SALVADOR

Wahrzeichen von Salvador: Der Leuchtturm Farol da Barra © Brasilien Insider
Nicolas Stockmann, dein Insider für Salvador

Capital da Alegria – Hauptstadt der Freude – so nennt sich Salvador, die frühere Kolonialhauptstadt (1549–1763) und heutige Landeshauptstadt von Bahia (2,95 Millionen Einwohner). Und wer einmal hier war, wird schnell verstehen, warum. Kaum ein Besucher, der nicht mitgerissen wird von der afrobrasilianischen Energie und der pulsierenden Lebensfreude der Soterapolitanos, wie die Einwohner genannt werden.

Oft anzutreffen: Rhythmusgruppen und ausgelassene Stimmung © Brasilien Insider/Frisse

Eine wesentliche Rolle spielt dabei der afrikanische Einfluss, der nirgendwo in Brasilien so ausgeprägt ist wie hier. Über 80 % der Bewohner Salvadors sind dunkelhäutig und erinnern auch heute noch daran, dass Salvador über mehrere Jahrhunderte der größte Sklavenhandelsplatz Brasiliens war. Das aus dieser Zeit resultierende afrobrasilianische Erbe ist im Alltag allgegenwärtig, seien es mitreißende Trommelrhythmen in der Altstadt, akrobatische Darbietungen des Kampftanzes Capoeira, geheimnisvolle Zeremonien der Candomblé-Religion oder der charakteristische Geruch des Dendê-Öls, in dem in Weiß gewandete Baianas auf der Straße Acarajé garen. Bekanntestes Markenzeichen der Stadt ist jedoch der Karneval, der lange Zeit als größtes Straßenfest der Welt im Guinness Buch verzeichnet war und vielen Brasilianern gar als bester Karneval des Landes gilt (noch vor Rio).

Doch nicht nur an Lebensenergie ist Salvador Brasiliens wohl reichste Stadt, sondern auch was das kulturhistorische Erbe betrifft. Sowohl hinsichtlich kolonialer Architektur als auch der (Kirchen-) Malerei und Goldschmiedekunst nimmt sie noch vor Ouro Preto den ersten Platz in Brasilien ein. Vor allem in der historischen Altstadt mit ihren 3000 historischen Gebäuden besteht Gelegenheit, diese Schätze zu bewundern. Der berühmte Sänger Gilberto Gil, eine Ikone der bahianischen Musik, hatte das einst heruntergekommene Pelourinho als „größten Barock-Slum der Welt“ bezeichnet. Doch nachdem der Stadtteil von der Unesco im Jahre 1985 zum Kulturerbe der Menschheit erklärt wurde, kamen endlich die nötigen Mittel für die überfälligen Restaurationsarbeiten. Seit 1992 hat das Viertel ein neues Gesicht und ist heute einer der größten Touristenmagneten Brasiliens.

Außer Partys, Kunst und Kultur bietet Salvador noch eine Reihe reizvoller Strände, die sich an der Atlantikküste bis zum Flughafen erstrecken, allerdings sind die schönsten von ihnen recht weit vom Zentrum entfernt. Die besten zentrumsnahen Strände findet Ihr im Stadtteil Barra.

Zählt zum Weltkulturerbe der Unesco: das Altstadtviertel Pelourinho © Brasilien Insider

Orientierung

Der Standort der ersten Hauptstadt Brasiliens wurde mit Bedacht gewählt. Die geschützte Allerheiligenbucht war dank des sicheren Hafens und der Anhöhe ideal, um sie gegen Angriffe zu verteidigen. Die bald entstehende Handelszone in der Unterstadt (Cidade Baixa) ist bis heute Büro- und Geschäftszentrum, Teile davon werden daher auch als Comércio bezeichnet.

Das Centro Histórico liegt in der Oberstadt © Brasilien Insider

Über den Aufzug Elevador Lacerda, ein Postkartenmotiv der Stadt, erreicht Ihr die Oberstadt (Cidade Alta). Hier entstanden die Monumente geistlicher und weltlicher Macht: Kirchen, Klöster und Regierungspaläste. Heute nennt man das gesamte Gebiet auch Centro Histórico – das Historische Zentrum, dessen Kern das Pelourinho mit seinen angrenzenden Vierteln Carmo und Santo Antônio ist.

Obwohl so mancher Tourist bloß das historische Zentrum von Salvador besucht, hat die Stadt noch weitaus mehr zu bieten. Da wäre zum Beispiel die Halbinsel Itapagipe mit der berühmten Wallfahrtskirche Igreja Senhor do Bonfim, zu der im Januar Pilger aus ganz Brasilien strömen. Oder südlich vom Campo Grande die Stadtviertel Vitória und Barra mit ihrem großen kulturellen und gastronomischen Angebot. Barra ist dank schöner Stadtstrände denn auch der zweite touristische Schwerpunkt Salvadors neben dem Pelourinho. Einige Forts erinnern hier an die Geschichte der ersten Hauptstadt des Landes. In einem von ihnen ragt ein weiteres prominentes Wahrzeichen der Stadt in die Höhe: der Farol da Barra, ältester Leuchtturm Südamerikas, der auch bestiegen werden kann.

Zählt noch zum Stadtgebiet: die Praia do Flamengo © Brasilien Insider

Der sich an Barra anschließende Stadtteil Ondina beherbergt einige große Hotels und tritt eigentlich nur zum Karneval in Erscheinung. Deutlich interessanter ist das benachbarte Rio Vermelho, ein beliebter Wohnort von Künstlern und Intellektuellen mit vielen Ausgehmöglichkeiten und dem besten Nachtleben der Stadt. Einige km weiter macht die Küste einen Knick Richtung Osten. An dieser Stelle liegt das ehemalige Fischerdorf Itapuã, kurz dahinter folgen die schönen Stadtstrände Stella Maris und Flamengo, die bereits einen deutlichen Vorgeschmack auf die herrliche Nordküste rund um Praia do Forte und Imbassaí geben.

Sehenswertes

… im Pelourinho

Panoramablick auf den Elevador Lacerda © Brasilien Insider

Die erste Hauptstadt Brasiliens und älteste Stadt des Landes bordet natürlich geradezu über vor historischen Sehenswürdigkeiten. In erster Linie zu nennen ist das von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärte Altstadtviertel Pelourinho, für das man alleine mindestens zwei Tage bräuchte, wenn man alle sehenswerten Kirchen, Plätze, Kolonialgebäude und Museen besichtigen wollte. Und dabei ist noch nicht einmal von den kulturellen Highlights die Rede: eine Capoeira-Vorführung, eine Folklore-Tanzshow oder das Bewundern einer der mitreißenden afrobrasilianischen Trommelgruppen. Wer mag, kann hier ein ganzes Leben verbringen …

Überbordend vor Geschichte: das Pelourinho © Brasilien Insider

Das kulturgeschichtlich und architektonisch bedeutende historische Zentrum war noch in den 1980er-Jahren gekennzeichnet von Kriminalität, Drogenhandel und Rotlichtszene und wurde erst mit Beginn umfangreicher Renovierungsarbeiten 1993 zu einem touristischen Ausgehviertel. Heute ist es geprägt von Boutiquen, Kleider- und Souvenirläden, Kunsthandlungen, Ateliers, Geschäften für Musikinstrumente und CDs, Capoeira-Schulen sowie Hotels, Pousadas, Restaurants und Bars.

Zur Orientierung im Gassengewirr des Pelourinho hilft es, sich gedanklich an die fünf zentralen Plätze zu halten:

  • Praça Tomé de Sousa
  • Praça da Sé
  • Terreiro de Jesus
  • Cruzeiro de São Francisco
  • Largo do Pelourinho
… Praça Tomé de Sousa und Praça da Sé
Der Aufzug von unten betrachtet © Brasilien Insider

Von der Unterstadt aus ist das Pelourinho in 20 Sekunden mit dem 1873 erbauten und 1930 renovierten Aufzug Elevador Lacerda zu erreichen, der mit seiner mächtigen Architektur die Szenerie beherrscht – das wohl bekannteste Postkartenmotiv Salvadors. Der Fahrstuhl ist eines der wichtigsten Verkehrsmittel der Stadt und befördert knapp 28.000 Personen täglich zwischen Comércio und Altstadt. Oben angekommen, bietet sich von der Praça Tomé de Sousa (wegen des dortigen Rathauses auch als Praça Municipal bekannt) ein herrlicher Blick auf Hafen und Bucht mit der Insel Itaparica im Hintergrund und rechts der Halbinsel Itapagipe.

Forte São Marcelo und Bootsterminal © Brasilien Insider

Im Vordergrund seht Ihr den Mercado Modelo, das frühere Zollhaus, wo sich nach einem Großbrand heute ein touristisch geprägter Markt für Souvenirs und Handwerkskunst befindet. Dahinter liegt das Terminal Náutico da Bahia, von dem Personenfähren nach Itaparica und Schnellboote nach Morro de São Paulo ablegen. Und im Wasser liegend erkennt Ihr das kreisrunde Forte São Marcelo, von Jorge Amado einmal als “Bauchnabel Salvadors” bezeichnet. Die außergewöhnliche Festung wurde im 17. Jahrhundert auf einer Sandbank errichtet. Sie ist nicht zu besichtigen.

Wunderbarer Panoramablick mit dem Fahrstuhl Elevador Lacerda © Brasilien Insider
Blick von der Palastveranda auf die Allerheiligenbucht © Brasilien Insider

Der Platz wird vom Palácio Rio Branco dominiert, wo bis 1979 die Landesregierung von Bahia tagte. An dieser Stelle errichtete Mitte des 16. Jahrhunderts Tomé de Sousa, der von Portugal entsandte Generalgouverneur, den ersten – noch sehr einfachen – Regierungssitz der neuen Kolonialhauptstadt. Der Palast wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach baulich verändert, die aktuelle neoklassische Fassade stammt aus dem Jahr 1919. Wenn der Palácio Rio Branco geöffnet ist, solltet Ihr einmal die der Bucht zugewandten Veranda ansteuern, von dort bietet sich ein schöner Ausblick.
Di–Fr 10–17 Uhr, Eintritt frei

Historischer Ort – der Palácio Rio Branco steht dort, wo Brasiliens Kolonialisierung ihren Anfang nahm © Brasilien Insider
Historisches Rathaus: der Paço Municipal © Brasilien Insider

Gegenüber dem Palast steht eine Bausünde von 1986, die zur Prefeitura (Rathaus) gehört. Deutlich schöner und viel bedeutender ist der Paço Municipal an der Ostseite des Platzes, ein lang gezogener Bau mit Säulengang und Turm von 1660 – eines der ältesten erhaltenen Bauwerke Salvadors. Nebenan im Memorial da Câmara Municipal erfährt man Geschichtliches zum Stadtrat, ein paar Meter davor überblickt Tomé de Sousa den nach ihm benannten ersten Hauptplatz Brasiliens.
Mo–Fr 9–17 Uhr

Tomé de Sousa, erster Gouverneur und Stadtgründer von Salvador © Brasilien Insider
Rundgang durch das Museu da Misericórdia © Brasilien Insider

Wenn Ihr der Rua da Misericórdia in nördlicher Richtung folgt, kommt zuerst links die Igreja da Misericórdia (1654) mit einem sehenswerten Museum. Sie ist seit 2006 wieder für das Publikum zugänglich, der Eintritt erfolgt über das Museu da Misericórdia. Die Architektur wurde von den Benediktinerbaumeistern beeinflusst, erkennbar an der frühbarocken Fassade. Das Kircheninnere ist ein Resultat spätbarocker Ausschmückung aus dem 18. Jahrhundert, zu sehen sind unter anderem hübsche Azulejo-Bilder aus der gleichen Epoche (religiöse wie weltliche Themen).
Di–Fr 8.30–17.30, Sa 9–17, So 12–17 Uhr, Eintritt R$10 (Führung auf Englisch)

Die Igreja da Misericórdia besitzt ein interessantes Museum © Brasilien Insider
Ausstellung Pierre Verger © Brasilien Insider

Gleich gegenüber liegt die Fundação Pierre Verger. Hier sind Bilder des französischen Fotografen (1902–96) ausgestellt, der 50 Jahre bis zu seinem Tod in Bahia lebte und sich intensiv mit bahianischer Kultur und Religion beschäftigt hat. In dem kleinen Raum könnt Ihr euch die wechselnden, stets sehr interessanten Ausstellungen seiner Fotografien kostenlos ansehen, die übrigens auch aus anderen Erdteilen stammen, die der Künstler im Laufe seines langen Lebens bereist hat. Im dazugehörigen Galerieladen werden Bücher, Poster, T-Shirts und andere Souvenirs verkauft.
Mo–Fr 9–20, Sa 9–18 Uhr

Beeindruckende Schwarz-Weiß-Fotografien des Franzosen Pierre Verger © Brasilien Insider
Aussichtspunkt beim Cruz Caída, dem Mahnmal des gefallenen Kreuzes © Brasilien Insider

Ein paar Schritte weiter erreicht Ihr schließlich die Praça da Sé. Hier stand einmal die historische Kathedrale von Salvador, die 1933 einer Modernisierung der Altstadt mit Straßenbahnanschluss zum Opfer fiel – einige Schienen sind im Pflaster noch zu sehen. Links erinnert das 12 m hohe “Mahnmal des Gefallenes Kreuzes” Cruz Caída des Künstlers Mario Cravo an den damals sehr umstrittenen Abriss der bedeutenden Kirche. An dieser Stelle befindet sich außerdem eine Aussichtsplattform, von der aus sich ein fast ebenso beeindruckender Panoramablick auf die Allerheiligenbucht bietet, wie vom Fahrstuhl an der Praça Municipal aus. Zu Beginn des Platzes erinnert ein Denkmal an Dom Pedro Fernandes Sardinha, den ersten Bischof der Stadt, der 1556 von Ureinwohnern gefangen und verspeist wurde.

