SALVADOR

Wahrzeichen von Salvador: Der Leuchtturm Farol da Barra © Brasilien Insider
Nicolas Stockmann, dein Insider für Salvador

Capital da Alegria – Hauptstadt der Freude – so nennt sich Salvador, die frühere Kolonialhauptstadt (1549–1763) und heutige Landeshauptstadt von Bahia (2,95 Millionen Einwohner). Und wer einmal hier war, wird schnell verstehen, warum. Kaum ein Besucher, der nicht mitgerissen wird von der afrobrasilianischen Energie und der pulsierenden Lebensfreude der Soterapolitanos, wie die Einwohner genannt werden.

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Panoramablick auf den Elevador Lacerda © Brasilien Insider

Die erste Hauptstadt Brasiliens und älteste Stadt des Landes bordet natürlich geradezu über vor historischen Sehenswürdigkeiten. In erster Linie zu nennen ist das von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärte Altstadtviertel Pelourinho, für das man alleine mindestens zwei Tage bräuchte, wenn man alle sehenswerten Kirchen, Plätze, Kolonialgebäude und Museen besichtigen wollte. Und dabei ist noch nicht einmal von den kulturellen Highlights die Rede: eine Capoeira-Vorführung, eine Folklore-Tanzshow oder das Bewundern einer der mitreißenden afro-brasilianischen Trommelgruppen. Wer mag, kann hier ein ganzes Leben verbringen …

Die wichtigste Sehenswürdigkeit der Altstadt ist zweifellos die „Goldene Kirche“, die Igreja e Convento São Francisco. Kirche und Kloster wurden ab Ende des 17. Jahrhunderts im Auftrag des Franziskanerordens errichtet. Berühmt ist besonders der unfassbar üppig vergoldete Innenraum, es bleibt einem beim Eintreten fast der Atem stehen vor so viel Gold, prächtigen Heiligenfiguren und fast schon unsittlich anmutenden Puttenengeln. Ein weiteres einmaliges Highlight ist im Kreuzgang des Klosters zu bestaunen, wo die Wände mit einzigartigen Bildern aus blau-weißen Azulejos bestückt sind, die Motive zur Ethik des menschlichen Lebens nach Horaz darstellen. Es ist die größte Ansammlung portugiesischer Fliesenkunst weltweit außerhalb Portugals.

Die Goldene Kirche von Salvador in ihrer vollen Pracht © Heike und Ralf Gleisberg

Übernachtung

Wie in jeder anderen größeren Stadt auch, stellt sich in Salvador zuerst die Frage, in welchem Viertel man unterkommen möchte. Kurz gesagt bieten sich vier Möglichkeiten: 1) nah an den historischen Attraktionen (Pelourinho und Santo Antônio), 2) zentrale Lage mit Strand (Barra), 3) Nightlife (Rio Vermelho) oder 4) Flughafennähe mit Strand (Flamengo, Stella Maris, Itapuã, Vilas do Atlântico). Wer nicht gerade am nächsten Tag schon wieder weiterfliegen muss, wählt in aller Regel eine Unterkunft in der Altstadt (Pelourinho oder Santo Antônio) oder im zentrumsnahen Strandviertel Barra.

Hier ist eine Unterkunft, die ich besonders gerne empfehle:

Das Hotel Casa do Amarelindo ist für mich in puncto Lage, Service und Komfort die mit Abstand beste Wahl im Zentrum von Salvador. Die französischen Besitzer Didier Ounnas und Gilles Barral bringen jahrelange Hotellerie-Erfahrung ein, das merkt man in jedem Detail. Die großzügigen und charmant dekorierten Zimmer haben extrabreite Betten und – wichtig im Pelourinho! – schalldichte Fenster. Ein besonderer Clou ist das Frühstück, das zu jeder gewünschten Tageszeit ohne Aufpreis aufs Zimmer serviert wird. Nach wie vor echte Geheimtipps sind die Rooftop-Bar mit herrlicher Aussicht auf die Allerheiligenbucht (am besten geht Ihr kurz vor Sonnenuntergang hin) und das exzellente Restaurant Pelô Bistrô im Erdgeschoss (s. unten). Beides ist übrigens auch für Nichthotelgäste geöffnet. Hotel Casa do Amarelindo buchen.

