, der Kopf und die Hände wurden von dem berühmten Art-déco-Bildhauer Paul Landowski in Paris modelliert. Ohne den Sockel ist der Koloss 30 m hoch, die ausgebreiteten Arme erreichen 28 m, das Gewicht beträgt 1145 t.

In jeder Hinsicht imposant: der 30 Meter hohe Christus von Rio © Brasilien Insider
Nicht selten: Wolkenschleier umhüllen den Corcovado © Brasilien Insider

Als beste Besuchszeit für Fotos empfiehlt sich wegen der Lichtverhältnisse (weniger Dunst und kein Gegenlicht in Blickrichtung Zuckerhut) der spätere Nachmittag, andererseits bildet sich zu dieser Zeit oft ein Wolkenmantel um den Corcovado-Gipfel. Laut Angaben örtlicher Stadtführer bietet sich ein komplett wolkenfreier Blick auf die Stadt nur an etwa der Hälfte aller Tage im Jahr. Wer den perfekten Blick genießen kann, darf sich also durchaus ein wenig glücklich schätzen …

Leider oft in Wolken verhüllt: der Corcovado © Brasilien Insider
Reisetipp: Mit Zeit und Muße auf den Corcovado
In der Hauptsaison und an Wochenenden muss auf allen Wegen mit längeren Wartezeiten gerechnet werden, am schnellsten geht es noch, wenn man vor 9 Uhr morgens oder nach 16 Uhr am Nachmittag erscheint. Ein weiterer Vorteil dieser Uhrzeiten ist es, dass die Hitze dann nicht ganz so brütend ist. Auf jeden Fall solltest du den Ausflug möglichst gemächlich angehen und einen guten halben Tag mit allem Drum und Dran dafür einplanen. Am letzten Aufenthaltstag in Rio, womöglich kurz vor dem Abflug, “noch mal schnell” auf den Corcovado zu wollen, halten wir dagegen für keine gute Idee.

Wie kommt man auf den Corcovado?

Für die Anfahrt zur Christusstatue gibt es zwei Optionen: Mit einer Zahnradbahn ab dem Stadtteil Laranjeiras oder mit Shuttlebussen ab Copacabana oder Flamengo.

… mit der Zahnradbahn (Trem do Corcovado)
An der Talstation © Trem do Corcovado

Die Zahnradbahn fährt steil geradeaus durch dichten Wald, auf der Strecke gibt es jedoch kaum Aussichten auf die Stadt. Nur ganz Ende eröffnet sich ein herrlicher Panoramablick und gibt einen Vorgeschmack auf den umwerfenden Blick, der oben auf dem Hügel wartet. Abfahrt der Züge ist an der Talstation Estação Trem Corcovado in der Rua Cosme Velho 513 im Stadtteil Laranjeiras. Hierher kommst du am einfachsten mit Uber/Taxi, alternativ kannst du auch die Buslinie 583 ab Leblon/Ipanema/Copacabana nehmen oder mit der Metro bis zur Station Largo do Machado fahren und von da weiter mit der Buslinie 580 “Laranjeiras” (bis Rua Cosme Velho, Trem Corcovado).

Auffahrt durch den Wald © Trem do Corcovado
Moderne Wagen mit Beinfreiheit © Trem do Corcovado

Oben angelangt, bewältigt man die letzten Meter bis zum Gipfel entweder per Aufzug und Rolltreppen (die aber wetterbedingt gelegentlich außer Betrieb sein können) oder nimmt für das letzte Stück gleich sportlich die Treppen. Danach kannst du die besten und unglaublichsten Aussichten von Rio genießen, je früher am Tag, umso weniger andere Touristen, mit denen du dir den begrenzten Platz teilen musst. Tickets für die Zahnradbahn kannst du vorher bei Postämtern kaufen, ebenso am Infostand von Riotur in Copacabana (beim Posto 2, Zahlung nur mit Kreditkarte), an einem Kiosk am Largo do Machado oder über die offizielle Internetseite.
Abfahrt der Züge Mo–Fr 8–16, Sa, So 8–17 Uhr alle 20 Minuten, Fahrtdauer ca. 20 Minuten, Preis für die Hin- und Rückfahrt einschließlich Eintritt zum Corcovado je nach Saison und Wochentag R$71–88 (Kinder zwischen 5 und 11 Jahren ermäßigt gegen Ausweisvorlage)

Kurz vor dem Gipfel eröffnet sich ein herausragender Blick © Trem do Corcovado
… mit einem Shuttlebus
Ticketschalter an der Praça do Lido © Brasilien Insider