Blick auf die Praça da Sé mit zwei Denkmälern und schattigen Laubbäumen © Brasilien Insider
Das Zumbi-Denkmal findet stets Beachtung © Brasilien Insider

Das zweite Denkmal auf der Praça da Sé ist Zumbi dos Palmares (1655–95) gewidmet, dem Anführer der größten Siedlung aus geflohenen und freigeborenen Sklaven, in der von 1654 bis 1694 – über 40 Jahre lang – zeitweise bis zu 30.000 Menschen in Freiheit gelebt haben. Unter der Führung von Zumbi wandelte sich ab 1678 die Taktik des Königreichs Palmares, die bis dahin ausschließlich aus der Abwehr der portugiesischen und holländischen Kolonialherrscher bestanden hatte. Zumbi jedoch ging zum Gegengangriff über: Die Kämpfer von Palmares griffen Plantagen und Dörfer an und befreiten auf diesem Weg weitere Sklaven. Das Ende war dennoch unvermeidbar: 1694 legten portugiesische Truppen das Dorf in Schutt und Asche, die Überlebenden wurden erneut versklavt. Zumbi gelang zunächst die Flucht, wurde jedoch ein Jahr später gefasst und am 20. November 1695 hingerichtet. Das Datum wird bis heute als “Tag des Schwarzen Selbstbewusstseins” (Dia da Consciência Negra) von der afrobrasilianischen Gemeinde gefeiert. Die Zumbi-Statue ist eines der seltenen Denkmäler eines Schwarzen in Brasilien. Wo, wenn nicht hier, im “schwarzen Herzen” des Landes, könnte besser an den Befreiungskampf der afrikanischen Sklaven erinnert werden?

Anführer entflohener und freigeborener Sklaven: Zumbi dos Palmares © Brasilien Insider
Eine Standseilbahn führt ins Geschäftszentrum der Unterstadt © Brasilien Insider

An Ständen wird allerlei Tand angeboten und Jugendliche schieben hier rollende Kioske vor sich her; in den Thermoskannen ist Cafezinho, der „kleine Kaffee“. Das auffällige Gebäude etwas weiter am Platz auf der linken Seite ist der Paço Arquiepiscopal (1715), ehemaliger Verwaltungssitz der Erzdiözese, heute residiert hier ein Energieunternehmen. Hinten links führt hinter dem Springbrunnen eine kleine Stichgasse zum Plano Inclinado Gonçalves, einer Standseilbahn in die Unterstadt, die jedoch öfters nicht in Betrieb ist.

Beleuchteter Springbrunnen vor dem Paço Arquiepiscopal © Brasilien Insider
Drei Jecken weisen den Weg © Brasilien Insider

Gleich neben dem Plano Inclinado Gonçalves hat die Casa do Carnaval eröffnet, ein Museum, das über den einzigartigen Karneval von Bahia informiert. Zu sehen sind Kostüme und Instrumente, und im 1. Stock können sich Besucher in zwei interaktiven Kinos mit Masken und Hüten ausstatten und bei einem 10–15-minütigen Video mit Erklärungen von Stars wie Daniela Mercury und Ausschnitten von Ilê Aiyê oder Olodum auch mittanzen. Zu Beginn wird ein Audio-Guide (Englisch) ausgegeben. Von der hinteren Terrasse bietet sich ein prachtvoller Blick auf die Bucht. Den Eingangsbereich oder Vorplatz des historischen Hauses zieren drei übergroße “Foliões” (Jecken, Narren).
Di–So 11–19 Uhr (Einlass bis 18 Uhr), Eintritt R$30

Traditionelle Kostüme des einzigartigen afrobrasilianischen Karnevals von Salvador © Brasilien Insider
… Terreiro de Jesus und Cruzeiro de São Francisco
Der Terreiro de Jesus am Abend © Brasilien Insider

Der nächste Platz ist dann bereits der Terreiro de Jesus, erkennbar an einem von hohen Palmen eingerahmten Brunnen, dessen Figuren die vier größten Flüsse Bahias symbolisieren. Er ist der belebteste der fünf Plätze im Zentrum und sollte vor allem am Abend eure erste Anlaufstelle sein. Der Platz wurde erst kürzlich schön restauriert und bietet nun auch lange geschwungene Bänke, auf denen man ein wenig verweilen und das bunte Treiben verfolgen kann. An Ständen werden Getränke verkauft und rings herum gibt es Bars und Restaurants. Am späten Nachmittag finden hier meistens öffentliche Capoeira-Runden statt, die jedoch kommerziell orientiert sind: Fürs Zuschauen und Fotografieren wird eine Spende erwartet.

Die Kathedrale seitlich von der Praça da Sé aus gesehen © Brasilien Insider

An der Ecke zur Praça da Sé erhebt sich die mächtige Catedral Basílica, Bischofssitz der Erzdiözese Salvador. Die prachtvoll restaurierte Kathedrale gilt als die kunsthistorisch bedeutendste Kirche Brasiliens. Sie wurde vom Jesuitenorden im 16.–18 Jahrhundert erbaut, das Kolleg in Salvador war das größte außerhalb Roms. Ab 1933 war sie Erzbischofssitz und damit zentrale Repräsentanz des Vatikans in Brasilien. Lediglich ein Flügel des 1903 durch einen Brand zerstörten Seminars ist noch erhalten. Der Innenraum der Kirche ist verhältnismäßig schlicht, hat klassische Proportionen und ist harmonisch ausgestaltet.

Detail in der Kathedrale © Brasilien Insider

Beeindruckend ist die Verkleidung der Frontseite sowie von Kanzel und Innenwänden des Schiffes mit portugiesischem marmorähnlichem Kalkstein: ein einzigartiger Luxus. Bemerkenswert ist auch die prachtvolle Decke mit vergoldeter Kassettendekoration. Die Sakristei mit ihren reichen Sakristeischränken ist nach Meinung von Kunsthistorikern die prachtvollste Südamerikas. Das ornamentale Deckengemälde zeigt eine der ersten Darstellungen brasilianischer Flora und Fauna. Schöne Azulejos aus dem 17. Jahrhundert zieren die Wände.
Mo 12–17, Di–Sa 9–17, So 13–17 Uhr, Eintritt R$5

Schlichter, aber harmonischer Innenraum in der Catedral Basílica © Brasilien Insider
Die Zedernholztafeln von Carybé © Brasilien Insider

Gleich neben der Kathedrale liegt die ehemalige medizinische Fakultät, in der heute zwei interessante Museen untergebracht sind: Im Untergeschoss das Museu de Arqueologia e Etnologia sowie das Museu Afro-Brasileiro. Letzteres führt den Besucher durch vier Säle zu den Wurzeln Salvadors und enthält einige Aha-Erlebnisse zur afrobrasilianischen Kultur, besonders dem Candomblé. Herausragende Ausstellungsstücke sind die 27 Zedernholztafeln des Künstlers Carybé („Mural dos Orixás“), von denen jede einer Orixá-Gottheit gewidmet ist.
beide Mo–Fr 9–17 Uhr, Eintritt Ethnologisches Museum R$3, Afrobrasilianisches Museum R$6

Das Museu Afro-Brasileiro residiert in einem der schönsten Gebäude der Altstadt © Brasilien Insider
Eine von vielen: die Igreja de São Domingos de Gusmão © Brasilien Insider

Dorival Caymmi besang die stolze Zahl von 365 Kirchen, die Salvador angeblich ihr Eigen nennt – für jeden Tag des Kalenderjahres eine. Auch wenn dies in den Bereich der Märchen und Mythen gehört, steht fest: Die höchste Konzentration an Kirchen im Nordosten Brasiliens findet sich in Bahia; und innerhalb Bahias in Salvador. Es dürften weit über 150 sein, aber nicht alle lohnen einen Besuch. Die schiere Anzahl an Kirchen aber beeindruckt. Alleine am Terreiro de Jesus stehen außer der Kathedrale noch zwei weitere, weniger bedeutende Kirchen: In der Igreja São Pedro dos Clérigos (18./19. Jahrhundert) vermischen sich Rokoko und neoklassizistischer Stil. Und die Igreja de São Domingos de Gusmão (1731) ist die Kirche des Laienordens der Dominikaner, ein einfacher Bau mit Perspektivmalerei an der Decke.
Igreja São Pedro unregelmäßig, Dominikanerkirche Mo–Fr 9–12, 14–17 Uhr, Eintritt R$5

Auch am Abend belebt: Cruzeiro de São Francisco © Brasilien Insider

Der sich anschließende schmale und autofreie Platz heißt Cruzeiro de São Francisco. Sofort fällt hier das große Franziskanerkreuz ins Auge, das den Platz dominiert. An ihm liegen einige eher touristische Straßenrestaurants (aber auch das sehr gute, versteckt gelegene Buffetrestaurant Romã, siehe Essen), Reisebüros, eine Filiale von Banco do Brasil und Geldwechselstuben. Abends wird hier häufig Livemusik gespielt.

Der Cruzeiro de São Francisco mit der Franziskanerkirche © Brasilien Insider
Sakristei der Franziskanerkirche © Brasilien Insider

Am Ende des Platzes erhebt sich Salvadors prunkvollste Kirche und zweifellos wichtigste Sehenswürdigkeit der Altstadt: die “Goldene Kirche”, die Igreja e Convento São Francisco. Das Ensemble bestehend aus Kirche und Kloster gilt als herausragendes Beispiel für den brasilianischen Barock. Es wurde ab Ende des 17. Jahrhunderts im Auftrag des Franziskanerordens errichtet. Berühmt ist besonders der unfassbar üppig vergoldete Innenraum, es bleibt einem beim Eintreten fast der Atem stehen vor so viel Gold, prächtigen Heiligenfiguren und fast schon unsittlich anmutenden Puttenengeln. Die ebenfalls reichlich mit Gold und wertvollen Deckenmalereien verzierte Sakristei wird zu den prächtigsten des Landes gezählt.