Komfortable und sehr gepflegte Zimmer im Hotel Casa do Amarelindo © Brasilien Insider

Essen

Frisches, leichtes Buffet im Romã © Brasilien Insider

Zum Mittagessen gibt es für mich keinen besseren Ort als das überwiegend vegetarische (auch Fisch und Huhn) Buffetrestaurant Romã, gleich bei dem großen Kreuz vor der Franziskanerkirche. Man übersieht es fast von außen, doch wer es einmal im 1. Stock gefunden hat, lässt sich gerne nieder und genießt den Blick auf den Vorplatz sowie das abwechslungsreiche und mit Abstand beste Mittagsbuffet in der Altstadt. Ein frisch gepresster Fruchtsaft und ein leckerer Espresso runden das Mittagessen ab. Öffnungszeiten Mo–Sa 11.30–16 Uhr.

Eine gastronomische Oase in der Altstadt: das Restaurant Romã © Brasilien Insider
Vorspeise im Pelô Bistrô © Brasilien Insider

Auch das Restaurant Pelô Bistrô in der Rua Portas do Carmo 6 ist von außen kaum zu erkennen (es gehört zum Hotel Casa do Amarelindo). Serviert wird hier eine Fusion-Küche, die Anleihen aus Bahia, Frankreich und Asien nimmt. In sehr angenehmem, ruhigem Ambiente kann man das Rindsmedaillon in Açaí-Soße mit Süßkartoffelgratin und Körnersenf genießen, oder auch Lachs mit Maracuja-Püree und wildem Reis. Eine leckere Vorspeise ist der Hühnchenspieß (Espetinho de Frango) mit säuerlicher Satay-Cashew-Soße. Auch ein komplettes 4-Gänge-Menü ist im Angebot. Vor dem Dinner bietet es sich an, auf der Dachterrasse des Hotels bei einem Aperitif den Sonnenuntergang über der Allerheiligenbucht zu verfolgen. Öffnungszeiten tgl. 12–22 Uhr.

Der Ort für besondere Anlässe: schönes Ambiente im Pelô Bistrô © Brasilien Insider
Fischteller in gemütlichem Innenhof: Jardim das Delícias © Brasilien Insider

Im Pelourinho stolpert man praktisch an jeder Ecke über ein Restaurant oder einen der typisch bahianischen Acarajé-Stände. Für mich ist nach wie vor einer der entspanntesten Orte zum Dinner das Jardim das Delícias in der Rua João de Deus 12. Das Ambiente in einem stimmungsvollen grünen Hinterhof ist wunderbar und auch die Fischgerichte sind schmackhaft und nicht überteuert. Angenehm ausgeleuchtet und oft von ruhiger Livemusik untermalt (man zahlt dafür einen kleinen Extra-Betrag) ist der „Garten der Leckereien“ ein perfekter Rückzugsort vom Straßentrubel. Öffnungszeiten Mo–Sa 12–16, tgl. 18–23.30 Uhr.

Nachtleben

Mit Anbruch der Dunkelheit durchdringt Trommelsound die Altstadtgassen. Der Dienstag ist traditionell einer der belebtesten Tage im Pelourinho, insbesondere der erste im Monat (Terça da Benção). Eines der besten Konzerte findet (fast) jeden Dienstag gegen 20 Uhr auf der Praça Pedro Archanjo statt, wo der Sänger Gerônimo ein schmissiges Konzert hinlegt (Eintritt R$20). Sehenswert sind natürlich auch die öffentlichen Proben der Trommler, mit etwas Glück kann man die Rhythmusgruppe Didá in Aktion erleben: Die jungen Frauen stellen unter Beweis, dass nicht nur Männer mächtig auf die Pauke hauen können – mitreißend!