Diese Strecke über eine Serpentinenstraße ist eigentlich fast noch reizvoller als die Bahnfahrt, da unterwegs etwas mehr von der Landschaft zu sehen ist. Man begibt sich zunächst zur Praça do Lido in Copacabana. Von diesem Platz aus fahren Vans der Nationalparkverwaltung praktisch nonstop zum Christus hoch. Tickets sind an den dortigen Kiosken erhältlich oder auf der englischsprachigen Website Paineiras Corcovado buchbar. Es ist ratsam, sich den Fahrschein rechtzeitig (etwa einen Tag) im Voraus zu besorgen, da nicht immer spontan freie Plätze in den Vans verfügbar sind.
Verkaufsschalter in Copacabana tgl. 8–15 Uhr, Preis für die Hin- und Rückfahrt einschließlich Eintritt zum Corcovado je nach Saison und Wochentag R$75–92 (Kinder zwischen 5 und 11 Jahren ermäßigt gegen Ausweisvorlage)

Diese Shuttlebusse pendeln zwischen Copacabana und dem Corcovado © Brasilien Insider

Wer sein Hotel im Zentrum hat oder aus anderen Gründen gerade nicht an den Stränden der Südzone weilt, muss nicht extra nach Copacabana fahren, um dort den Shuttlebus zu nehmen. Eine zweite Haltestelle der Vans befindet sich zentrumsnah bei der Metrostation am Largo do Machado im Stadtteil Flamengo. Das Prozedere ist dasselbe wie oben beschrieben.
Verkaufsschalter Largo do Machado tgl. 8–15 Uhr, Preis für die Hin- und Rückfahrt einschließlich Eintritt zum Corcovado je nach Saison und Wochentag R$75–92 (Kinder zwischen 5 und 11 Jahren ermäßigt gegen Ausweisvorlage)

Verkaufsschalter für Corcovado-Busse am Largo do Machado © Brasilien Insider

Das Besucherzentrum Paineiras

Souvenirshop mit Aussicht im ehemaligen Luxushotel © Centro de Visitantes Paineiras

Eine dritte Möglichkeit, um auf den Corcovado zu gelangen, wäre noch die Anfahrt mit Uber/Taxi zum Besucherzentrum Centro de Visitantes Paineiras (hier besteht keine Parkmöglichkeit). Auch von dort fahren Shuttlebusse zur Spitze des Corcovado, die Fahrt ist kürzer und demzufolge auch etwas günstiger (je nach Saison zwischen R$39 und R$56). Allerdings muss natürlich die Anfahrt mit Uber oder Taxi hinzugerechnet werden, außerdem ist es nicht so einfach, ein Uber/Taxi vom Besucherzentrum für die Rückfahrt zu bestellen. Diese Option ist daher insgesamt etwas umständlich und weniger zu empfehlen. Allerdings ist die Lage des Besucherzentrums sehr reizvoll. Inmitten des Tijuca-Nationalparks befinden sich hier im ehemaligen Hotel das Paineiras, dessen Bau noch von Kaiser Dom Pedro II. 1884 begonnen wurde, ein Café, Souvenirgeschäfte und eine interaktive Dauerausstellung zum Naturschutz des Nationalparks (Exposição Floresta Protetora). Shuttlefahrgäste können hier die An- oder Abfahrt unterbrechen und später mit einem anderen Fahrzeug weiterfahren.

Das Besucherzentrum liegt etwas unterhalb des Gipfels © Centro de Visitantes Paineiras

Alternative zum Christus: der Aussichtspunkt Mirante Dona Marta

Sollte der Corcovado in den Wolken liegen – was durchaus häufiger vorkommen kann, vor allem am späten Nachmittag –, kann man sich per Uber/Taxi zum tiefer gelegenen Aussichtspunkt Mirante Dona Marta bringen lassen. Aus 340 m Höhe siehst du fast das Gleiche wie von ganz oben, zahlst keinen Eintritt und musst dich nicht durch Touristenschwärme drängeln. Fotografen bevorzugen sogar diesen Ort, denn aus der Schräge ist der Zuckerhut noch fotogener als aus der Vogelperspektive in 709 m Höhe. Vom Mirante Dona Marta aus kannst du dich anschließend noch in wenigen Minuten zum Stadtteil Santa Teresa bringen lassen und dort deine Stadtbesichtigung fortsetzen.

Die Aussicht vom Mirante Dona Marta steht der vom Corcovado nur wenig nach © Brasilien Insider
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