NAHVERKEHR

Ein diverser Mix an öffentlichen Verkehrsmitteln steht Rio-Besuchern zur Verfügung © Brasilien Insider

Alles über Taxi und Uber, Fähren, Metro, Straßenbahn, Radfahren und das Bussystem von Rio

Taxi und Fahrdienste

Welche Taxi-Typen gibt es in Rio de Janeiro?

Eine Besonderheit von Rio sind die vielen Taxis, offiziell gibt es etwa 33.000. Man findet sie rund um die Uhr und kann einfach ein fahrendes Taxi anhalten oder es über eine der verbreiteten Apps bestellen. Grundsätzlich reicht ein normales Táxi convencional (manchmal auch Táxi comum genannt), zu erkennen sind diese an der gelben Farbe und den blauen Seitenstreifen. Demgegenüber steht das sogenannte Táxi executivo (oder auch Táxi especial), das es in schwarzer, weißer oder blauer Ausführung gibt. Dieser Taxi-Typ fährt vor allem vom Internationalen Flughafen Galeão dort unter dem Namen “Táxi oficial” sowie vom Flughafen Santos Dumont und zeichnet sich durch etwas größere Wagen, einen leicht besseren Standard und deutlich höhere Preise aus. Von den Fahrern werden zudem ein geschliffeneres Auftreten und ein paar Grundkenntnisse des Englischen gefordert.

Taxistand der für Rio typischen gelb-blauen “Táxi convencional” © Brasilien Insider
Darauf musst du bei einer Taxifahrt in Rio achten

Leider kommt es häufiger vor, dass einige Fahrer Umwege fahren. Auf jeden Fall solltest du darauf achten, dass das Taxameter (“Taxímetro”) eingeschaltet und der richtige Tarif gewählt ist (siehe unten). Manchmal wird in dunklen Tunneln, oder wenn der Fahrer zu viel redet, die Uhr hochgedreht. Auf längeren Strecken, wie zum Beispiel vom oder zum Internationalen Flughafen, sollte generell ein Festpreis vorab vereinbart werden. Ein Problem sind dabei allerdings die oft fehlenden Fremdsprachenkenntnisse. Während die Quantität des Taxiangebots heraussticht, muss die Qualität dieses Verkehrsmittels in Rio leider unterm Strich als nicht sehr hoch eingestuft werden. Rios Taxifahrer genießen selbst innerhalb Brasiliens einen eher zweifelhaften Ruf. Trotz aller Kritik darf nicht vergessen werden, dass es auch viele redliche und tadellos arbeitende Fahrer in der Gilde gibt. Und wer auf Nummer Sicher gehen will, kann auch ein teureres Táxi especial bestellen, wo die Wahrscheinlichkeit einer Schummelei geringer sein dürfte. Außerdem solltest du bedenken, dass sich bei eventuellen Tricksereien der Schaden für Touristen, zumindest auf kurzen und mittleren Strecken, in Grenzen hält. Es ist die Frage, ob man sich wegen solch relativ geringer Beträge von etwaigen Diskussionen die gute Urlaubsstimmung verhageln lassen möchte.

Ein “Táxi especial” bietet höhere Qualität © Brasilien Insider
Welche Taxitarife gelten in Rio?

Überall in Brasilien werden bei Taxifahrten zwei Tarife unterschieden, die vor der Fahrt für den Gast erkennbar am Taxameter eingestellt werden. Wenn du sehen möchtest, in welchem Tarif deine Fahrt abgerechnet wird, musst du auf die kleine Ziffer achten, die direkt neben dem laufenden Taxipreis zu sehen ist (1 oder 2). In Rio gilt für das weit verbreitete Táxi convencional von Montag bis Samstag zwischen 6 und 21 Uhr der günstigere Grundtarif Bandeira 1 (Grundpreis R$5,80, je km R$2,60). Zu allen anderen Tageszeiten sowie an Feiertagen, im gesamten Monat Dezember und während des Karnevals wird die 20 Prozent teurere Bandeira 2 berechnet (selber Grundpreis, jedoch höherer Kilometertarif).