Typisch fürs Pelourinho: Trommelsound und Rhythmusgruppen © Manfred Frisse

Livemusik wird auch an anderen Tagen auf der Praça Tereza Batista und dem schön renovierten Innenhof des Largo Quincas Berro D’Água geboten, überall dort gibt es Bars, wo auch Essen serviert wird. Diese abgeschirmten Innenhöfe haben auch den Vorteil, dass man den teilweise penetrant auftretenden Straßenhändlern aus dem Weg geht. Weitere Veranstaltungen finden gelegentlich auf dem Largo do Pelourinho, am Terreiro de Jesus und beim Cruz Caída statt. In den Wochen vor Karneval und im Juni zu den Festas Juninas steigt die Stimmung im Pelô auf den Siedepunkt, in der Nebensaison ist es dagegen – je nach Wochentag – deutlich ruhiger. Im Internet wird das aktuelle Programm veröffentlicht.

Außerhalb der Altstadt treffen sich im Stadtteil Rio Vermelho die Intellektuellen, Künstler und Studenten von Salvador. Hier begegnet Ihr einem ganz untouristischen und großstädtischen Nachtleben. Es gibt zwei zentrale Plätze mit Open-Air-Bars und Acarajé-Ständen, die nach der Renovierung in neuem Glanz erstrahlen: Auf dem Largo de Santana sitzt man entspannt hinter der Kirche, am Largo da Mariquita ist ab 19 Uhr oft kein Tisch mehr frei. Der angrenzende Fischmarkt Mercado do Peixe mit seinen neuen Segeldächern und schicken Bars ist bis frühmorgens Treffpunkt der Nachtschwärmer. Abends hat man von hier aus auch einen schönen Sonnenuntergang. Entlang der Rua da Paciência und in den angrenzenden Straßen rund um die Plätze befinden sich laufend neue Bars und Trendkneipen. Zurzeit angesagt sind zum Beispiel Casa da Mãe (kleine Kult-Bar mit Livebühne) oder die Borracharia (Szene-Tanzbar in einer Reifenwerkstatt).

Transport

Fernverkehr

Die wichtigsten Ziele, die von Salvador aus angesteuert werden, sind die Insel Morro de São Paulo, der Badeort Praia do Forte an der Nordküste und die Tafelberglandschaft Chapada Diamantina. Hier erkläre ich euch, wie Ihr am besten zu diesen Traumzielen kommt:

Morro de São Paulo © Brasilien Insider

Morro de São Paulo: Um nach Morro de São Paulo zu gelangen, bestehen im Wesentlichen drei Möglichkeiten:

