SICHERHEIT

Polizei und Stadtwache sind besonders in den touristischen Zentren präsent © Brasilien Insider

Die Sicherheitslage in einem beschaulichen brasilianischen Badeort, wie Praia da Pipa oder Praia do Forte, oder in einer touristischen Kleinstadt, wie Paraty oder Ouro Preto, ist ähnlich wie in einem Nordsee-Heilbad oder einem Alpendorf: Man kann sich im Grunde ganz sorgenfrei bewegen.

Im Gegensatz dazu stehen die immer noch hohen Kriminalitätsraten in den brasilianischen Großstädten, die stets für Schlagzeilen im Ausland gut sind und medial ausgeschlachtet werden – auch innerhalb des Landes. Die Dauerberieselung mit Bad News kann jedoch auch zu einer verzerrten Wahrnehmung und überhöhten Risikoeinschätzung führen.

Ohne die bestehenden sozialen Probleme zu verharmlosen, sollte man sich zunächst bewusst machen, dass ein Großteil der Verbrechen in Stadtvierteln geschieht, in denen Touristen sich normalerweise nicht bewegen. Hierzu zählen vor allem einige von Drogenbanden kontrollierte Favelas, in denen es regelmäßig zu Auseinandersetzungen zwischen Traficantes (Drogendealern) untereinander und mit der Polizei kommt. In Rio de Janeiro sind zwar in den letzten Jahren Anstrengungen zur Befriedung der Favelas unternommen worden und ein paar von ihnen galten eine Zeit lang als „pazifiziert“. Dennoch stehen diese Fortschritte auf gläsernen Füßen und im Zweifel sollte man niemals ohne Begleitung eines vertrauenswürdigen Führers in eine Favela gehen!

In den touristischen Zentren der Großstädte sind Polizei und teilweise Stadtwache (in Rio) sehr präsent. Wenig belebte Straßen sowie schlecht beleuchtete und leere Strände sollten vor allem nach Einbruch der Dunkelheit gemieden werden. In den abends oft menschenleeren Geschäftszentren der Großstädte versammeln sich Crackabhängige, selbstverständlich macht man auch hier einen weiten Bogen.

Hin und wieder kommt es zu Überfällen in Nahverkehrsbussen und Vans. Auch wenn dies relativ seltene Extremereignisse sind, sollte man sich dennoch zumindest nachts besser per Taxi bzw. Uber fortbewegen.

Hier ist kein Taxi oder Uber nötig: Touristische Kleinstädte oder pittoreske Badeorte wie Praia do Forte sind sehr sicher © Brasilien Insider

Drogen

Brasilien ist ein Land, in dem man Drogen problemlos aus dem Weg gehen kann – wenn man nicht nach ihnen fragt und diesbezügliche Angebote entschieden ablehnt. Vor Drogenkonsum wird ausdrücklich gewarnt, die brasilianische Polizei geht gezielt dagegen vor. An manchen Orten wird das Gepäck von „auffälligen“ Rucksackreisenden auf Drogen durchsucht. Schon bei der Mitführung geringer Mengen illegaler Substanzen drohen hohe Strafen.

Drogenhandel und sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen sind kriminelle Akte, die in Brasilien sehr hart (mit Gefängnis) bestraft werden. Die Haftbedingungen in brasilianischen Gefängnissen sind kaum erträglich; Ausländer, die sich o. g. Vergehen schuldig gemacht haben, dürfen keinesfalls mit Hilfe von Seiten der diplomatischen Vertretungen ihres Landes rechnen.