Führung im Franziskanerkloster © Brasilien Insider

Ein weiteres einmaliges Highlight ist im Kreuzgang des Klosters zu bestaunen, wo die Wände mit einzigartigen Bildern aus blau-weißen Azulejos aus dem 18. Jahrhundert bestückt sind. Dargestellt sind darauf Motive zur Ethik des menschlichen Lebens nach Horaz. Es ist die größte Ansammlung portugiesischer Fliesenkunst weltweit außerhalb Portugals.
Mo, Mi–Sa 9–17.30, Di 9–17, So 10–15 Uhr, Eintritt Kirche und Kloster R$5

Die Chorkapelle der Goldene Kirche von Salvador © Brasilien Insider/Gleisberg
Auffällige Fassade: die Igreja da Ordem Terceira de São Francisco © Brasilien Insider

Links neben dem Franziskanerkloster liegt die Kirche des Laienordens der Franziskaner, die Igreja da Ordem Terceira de São Francisco. Das im Vergleich zur benachbarten Klosterkirche schlichte Innere wurde im 19. Jahrhundert klassizistisch verändert. Es lohnt sich ein näherer Blick auf die mit Ranken, Heiligen- und Engelsfiguren verzierte Fassade aus portugiesischem Sandstein, die im Stil des in Mexiko weit verbreiteten Churriguerismus gestaltet wurde. Solch feine, figürliche Steinmetzarbeiten sind ansonsten nur vom spanischen Kolonialbarock bekannt und in Brasilien einzigartig.
tgl. 8–17 Uhr, Eintritt R$5

… Largo do Pelourinho
Alte Postkarten im Museu Tempostal © Brasilien Insider

Vom Terreiro de Jesus führen drei Gassen zum Largo do Pelourinho. Wenn Ihr die Rua Maciel de Baixo entlanggeht, kommt Ihr unterwegs an mehreren interessanten Museen vorbei: Das Solar Ferrão ist einer von zahlreichen Palastbauten reicher Grundbesitzer vom Ende des 17. Jahrhunderts. Das Gebäude diente eine Zeit lang als Jesuitenseminar. Heute sind hier in einem Kulturzentrum das Museu Abelardo Rodrigues mit einer Sammlung sakraler Kunst sowie eine Galerie untergebracht. Des Weiteren können in der Kollektion „Emília Biancardi“ traditionelle afrobrasilianische und indianische Musikinstrumente besichtigt werden. Ein paar Häuser davor zeigt das Museu Tempostal alte Postkarten von Stadtansichten (sortiert nach Stadtteilen).
beide Museen Di–Fr 10–17, Sa 13–17 Uhr

Eingang zum Centro Cultural Solar Ferrão © Brasilien Insider

Schließlich erreicht Ihr den Largo do Pelourinho. Hier liegt das eigentliche Zentrum der Altstadt. Der Platz ist schon wegen seiner Struktur und des Formates außergewöhnlich: steil abfallend und dreieckig, mit unebenem Kopfsteinpflaster belegt. Der Blick von hier oben über die bunten Häuser und Dächer dürfte zu den am meisten fotografierten Motiven in Salvador zählen – schließlich handelt es sich um eine der bekanntesten Postkartenansichten der Stadt: Zur Rechten fällt sofort die blaue “Sklavenkirche” ins Auge, im Hintergrund erheben sich im benachbarten Carmo-Viertel die charakteristischen Türme der Igreja do Santíssimo Sacramento do Passo.

Das Zentrum im Zentrum: der steil abfallende Largo do Pelourinho © Brasilien Insider
Auch abends belebt: Largo do Pelourinho © Brasilien Insider

Hier auf diesem Platz drehte Michael Jackson 1996 unter der Regie von Spike Lee Teile des berühmten Videos zum Nr.1-Hit “They don’t care about us”, eine musikalische Anklage gegen soziale Ungerechtigkeit. An dem Balkon, von dem Jackson seinen Song herausschrie, hängt heute ein Poster, das an den Besuch des 2009 verstorbenen Superstars in Salvador erinnert. Weitere Aufnahmen entstanden in der Favela Santa Marta in Rio de Janeiro. Die Dreharbeiten wurden von etlichen Schwierigkeiten und Behinderungen seitens der Behörden begleitet, der Journalist Alex Gernandt erinnert sich im Spiegel an den Videodreh in Rio.

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Song mit Botschaft: Das Video von Michael Jackson und Olodum “They don’t care about us”

 

Der große Erfolg des Songs bedeutete gleichzeitig den internationalen Durchbruch der aus dem Pelourinho stammenden Rhythmusgruppe Olodum, die inzwischen als eine der größten Legenden der bahianischen Musik gilt. Ein paar Häuser weiter bietet der auch sozial sehr engagierte Verein in seinem Hauptsitz “Casa do Olodum” Souvenirs mit dem berühmten Olodum-Logo an, die Einnahmen gehen unter anderem an Schul- und Sozialprojekte. Der Ort für die Aufnahmen des Jackson-Olodum-Videos hätte jedenfalls historisch nicht treffender gewählt werden können. Die wenigsten Besucher wissen, dass dort, wo heute Touristen flanieren, früher Sklaven ausgepeitscht wurden: Pelourinho heißt übersetzt Pranger.

Hauptsitz der weltberühmten Rhythmusgruppe Olodum © Brasilien Insider
Lebendige Missa Afro am Dienstag © Brasilien Insider

Auf der rechten Seite trägt die blau getünchte Igreja do Rosário dos Pretos wesentlich zum unverwechselbaren Panorama des Largo do Pelourinho bei. Die auffällige blaue Kirche prägt das Stadtbild des historischen Zentrums wie kaum eine andere. Sie wurde zwischen 1704 und 1781 in Nachtschichten von der Bruderschaft der Schwarzen für die afrobrasilianische Gemeinde errichtet und ermöglichte ihnen die Pflege ihrer religiösen Traditionen, besonders des Candomblé. Im Kircheninnern sieht man Azulejos in den Farben grün, gelb und rosa. Besuchenswert ist die belebte afrikanische Messe (Missa Afro) mit Gesang und Percussion, die dienstags etwa um 18 Uhr beginnt.
Mo 12–17, Di–Sa 8–17 Uhr, Eintritt R$5

Die Dächer von Salvador mit der Igreja do Rosário dos Pretos © Brasilien Insider
Herzstück des Pelourinho © Fundação Casa de Jorge Amado

Am oberen Ende des Platzes hat die Fundação Casa de Jorge Amado eine kleine Ausstellung über Jorge Amado, den 2002 verstorbenen berühmtesten bahianischen Autor, eingerichtet. Neben einer Übersicht über seine in 49 Sprachen übersetzten Bücher gibt es eine interessante Fotosammlung, die den Dichter mit Persönlichkeiten aus aller Welt zeigt. Zu dem Komplex gehören außerdem das nach Amados Ehefrau benannte Café Teatro Zélia Gattai, die als Schriftstellerin ebenfalls Berühmtheit erlangte, sowie ein kleiner Souvenirladen. Schräg gegenüber liegt übrigens das ehemalige Wohnhaus des Autors, heute ein Hotel.
Mo–Fr 10–18, Sa 10–16 Uhr, Eintritt R$5

Informative Schautafeln im Gastronomiemuseum © Brasilien Insider

Etwas weiter bergab stoßt Ihr rechterhand auf das hübsche und angenehm klimatisierte Museu da Gastronomia Baiana, in dem über die bahianische Küche informiert wird. Es war bei seiner Eröffnung 2006 das erste Museum Lateinamerikas, das sich ausschließlich der Gastronomie gewidmet hat. Vorgestellt werden klassische Zutaten, traditionelle Herstellungsprozesse und üblicherweise verwendete Materialien der typischen bahianischen Gerichten wie Moqueca, Vatapá oder Acarajé. Auf Schautafeln werden darüber hinaus auch ethnische und soziokulturelle Hintergründe erläutert. Zwei Türen weiter befindet sich ein Verkaufsladen.
Mo–Fr 9–17.30, Sa 9–15 Uhr

Typische Wasserbehälter in Bahia © Brasilien Insider
… Abstecher in die Nachbarviertel Carmo und Santo Antônio

Oft fälschlich zum Pelourinho gezählt werden die beiden Nachbarviertel Carmo und Santo Antônio. Beides sind ebenfalls sehenswerte historische Stadtgebiete, jedoch entstanden sie deutlich später als das Pelourinho (18./19. Jahrhundert) und zählen somit auch nicht mehr zum Unesco-Bereich. Trotzdem, oder gerade deshalb, lohnt sich ein Abstecher in diese deutlich weniger vom Tourismus geprägten Wohnviertel. Neben Pousadas und Jugendherbergen finden sich auch einige Cafés, Restaurants, Ateliers und Geschäfte.

Werden oft mit dem Pelourinho verwechselt: die angrenzenden Stadtteile Carmo und Santo Antônio © Brasilien Insider
Filmstar: die Igreja do Santíssimo Sacramento do Passo © Brasilien Insider

Wenn Ihr den abschüssigen Largo do Pelourinho heruntergeht, führt auf der anderen Seite der Senke die steile Ladeira do Carmo in das nach dem Karmeliterkloster benannte Carmo-Viertel. Auf der linken Seite liegt am Ende einer steilen Treppe die Igreja do Santíssimo Sacramento do Passo (1737). Sie wurde bekannt durch den Filmstreifen „O Pagador de Promessas“ (“Fünfzig Stufen zur Gerechtigkeit”), ein Klassiker des brasilianischen Cinema Novo, der 1962 als erster brasilianischer Film überhaupt die „Goldene Palme“ von Cannes gewann. Der sehenswerte Film spielt fast vollständig auf diesen Treppenstufen.

Die Ladeira do Carmo verbindet das Pelourinho mit dem Carmo-Viertel © Brasilien Insider
Ehemaliges Hotel und Karmeliterkloster © Brasilien Insider

Oben im Carmo-Viertel angelangt seht Ihr als Erstes den Konvent der Karmeliter. Er wurde im 17. Jahrhundert angelegt, die wichtigsten Gebäudeteile stammen aber aus dem 18. Jahrhundert. Ein Teil des Konvents wurde umgebaut und lange Zeit von einer Luxushotelkette genutzt. Es war eine der exklusivsten Unterbringungsmöglichkeiten der Stadt. Zwei bedeutende Kirchen gehören zu der Anlage: In der Konventskirche Igreja do Carmo (1709–20) beeindrucken vor allem das geschnitzte Chorgestühl und die prächtige barocke Sakristei von 1726.
Mo–Fr 8–12, 14–17, Sa 8–12 Uhr

Blickfang: die alte Karmeliterkirche Igreja do Carmo mit dem ehemaligen Kloster © Brasilien Insider

Größte Sehenswürdigkeit der benachbarten Kirche des Dritten Ordens (Laienordens) Igreja da Ordem Terceira do Carmo (1807) ist eine lebensgroße Christusfigur des dunkelhäutigen Bildhauers Francisco das Chagas. Für die Blutstropfen der erstaunlich echt wirkenden Schnitzarbeit (1758) wurden Hunderte von Rubinsplittern verwendet.
Mo–Sa 8–12, 14–17 Uhr, R$5

Sehenswertes bauliches Ensemble des Karmeliterordens bestehend aus Igreja do Carmo (links) und Igreja da Ordem Terceira do Carmo © Brasilien Insider
Orientierungspunkt: Cruz do Pascoal © Brasilien Insider

Von den beiden Karmeliterkirchen ausgehend führt die hübsche Rua do Carmo über altes Kopfsteinpflaster in einer leicht geschwungenen Kurve zum Cruz do Pascoal, eine denkmalgeschützte Betsäule von 1743. Genau hier, wo der Asphaltbelag anfängt, endet das Carmo-Viertel und es beginnt die Rua Direita do Santo Antônio. Diese lange schnurgerade Straße durchzieht den atmosphärischen Stadtteil Santo Antônio. In den schönen Stadthäusern der Oberschicht aus dem 19. Jahrhundert finden sich einige charmante Pousadas mit bestechender Aussicht auf die Allerheiligenbucht, außerdem Geschäfte, Restaurants und Bars.

Übergang zwischen dem Carmo-Viertel und Santo Antônio © Brasilien Insider
Café mit Aussicht: Casa Boqueirão © Brasilien Insider

Einen netten Stopp könnt Ihr beispielsweise in der Casa Boqueirão einlegen, Rua Direita de Santo Antônio 56. Es handelt sich bei dem neuen Projekt um eine sehenswerte Fusion aus mehreren Shops unter einem Dach. In dem schön dekorierten Altstadthaus wird eine Vielzahl an Gegenständen aus den Bereich Kunst und Design angeboten, außerdem Bekleidung, Brillen, Schmuck und vieles mehr. Wer einfach nur die nette Stimmung genießen will, kann sich in das hauseigene Café setzen und dabei einen prachtvollen Blick auf die Allerheiligenbucht genießen.
Di–So 14–20 Uhr

Ein bisschen Stöbern in der hübschen Casa Boqueirão © Brasilien Insider
Viel Geschichte: Bar Cruz do Pascoal © Brasilien Insider

Ab circa 17 Uhr empfiehlt sich ein Besuch in der originellen Bar Cruz do Pascoal in der Rua Direita de Santo Antônio 2. Der aus Galizien immigrierte Spanier Porfírio Amoedo hatte sie 1952 eröffnet – und die inzwischen fast 70-jährige Geschichte strahlt die Bar deutlich aus. Das Beste ist die versteckte Aussichtsterrasse, von der sich ein herrlicher Sonnenuntergang über der Bucht bietet, perfekt mit einem kalten Getränk. Wer dies nicht weiß, hält das Cruz do Pascoal meist von außen nur für eine Straßenbar und viele gehen daran achtlos vorüber. Um zur Terrasse zu kommen, müsst Ihr einfach an dem alten Holztresen vorbeigehen und einem schmalen Gang nach hinten folgen. Hier gibt’s kein Schickimicki, aber eine tolle Aussicht in einem bodenständigen, unprätentiösen Stück Geschichte Salvadors.
Mo–Sa 13–24 Uhr

Blick auf die Bucht und das Kreuzfahrtterminal von der Bar Cruz do Pascoal © Brasilien Insider

Gleich neben der Bar Cruz do Pascoal führt übrigens eine zweite Standseilbahn, der Plano Inclinado Pilar, in die Unterstadt bis in die Nähe des Veranstaltungsareals Museu du Ritmo. Wer die Straße Rua Direita de Santo Antônio ganz bis an ihr Ende laufen möchte, entdeckt viele historische Gebäude, die teilweise hübsch restauriert und teilweise verfallen sind, und kommt schließlich an einen schönen Platz bei der Festung Forte de Santo Antônio Além do Carmo aus dem 17. Jahrhundert, von wo aus sich abermals ein prachtvoller Blick auf die Bucht bietet.