Zehntausende dieser gelb-blauen Taxis rollen durch Rio und sind praktisch jederzeit und überall verfügbar © Brasilien Insider
Sondertarife und andere Kosten, die bei einer Taxifahrt anfallen können

Zusätzlich zu den oben beschriebenen Standardtarifen darf ein Taxifahrer in Rio de Janeiro für jedes Gepäckstück, das größer als 60 x 30 cm ist und von ihm selbst in den Kofferraum gehievt wurde, einen Aufschlag von R$2,60 berechnen. Ebenfalls ist es den Fahrern gestattet, an steileren Hangstrecken die teurere Bandeira 2 einstellen, dies betrifft vor allem Fahrten nach Santa Teresa. Bei Fahrten zu beiden Flughäfen, zum Busbahnhof und zum Pier Mauá gelten weiterhin spezielle Sondertarife, die in einer Tabelle festgelegt sind. Es ist alles in allem für unkundige Ortsfremde eine recht unübersichtliche und teilweise auch intransparente Sache. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, werden in recht kurzen Abständen immer wieder die Tarife “angepasst” (im Klartext: erhöht) und es dauert dann monatelang, bis alle Taxameter umgerüstet sind. In diesen Übergangsphasen zückt der Fahrer am Ende der Fahrt eine Tabelle und verkündet dem verblüfften Gast den daraus hervorgehenden “angepassten” Endbetrag, der nach der neuen Tarifregelung gilt. Widerspruch zwecklos …

Taxis sind in Rio omnipräsent © Brasilien Insider
Fahrten mit Uber in Rio de Janeiro
Bodenmarkierungen weisen den Weg zum Uber-Treffpunkt am Flughafen Santos Dumont © Brasilien Insider

Als preiswerte und servicefreundliche Alternative steht in Rio der Fahrdienst Uber zur Verfügung. Nach Download der App und Registrierung zahlst du für eine Fahrt innerhalb des Stadtgebiets von Rio ungefähr halb so viel wie für eine Taxifahrt. Wenn du die Option “Uber Juntos” auswählst, kannst du dir in Rio eine Fahrt mit anderen Mitfahrern teilen, die in dieselbe Richtung fahren. Die Fahrtzeit kann sich dadurch etwas verlängern, dafür wird es für den Einzelnen noch günstiger als ohnehin schon. Gezahlt wird wahlweise per Bargeld oder Abbuchung über die Kreditkarte. Der große Vorteil: Schon vor Fahrtantritt wird dir der exakte Endpreis angegeben, böse Überraschungen, wie sie leider auf Taxifahrten immer wieder vorkommen können, entfallen hier. An den Flughäfen und am Fernbusbahnhof gibt es spezielle Bereiche, an denen Passagiere sich von Uber-Fahrern abholen lassen können. Diese Bereiche musst du zuerst aufsuchen (teilweise sind sie durch Markierungen auf dem Boden ausgezeichnet). Erst wenn du den Treffpunkt gefunden hast, solltest du das Uber-Fahrzeug bestellen.

Private Fahrdienste

Für längere Transfers, Abholservice vom Flughafen oder Tagestouren ins Umland empfehlen sich auch private Fahrdienste mit zuverlässigen Fahrern, die einen über längere Zeit begleiten. Die folgenden Fahrer oder Agenturen sind seriös und auf ausländische Besucher spezialisiert (Deutsch oder Englisch):