  • Vom Terminal Náutico da Bahia fahren mehrmals täglich direkte Schnellboote (Lanchas) oder Katamarane, die Uhrzeiten sind variabel, meistens geht’s um 9, 10.30, 13 und 14.30 Uhr los. Die Überfahrt dauert 2 bis 2 1/2 Stunden und kostet – je nach Saison – ungefähr R$97. Dies ist die schnellste und logistisch einfachste Form der Anreise. Nachteil: Oft herrscht unterwegs ein ziemlich hoher Wellengang (besonders am Nachmittag) und etliche Passagiere kämpfen mit Übelkeit – wer nicht seefest ist, sollte also unbedingt ein Mittel gegen Seekrankheit mitnehmen. Bei Glück mit dem Wetter kann das Meer aber auch spiegelglatt sein. Die Fahrkarten könnt Ihr recht spontan kaufen. Wenn Ihr morgens am Schiffsterminal erscheint, ist es in der Regel kein Problem, für die nächste Fahrt ein Ticket zu bekommen (nur an Feiertagen könnte es eng werden).
  • Wer der möglichen Seekrankheit aus dem Weg gehen möchte, kann bei Cassi Turismo einen kombinierten Transfer bestehend aus Kleinbus und zwei Fährfahrten (darunter auch eine öffentliche Fähre) buchen. Die Gesamtdauer beträgt etwa 3 bis 3 1/2 Stunden und kostet R$95 ab dem Terminal Náutico da Bahia. Möchte man vom Hotel abgeholt werden, so sind es R$110. Und auch ab Flughafen besteht diese Anbindung (R$120). Falls Ihr bei dieser Variante Euren Koffer bei den diversen Umstiegen nicht selbst schleppen möchtet, könnt Ihr gleich vorab einen Gepäcktransport mitbuchen (R$10/Stück). Buchen solltet Ihr mindestens einen Tag im Voraus. Cassi Turismo besitzt diverse Büros in der Stadt, unter anderem gleich gegenüber vom Terminal Náutico, im Pelourinho und auch in Barra.
  • Zeitaufwendiger, aber insgesamt billiger und vielleicht auch am schönsten ist die individuelle Anfahrt als entspannte Halbtagesreise (empfehlenswert mit nicht allzu schwerem Gepäck): Ihr nehmt zuerst die Personenfähre ab Terminal Náutico nach Mar Grande und fahrt von dort mit einem Minibus nach Bom Despacho, dem Verkehrsknotenpunkt auf der Insel Itaparica (alternativ könnt Ihr euch auch von der Autofähre am Terminal São Joaquim direkt dorthin bringen lassen). Von Bom Despacho verkehren in kurzen Abständen Busse zur Stadt Valença (2 bis 2 1/2 Stunden Fahrt, R$25). In Valença könnt Ihr am Busbahnhof aussteigen und mit einem Taxi zum Hafen fahren, oder Ihr bittet vorher den Busfahrer um Ausstieg an der inoffiziellen Haltestelle „Porto“, etwa 300 m vor dem Hafen. Manche Busfahrer sind so nett, und lassen Gäste dort aussteigen. Die Weiterfahrt erfolgt dann mit einem der regelmäßig abfahrenden Boote („Lanchas“). Für die Gesamtfahrtzeit müsst Ihr mindestens 4 bis 5 Stunden einrechnen. Aber wer diesen Weg wählt, sollte auch nicht primär die Uhr im Auge haben. Das Schöne an dieser Strecke ist es gerade, etwas vom touristisch noch unberührten Hinterland der Südküste zu sehen. Wenn ich genug Zeit habe, ist das für mich die bevorzugte Anfahrt nach Morro de São Paulo.
Praia do Forte © Brasilien Insider

Praia do Forte: Auch für den Weg nach Praia do Forte gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Ab der Rodoviária verkehren täglich mehrere Linienbusse bis ca. 18 Uhr (1 1/2 bis 2 Stunden Fahrt, ca. R$13). Jedoch müsst Ihr aufpassen, denn viele der Busse fahren nicht in den Ort hinein, sondern nur bis zum Ortseingang Entrada Praia do Forte an der Hauptstraße. Von dort sind es noch mal 2 km bis ins Zentrum, die man mit Taxi oder Minibus zurücklegen muss. Auch wer nach Imbassaí möchte (2 Stunden Fahrt, R$21), wird an der Hauptstraße ausgeladen und muss dann zusehen, wie er in den Ort kommt.
  • Eine direktere Anbindung besteht mit den Minibussen (Vans), die auf der anderen Seite der Rodoviária knapp 300 m nördlich vom Shopping da Bahia abfahren (über die Fußgängerbrücke gehen, und dann links halten). Von dort fahren praktisch laufend Vans ins Zentrum von Praia do Forte und nach Imbassaí (R$10–12). Es ist günstig und ein durchaus interessantes Erlebnis, bei dem man im wahrsten Sinne des Wortes nah dran ist. Allerdings würde ich nur mit wenig Gepäck zu dieser Variante raten, denn in den Wagen ist es ziemlich eng.
  • Der bequemste und schnellste Weg ist ein privater Chauffeurservice von Tür zu Tür, zum Beispiel mit Salvador Insider. Diesen Transfer können wir über unseren zuverlässigen Partnerfahrdienst organisieren. Der Preis dafür beträgt 60 Euro für bis zu 3 Personen.
Chapada Diamantina © Brasilien Insider