Spaziergang auf der Rua Direita de Santo Antônio © Brasilien Insider

… Spaziergang von Vitória nach Barra

Schattige Allee: der Corredor da Vitória © Brasilien Insider

Mit dem Campo Grande (Praça 2 de Julho) beginnen die südlichen Stadtteile Salvadors, bevorzugte Wohngebiete der oberen Mittelschicht. Besonders in Vitória stehen zahlreiche alte Villen und moderne Apartmenthäuser mit beneidenswerten Aussichten auf die Allerheiligenbucht. Der Campo Grande selbst ist ein hübscher großer Platz mit südeuropäischem Flair und einigen mächtigen Baumriesen, der besonders während des Karnevals eine zentrale Rolle einnimmt. An seiner Stirnseite liegt das Teatro Castro Alves, wichtigstes Theater und Veranstaltungsort für Großkonzerte. Die lange Avenida 7 de Setembro führt vom Campo Grande durch Vitória bis hinunter nach Barra, im Volksmund heißt sie Corredor da Vitória und später Ladeira da Barra.  Wem nach einer kleinen Wanderung zumute ist, der kann die gesamte Avenida 7 de Setembro nach Barra herabspazieren und dabei einige schöne Aussichten genießen.

Die Hochhäuser von Vitória bilden die Skyline Salvadors vom Wasser aus betrachtet © Brasilien Insider
Hochherrschaftliches Anwesen © Museu Carlos Costa Pinto

An ihr liegen einige interessante Museen, unter anderem das Museu Carlos Costa Pinto (Nr. 2490) in einer Kolonialvilla mit schönem Garten. Die Privatsammlung eines Mäzens war Ausgangspunkt des Museums. Zu sehen sind überwiegend dekorative Ausstellungsstücke aus der Kolonialzeit (Silberbestecke, Porzellan, Kristallwaren, Möbel) sowie Gemälde von bahianischen Künstlern. Ein großer Pluspunkt für auswärtige Besucher: Infotafeln geben hier auch auf Englisch Auskunft über die Expositionsgegenstände – in Brasilien eher selten der Fall. Wer sich etwas ausruhen möchte, kann sich im Hof in ein hübsches Café setzen.
Mo, Mi–Fr 14.30–18.30, Sa 14.30–17.30 Uhr; Eintritt R$10

Sehenswerte Ausstellungen © Palacete das Artes

Wenn Ihr etwas danach links in die Rua da Graça einbiegt, kommt Ihr nach kurzer Zeit zum sehenswerten Palacete das Artes, ein restaurierter Stadtpalast, in dem als Leihgabe des Pariser Rodin-Museums 62 Plastiken des französischen Bildhauers Auguste Rodin ausgestellt waren. Vier seiner Bronzeskulpturen wurden für R$3,3 Mio. dauerhaft erworben und können im Garten besichtigt werden. Das Haupthaus wie auch das moderne Nebengebäude werden nun für temporäre Ausstellungen genutzt. Ein Besuch lohnt sich aber schon wegen des Gebäudes selbst und des im Garten befindlichen Solar Café.
Di–Fr 13–19, Sa, So 14–18 Uhr; Café Di–So 11.30–21.30 Uhr

Verstecktes Schmuckstück in Vitórias Nachbarstadtteil Graça © Palacete das Artes
Kleine Kirche am Largo da Vitória © Brasilien Insider

Die wohl schönste Aussicht dieses Spaziergangs bietet sich wenige Schritte weiter am Largo da Vitória. Hinter einer kleinen Kirche (eine der ältesten Brasiliens) wurde im Zuge der Errichtung des 40-stöckigen Luxus-Wohnturms Mansão Wildberger ein Aussichtspunkt (Mirante) mit fantastischem Panoramablick geschaffen – besonders schön ist es hier kurz vorm  Sonnenuntergang. Weiter die Straße hinab stoßt Ihr kurz vor dem alten Hafen auf die kleine Igreja de Santo Antônio da Barra, einen einfachen Bau aus dem 17. Jahrhundert. Von der üblicherweise für Besucher gesperrten Terrasse hinter der Kirche bietet sich ein spektakulärer 180-Grad-Blick auf die Bucht. Wenn Ihr höflich anfragt, sollte eine kurze Visite möglich sein.

Weite Aussicht vom Mirante der Mansão Wildberger auf die Allerheiligenbucht, Jachthafen und die Igreja de Santo Antônio da Barra © Brasilien Insider
Stadtstrand Porto da Barra © Brasilien Insider

Unterhalb der Igreja de Santo Antônio da Barra liegt der hübsche Stadtstrand Praia Porto da Barra mit seiner charakteristischen Ufermauer. Man könnte ihn als den historischsten Strand Brasiliens bezeichnen, denn in diesem geschützten Naturhafen ging der erste portugiesische Generalgouverneur Tomé de Sousa 1549 mit seiner Flotte vor Anker, um kurz darauf die erste Hauptstadt Salvador in der Oberstadt zu gründen. Heute sonnen sich hier zahlreiche Touristen und Einheimische auf dem immer schmaler werdenden Sandstreifen und applaudieren gegen 18 Uhr einem der schönsten Sonnenuntergänge der Stadt. Trotz der Stadtnähe ist das Wasser überraschend sauber und es kann sehr gut gebadet werden (keine Felsen). Der hier verlaufende Straßenabschnitt ist übrigens seit der Fußball-WM verkehrsberuhigt und wird an Wochenenden für Autos ganz gesperrt (Busse halten dann in der Rua Praguer Fróes). Am Samstag und vor allem am Sonntag wird Porto da Barra zur Freiluftpartymeile.

Magische Stimmung zum Sonnenuntergang an der Praia Porto da Barra © Brasilien Insider
Markante Erscheinung: das Forte Santa Maria am Porto da Barra © Brasilien Insider

Eingeschlossen wird der Strand von Porto da Barra von zwei Festungen, die zum Schutz des alten Hafens errichtet wurden. Zu seiner linken Seite erhebt sich sehr fotogen das schön restaurierte und abends stimmungsvoll illuminierte Forte Santa Maria aus dem 17. Jahrhundert. Das Fort beherbergt den Espaço Pierre Verger, in dem Werke des bekannten französischen Fotografen in einer Dauerausstellung sowie weitere temporäre Expositionen zu sehen sind. Ein paar 100 m weiter rechts ragt etwas unscheinbarer auf dem Felsen das alte Forte de São Diogo empor, die erste von drei Befestigungsanlagen, mit denen die Bucht abgesichert wurde. Hier gibt es ein kleines Museum mit Modellen der Forts der Stadt sowie das Kulturzentrum Espaço Carybé das Artes, in dem unter anderem Werke des gleichnamigen bekannten Künstlers zu sehen sind.
Forte Santa Maria Mi–Mo 11–19 Uhr, Forte de São Diogo Di 10–18, Mi–Mo 10–19 Uhr; der Eintritt zum Forte Santa Maria inkl. den beiden Kulturzentren kostet einmalig R$20, Mi gratis

Das Forte Santa Maria beherbergt eine sehenswerte Dauerausstellung mit Werken von Pierre Verger © Brasilien Insider
Abendstimmung in Barra © Brasilien Insider

Auf der linken Seite des Forte Santa Maria liegt ein weiterer kleiner Strand, an dem man jedoch wegen Felsen nur an wenigen Stellen baden kann. Dafür ist es hier deutlich leerer und die Sicht ist ebenso schön wie an der Praia Porto da Barra. Von einem Aussichtsdeck neben dem Fort seht Ihr in der Ferne auch schon den Farol da Barra, den ältesten Leuchtturm Südamerikas und das wohl markanteste Wahrzeichen Salvadors. Um dort hinzukommen, folgt Ihr einfach der  anlässlich der Fußball-WM 2014 restaurierten „Orla“, also der Küstenstraße, die von Barra bis nach Itapuã verläuft.

Einladendes Deck am Meer mit Blick auf den Leuchtturm von Barra © Brasilien Insider
Strandvolleyball am Farol © Brasilien Insider

Der Leuchtturm wurde im 19. Jahrhundert innerhalb des Forte Santo Antônio da Barra errichtet, einer der ältesten Befestigungsanlagen Brasiliens (1698). Das Fort kann ebenso besichtigt werden wie das kleine Museu Náutico da Bahia mit Informationen zur Geschichte Barras sowie einigen Schiffsmodellen. Auch ein Aufstieg auf den 22 m hohen Leuchtturm ist bis etwa 17 Uhr möglich. Ansonsten reicht es aber auch, wenn man einmal um das Fort herumläuft und den weiten Blick auf die Buchteinfahrt und die gegenüberliegende Insel Itaparica genießt. Auf der Rückseite des Forts versammeln sich am frühen Abend gerne Sonnenuntergangsanbeter. Der große Platz vor dem Leuchtturm wurde übrigens fast vollständig für den Autoverkehr gesperrt und wird nun vor allem an den Wochenenden von den Soterapolitanos mit Leben gefüllt.
 Di, Mi, So 9–18, Do–Sa 9–21 Uhr, Eintritt R$15

Wichtigstes Wahrzeichen von Salvador: der Leuchtturm von Barra © Brasilien Insider
Stadtstrand mit Flair: Praia Farol da Barra © Brasilien Insider/E.Kurz

Weiter entlang auf der neuen verkehrsberuhigten Fußgängerzone an der Avenida Oceânica seht Ihr die Praia Farol da Barra. Im Gegensatz zu den anderen Stränden von Barra brandet hier das offene Meer mit ungebremster Kraft an. Die Wellen erreichen oft beträchtliche Höhen und nicht selten sind Surfer unterwegs. Dies ist der längste und breiteste Strand von Barra, allerdings ist auch hier beim Baden auf Felsen unter der Wasseroberfläche zu achten.

Blick vom Christushügel auf die Praia Farol da Barra © Brasilien Insider
Auch Salvador hat seinen Christus © Brasilien Insider

Am Ende der Praia Farol da Barra gelangt Ihr schließlich zum Morro do Cristo, einem kleinen Hügel mit einer – im Vergleich zu Rio – zwar etwas klein geratenen Christus-Statue aus italienischem Carrara-Marmor (Ende 19. Jahrhundert). Dafür bietet sich an diesem Ort ein phänomenaler Panoramablick auf Strand, Leuchtturm und Allerheiligenbucht im Hintergrund. Mit ziemlicher Sicherheit ist dies einer der schönsten Aussichtspunkte der Stadt, und das Beste daran: er ist wenig besucht und komplett kostenlos.

