DIE WESTLICHEN STRÄNDE

Weiter in südwestlicher Richtung gelangt man über die schöne Küstenstraße Avenida Niemeyer nach etwa 3 km zunächst nach São Conrado (12.000 Einwohner). Schon von weitem ist der 842 m hohe Tafelberg Pedra da Gávea zu sehen, angeblich der größte Küstenmonolith der Welt. Unter ihm beziehungsweise an dem zum Baden weniger geeigneten Strandabschnitt Praia do Pepino landen Drachenflieger und Paraglider, man kann im Tandem ab Pedra Bonita mitfliegen (siehe Aktivitäten). Hinter São Conrado breitet sich am Hang die riesige Favela Rocinha aus, die sich auch mit Guides besichtigen lässt.

Barra da Tijuca und Recreio dos Bandeirantes

Ein Stück weiter beginnt das moderne Mittelschichtviertel Barra da Tijuca, das erst in den letzten zwei Jahrzehnten explosionsartig angewachsen ist. Zu den Olympischen Spielen 2016 wurde im Rahmen mehrerer Stadtprojekte auch die Metro bis in das entlegene Olympia-Viertel ausgebaut, wodurch ein Besuch der hiesigen Sehenswürdigkeiten und Strände nun kein großer Aufwand mehr ist (Anfahrt per Metro bis Endstation Jardim Oceânico). Wegen des amerikanischen Lebens- und Wohnstils wird es auch das Florida oder Miami Brasiliens genannt. Zu den inzwischen bald 400.000 Einwohnern zählen neben (Fußball-)Stars und Sternchen überwiegend Familien mittlerer und höherer Angestellten, häufig abgeschottet von der Außenwelt in vielgeschossigen Hochsicherheits-Condomínios. Besonderes Merkmal des Viertels sind auch die vielen Einkaufstempel, unter anderem Barra Shopping.

Für den Besucher weitaus attraktiver ist da schon die Praia da Barra, dem mit 14,4 km längsten Strand der Stadt. Seit dem Bau der Metro ist er einfach und schnell zu erreichen und man stolpert hier nicht wie an der Copacabana andauernd über die Liegestühle anderer Menschen. Voll wird es nur an Wochenenden, dann wird die Barra zum beliebten Badeort der Cariocas und zu einem Treff für Surfer und Stand-up-Paddler. An der berühmten Barraca do Pepê im vorderen Teil des Strandes treffen sich oft Promis, in der Nähe ist eine Kitesurf-Schule (siehe Aktivitäten).

Hinter Barra folgt noch Recreio dos Bandeirantes, Rios letzter Stadtteil am Atlantik. Die Praia do Recreio ist wegen der Entfernung und der wenigen Anwohner ruhiger und noch weniger besucht als der Strand von Barra. Das architektonische Bild ist angenehmer, die meisten Häuser besitzen nur zwei bis drei Stockwerke.

Prainha, Praia do Abricó und Grumari

Knapp zwei Kilometer weiter folgt ein üppiges grünes Naturschutzgebiet. Der landschaftlich sehr reizvolle kleine Strand Prainha erhielt Ende 2012 als erster und bisher einziger Strand von Rio das Nachhaltigkeits-Zertifikat “Bandeira Azul”, ausgestellt von der NGO Foundation for Environmental Education. Auch gilt er als Rios Surfspot Nummer Eins. Die einfachste und schnellste Art dorthin zu kommen ist mit der Metro bis Jardim Oceânico in Barra und weiter mit Taxi oder Uber. Mit dem Bus (siehe Aktivitäten) kann es dauern.

Wer schon bis zur Prainha gelangt ist, will vielleicht auch noch 3 km weiter bis Grumari fahren. Der ebenfalls schön in der Natur gelegene Strand ist der ursprünglichste und sauberste von ganz Rio. Am Anfang liegt der einzige FKK-Abschnitt der Stadt, im Sommer von bis zu 300 Naturalisten besucht (oft Gays). Am Ende befindet sich ein Felsen, der als Wellenbrecher fungiert. Dort gibt es mehrere Strandbars, an denen Fisch und Meeresfrüchte serviert werden. Fährt man die Straße etwas weiter hoch, gelangt man zu der Aussichtsplattform Mirante de Grumari. 100 m weiter folgt das berühmte Meeresfrüchte-Lokal Point de Grumari, von dort schweift der Blick über einen weiteren Küstenabschnitt.

Zwischen Prainha und dem Strand von Grumari befindet sich übrigens der erste offizielle Nacktbadestrand von Rio, Praia do Abricó. Die Besucherzahl wird hier strikt begrenzt und Besucher haben sich an einige Regeln zu halten, so besteht zum Beispiel Fotoverbot und das Ablegen der Kleidung ist in jedem Fall Pflicht.
Mo–Fr 11–17, Sa, So 9–18 Uhr

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