  • Helmuth TaubaldWhatsApp , E-Mail . Unser deutsches Team-Mitglied bietet außer seinen bewährten sechsstündigen Citytouren auch kürzere Fahrdienste zu allen gewünschten Zielen sowie Flughafentransfers (40 Euro) an.
  • Marcelo Esteves, WhatsApp , E-Mail . Privatfahrer mit eigener Agentur, Marcelo spricht sehr gut Englisch und auch ein wenig Deutsch. Du kannst mit ihm zum Beispiel einen persönlichen Abholdienst vom Flughafen (40 Euro) oder einen Tagesausflug zu den öffentlich schwer erreichbaren westlichen Stränden bis Prainha, Praia do Abricó und Grumari vereinbaren (56 Stunden, 120 Euro bis 4 Personen).
  • Intertouring Receptivo, Avenida Nossa Senhora de Copacabana 330, Sala 504. Erfahrene Agentur (seit 1997), über die kürzere und längere Ausflüge in Rio und Umgebung gebucht werden können (unter anderem nach Paraty und Búzios). Moderne Wagen, gute Fahrer.
  • C.J. Executive, Avenida Salvador Allende 6555, Barra da Tijuca. Von einem Franzosen geleitete High-End-Agentur, die neben maßgeschneiderten Fahrdiensten auch diverse Concierge-Services anbietet.
Vor Ort flexibel und mobil mit Helmuth Taubald in Rio de Janeiro © Brasilien Insider
Mietwagen

Im Allgemeinen raten wir Reisenden, die mit Kultur und Sprache des Landes nicht gut vertraut sind, vom Selbstfahren in Brasilien ab. Das gilt besonders für die verkehrsreiche und höchst unübersichtliche Millionenmetropole Rio de Janeiro. Wer es trotzdem wagen will, kann sich an die großen Unternehmen am Flughafen wenden. Auch in der Avenida Princesa Isabel in Copacabana finden sich Büros der bekannten Mietwagenverleiher.

Metro (Metrô)

Gutes Verkehrsmittel, aber oft voll: Rios Metro © Brasilien Insider

Ein prinzipiell sehr empfehlenswertes Verkehrsmittel Rios ist die Metrô, sie ist sicher, schnell und kaum teurer als der Bus. Allerdings ist sie zu Stoßzeiten leider auch meistens überfüllt. Wegen der drangvollen Enge, besonders zu den Hauptverkehrszeiten, sind Waggons eingerichtet worden, die zwischen 6 und 9 Uhr sowie 17 und 20 Uhr nur Frauen zur Verfügung stehen. In der Regel ist der zweite (beziehungsweise vorletzte) Waggon eines Zuges entsprechend gekennzeichnet.

Wichtiges Fortbewegungsmittel auch im Karneval: die Metrô © Brasilien Insider

Es gibt drei Linien (1, 2 und 4) mit einem insgesamt 57 km langen Streckennetz, das sich über 41 Stationen erstreckt und von 880.000 Passagieren täglich genutzt wird. Zwischen Botafogo und Leblon verbinden zudem Busse auf der sogenannten Metrô na Superfície (“Metro an der Oberfläche”) die Stadtteile Humaitá, Jardim Botânico und Gávea mit dem übrigen Metronetz. Auf dieser Übersichtskarte von Metrorio kannst du das gesamte Liniennetz der Stadt sehen. Die Züge fahren an Wochentagen alle drei bis fünf Minuten, und an Wochenenden alle fünf bis zehn Minuten.

Rios U-Bahn wurde an vielen Stellen in einen felsigen Untergrund gesprengt © Brasilien Insider

Die für Touristen wichtigsten Metrostationen in Rio sind:

An der Praça Cardeal Arcoverde in Copacabana befindet sich eine von Touristen oft genutzte Metrostation © Brasilien Insider

Viele Metrostationen besitzen mehrere Zugänge, die als “Acesso” mit Buchstaben A, B (C, D …) gekennzeichnet sind. Es ist hilfreich, sich vorab zu orientieren, welcher Ausgang dem angesteuerten Ziel am nächsten liegt, da du sonst manchmal lange Umwege über viel befahrene Straßen zurücklegen musst.