Palmenhain mit Blick auf die Orla Richtung Ondina © Brasilien Insider

… nördlich des Zentrums

Wird gerne von Reisegruppen besucht: der exotische Markt São Joaquim © Brasilien Insider

Ein schöner Ausflug führt in den Stadtteil Ribeira und zur Wallfahrtskirche von Bonfim auf der Halbinsel Itapagipe. Auf halbem Weg dorthin lohnt sich ein Stopp am exotischen Markt Feira de São Joaquim (seit 1964). Das Bild, das sich hier bietet, ist trotz kürzlicher Renovierung allerdings nichts für Tierschützer und sensible Mägen. Angeboten wird alles, was irgendwie kreucht und fleucht, oder es mal tat. Als Ganzes oder in Einzelteilen. Aber auch Gemüse, Früchte und Zutaten für allerlei bahianische Gerichte findet man.
Mo–Sa 5–18, So 5–14 Uhr

Eisdiele in Ribeira © Brasilien Insider

Auf dem weiteren Weg erreicht Ihr zunächst das sehr authentische Viertel Ribeira. Hier gibt es einen Segelhafen mit schöner Aussicht auf die Bucht, das Atelier eines der letzten Kunstfliesenmalers von Salvador und natürlich die bekannteste Eisdiele der Stadt: In der seit 1931 bestehenden Sorveteria da Ribeira könnt Ihr hausgemachtes Eis aus über 60 Geschmacksrichtungen auswählen, die meisten sind aus exotischen Tropenfrüchten gemacht, von denen Ihr teilweise vermutlich noch nie gehört habt. Für manche gibt es nicht einmal eine deutsche Übersetzung (Cupuaçu, Cajá, Mangaba, Graviola, …), also einfach ausprobieren! Man darf sich vor der Bestellung übrigens an der Theke ein paar Kostproben  geben lassen. Ob die Eisdiele nun tatsächlich die beste Lateinamerikas ist, wie es der Besitzer stolz proklamiert, entzieht sich unserer Kenntnis, aber sie ist auf jeden Fall einen Stopp wert.
tgl. 9–22 Uhr

Eis aus exotischen Tropenfrüchten schlemmen in der Sorveteria da Ribeira © Brasilien Insider
In der Ferne die Basilika © Brasilien Insider

Kurz hinter der Eisdiele macht die Straße einen Bogen und es eröffnet sich urplötzlich der Blick auf einen langgezogenen, blendend weißen Strand vor dem Panorama der Allerheiligenbucht: die Praia da Ribeira. Hierher verirren sich erstaunlicherweise kaum Touristen, obwohl der Strand zu den attraktivsten im Stadtgebiet zählt. Entlang der renovierten Promenade reihen sich mehrere schön gelegene Restaurants und Bars mit Blick auf die Bucht aneinander. Wer mag, kann hier gut und günstig zu Mittag essen, oder einfach im Schatten eines Baums bei einem Getränk die herrliche Aussicht genießen. Auch ein Bad im glasklaren Wasser ist hier natürlich möglich. In der Ferne sind auf einem Hügel bereits die Glockentürme der Wallfahrtskirche zu erkennen …

Überraschend perlweiße Strände im Stadtteil Ribeira © Brasilien Insider
Die berühmten “Fitinhas” flattern im Wind © Brasilien Insider

In Itapagipe thront auf einem Hügel die berühmteste Wallfahrtskirche der Stadt und eine der wichtigsten Brasiliens: die Basílica Senhor do Bonfim (1754). Die meisten Besucher Salvadors werden indirekt schon mit ihr in Berührung gekommen sein, denn wem wurde noch nicht eines der bunten Bändchen (Fitinhas) mit der Aufschrift „Lembrança do Senhor do Bonfim da Bahia“ angeboten oder gleich ums Handgelenk gebunden? Dem Volksglauben nach hat man für jeden der drei Knoten einen Wunsch frei, der einzige Haken daran ist: In Erfüllung gehen sie erst, sobald das Band von alleine abfällt. Und das kann ein paar Jahre dauern …

In der Bonfim-Kirche © Brasilien Insider

Die Bedeutung der Kirche liegt weniger in ihrer klassizistischen Architektur oder in der kunstvoll bemalten Holzdecke als vielmehr in ihrem afrobrasilianischen Religions-Synkretismus, das heißt in ihrer traditionellen Verbindung von Katholizismus und der afrobrasilianischen Candomblé-Religion. Diese zeigt sich besonders Mitte Januar, wenn hier das wichtigste religiöse Fest Salvadors stattfindet: die Lavagem do Bonfim, eine rituelle Waschung der Kirchentreppen und des Vorplatzes samt Prozession und karnevalsähnlichem Tanzfest (siehe Feste).

Der Saal mit den Dankesgaben © Brasilien Insider

Am interessantesten an der Kirche ist ein kleiner Raum, der ganz versteckt am Ende eines Seitenganges liegt: In der Sala dos Ex-Votos können Gläubige sich für eine erhaltene Wunderheilung bedanken, indem sie beispielsweise Fotos, Gemälde oder Stickereien mit einer persönlichen Botschaft hinterlassen. An der Decke baumeln aus Kunststoff gefertigte Körperteile und Organe, die vom Senhor do Bonfim geheilt wurden und ebenfalls mit Danksagungen versehen sind. Aber es geht in dieser Kirche nicht nur um gesundheitliche Themen, auch für Aus- und Weiterbildung, Kinderwunsch und vieles mehr ist der Heilige zuständig …
tgl. 6.30–18.30 Uhr

Ziel für Pilger aus der ganzen Welt: die Wallfahrtskirche von Bonfim © Brasilien Insider
Fabelhafter Panoramablick © Brasilien Insider

Nach einer knappen Viertelstunde zu Fuß (besser per Uber oder Taxi) erreicht Ihr über die Rua Plínio de Lima und Rua Rio São Francisco die westliche Spitze der Halbinsel Ponta de Humaitá, wo auf einer Anhöhe die schönste Festung Salvadors steht: das Forte de Monte Serrat (1587). Dieser herrliche Ort ist ein Geheimtipp, denn da die großen Reisebusse nicht durch die engen Straßen passen, habt Ihr ihn fast immer für euch alleine. Von dem Hügel aus bietet sich der wohl beste Panoramablick von ganz Salvador: Im Süden erstreckt sich hinter dem Strand von Boa Viagem der Hafen mit der dahinter liegenden Oberstadt, weiter über die Skyline von Vitória wandert der Blick bis hin nach Barra, wo die gigantische Bucht und das offene Meer aufeinandertreffen. Ein umwerfendes Bild!

Blickfang und Geheimtipp: das Forte de Monte Serrat © Brasilien Insider/Frisse
Kokoswasser mit Buchtblick bei Rasta © Brasilien Insider

Wenn Ihr um das Fort herumgeht, schaut Ihr in Richtung Norden und Westen tief in die hintere Allerheiligenbucht hinein. Dieser Teil der Bucht ist von Barra oder Vitória aus gar nicht einzusehen, da er von der Halbinsel Itapagipe selbst verdeckt ist. Zu erkennen sind die große Ilha de Itaparica ebenso wie Dutzende kleinere Inseln und das weit entfernte Festland. Im Vordergrund erhebt sich idyllisch die unter Denkmalschutz stehende Igreja Nossa Senhora de Monte Serrat aus dem 17. Jahrhundert, die als Eremitage des Benediktinerklosters São Bento errichtet wurde. Um den Ausflug abzurunden, empfiehlt sich eine kühle Água de Coco am Stand von Rasta, die Kokosnüsse werden hier vom Besitzer noch eigenhändig mit der Machete treffsicher aufgeschlagen. Bei einer frischen Brise und herrlicher Aussicht ist dies der perfekte Ort für ein kleines Päuschen …

Blick auf die westliche Spitze der Halbinsel Itapagipe: Ponta de Humaitá © Brasilien Insider

… Dique do Tororó und  Arena Fonte Nova

Blick auf Dique und Arena © Brasilien Insider

Die Dique do Tororó ist ein 110.000 m³ großer binnenstädtischer See, etwa 1 km südlich des Pelourinho (Luftlinie). Am Wochenende dient er Joggern und Spaziergängern als Naherholungsziel, auch gibt es ein Restaurant am Flussufer. Besonderes Markenzeichen der „Dique“ und ein schönes Fotomotiv ist die Gruppe im Wasser stehender, übergroßer Orixás-Figuren (Götter des Candomblé) des Künstlers Tati Moreno. Unmittelbar an den See angrenzend steht die in neuem Glanz erstrahlende Arena Fonte Nova, die für die Fußball-WM 2014 nach dem Entwurf eines deutschen Architekturbüros an exakt der Stelle der (gesprengten) alten Arena errichtet wurde. Während der WM fasste das in drei Ränge gegliederte Stadion 55.000 Zuschauer (danach 50.000). Eine breite Öffnung zum See hin sorgt auch an heißeren Tagen für eine durchgehende Belüftung. Neben den Spielen des publikumskräftigen Erstligavereins EC Bahia wird das Stadion auch für große Konzerte und Events genutzt.

Markante Orixás-Götter des Candomblé stehen in dem See Dique do Tororó © Brasilien Insider

Private Stadtführungen

Für Reisende, die in kurzer Zeit kompakt und übersichtlich die Stadt kennenlernen wollen, biete ich zusammen mit meinem Insider-Team private Stadtführungen in Salvador und Umgebung an. Seit nun schon mehr als 12 Jahren in Salvador heimisch, kann ich euch diese spannende Stadt und ihr Umland als ein echter Insider nahe bringen. Auch alle meine Insider-Kollegen leben seit vielen Jahren hier. Auf meinen privaten Entdeckungstouren lernt Ihr alle wichtigen Sehenswürdigkeiten kennen – und auch etliche „Geheimtipps“. Erlebt und erspürt mit mir den Rhythmus der afrobrasilianischen Kultur, der nirgendwo in Brasilien so allgegenwärtig ist wie hier. Kontakt per E-Mail .

Mehr zu den privaten Stadtführungen von Salvador Insider findest du hier:

Aktivitäten und Kurse

Capoeira

Kaum etwas spiegelt die afrobrasilianische Geschichte und Kultur so sehr wider wie der Kampftanz Capoeira. In Salvador ist er allgegenwärtig. Reisende können sowohl Kurse buchen als auch sogenannte Rodas, eine Art öffentliche Vorführungen, besuchen (meist kostenpflichtig).

Capoeira auf Weltklasseniveau gibt es in Salvador zu sehen, hier das Studio von Mestre Lua Rasta © Brasilien Insider

Unterschieden werden vor allem zwei Stilrichtungen: Da ist zum einen der traditionellere und auch etwas langsamere Stil, er nennt sich Angola. Bekannte Lehrer sind Mestre Lua Rasta und Mestre João Pequeno:

  • Mestre Lua Rasta, Rua da Ordem Terceira 3, bietet Capoeira– und Percussion-Kurse an. Alle 14 Tage gibt es zudem Freitag ab 21 Uhr eine offene Roda auf dem Terreiro de Jesus (bei Fotos Spende erbeten). Im Atelier auch Verkauf von handgefertigten afrobrasilianischen Instrumenten.
    Mo–Fr 9–19, Sa 9–13 Uhr
  • Forte da Capoeira, im Forte Santo Antônio befinden sich gleich sieben Capoeira-Schulen, unter anderem ist Mestre João Pequeno de Pastinha vertreten. Präsentationen (Rodas) finden in der Regel Dienstag, Donnerstag und Samstag ab 19.30 Uhr statt.

Der neuere regionale Stil wurde von Mestre Bimba gegründet, er ist deutlich schneller und kämpferischer. Ein wichtiger heutiger Vertreter ist Mestre Bamba.

Sprachkurse Portugiesisch

Instituto Cultural Idioma, Rua Florianópolis 96, Barra. Kleine, sympathische Schule mit guten Lehrern. Auch Ausspracheworkshops können gebucht werden. Neben den Kursen gibt es viele Angebote von Ausflügen bis zur Abendgestaltung. Vermittlung von nahe gelegenen Unterkünften in Familien.
Büro Mo–Fr 8–18 Uhr

Übernachtung

Wie in jeder größeren Stadt stellt sich auch in Salvador zuerst die Frage, in welchem Viertel man unterkommen möchte. Kurz gesagt bieten sich euch vier Möglichkeiten:

  • nah an den historischen Attraktionen (Pelourinho und Santo Antônio),
  • zentrale Lage mit schönen Badestränden (Barra),
  • Nightlife (Rio Vermelho),
  • Flughafennähe mit Strand (Flamengo, Stella Maris, Itapuã, Vilas do Atlântico).

Wer nicht gerade am nächsten Tag schon weiterfliegen muss, wählt in aller Regel eine Unterkunft in der Altstadt (Pelourinho oder Santo Antônio) oder im zentrumsnahen Strandviertel Barra.

… im Pelourinho

Sundowner mit Buchtblick © Brasilien Insider

Das Hotel Casa do Amarelindo ist für mich in puncto Lage, Service und Komfort die mit Abstand beste Wahl im Zentrum von Salvador. Die französischen Besitzer Didier Ounnas und Gilles Barral bringen jahrelange Hotellerie-Erfahrung ein, das merkt man in jedem Detail. Die großzügigen und charmant dekorierten Zimmer haben extrabreite Betten und – wichtig im Pelourinho! – schalldichte Fenster. Ein besonderer Clou ist das Frühstück, das zu jeder gewünschten Tageszeit ohne Aufpreis aufs Zimmer serviert wird. Nach wie vor echte Geheimtipps sind die Rooftop-Bar mit herrlicher Aussicht auf die Allerheiligenbucht (am besten geht Ihr kurz vor Sonnenuntergang hin) und das exzellente Restaurant Pelô Bistrô im Erdgeschoss (s. unten). Beides ist übrigens auch für Nichthotelgäste geöffnet. Hotel Casa do Amarelindo buchen.