Chapada Diamantina: Nach Lençóis, dem Hauptort in der Chapada Diamantina, fährt die Busgesellschaft Rápido Federal 2-3 x täglich ab Rodoviária, in der Regel geht es um 7, 13 und 23 Uhr los. Die Fahrt dauert zwischen 6 und 7 Stunden und kostet R$86. Da die Busse recht schnell ausgebucht sind, empfiehlt es sich, den Fahrschein mindestens einen Tag im Voraus zu kaufen. Dafür müsst Ihr nicht extra zum Busbahnhof fahren. Im Einkaufszentrum Shopping Barra sind die Fahrkarten nach Lençóis im 1. Stock bei der Reiseagentur Shopping Tour erhältlich. Öffnungszeiten: Mo–Sa 9.30–21.30, So 14–20 Uhr.

Nahverkehr

Wie du am besten vom internationalen Flughafen Salvador zu deinem Hotel im Zentrum kommst, beschreibe ich ausführlich hier.

Am schnellsten und bequemsten kommt Ihr mit Taxi oder Uber voran. Die weißen Taxis mit den blau-roten Streifen sind an allen wichtigen touristischen Punkten präsent, zum Beispiel am Platz vor dem Lacerda-Fahrstuhl oder am Porto da Barra. Leider gerät man als Gringo aber auch des Öfteren an Fahrer, die mit ortsunkundig wirkenden Gästen Umwege fahren. Auch in Taxis, deren Taxameter eindeutig manipuliert waren und viel zu schnell liefen, habe ich schon gesessen. Deswegen nutze ich Taxis eigentlich nur noch in Ausnahmefällen, zum Beispiel wenn ich abends mal ohne Mobiltelefon unterwegs bin. Ansonsten mache ich es wie die meisten Brasilianer und bestelle mir ein Uber über die entsprechende App. Wer es noch nicht kennen sollte: Das klappt ausgesprochen zuverlässig und kostet etwa die Hälfte des Taxipreises (bei sehr hoher Nachfrage kann aber auch der Uber-Preis kurzfristig steigen). Man sieht vorab den exakten Fahrpreis, welcher Fahrer einen abholt und wie er von anderen Gästen bewertet wurde. Bezahlen kann man übrigens auch in bar (diese Option muss vorher ausgewählt werden).

Taxistand am Porto da Barra © Brasilien Insider

Das Bussystem von Salvador ist leider ziemlich chaotisch, selbst Einheimische blicken kaum noch durch. Haltestellenaushänge sind praktisch unbekannt. Dafür ist Busfahren wenigstens billig: Eine einfache Fahrt (egal, wie lang) kostet zurzeit R$4, im klimatisierten Minibus sind es R$4,30. Die für Touristen wichtigste Buslinie 1001 heißt „Praça da Sé“ bzw. auf dem Rückweg „Aeroporto“.  Sie führt ab Flughafen (die Haltestelle liegt hinter dem Parkhaus in praller Sonne) ins Pelourinho, ist jedoch leider oft überfüllt und kommt nur schleppend voran. Der Bus fährt erst nach Itapuã, und dann immer am Meer entlang über Pituba, Rio Vermelho bis Barra, anschließend hoch in den Stadtteil Vitória, vorbei am Campo Grande, bis ins Pelourinho zur Endhaltestelle „Praça da Sé“.  Abfahrt ist je nach Tageszeit ca. alle 20-40 Minuten. Für die gesamte Strecke müsst Ihr je nach Verkehr gut und gerne 60–90 Minuten einplanen (wer einen Flug zu erwischen hat, sollte also unbedingt rechtzeitig losfahren!).