Die Haltestelle Largo do Machado ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt zwischen den Stadtteilen Flamengo, Catete und Laranjeiras © Brasilien Insider
Wichtigste Station in Ipanema: General Osório © Brasilien Insider

Wenn du nur wenige Fahrten mit der Metro beabsichtigst, ist es am einfachsten, sich am Schalter eine Einzelfahrt “Unitário” (R$5) zu kaufen. Du erhältst in dem Fall eine einmalig gültige Chipkarte, die du beim Zugang zu den Gleisbereichen an einem der Drehkreuze entwertest. Sie berechtigt zu einem oder mehreren Umstiegen, im Prinzip kannst du damit so lange Metro fahren, bis du irgendwann wieder durch ein Drehkreuz das Metrosystem verlässt.

Einzelfahrkarten sind an den Schaltern der Bilheteria erhältlich, wenn sie nicht gerade geschlossen sind (“Fechado”) © Brasilien Insider
Blaue Automaten zum Kauf einer “Cartão Pré-Pago” © Brasilien Insider

Wer häufiger fährt, kann sich an den blauen Automaten auch eine mit Guthaben gefüllte und wiederaufladbare Karte “Cartão Pré-Pago” besorgen und sich damit in der Folge das Anstehen am Schalter ersparen. Weiterhin gibt es noch eine sogenannte “Cartão Giro”, für die man sich registrieren muss. Die Vorteile dieser Karte richten sich eher an Nutzer, die in Rio leben oder sich langfristig dort aufhalten.

Für die Busse des Metronetzes (“Metrô na Superfície”) gibt es ein eigenes Metro/Bus-Verbundticket, dieses muss vor Einstieg in die Metro gekauft werden. Vergünstigte Tarife gibt es außerdem bei der Kombination verschiedener Verkehrsmittel (“Integração“), zum Beispiel bei einer Fahrt mit Metro und Umstieg in einen der angeschlossenen Stadtbusse (R$6,35). Für die Integration mit dem Schnellbussystem BRT (R$7,10) ist jedoch eine RioCard erforderlich.
Betriebszeiten der Metro Mo–Sa 5–24, So 7–23 Uhr

Die Station Antero de Quental ist die zentrale Metrohaltestelle im Stadtteil von Leblon © Brasilien Insider

Straßenbahn (VLT)

Rios schönstes Verkehrsmittel ist ohne Frage die seit 2016 verkehrende hochmoderne und sehr umweltfreundliche Straßenbahn VLT (Veículo leve sobre Trilhos heißt so viel wie “Leichtes Schienenfahrzeug”). Die Einrichtung des neuen Straßenbahnnetzes zu den Olympischen Spielen ging einher mit einem gelungenen Revitalisierungsprojekt der Hafengegend und des gesamten Zentrums: Porto Maravilha, wunderbarer Hafen.

Rios schönstes Verkehrsmittel © Brasilien Insider

Die Linie 1 (blau) verbindet den innerstädtischen Flughafen Santos Dumont mit dem Fernbusbahnhof Novo Rio und der Endstation Praia Formosa. Unterwegs werden viele der neuen Sehenswürdigkeiten in Rios Zentrum passiert, unter anderem kommst du am spektakulären Museu do Amanhã vorbei (Haltestelle Parada dos Museus), ebenso am AquaRio und den beeindruckenden Wandmalereien (Haltestelle Utopia AquaRio). Es ist fast wie eine kostenlose kleine Stadtrundfahrt.

Sightseeing inbegriffen: eine Fahrt mit der VLT © Brasilien Insider

Zwei weitere Linien führen inzwischen ebenfalls durch das Zentrum von Rio. Innerhalb des Streckennetzes bestehen mehrere Umstiegsmöglichkeiten von und zur Metro, unter anderem an den Stationen Carioca, Cinelândia und Central. Außerdem gibt es an der Praça XV (Endstation der grünen Linie 2) Anschluss zu den Fährschiffen sowie an der Station Parada dos Navios Zugang zum Terminal der Kreuzfahrtschiffe. Die Züge der VLT verkehren zwar deutlich seltener (alle 7 bis 20 Minuten, an Knotenpunkten öfter) als die Metro, aber die Wartezeit ist in einem meistens aufgeräumten Ambiente alles in allem sehr akzeptabel.