Komfortable und sehr gepflegte Zimmer im Hotel Casa do Amarelindo © Brasilien Insider

… in Barra

Gemütliche Zimmer © Villa Verde Pousada & Apartments

Mansão Villa Verde – Pousada & Apartments, Rua da Palmeira 190, Barra. Komplett ausgestattete, hübsche Ferienwohnungen in einem schönen Einzelhaus in ruhiger Lage nahe am schönsten Strand von Barra, mit AC, TV, Küche und Zimmerservice. Gästegarten mit Hängematten. Die Preise variieren je nach Apartmenttyp, Saison und Dauer (kein Frühstück), bei längeren Aufenthalten ist ein Rabatt möglich. Der freundliche deutsche Besitzer Wolfgang Wesemann gibt Tipps zu Salvador. Mansão Villa Verde – Pousada & Apartments buchen.

Schöner Gästegarten in Strandnähe © Villa Verde Pousada & Apartments

Essen

Frisches, leichtes Buffet im Romã © Brasilien Insider

… im Pelourinho

Zum Mittagessen gibt es für mich keinen besseren Ort als das überwiegend vegetarische (auch Fisch und Huhn) Buffetrestaurant Romã, gleich bei dem großen Kreuz vor der Franziskanerkirche. Man übersieht es fast von außen, doch wer es einmal im 1. Stock gefunden hat, lässt sich gerne nieder und genießt den Blick auf den Vorplatz sowie das abwechslungsreiche und mit Abstand beste Mittagsbuffet in der Altstadt. Ein frisch gepresster Fruchtsaft und ein leckerer Espresso runden das Mittagessen ab.
Mo–Sa 11.30–16 Uhr

Eine gastronomische Oase in der Altstadt: das Restaurant Romã © Brasilien Insider
Vorspeise im Pelô Bistrô © Brasilien Insider

Auch das Restaurant Pelô Bistrô in der Rua Portas do Carmo 6 ist von außen kaum zu erkennen (es gehört zum Hotel Casa do Amarelindo). Serviert wird hier eine Fusion-Küche, die Anleihen aus Bahia, Frankreich und Asien nimmt. In sehr angenehmem, ruhigem Ambiente kann man das Rindsmedaillon in Açaí-Soße mit Süßkartoffelgratin und Körnersenf genießen, oder auch Lachs mit Maracuja-Püree und wildem Reis. Eine leckere Vorspeise ist der Hühnchenspieß (Espetinho de Frango) mit säuerlicher Satay-Cashew-Soße. Auch ein komplettes 4-Gänge-Menü ist im Angebot. Vor dem Dinner bietet es sich an, auf der Dachterrasse des Hotels bei einem Aperitif den Sonnenuntergang über der Allerheiligenbucht zu verfolgen.
tgl. 12–22 Uhr

Der Ort für besondere Anlässe: schönes Ambiente im Pelô Bistrô © Brasilien Insider
Von außen kaum zu sehen: Jardim das Delícias © Brasilien Insider

Im Pelourinho stolpert man praktisch an jeder Ecke über ein Restaurant oder einen der typisch bahianischen Acarajé-Stände. Für mich ist nach wie vor einer der entspanntesten Orte zum Dinner das Jardim das Delícias in der Rua João de Deus 12. Das Ambiente in einem stimmungsvollen grünen Hinterhof ist wunderbar und auch die Fischgerichte sind schmackhaft und nicht überteuert. Angenehm ausgeleuchtet und oft von ruhiger Livemusik untermalt (man zahlt dafür einen kleinen Extra-Betrag) ist der “Garten der Leckereien” ein perfekter Rückzugsort vom Straßentrubel.
Mo–Sa 12–16, tgl. 18–23.30 Uhr

Fischpfanne in gemütlichem Innenhof: Jardim das Delícias © Brasilien Insider

… in Barra

Dünne Kruste: Noa Noa Pizza © Brasilien Insider

Eine der besten Pizzas der Stadt bekommt Ihr bei Noa Noa Pizza in der Av. 7 de Setembro 4295, schräg gegenüber vom Leuchtturm. Auf einer offenen Terrasse genießt man hier einen privilegierten Blick auf die Allerheiligenbucht (sehr schön ab Sonnenuntergang) und dazu eine exzellente und an der Qualität gemessen auch recht preiswerte Pizza. Der gastfreundliche französische Besitzer Nicolas macht sie eigenhändig mit besonders dünnem, krossem Teig. Mein persönlicher Favorit ist die Variante „Noa Noa“ mit Parmaschinken, Kirschtomaten, Büffelkäse und Rucola.
tgl. 17–23.30 Uhr

Freundliche Begrüßung in der Noa Noa Pizza in Barra © Brasilien Insider
Schattig an der Promenade sitzen im Tudo Azul © Brasilien Insider

Das Tudo Azul, Av. 7 de Setembro 3701, ist einer der nettesten Orte an der neuen Uferpromenade von Porto da Barra. An den Tisch bringen der schweizstämmige Besitzer Kurt und seine Frau Dora sowohl leckere schweizerische Spezialitäten, die mit brasilianischen Einflüssen verfeinert sind, wie zum Beispiel das „Rösti Ceará“ mit Trockenfleisch und Cream Cheese, als auch wirklich gute bahianische Moquecas für zwei Personen. Darüber hinaus sind günstige Tagesgerichte im Angebot. Besonders schön ist hier die Abendstimmung auf dem Gehweg unter Bäumen mit Blick auf die Bucht – und dazu vielleicht einen guten Wein. Gut auch für Reisende, die noch Schwierigkeiten mit der portugiesischen Sprache haben: Die Karte ist hier mehrsprachig verfasst, darunter natürlich auf Deutsch.
tgl. 10–23 Uhr (warme Küche bis 22 Uhr)

Essen mit Buchtblick: Paranauê © Brasilien Insider

Paranauê, Av. 7 de Setembro 4191. Dieses kleine, bodenständige Lokal ist besonders schön zum Sonnenuntergang, denn kaum anderswo in Barra bietet sich so eine prächtige Aussicht auf die Bucht und den Leuchtturm. Mit etwas Glück ergattert Ihr am späten Nachmittag einen der vorderen Tische auf der Veranda und könnt dort als Sundowner eine Caipi oder ein kühles 600-ml-Bier genießen. Bis 18 Uhr gibt es zudem für Hungrige ein gutes All-you-can-eat-Buffet, bei dem kein Sushi oder kulinarischer Schnickschnack im Mittelpunkt stehen, sondern einfach solide bahianische Hausmannskost. Ab 17 Uhr kommen zudem Pizza (2 Pers.) oder typisch brasilianische Petiscos auf den Tisch.
Mo–Do 9–22, Fr–So 9–23 Uhr

Gut und günstig beim Leuchtturm: das Buffetrestaurant Paranauê © Brasilien Insider

Acarajé – Fast-Food auf Bahianisch

Die bahianische Küche ist stark von afrikanischen Einflüssen geprägt, ein gutes Beispiel dafür ist Acarajé. Auf vielen Plätzen stehen Stände, an denen die Bällchen aus braunen Bohnen, Wasser, Salz, Zwiebeln und getrockneten Krabben von Baianas in traditioneller Tracht zubereitet werden. Charakteristisch ist der Duft des Dendê-Öls, in dem der Teig frittiert wird. Serviert wird das Ganze mit getrockneten Krabben und Vatapá – einer Creme aus gemahlenen Krabben und Nüssen, Kokosmilch und Dendê. Jeden Monat werden allein in Salvador 12 Mio. dieser “Bahia-Frikadellen” verspeist. Bestellen könnt Ihr Acarajé mit oder ohne Krabben (com/sem camarão, etwa R$8/10). Da die Meeresfrüchte schnell verderben, sollte man den hygienischen Bedingungen einigermaßen vertrauen können (am Strand lieber auf Krabben verzichten). Die besten Acarajés der Stadt findet man in Rio Vermelho bei Cira am Largo da Mariquita sowie bei Dinha am Largo de Santana.

Nachtleben

… im Pelourinho

Die Trommelgruppe Didá in Aktion © Brasilien Insider

Mit Anbruch der Dunkelheit durchdringt Trommelsound die Altstadtgassen. Der Dienstag ist traditionell einer der belebtesten Tage im Pelourinho, insbesondere der erste im Monat (Terça da Benção). Besonders sehenswert sind die öffentlichen Proben der Trommler, mit etwas Glück erlebt Ihr die Rhythmusgruppe Didá in Aktion: Die jungen Frauen stellen unter Beweis, dass nicht nur die Männer mächtig auf die Pauke hauen können – mitreißend!

Typisch fürs Pelourinho: Trommelsound und Rhythmusgruppen © Brasilien Insider/Frisse
Warten aufs Konzert mit Ausblick: an der Praça Pedro Archanjo © Brasilien Insider

Eines der besten Konzerte findet fast jeden Dienstag gegen 20 Uhr auf der Praça Pedro Archanjo statt, wo der Sänger Gerônimo Santana einen schmissigen Auftritt hinlegt (Eintritt R$20). Dieser Platz zählt zu den schönsten von Salvador, denn unter Sternenhimmel bei warmer Luft bietet sich zudem noch ein romantischer Blick auf den angestrahlten Franziskaner-Palast von 1848 gegenüber. Dabei wird der Platz von vielen Touristen gar nicht gefunden, er ist nämlich von der Straße aus nicht zu sehen. Ein fast immer geöffneter Zugang führt einmal quer durch die ebenso charmante wie skurrile Café-Bar Chocolates Marrom, in der die sympathische Besitzerin Rita seit Jahr und Tag neben ihrer selbstgemachten Schokolade auch Spirituosen, Flaschenbier sowie dazu passende herzhafte Imbisse anbietet. Falls Ihr herausfinden wollt, ob am Abend etwas läuft, könnt Ihr sie einfach fragen: Rita ist eine meiner zuverlässigsten Quellen hinsichtlich des aktuellen Konzertprogramms auf der Praça Pedro Archanjo.

Eine Ikone und Ruhepol im Nachtleben des Pelourinho: Rita, die Besitzerin der Café-Bar Chocolates Marrom © Brasilien Insider
Restaurierter Innenhof mit Bühne: Largo Quincas Berro D’Água © Brasilien Insider

Livemusik wird auf allen Plätzen je nach Saison auch an anderen Wochentagen gespielt. Dazu zählen die gleich gegenüberliegende Praça Tereza Batista und der nett renovierte Innenhof des Largo Quincas Berro D’Água. Überall dort gibt es Bars, in denen auch in der Regel Essen serviert wird. Diese abgeschirmten Innenhöfe haben zudem den Vorteil, dass man den teilweise etwas aufdringlichen Straßenhändlern aus dem Weg geht. Weitere Veranstaltungen finden gelegentlich auf dem Largo do Pelourinho, am Terreiro de Jesus und beim Cruz Caída statt. In den Wochen vor Karneval und im Juni zu den Festas Juninas steigt die Stimmung im Pelô auf den Siedepunkt, in der Nebensaison ist es dagegen – je nach Wochentag – deutlich ruhiger. Im Internet könnt Ihr das aktuelle Programm sehen.