 

Sicherheitstipps in Großstädten

Hier einige praktische Tipps, wie Ihr unnötige Risiken in Großstädten reduzieren könnt:

  • Nicht mit größeren Summen Bargeld oder Pass auf die Straße gehen.
  • Grundsätzlich wenig Aufsehen erregen, z. B. durch auffällige Smartphones, teuren Schmuck oder andere Wertgegenstände (größere Fotoapparate besser in einer Plastiktüte verstauen).
  • Am besten mit wenigen Wertsachen reisen. Der Verlust jedes Gepäckstücks sollte im Notfall zu verkraften sein. Wer sich um seine materiellen Güter nicht zu sorgen braucht, reist sogleich befreiter.
  • Unauffällige Kleidung tragen, das Outfit an die landesübliche Mode anpassen.
  • Bargeld an geheimen Orten am Körper verstecken. Für den Fall eines Übergriffs hat man R$50 griffbereit in der Hosen- bzw. Handtasche.
  • In Hotels und Pousadas Wertgegenstände in den Safe schließen.
  • Wichtige Dokumente kopieren, Originale im Hotelsafe lassen und die (beglaubigte) Kopie mit sich führen.
  • Auf offener Straße nicht mit großen Scheinen wedeln. Kleingeld bereithalten, statt umständlich im Portemonnaie zu kramen.
  • Ohne großen Stadtplan vor der Brust durch die Straßen laufen. Sich möglichst schon vor Ankunft eine grobe Orientierung verschaffen.
  • Falls man sich doch einmal in eine zwielichtige Gegend verlaufen hat, trotzdem zielstrebig wirken und Ortskenntnis zumindest vortäuschen, dabei möglichst wenig Unsicherheit ausstrahlen.
  • Einkaufsstraßen außerhalb der Ladenöffnungszeiten meiden.
  • An die Stadtstrände wenige Wertsachen mitnehmen, möglichst keine Taschen und auch kein Handy – und nicht mehr Geld, als für ein paar Getränke und einen Imbiss nötig ist.
  • Diebstähle und Überfälle bei der Polizei oder (wenn vorhanden) bei der Touristenpolizei anzeigen. Die Vorlage einer Anzeige (boletim de ocorrência) ist u. a. wichtig für Passersatz und Reisegepäckversicherung.
  • Vorsicht vor Trickdieben: Es gibt unterschiedlichste Maschen, das Opfer abzulenken, während ein Komplize unauffällig Handtasche oder Kamera entwendet.
  • Abhebungen an Geldautomaten möglichst tagsüber und in geschlossenen Räumen (Bankgebäude, Flughafen etc.); das Geld möglichst bald am Körper verstecken.
  • Besondere Vorsicht während des Karnevals: Überall, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen, geschehen Straftaten.
  • Von der Prostitution weiten Abstand halten, im Umfeld der Szene kommt es gehäuft zu Diebstählen, Raub etc.
  • Laptops nicht in einer eigenen Laptop-Tasche transportieren, sondern unauffällig verstauen, z. B. im Tagesrucksack.

 

Die wichtigste Verhaltensregel lautet: Falls es zu einem Überfall kommen sollte, keinen Widerstand leisten und das Gewünschte ohne Zögern hergeben. Die Täter sind in aller Regel bloß an den Wertsachen interessiert, schrecken aber auch vor Gewaltanwendung nicht zurück, wenn sie herausgefordert werden. Um einen möglichen Angreifer zufrieden zu stellen, sollte man immer etwas Bargeld bei sich tragen.

 

Nicht verkrampfen

Bei allen Vorsichtsmaßnahmen, Tipps und Warnungen sollte man jedoch eines nicht: verkrampfen. Am besten ist es, möglichst unbefangen und mit gesundem Menschenverstand das Land zu erkunden. Die weitaus meisten Traveller kommen in Brasilien ohne Probleme über die Runden und viele berichten, dass sie sich das Land vor der Reise viel gefährlicher vorgestellt hatten. Zudem bekommt Ihr vor Ort auch sehr schnell ein Gespür dafür, was man tun kann und was man besser lässt.

Wer die wichtigsten Verhaltenstipps konsequent beherzigt, minimiert Risiken und kann die vielen schönen Seiten Brasiliens besser genießen.