Angenehmes Ambiente an einer Haltestelle im Zentrum von Rio de Janeiro © Brasilien Insider

Eine Einzelfahrt mit der Straßenbahn VLT kostet R$3,80. Zur Benutzung musst du dir zunächst eine Karte “Bilhete Único Carioca Pré-Pago” besorgen (wer im Besitz einer RioCard ist, kann alternativ auch das Guthaben dieser Karte nutzen). Das “Bilhete Único Carioca Pré-Pago” ist im Normalfall an den Automaten erhältlich, die an jeder Haltestelle stehen. Bei Problemen können unter Umständen geschulte Stewards beim Kaufvorgang helfen, sofern sie gerade zugegen sind. Die Karte selbst kostet R$4, das heißt, bei einer Aufladung von R$20 (aufpassen: keine Wechselgeldrückgabe!) steht dir also ein Guthaben von R$16 für Fahrten mit der VLT zur Verfügung. Die Entwertung für die Fahrt musst du innerhalb der Waggons selbst vornehmen, indem du deine Karte an einen der Entwerter hältst. Um den aktuellen Stand des Guthabens abzufragen, kannst du an den Haltestellen gesonderte Automaten (“Terminal de consulta”) aufsuchen. Wichtig auch: Jeder Passagier braucht eine eigene Karte. Das “Mitnehmen” anderer Personen ist nicht gestattet.

Straßenbahn Richtung Rodoviária © Brasilien Insider

Dagegen sind der Umstieg innerhalb des VLT-Systems sowie zwei Fahrten in dieselbe Richtung innerhalb von einer Stunde erlaubt. Bei jeder Einzelfahrt, also auch beim zweiten Einstieg, muss dabei immer die Karte an den Entwerter gehalten werden. Für eine Hin- und Rückfahrt (also dieselbe Strecke in die Gegenrichtung) werden demgegenüber zwei Entwertungen fällig. Im Preis einer Fahrt mit der VLT sind übrigens auch bis zu zwei Busfahrten inbegriffen. Diese können im Anschluss innerhalb eines erlaubten Zeitintervalls genutzt werden. Personen über 65 Jahre dürfen die VLT unter Vorlage eines Ausweises kostenlos benutzen. Erwischte Schwarzfahrer haben eine Strafe von R$170 zu zahlen.
Betriebszeiten der VLT tgl. 6–24 Uhr

Ältere über 65 Jahre dürfen Rios Straßenbahn kostenlos benutzen © Brasilien Insider

Stadtbusse

Rio besitzt ein sehr dichtes Busnetz. Eine schon von Weitem erkennbare Leuchtschrift an der Frontseite der oft klimatisierten (und manchmal stark unterkühlten) Busse zeigt die Ziel- und Zwischenstadtteile an, auch kann man an den Haltestellen Rat einholen. Um in einem Bus mitzufahren, musst du an der Haltestelle durch Handzeichen – notfalls vehement – auf dich aufmerksam machen. Für Ungeübte und Ortsunkundige ist es eine echte Herausforderung, bei der Vielzahl an vorbeifahrenden Bussen so schnell den richtigen zu identifizieren und ihn zum Anhalten zu bewegen, bevor er vorbeigerauscht ist. Eine weitere Schwierigkeit ist es, dass die Nummern der Linien recht häufig geändert werden.

Ups, schon vorbei … Wer nicht schnell genug reagiert, sieht seinen Bus am Ende nur noch von hinten © Brasilien Insider

Wenn du es geschafft hast, einen Bus zum Stehen zu bringen, steigst du da ein, wo der Schaffner sitzt (meist ist das vorne beim Fahrer, auf Schild “Embarque” achten), entrichtest möglichst mit Kleingeld den außen am Bus angegebenen Einheitspreis (R$4,05), gehst durch ein Drehkreuz und steigst am Ziel nach einem Knopfdruck oder Ziehen an einer Schnur wieder aus. Achte darauf, dass du dich vor allem am Anfang der Fahrt (während du noch stehst) gut festhältst, denn der Fahrstil ist rasant. Ahnungslose Touristen purzeln immer wieder durch den Gang. Nachts sollten die Stadtbusse aus Sicherheitsgründen generell gemieden werden, dies gilt besonders für die Linie 474, die auch zu den Hauptverkehrszeiten nicht zu empfehlen ist (insbesondere Sonntagnachmittag und -abend).