Bunte Tanzshows
Typische Samba de Roda aus Bahia © Balé Folclórico da Bahia

Die bekannte Gruppe Balé Folclórico da Bahia hat ihre mitreißende Show – traditionelle afrobrasilianische Tänze, Capoeira– und Gesangseinlagen – schon in vielen Ländern gezeigt und stand unter anderem bereits in Sydney und New York auf der Bühne. In Brasilien gewann sie wichtige Preise. Aufführungen der hoch professionellen Crew finden im Teatro Miguel Santana in der Rua Maciel de Baixo 49 statt.
Mo, Mi–Sa 20–21 Uhr, Eintritt R$60

Tänzerische Choreographien auf höchstem Niveau © Balé Folclórico da Bahia
Mitmachen erlaubt: Gute-Laune-Tanzshow im Coliseu © Brasilien Insider

Ein ähnliches Programm ist im Restaurant O Coliseu zu sehen, nur könnt Ihr euch hier vor der 50–60-minütigen Tanzshow “Topázio” noch ausgiebig an einem hervorragendem Buffet bedienen, unter anderem mit vielen typisch bahianischen Spezialitäten wie Acarajé, Vatapá und vielem mehr. Die Show selbst ist erstklassig gemacht, das Ambiente ursprünglich und gemütlich, und am Ende werden die Zuschauer eingeladen, auf der kleinen Bühne mitzutanzen. Das Coliseu ist schon seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil von Salvador, die Bilder am Eingang zeigen, welche Stars und Berühmtheiten hier schon ein- und ausgegangen sind. Wer nur die bahianische Küche ohne Show und Tanz kennenlernen möchte, der kann sich auch mittags zum Pauschalpreis am hervorragenden Buffet bedienen.
Mittagsbuffet Mo–Sa 11.30–16 Uhr; Buffet und Tanzshow Mo, Mi, Sa 19–22 Uhr (nur bei ausreichender Nachfrage), Reservierung empfohlen, Eintritt R$180 

Lebendige Show in intimem Rahmen © O Coliseu

… in Rio Vermelho

Darf im Nightlife von Salvador nicht fehlen: ein typisches Acarajé © Brasilien Insider

Außerhalb der Altstadt treffen sich im Stadtteil Rio Vermelho die Intellektuellen, Künstler und Studenten von Salvador. Hier begegnet Ihr einem ganz untouristischen und großstädtischen Nachtleben. Es gibt zwei zentrale Plätze mit Open-Air-Bars und Acarajé-Ständen, die nach der Renovierung in neuem Glanz erstrahlen: Auf dem Largo de Santana, auch als Largo da Dinha bekannt, sitzt Ihr entspannt hinter der Kirche und könnt euch an einem der berühmtesten Acarajé-Stände der Stadt bei “Dinha” einen der köstlichen bahianischen Snacks zum Bier holen. Auch am nahe gelegenen Largo da Mariquita gibt es einen Acarajé-Stand und diverse Straßenbars, an denen am Wochenende bereits ab 19 Uhr schon kein Tisch mehr frei ist. Der angrenzende Fischmarkt Mercado do Peixe mit seinen neuen Segeldächern und schicken Bars ist bis frühmorgens Treffpunkt der Nachtschwärmer. Abends bietet sich von hier aus ein schöner Sonnenuntergang. Entlang der Rua da Paciência und in den angrenzenden Straßen rund um die Plätze befinden sich darüber hinaus laufend neue Bars und Trendkneipen.

Urbane Straßenszene in Rio Vermelho © Brasilien Insider

Zu den Konstanten im schnelllebigen Nachtleben von Rio Vermelho zählt die Kult-Bar Casa da Mãe mit ihrer kleinen Livebühne. Besitzerin Stela Maris ist selbst Sängerin und lädt sich immer wieder originelle, hochklassige Musiker ein. Am Montagabend wird hier in der Regel Jazz gespielt und dienstags ab 22 Uhr gibt es Jamsessions bei freiem Eintritt. Wer später am Abend noch das Tanzbein schwingen will, kann die Szene-Disco Borracharia aufsuchen. Die Location an sich ist schon ziemlich skurril, denn tagsüber wird hier in einer Reifenwerkstatt gearbeitet.

Einer der besten Orte für hochwertige Livemusik in intimer Atmosphäre: Casa da Mãe © Brasilien Insider

Feste

Salvadors farbenfroher afrobrasilianischer Karneval ist einzigartig in Brasilien © Brasilien Insider

Salvador besitzt den Ruf einer Stadt, in der die Party nie endet. Das ist natürlich übertrieben, aber ein Körnchen Wahrheit steckt schon darin. Viele der großen Feste und Feierlichkeiten Salvadors sind dabei religiösen Ursprungs, und sehr oft sind sie auf die Candomblé-Religion der afrikanischen Sklaven zurückzuführen. In den Sommermonaten vor Karneval finden fast wöchentlich rituelle Reinigungen von Kirchentreppen statt, das nennt man die sogenannte Lavagem (Waschung, Reinigung). Dieser symbolische Akt – das Kehren der Treppe, Verstreuen von Blumen und Gießen von Duftwasser – beginnt meistens schon frühmorgens und wird begleitet von viel Musik und kulturellen Veranstaltungen, sodass sich im Laufe der Zeit gigantische bunte Volksfeste daraus entwickelt haben! Das bedeutendste von allen ist natürlich der exzessive Karneval von Salvador, dem laut Guinness Buch größten Straßenfest der Erde, der sich offiziell über eine Woche und inoffiziell über mindestens einen Monat erstreckt.

Der Karneval von Salvador spielt mit dem von Rio in derselben Liga © Brasilien Insider

Falls Ihr zu den folgenden Daten in der Stadt seid, könnt Ihr euch einen eigenen Eindruck von der Feierfreudigkeit der Soterapolitanos machen:

Lavagem do Bonfim

Das wichtigste religiöse Fest (und eins der größten Straßenfeste) ist die Lavagem do Bonfim, die stets am zweiten Donnerstag im Januar stattfindet. Eine schier endlose Menschenmenge zieht von der Igreja Nossa Senhora da Conceição da Praia in der Unterstadt bis zur Igreja do Bonfim im Stadtteil Bonfim. Die damit einhergehende Straßenparty geht bis in den Abend. Ich bin die knapp 10 Kilometer lange Strecke einmal vollständig mitgelaufen – und war danach erstmal fertig! Die Tour ist schon körperlich sehr anstrengend (fast immer in der prallen Sonne!), außerdem muss man an sehr engen Stellen auf Taschendiebe achten. Es ist also eher was für Hartgesottene. Wer trotzdem einen Einblick bekommen will, ohne sich dabei körperlich verausgaben zu müssen, dem empfehle ich, nur das erste kurze Teilstück bis zur Praça Marechal Deodoro zu laufen … auf diesem von hohen Bäumen umstandenen Platz gibt es viel Schatten und noch mehr Getränkeverkäufer. Hier lässt sich also ganz entspannt bei einem kühlen Dosenbier die vorbeiziehende Festgemeinde beobachten.

Ziel der großen Prozession im Januar: die Bonfim-Kirche © Brasilien Insider/Frisse

Festa de Yemanjá

Das zweite wichtige Fest ist natürlich die Festa de Yemanjá, die jedes Jahr am 2. Februar in Rio Vermelho stattfindet. Es gilt als eines der schönsten Feste Salvadors, auf jeden Fall lässt sich sagen, dass der ganze Stadtteil Kopf steht: Das Fest beginnt bereits ab 8 Uhr morgens und geht bis tief in die Nacht. Mit diversen Zeremonien versuchten ursprünglich Fischer, die Gunst der eitlen Meeresgöttin Yemanjá zu gewinnen. Der Höhepunkt ist dabei stets eine Schiffsprozession, bei der Körbe mit Blumen und Parfum im Meer ausgesetzt werden. Den ganzen Tag über spielen Bands und der Alkohol fließt auf der begleitenden Straßenparty in Strömen.

Praktische Tipps

Geld

Geldautomaten

Die am häufigsten gestellten Fragen betreffen das Geldabheben. Und es ist ja auch wirklich so eine Sache damit in Brasilien, und natürlich damit auch in Salvador. Viele Versuche, am Automaten an Geld zu kommen, habe ich mit eigenen Augen scheitern sehen. Besonders oft gibt es Probleme mit EC-Karten. Nach meiner Beobachtung funktionieren am zuverlässigsten die Kreditkarten von Visa zur Abhebung an Geldautomaten (hier erfahrt Ihr mehr über das kostenlose weltweite Geldabheben mit der DKB Visa Card).

Zuverlässig: Bradesco-Filiale beim Fahrstuhl © Brasilien Insider

Im Pelourinho besteht eigentlich die einzige zuverlässige Abhebemöglichkeit bei der Bradesco-Filiale schräg gegenüber vom Lacerda-Fahrstuhl, hier erhaltet Ihr bis zu R$1000 auf einen Schlag. Dagegen sind leider die Probleme bei der Banco do Brasil am Franziskanerplatz in die Höhe geschnellt, außerdem gibt es hier ein lästiges Limit von nur R$300 pro Tag. Diese Filiale kann man aktuell nur eingeschränkt empfehlen. Eine Notlösung wäre noch der Geldautomat von Banco 24 Horas im Innenraum der Bar Cantina da Lua am Terreiro de Jesus. Hier fällt jedoch für jede Abhebung noch eine zusätzliche Automatengebühr an.

Hohe Erfolgsquote: Bradesco-Automaten in der Rua Marquês de Caravelas in Barra © Brasilien Insider

Wer in Barra auf der Suche nach zuverlässigen Geldautomaten ist, kann sich zur Bradesco-Filiale in der Rua Marquês de Caravelas 412 begeben. Persönliche Erfolgsquote: 100%. Auch bei den Automaten der Banco do Brasil im Shopping Barra und am Flughafen klappt die Abhebung in der Regel problemlos.

Geldwechsel

Möglichkeiten zum Geldwechsel sind vor allem am Flughafen in ausreichender Anzahl vorhanden. Im Pelourinho könntet Ihr das Geschäft Flor do Dia nahe der Franziskus-Kirche aufsuchen, wo es meistens recht faire Kurse gibt. In Barra kann unter anderem beim Reisebüro Shopping Tour im Shopping Barra oder neben Cassi Turismo am Porto da Barra Geld getauscht werden. Keine Geldwechselmöglichkeit besteht in Itapuã (aber zum Flughafen ist es von da nicht weit).

Informationen

Das beste Infobüro von Salvador wird von Bahiatursa betrieben. Ihr findet es in der Rua das Laranjeiras 1 im Pelourinho. Die Beratung ist immer kompetent und freundlich, oft werden Stadtpläne kostenlos ausgegeben, und günstiger könnte es nicht gelegen sein: direkt an der Ecke des Terreiro de Jesus (das ist der zentrale große Platz mit dem Brunnen und den Palmen). Auch an der Rodoviária und im Flughafen gibt es Infostände.
Mo–Fr 8.30–18, Sa, So 9–17 Uhr

Nahverkehr

Wie du am besten vom internationalen Flughafen Salvador zu deinem Hotel im Zentrum kommst, beschreibe ich ausführlich hier.

Taxi und Fahrdienste

Taxistand am Porto da Barra © Brasilien Insider

Am schnellsten und bequemsten kommt Ihr mit Taxi oder Uber voran. Die weißen Taxis mit den blau-roten Streifen sind an allen wichtigen touristischen Punkten präsent, zum Beispiel am Platz vor dem Lacerda-Fahrstuhl oder am Porto da Barra. Leider gerät man als Gringo aber auch des Öfteren an Fahrer, die mit ortsunkundig wirkenden Gästen Umwege fahren. Auch in Taxis, deren Taxameter eindeutig manipuliert waren und viel zu schnell liefen, habe ich schon gesessen. Deswegen nutze ich Taxis eigentlich nur noch in Ausnahmefällen, zum Beispiel wenn ich abends mal ohne Mobiltelefon unterwegs bin. Ansonsten mache ich es wie die meisten Brasilianer und bestelle mir ein Uber über die entsprechende App. Wer es noch nicht kennen sollte: Das klappt ausgesprochen zuverlässig und kostet etwa die Hälfte des Taxipreises (bei sehr hoher Nachfrage kann aber auch der Uber-Preis kurzfristig steigen). Man sieht vorab den exakten Fahrpreis, welcher Fahrer einen abholt und wie er von anderen Gästen bewertet wurde. Bezahlen kann man übrigens auch in bar (diese Option muss vorher ausgewählt werden).

Preisbeispiele

Ab Flughafen (Gegenrichtung etwas günstiger)

  • Barra: Taxi R$90–110, Uber R$50–60 (30–60 Min.)
  • Pelourinho: Taxi R$80–100, Uber R$40–50 (30–60 Min.)
  • Itapuã: Taxi R$30–40, Uber R$15–20 (10 Min.)

Ab Rodoviária:

  • Barra: Taxi R$35–45, Uber R$20 (20–30 Min.)
  • Pelourinho: Taxi R$25–30, Uber R$15 (20–30 Min.)

Zwischen Barra und Pelourinho: Taxi R$20–30, Uber R$12–15.

Stadtbusse

Bus der Linie 1001 an der kärglichen Flughafenhaltestelle © Brasilien Insider

Das Stadtbussystem von Salvador ist leider ziemlich chaotisch, selbst Einheimische blicken kaum durch. Haltestellenaushänge sind praktisch unbekannt. Dafür ist Busfahren zumindest günstig: Eine einfache Fahrt (egal, wie lang) kostet zurzeit R$4, im klimatisierten Minibus sind es R$4,30. Die für Touristen wichtigste Buslinie 1001 heißt “Praça da Sé” und auf dem Rückweg “Aeroporto”.  Sie führt ab Flughafen (die Haltestelle liegt hinter dem Parkhaus in praller Sonne) ins Pelourinho, ist jedoch leider oft überfüllt und kommt nur schleppend voran. Der Bus fährt erst nach Itapuã, und dann immer am Meer entlang über Pituba, Rio Vermelho bis Barra, anschließend hoch in den Stadtteil Vitória, vorbei am Campo Grande, und schließlich bis ins Pelourinho zur Endhaltestelle “Praça da Sé”.  Abfahrt ist tagsüber ungefähr alle 20 Minuten, abends alle 30–40 Minuten. Für die gesamte Strecke müsst Ihr je nach Verkehr gut und gerne 60–90 Minuten einplanen, wer einen Flug zu erwischen hat, sollte also unbedingt rechtzeitig losfahren! Um zwischen Barra und dem Pelourinho zu pendeln, bietet sich die Linie ebenfalls an, allerdings verbunden mit manchmal entsprechenden Wartezeiten.

