LEBLON

Hinter dem Jardim de Alah, einem Park mit einem Stichgraben zwischen dem Meer und der Lagoa Rodrigo de Freitas, beginnt das noble Viertel Leblon. Es ist ein von Touristen wenig besuchter, aber dennoch sehr reizvoller Stadtteil. Die Strandpromenade von Leblon steht den berühmten Nachbarn Ipanema und Copacabana in nichts nach, nur ist es hier weniger voll. Und abseits des Strandes gibt es in grünen Straßenzügen exklusive Geschäfte zu entdecken, dazu zwei der feinsten Shoppingzentren sowie Rios beste Gastronomie- und Barmeile. Es lohnt sich auf jeden Fall, einmal einen Spaziergang durch diesen gepflegten und sehr hübschen Stadtteil zu machen.

Der Strand von Ipanema geht direkt in die 1,3 km lange Praia do Leblon über. Ihr könnt den Bummel von Ipanema aus also einfach an der Strandpromenade fortsetzen. Wenn man in diese Richtung geht, hat man auch stets das wunderbare Panorama der Zwillingsfelsen Dois Irmãos im Blick. Unterwegs begegnen Euch auch hier viele Jogger, Walker, Radfahrer und Ihr könnt Strandvolleyballer beim Training beobachten – Rio macht einfach Lust auf Bewegung.

In Leblon gibt es nur wenige Hotels, die einzigen am Strand liegenden sind das Hotel Marina Palace und Marina All Suites, beide bieten reizende Bars und Restaurants. Am Ende der Promenade steht eine Statue des Journalisten Zózimo Barrozo und blickt versonnen aufs Meer.

Davor schlängelt sich nach links die Avenida Niemeyer, nach wenigen Metern bergan gelangt Ihr zum Aussichtspunkt Mirante do Leblon. Von der Anhöhe bietet sich ein herrlicher Blick über die Strände von Leblon und Ipanema bis zum Felsen von Arpoador, weit hinter den Häuserblocks erhebt sich majestätisch der Corcovado mit der Christusstatue. Zwei kleine Bars laden hier zum Verweilen ein. Von unten schlagen die Wellen auf gewaltige Felsen, die Gischt spritzt manchmal bis zum Steg des Aussichtspunktes hinauf. Wegen der kräftigen Brandung sind an diesem Meeresabschnitt (Pontão do Leblon) oft Surfer anzutreffen. Ein weiteres imposantes Panorama bietet sich auf der anderen Seite des Holzstegs, wo der Blick auf das Sheraton-Hochhaus sowie auf die sich dahinter an den Hang schmiegende Favela Vidigal fällt. Hier entlang führt auch der breite Radweg, der auf spektakulärer Strecke am Meer bis in die Westzone von Rio führt.

Auf dem Rückweg geht es ein Stück auf dem Promenadenweg der Avenida Delfim Moreira entlang, sie ist eine der besten Adressen der Stadt. Ab 1878 war dieser Strandabschnitt noch ein Refugium für entflohene Sklaven (Quilombo), heute wohnt hier die weiße Oberschicht: Nirgendwo sonst in Brasilien ist der Reichen- und Prominentenanteil so hoch. Leblon besitzt die höchsten Immobilienpreise der Stadt, dicht gefolgt von Ipanema.

Über die Avenida Bartolomeu Mitre geht es dann vom Strand weg, vorbei an der Praça Antero de Quental, wo zu den Olympischen Spielen 2016 Leblons erste Metrostation entstanden ist, und links in die Avenida Ataulfo de Paiva, einem weiteren exklusiven Einkaufsboulevard. Nach kurzer Zeit erreicht Ihr auf der rechten Seite Talho Capixaba, ein Delikatessenparadies mit eigener Bäckerei.

An der sechsten Kreuzung biegt Ihr rechts in die Rua Dias Ferreira, die beste Gourmetmeile der Stadt und eine der besten ganz Südamerikas. Dicht beieinander liegen hier mehr als 40 schicke Bars und Restaurants, nirgendwo sonst finden sich in Rio so viele und gute Optionen auf so engem Raum. Am besten schlendert Ihr hier einfach entlang und lasst euch überraschen. Besonders zu empfehlen sind die hübsche Eisdiele Momo, das Salatlokal Celeiro, der preisgekrönte Japaner Sushi Leblon und das thailändische Sawasdee Bistrô. Abends sollte man wiederkehren, um Brasiliens beste Nightlife- und Gourmetmeile in voller Blüte zu erleben.

Gleich neben dem schönen Buchladen Livraria Argumento kommen Modefans bei Hausnummer 417 auf ihre Kosten: Patrícia Viera (Lederwaren), Gilda Midani (Batik) und weitere international bekannte Designer verkaufen hier auf mehreren Etagen ihre Stücke. Abseits vom Strand lohnt auch die große Markthalle Cobal Leblon in der Rua Gilberto Cardoso einen Besuch. Man schlendert zwischen Verkaufsständen für Obst, Gemüse, Käse oder Blumen umher, isst ein Stück Kuchen bei Torta & Cia. oder setzt sich in eine der Bars und verfolgt das bunte Treiben.
Cobal Leblon Mo–Sa 8–18, So 8–13, Bars Fr/Sa bis 3 Uhr

Auch wenn Leblon in erster Linie den Ruf als vornehmes Wohngebiet besitzt, findet hier auch ein reges Nachtleben statt. An der Kreuzung der beiden Straßen Rua Dias Ferreira und Avenida Bartolomeu Mitre beginnt das sogenannte Baixo Dias Ferreira, der In-Spot des Viertels. Hier liegen angesagte Bars und Kneipen, beginnend mit Chico & Alaíde. Auf der anderen Straßenseite, in der Rua Conde de Bernadotte, befinden sich in der Ladengalerie Terrasse Centre eine Reihe weiterer stets belebter Straßenbars, unter anderem die Academia da Cachaça und Desacato.

Wer zum Abschluss des Rundgangs noch etwas shoppen möchte, kann bis zum Ende der Rua Humberto de Campos zu zwei der edelsten Einkaufszentren von Rio spazieren. Das Shopping Leblon gefällt durch sein in Weiß gehaltenes Innendesign und den gläsernen Panorama-Fahrstuhl. Direkt gegenüber liegt das nicht minder schicke Rio Design Leblon.

 

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