Einstieg (Embarque) ist immer da, wo der Schaffner sitzt: meistens vorne © Brasilien Insider

Am leichtesten ist noch die Benutzung zwischen den touristischen Stadtteilen Copacabana, Ipanema und Leblon, denn hier folgen fast alle Buslinien demselben Streckenverlauf. Wenn du vom Spazierengehen müde bist, kannst du dich einfach für ein paar Reais vom nächsten Bus, der in deine Richtung fährt, an einer der Haltestellen mitnehmen lassen und dir so einige Gehmeilen sparen. Der Buskorridor in Copacabana verläuft eine beziehungsweise zwei Straßen parallel zum Strand in der Avenida Nossa Senhora de Copacabana. Von Leblon Richtung Ipanema fahren die Busse am Strand entlang, in die Gegenrichtung führt der Korridor durch die Rua Prudente de Morais.

Ein Stadtbus der Linie 107 fährt durch Urca © Brasilien Insider

Expressbusse (BRT)

Expressbus der Kategorie Parador mit vielen Zwischenhalten © BRT Rio

Seit 2012 führt ein Schnellbussystem (BRT = Bus Rapid Transit) auf mittlerweile drei Korridoren durch Rio de Janeiro: TransOeste, TransCarioca und TransOlímpica. Ein weiterer Korridor (TransBrasil) ist in Planung. Die gesamte Streckenlänge beträgt 150 km und es gibt 165 Haltestationen. Das Besondere am BRT ist, dass manche der Busse ohne Zwischenhalte sehr lange Strecken an einem Stück zurücklegen. Vor dem Einstieg muss man sich daher zunächst schlau machen, zu welcher Kategorie der gerade angekommene Bus gehört:

  • Direto (hält unterwegs an keiner Zwischenstation, fährt nur werktags zu den Spitzenzeiten)
  • Expresso (hält nur an Stationen mit hoher Nachfrage)
  • Parador (hält an allen Zwischenstationen)

Für Touristen sind die meisten Strecken jedoch weniger relevant, höchstens die Anbindung an die westlichen Strände der Zona Oeste (Barra da Tijuca, Recreio) könnte von Belang sein. Dazu fährt man zunächst mit der Metrolinie 4 bis zur Endstation Jardim Oceânico und steigt dann dort in die Schnellbusse des BRT TransOeste um (Einzelfahrt R$4,05). Einen Überblick über das komplette Haltestellennetz gibt die Übersichtskarte von BRTRio.

BRT-Gelenkbus an der Station Jardim Oceânico in Barra da Tijuca © Brasilien Insider

Boote, Schiffe und Fähren

Innenraum einer der traditionellen Fähren © CCR Barcas

Einer der schönsten und für viele auch überraschendsten Ausflüge führt mit der Fähre über die Guanabara-Bucht bis zur Nachbarstadt Niterói. Während der Fahrt bieten sich viele prachtvolle Aussichten auf den Zuckerhut, die einschwebenden Flugzeuge und die Hügellandschaft, die auf der anderen Seite der Bucht noch getoppt werden. Eine Fahrt mit der Fähre ist unkompliziert und preiswert und für die meisten Rio-Besucher steht weniger die Nutzung eines Transportmittels im Vordergrund, als vielmehr das damit einhergehende Erlebnis. Es ist wie ein eigenständiges touristisches Programm, quasi eine Ausflugsfahrt mit optimalem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Modernes Schiff der Fährlinie zwischen Praça XV und Praça Arariboia © CCR Barcas
Fahrkartenschalter für die Fähren © Brasilien Insider