Abfahrt des Flughafenbusses an der zentralen Haltestelle Praça da Sé © Brasilien Insider

Metro

Aktuelles Streckennetz der Metro in Salvador (zum Vergrößern auf das Bild klicken) © Brasilien Insider

Seit ein paar Jahren fährt auch eine Metro durch die Stadt. Sie ist zwar modern, sicher und auch durchaus komfortabel (wenn man davon absieht, dass die Sitzplätze meistens belegt sind), bietet für Touristen aber relativ wenig Nutzen, da außer dem Flughafen und der Rodoviária keine weiteren touristisch relevanten Punkte angebunden sind. Wer vom Flughafen mit der Metro in die Innenstadt, also ins Pelourinho oder nach Barra, fahren möchte, muss zunächst den kostenlosen Shuttlebus bis zur Metrostation nehmen. Dort steigt man in den nächsten Zug Richtung “Acesso Norte”, wo man erneut umsteigen muss. An der Endstation “Lapa” angekommen, muss man sich noch durch ein großes Bus-/Metro-Terminal bis zum Ausgang kämpfen und von dort per Taxi die restliche Strecke zu seinem Ziel fahren. Falls Ihr ins Pelourinho wollt: Obwohl die Entfernung dorthin nicht sehr weit ist, rate ich von einem Fußweg ab (insbesondere abends und mit Gepäck).

Fernverkehr

Die wichtigsten Ziele, die von Salvador aus angesteuert werden, sind der Inselort Morro de São Paulo, das Badeparadies Praia do Forte an der Nordküste und die Tafelberglandschaft Chapada Diamantina. Hier erkläre ich euch, wie Ihr am besten zu diesen Traumzielen kommt:

… nach Morro de São Paulo

Morro de São Paulo © Brasilien Insider

Um nach Morro de São Paulo zu gelangen, bestehen im Wesentlichen drei Möglichkeiten:

  • Variante 1: Vom Terminal Náutico da Bahia fahren mehrmals täglich direkte Schnellboote (Lanchas) oder Katamarane, die Uhrzeiten sind variabel, meistens geht’s um 9, 10.30, 13 und 14.30 Uhr los. Die Überfahrt dauert 2 bis 2 1/2 Stunden und kostet – je nach Saison – ungefähr R$97. Dies ist die schnellste und logistisch einfachste Form der Anreise. Nachteil: Oft herrscht unterwegs ein ziemlich hoher Wellengang (besonders am Nachmittag) und etliche Passagiere kämpfen mit Übelkeit – wer nicht seefest ist, sollte also unbedingt ein Mittel gegen Seekrankheit mitnehmen. Bei Glück mit dem Wetter kann das Meer aber auch spiegelglatt sein. Die Fahrkarten könnt Ihr recht spontan kaufen. Wenn Ihr morgens am Schiffsterminal erscheint, ist es in der Regel kein Problem, für die nächste Fahrt ein Ticket zu bekommen (nur an Feiertagen könnte es eng werden).
Fast geschafft: Pier in Ponta do Curral (Variante 2) © Brasilien Insider
  • Variante 2: Wer der möglichen Seekrankheit aus dem Weg gehen möchte, kann bei Cassi Turismo einen kombinierten Transfer bestehend aus Kleinbus und zwei Bootsfahrten (darunter auch eine öffentliche Fähre) buchen. Zunächst geht es mit der ganz normalen Personenfähre nach Mar Grande auf der Insel Itaparica (45 Min.), dort steigt Ihr in einen Bus, der euch bis zu dem kleinen Hafenort Ponta do Curral fährt (90 Min.). Von dort aus ist es dann nur noch eine kurze Überfahrt (15 Min.) bis zum Anleger von Morro de São Paulo. Alles ist gut organisiert und jemand von Cassi Turismo ist stets dabei und erklärt einem, wo man warten oder einsteigen soll. Die Gesamtdauer beträgt einschließlich Umsteige- und Wartezeiten etwa 3 bis 3 1/2 Stunden, bei extremem Niedrigwasser, sehr schlechtem Wetter oder in den Hauptreisezeiten kann es auch zu Verspätungen kommen. Der Transfer kostet R$100 ab dem Terminal Náutico da Bahia, gegen einen recht geringen Aufpreis könnt Ihr euch vom Hotel abholen lassen, auch ab Flughafen besteht eine Anbindung. Falls Ihr bei dieser Variante Euren Koffer bei den diversen Umstiegen nicht selbst schleppen möchtet, könnt Ihr gleich vorab einen Gepäcktransport mitbuchen (R$10/Stück). Ihr solltet auf jeden Fall mindestens einen Tag im Voraus reservieren. Cassi Turismo besitzt diverse Büros in der Stadt, unter anderem gleich gegenüber vom Terminal Náutico, im Pelourinho und auch beim Strand vom Porto da Barra (am Sol Barra Hotel).
  • Ticketschalter am Hafen von Valença (Variante 3) © Brasilien Insider

    Variante 3: Zeitaufwendiger, aber insgesamt billiger und vielleicht auch am schönsten ist die individuelle Anfahrt als entspannte Halbtagesreise (empfehlenswert mit nicht allzu schwerem Gepäck): Ihr nehmt zuerst die Autofähre am Terminal São Joaquim nach Bom Despacho, dem Verkehrsknotenpunkt auf der Insel Itaparica (alternativ könnt Ihr auch mit der Personenfähre vom Terminal Náutico nach Mar Grande fahren und euch dann von einen Minibus nach Bom Despacho bringen lassen). Von Bom Despacho verkehren in kurzen Abständen Busse zur Stadt Valença (2 bis 2 1/2 Stunden Fahrt, R$25). In Valença könnt Ihr am Busbahnhof aussteigen und mit einem Taxi zum Hafen fahren, oder Ihr bittet vorher den Busfahrer um Ausstieg an der inoffiziellen Haltestelle „Porto“, etwa 300 m vor dem Hafen. Manche Busfahrer sind so nett, und lassen Gäste dort aussteigen. Die Weiterfahrt erfolgt dann mit einem der regelmäßig abfahrenden Boote („Lanchas“). Für die Gesamtfahrtzeit müsst Ihr mindestens 4 bis 5 Stunden einrechnen. Aber wer diesen Weg wählt, sollte auch nicht primär die Uhr im Auge haben. Das Schöne an dieser Strecke ist es gerade, etwas vom touristisch noch unberührten Hinterland der Südküste zu sehen. Wenn ich genug Zeit habe, ist das für mich die bevorzugte Anfahrt nach Morro de São Paulo.

… nach Praia do Forte

Praia do Forte © Brasilien Insider

Auch für den Weg nach Praia do Forte gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Ab der Rodoviária verkehren täglich mehrere Linienbusse bis ca. 18 Uhr (1 1/2 bis 2 Stunden Fahrt, ca. R$13). Jedoch müsst Ihr aufpassen, denn viele der Busse fahren nicht in den Ort hinein, sondern nur bis zum Ortseingang Entrada Praia do Forte an der Hauptstraße. Von dort sind es noch mal 2 km bis ins Zentrum, die man mit Taxi oder Minibus zurücklegen muss. Auch wer nach Imbassaí möchte (2 Stunden Fahrt, R$21), wird an der Hauptstraße ausgeladen und muss dann zusehen, wie er in den Ort kommt.
  • Eine direktere Anbindung besteht mit den Minibussen (Vans), die auf der anderen Seite der Rodoviária knapp 300 m nördlich vom Shopping da Bahia abfahren (über die Fußgängerbrücke gehen, und dann links halten). Von dort fahren praktisch laufend Vans ins Zentrum von Praia do Forte und nach Imbassaí (R$10–12). Es ist günstig und ein durchaus interessantes Erlebnis, bei dem man im wahrsten Sinne des Wortes nah dran ist. Allerdings würde ich nur mit wenig Gepäck zu dieser Variante raten, denn in den Wagen ist es ziemlich eng.
  • Der bequemste und schnellste Weg ist ein privater Chauffeurservice von Tür zu Tür, zum Beispiel mit Salvador Insider. Diesen Transfer können wir über unseren zuverlässigen Partnerfahrdienst organisieren. Der Preis beträgt 60 Euro für 3 Personen.

… in die Chapada Diamantina

Chapada Diamantina © Brasilien Insider

Nach Lençóis, dem Hauptort in der Chapada Diamantina, fährt die Busgesellschaft Rápido Federal 2–3 x täglich ab Rodoviária, in der Regel geht es um 7, 13 und 23 Uhr los. Die Fahrt dauert zwischen 6 und 7 Stunden und kostet R$86. Da die Busse recht schnell ausgebucht sind, empfiehlt es sich, den Fahrschein mindestens einen Tag im Voraus zu kaufen. Dafür müsst Ihr nicht extra zum Busbahnhof fahren. Im Einkaufszentrum Shopping Barra sind die Fahrkarten nach Lençóis im 1. Stock bei der Reiseagentur Shopping Tour erhältlich.
Shopping Tour Mo–Sa 9.30–21.30, So 14–20 Uhr

Fernbusse

Infostand am Eingang des Fernbusbahnhofs © Brasilien Insider

Der zentrale Fernbusbahnhof von Salvador, die Rodoviária, liegt an der Av. Antônio Magalhães 4362 im Stadtteil Iguatemi. Infos erteilt die Central de Informações gleich am Eingang (tgl. 6–22 Uhr). Darüber hängt eine Tafel mit den Nummern der Verkaufsschalter, die sich im Obergeschoss befinden. Im großen Busbahnhof gibt es Imbisse, Supermarkt, Post, Internet, Apotheke, Tourist Info, 24-Std.-Gepäckaufbewahrung (Flügel Desembarque, R$6,50–9/Stück) und Salad’s & Grill, ein anständiges Self-Service.
Salad’s & Grill tgl. 6.30–22 Uhr

Busse nach Süden

Viele Busse Richtung Süden, zum Beispiel nach Valença, Camamu oder Itacaré, fahren nur ab Bom Despacho auf der Ilha de Itaparica. Einige Verbindungen ab Rodoviária Salvador nach Süden unterhält die Gesellschaft Águia Branca, die Busse müssen in diesen Fällen jedoch einmal ganz um die Bucht herumfahren, was die Fahrtzeiten entsprechend verlängert:

  • Eunápolis (von dort Weiterfahrt nach Trancoso, Arraial d’Ajuda): tgl. 5.30, 19.15, 20 und 22.15 Uhr, 11–13 Std., R$132–272.
  • Ilhéus: tgl. 9, 12.45 und 22.15 Uhr, 8 Std., R$121–207.
  • Porto Seguro: tgl. 20 und 22.15 Uhr, 12 Std., R$189–299.
  • Teixeira de Freitas (von dort Weiterfahrt nach Caravelas und zu anderen Orten an der Walküste): tgl. 5.30 und 19.15 Uhr, 15–16 Std., R$164–363.
Busse nach Norden

Flüge

Der Salvador Bahia Airport liegt 25–30 km nordöstlich vom Stadtzentrum (Pelourinho/Barra) in São Cristóvão, eine Gepäckaufbewahrung befindet sich vor der nationalen Empfangshalle. Seit 2018 wird der Flughafen von der französischen Betreibergesellschaft Vinci Airports geleitet, die bereits eine Reihe umfangreicher Modernisierungen durchgeführt hat. Die Laufwege für die Passagiere scheinen sich vervielfacht zu haben, aber das Interieur ist nun ziemlich fancy und Reisende werden jetzt auch hier ohne Ausweichmöglichkeit durch die Shops geleitet, also war der Umbau wohl erfolgreich … Innerhalb Bahias gibt es unter anderem Flüge zu den kleinen Regionalflughäfen Ilhéus und Porto Seguro, die bei Regen und Wind jedoch oft ausfallen – besonders vor wichtigen (Langstrecken-)Flügen solltet Ihr einen Zeitpuffer für eventuelle Schlechtwetterverzögerungen einplanen!

Dekoration mit Naturmaterialien: der neue Flughafen von Salvador © Brasilien Insider