Flughafenbus Richtung Pelourinho © Brasilien Insider

Seit Kurzem fährt auch eine Metro durch Salvador. Sie ist zwar modern, sicher und auch durchaus komfortabel (wenn man davon absieht, dass die Sitzplätze meistens belegt sind), bietet für Touristen aber relativ wenig Nutzen, da außer dem Flughafen und dem Fernbusbahnhof (Rodoviária) keine weiteren touristisch relevanten Punkte unmittelbar angebunden sind. Wer vom Flughafen mit der Metro in die Stadt fahren möchte, muss zunächst den kostenlosen Shuttlebus bis zur Metrostation nehmen. Dort steigt man in den nächsten Zug Richtung „Acesso Norte“, wo man erneut umsteigen muss. An der Endstation „Lapa“ angekommen, muss man sich durch ein großes Bus-/Metro-Terminal bis zum Ausgang kämpfen und von dort per Taxi die restliche Strecke zu seinem Ziel fahren. Falls Ihr ins Pelourinho wollt: Obwohl die Entfernung dorthin nicht sehr weit ist, rate ich von einem Fußweg ab (insbesondere abends, und insbesondere mit Gepäck).

Stadtführungen und Ausflüge

Für Reisende, die in kurzer Zeit kompakt und übersichtlich die Stadt kennenlernen wollen, biete ich zusammen mit meinem Insider-Team private Stadtführungen in Salvador und Umgebung an. Seit nun schon mehr als 10 Jahren in Salvador heimisch, kann ich euch diese spannende Stadt und ihr Umland als ein echter Insider nahe bringen. Auch alle meine Insider-Kollegen leben seit vielen Jahren hier. Auf meinen privaten Entdeckungstouren lernt Ihr alle wichtigen Sehenswürdigkeiten kennen – und auch etliche „Geheimtipps“. Erlebt und erspürt mit mir den Rhythmus der afrobrasilianischen Kultur, der nirgendwo in Brasilien so allgegenwärtig ist wie hier.

Mehr zu den privaten Stadtführungen von Salvador Insider findest du hier:

Karneval und Feiertage

Salvador besitzt den Ruf einer Stadt, in der die Party nie endet. Das ist natürlich übertrieben, aber ein Körnchen Wahrheit steckt schon darin. Viele der großen Feste und Feierlichkeiten Salvadors sind dabei religiösen Ursprungs, und sehr oft sind sie auf die Candomblé-Religion der afrikanischen Sklaven zurückzuführen. In den Sommermonaten vor Karneval finden fast wöchentlich rituelle Reinigungen von Kirchentreppen statt, das nennt man die sogenannte Lavagem (Waschung, Reinigung). Dieser symbolische Akt – das Kehren der Treppe, Verstreuen von Blumen und Gießen von Duftwasser – beginnt meistens schon frühmorgens und wird begleitet von viel Musik und kulturellen Veranstaltungen, sodass sich im Laufe der Zeit gigantische bunte Volksfeste daraus entwickelt haben! Das bedeutendste von allen ist natürlich der exzessive Karneval von Salvador, dem laut Guinness Buch größten Straßenfest der Erde, der sich offiziell über eine Woche und inoffiziell über mindestens einen Monat erstreckt.