Die Personenfähren legen von der Estação das Barcas, Praça XV de Novembro im Zentrum Rios, täglich zwischen 6 und 23.30 Uhr alle 10 bis 20 Minuten ab. Eine Linie fährt zum Zentrum von Niterói (Station Praça Arariboia, Fahrtzeit 20 Minuten, R$6,90). Eine andere verkehrt mit modernen Katamaran-Schnellbooten zum Strandviertel Charitas, ebenfalls in Niterói (Montag bis Freitag alle 20 Minuten zwischen 7 und 10 Uhr sowie 17 und 20 Uhr, Abfahrt stündlich von 10 bis 16 Uhr, R$30). Fahrräder können gratis mitgenommen werden, sofern die Gesamtzahl der Räder an Bord nicht über 45 liegt. Weiterhin gibt es noch Boote, die zur Ilha de Paquetá fahren. Alle Uhrzeiten kannst du auf dieser Website unter “Linhas, horários e tarifas” nachlesen.

Schöne Außenfassade von 1911 mit eiserner Kuppel bei der Estação das Barcas, dem Terminal für Personenfähren im Zentrum von Rio © Brasilien Insider

Außer der Station für Fähren gibt es noch den Anleger für Kreuzfahrtschiffe: Der Pier Mauá liegt in der Avenida Rodrigues Alves bei der Praça Mauá, wo sich auch das berühmte Museu do Amanhã befindet. Gäste von Kreuzfahrtschiffen sind also gleich mittendrin im Zentrum von Rio und können viele Sehenswürdigkeiten zu Fuß besuchen.

Radfahren

Rio besitzt das größte Radwegenetz Brasiliens, unter anderem kannst du durchgehend an der Strandpromenade von Leblon bis zum Flughafen Santos Dumont oder rund um die Lagoa Rodrigo de Freitas radeln und auf diese Weise sportlich und umweltfreundlich die Stadt erkunden.

Automatenzahlung mit Kreditkarte an den Leihstationen, die Instruktionen sind leider nur auf Portugiesisch © Brasilien Insider

Das ambitionierte Rad- und Elektroradverleihsystem Bike Rio (erkennbar an der orangenen Farbe der Räder) ist auch für Ausländer zugänglich. Am besten lässt es sich über die App “Bike Itaú” nutzen, Voraussetzung sind Kreditkarte und Handyempfang. Erhältlich sind “Fahrradpässe” für Einzelfahrten, für 48 Stunden oder für einen Monat, die jeweilige Leihdauer ist auf 15 Minuten bis zwei Stunden begrenzt und zwischen zwei Ausleihen müssen 15 Minuten liegen, in denen das Fahrrad an einer der zahlreichen Leihstationen abgestellt sein muss. Bei Überschreiten der Leihdauer fällt eine Gebühr an. Für Touristen interessant ist der 48 Stunden gültige Fahrradpass “Lazer” (Freizeit). Er kostet R$20 und erlaubt beliebig viele Fahrten von bis zu zwei Stunden Dauer. Ein Elektrorad kostet zusätzlich R$4 je 15 Minuten Nutzung. Auf der App sind alle Leihstationen und die Zahl der freien Räder übersichtlich dargestellt.

Leihstation mit großer Anzahl von Fahrrädern von Bike Itaú © Brasilien Insider

Wer keinen Handyempfang in Rio hat, oder wem das zu umständlich ist, der kann auf lokale Verleiher zurückzugreifen. Es gibt mehrere Fahrradläden, die Räder und Elektroräder verleihen, darunter ist günstig gelegen:

Bike & Lazer, Rua Visconde de Pirajá 135, Ipanema. Gut gewartete Räder mit einer 21er-Gangschaltung kosten hier um R$15–20 für eine Stunde oder R$60–80 am Tag (Rückgabe bis 19.30 Uhr).
Mo–Fr 9–20, Sa 9–16.30 Uhr

Günstig gelegen: Fahrradgeschäft mit Verleih in Ipanema © Brasilien Insider
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