Falls Ihr zu den folgenden Daten in der Stadt seid, könnt Ihr euch einen eigenen Eindruck von der Feierfreudigkeit der Soterapolitanos machen:

Das wichtigste religiöse Fest (und eins der größten Straßenfeste) ist die Lavagem do Bonfim, die stets am zweiten Donnerstag im Januar stattfindet. Eine schier endlose Menschenmenge zieht von der Igreja Nossa Senhora da Conceição da Praia in der Unterstadt bis zur Igreja do Bonfim im Stadtteil Bonfim. Die damit einhergehende Straßenparty geht bis in den Abend. Ich bin die knapp 10 Kilometer lange Strecke einmal vollständig mitgelaufen – und war danach erstmal fertig! Die Tour ist schon körperlich sehr anstrengend (fast immer in der prallen Sonne!), außerdem muss man an sehr engen Stellen auf Taschendiebe achten. Es ist also eher was für Hartgesottene. Wer trotzdem einen Einblick bekommen will, ohne sich dabei körperlich verausgaben zu müssen, dem empfehle ich, nur das erste kurze Teilstück bis zur Praça Marechal Deodoro zu laufen … auf diesem von hohen Bäumen umstandenen Platz gibt es viel Schatten und noch mehr Getränkeverkäufer. Hier lässt sich also ganz entspannt bei einem kühlen Dosenbier die vorbeiziehende Festgemeinde beobachten.

Die Bonfim-Kirche mit den typischen Wunschbändchen, den „Fitinhas“ © Manfred Frisse

Das zweite wichtige Fest ist natürlich die Festa de Yemanjá, die jedes Jahr am 2. Februar in Rio Vermelho stattfindet. Es gilt als eines der schönsten Feste Salvadors, auf jeden Fall lässt sich sagen, dass der ganze Stadtteil Kopf steht: Das Fest beginnt bereits ab 8 Uhr morgens und geht bis tief in die Nacht. Mit diversen Zeremonien versuchten ursprünglich Fischer, die Gunst der eitlen Meeresgöttin Yemanjá zu gewinnen. Der Höhepunkt ist dabei stets eine Schiffsprozession, bei der Körbe mit Blumen und Parfum im Meer ausgesetzt werden. Den ganzen Tag über spielen Bands und der Alkohol fließt auf der begleitenden Straßenparty in Strömen.

Praktische Tipps

Die am häufigsten gestellten Fragen betreffen das Geldabheben. Und es ist ja auch wirklich so eine Sache damit in Brasilien, und damit natürlich auch in Salvador. Viele Versuche, am Automaten an Geld zu kommen, habe ich schon mit eigenen Augen scheitern sehen. Besonders oft gibt es Probleme mit EC-Karten. Nach meiner Beobachtung funktionieren am zuverlässigsten die Kreditkarten von Visa zur Abhebung an Geldautomaten (hier erfahrt Ihr mehr über das kostenlose weltweite Geldabheben mit der DKB Visa Card).

Im Pelourinho besteht die eigentlich einzige zuverlässige Abhebemöglichkeit bei der Bradesco-Filiale schräg gegenüber vom Lacerda-Fahrstuhl, hier erhaltet Ihr bis zu R$1000 auf einen Schlag. Dagegen sind leider die Probleme bei der Banco do Brasil am Franziskanerplatz in letzter Zeit in die Höhe geschnellt, außerdem gibt es hier ein lästiges Limit von nur R$300 pro Tag. Diese Filiale kann ich aktuell nicht mehr guten Gewissens empfehlen. Eine Notlösung wäre noch der Geldautomat von Banco 24 Horas im Innenraum der Bar Cantina da Lua. Hier fällt jedoch für jede Abhebung noch eine extra Automatengebühr an (zusätzlich zur Gebühr eurer Bank, sofern Ihr nicht die DKB Visa Card habt).

Wer in Barra auf der Suche nach zuverlässigen Geldautomaten ist, kann sich zur Bradesco-Filiale in der Rua Marquês de Caravelas 412 begeben. Persönliche Erfolgsquote: 100%.

Auch bei den Automaten der Banco do Brasil im Shopping Barra und am Flughafen klappt die Abhebung in der Regel problemlos.

Hohe Erfolgsquote: Bradesco-Filiale in der Rua Marquês de Caravelas in Barra © Brasilien Insider