SPORT UND AKTIVITÄTEN

Das in Brasilien erfundene Futevôlei ist vor allem in Rio de Janeiro oft zu bewundern © Rio CVB

Sport in herrlicher, oft unberührter Natur ist ein echter Trumpf Brasiliens, der in Europa kaum bekannt ist. Dabei gibt es Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten aller Art, allen voran natürlich Wassersport an der 8000 km langen Küste, in Lagunen und Seen oder an einem der vielen Flüsse. Aber auch zahlreiche Nationalparks bieten gute Bedingungen zum Wandern, Reiten, Bergsteigen oder für Extremsportarten. Englischsprachige Informationen findet Ihr auf der Seite der Abeta, des Verbands der Agenturen mit Ökotourismus- und Abenteuersportangeboten.

 

Wandern, Klettern, Abseilen

Schöne Wandergebiete gibt es in den Nationalparks und im Küstengebirge, besonders im Süden und Südosten. Im Staat Rio de Janeiro vor allem im Nationalpark Serra dos Órgãos, in der Itatiaia-Region und auf der Ilha Grande. Weitere gute Wandermöglichkeiten gibt es in Santa Catarina auf der Ilha de Santa Catarina und in Rio Grande do Sul im Parque Nacional de Aparados da Serra in der Gegend von Gramado/Canela. Im Westen liegt in der Nähe von Brasília der Nationalpark Chapada dos Veadeiros (Bundesstaat Goiás) mit Wasserfällen und Felsformationen. Abenteuerliche Trekking-Touren birgt die beeindruckende Natur der Chapada Diamantina in Bahia.

Sprung ins Glück: Tirolesa in Morro de São Paulo an der Dendêküste von Bahia © Brasilien Insider

Wer klettern möchte, muss sich in Brasilien nicht gegen den Strand entscheiden, denn oft liegen Strand und Berge nah beisammen. Rio de Janeiro, eines der Kletterzentren Brasiliens mit den meisten Optionen der Welt, ist das beste Beispiel. Nördlich von Rio liegt der Nationalpark Serra dos Órgãos, eines der besten Kletter- und Bergsteigerreviere. Im gleichen Staat eignet sich ebenfalls die Itatiaia-Region.

Abseilen (Rapel) ist eine beliebte Trendsportart, bei der man sich spektakulär an Felswänden abseilt, oft in einer Schlucht (Canyoning) oder an einem Wasserfall (Cascading), was den Vorteil einer gleichzeitigen Abkühlung hat. An manchen Orten ist von einem Felsen ein stabiles Seil gespannt, an dem man mit Hilfe einer Winde hinabgleiten kann (meist ins Wasser) – eine spaßige Aktivität, die sich in Brasilien Tirolesa nennt.

Professionelle Ausrüstung und eine gute Einführung des Veranstalters sind bei all diesen Sportarten unabdingbar für die Sicherheit.

 

Surfen, Wind- und Kitesurfen

Wellenreiten, pegar ondas („Wellen nehmen“), ist eine Lieblingsbeschäftigung der sportlich ambitionierten Brasilianer. 2015 wurde sogar mit Gabriel Medina erstmals ein Brasilianer Surf-Weltmeister. Dasselbe Kunststück gelang auch Adriano de Souza 2015 und erneut Medina 2018. Gute Wellen finden sich an vielen Stränden entlang der Küste, ganz besonders in Santa Catarina liegt ein gutes Revier neben dem anderen; die besten sind in Garopaba (Praia da Silveira und da Ferrugem), in Guarda do Embaú und auf der Ilha de Santa Catarina (Praia Joaquina). Im Staat Rio de Janeiro surft man vor allem in Saquarema, Búzios und Itacoatiara (Nähe Niterói). In Rio selbst hat der etwas außerhalb liegende Strand Prainha die besten Wellen.

Zur Surferhauptstadt von Bahia hat sich Itacaré entwickelt. Die Strände sind hier wirklich paradiesisch, nicht nur für Surfer. Und wenn es ums Surfen geht, darf auch der Archipel Fernando de Noronha nicht fehlen, besonders der Strand Cacimba do Padre.

Gute Bedingungen für Windsurfen findet man vor allem entlang der Küste von Ceará und dem nördlichen Rio Grande do Norte, die Bedingungen sind vor allem in der zweiten Jahreshälfte nahezu ideal. Sehr beliebte Orte sind Jericoacoara, São Miguel do Gostoso oder auch Fortaleza (Praia do Futuro). Auch in südlicheren Gefilden ist Windsurfen möglich, z. B. im schönen Badeort Búzios (Rio de Janeiro) oder auf der Ilhabela im Bundesstaat São Paulo.

Kitesurfen hat unter den beliebtesten Wassersportarten längst einen festen Platz gefunden. Auf einem kleinen Surfbrett lässt sich der Kiter von einem Lenkdrachen gezogen über das Wasser peitschen. Durch den Auftrieb des Drachens kommt es zu gewaltigen Sprüngen (bis zu 10 m hoch und 40 m weit). Anfänger sollten eine gut ausgestattete Kitesurf-Schule wählen, die die Sicherheitsaspekte ausreichend berücksichtigt. Die besten Surfspots liegen im Nordosten, besonders in Ceará: Cumbuco und die Praia do Preá nahe Jericoacoara gehören zu den bekanntesten. Auch São Miguel do Gostoso in Rio Grande do Norte wird von den Adepten gerne aufgesucht.

So viel Platz haben Kitesurfer in Cumbuco im Februar – in der zweiten Jahreshälfte ist deutlich mehr Betrieb auf dem Wasser © Brasilien Insider

 

Tauchen und Schnorcheln

Für Freunde des Tauchsports bietet Brasilien mancherorts paradiesische Bedingungen. Zwei Inselgruppen sind besonders hervorzuheben: Der Archipel Fernando de Noronha, eine Flugstunde nordöstlich von Natal, ist für Taucher das attraktivste brasilianische Revier. In dem glasklaren Wasser mit einer Sichtweite bis zu 40 m sind etwa 230 Fisch-, 100 Algen- und 15 Korallenarten anzutreffen. Auch Schnorchelfans kommen hier voll auf ihre Kosten.

Im Süden Bahias, an der Walküste, liegt der Parque Nacional Marinho dos Abrolhos, eine Inselgruppe, die sich ebenfalls wegen ihres Fischreichtums, der 18 verschiedenen Korallenarten und einer Unterwassersichtweite von bis zu 20 m hervorragend zum Tauchen und Schnorcheln eignet.

Als drittbestes Tauchgebiet Brasiliens gilt Búzios im Staat Rio de Janeiro. Ebenfalls zu erwähnen ist die in der Nähe von Rio gelegene Ilha Grande, wo sich eine Fülle an Fischen, Korallen, Schwämmen, Seesternen und Seeigeln findet.

In den glasklaren Flüssen von Bonito (Mato Grosso do Sul) kann man traumhaft zwischen bunten Fischen schnorcheln, Tauchen ist in geringen Tiefen möglich.

Aug in Auge mit den Fischen schwimmen: Wunderbares Schnorcheln in den kristallklaren Flüssen von Bonito © Brasilien Insider

 

Rafting

Bei dieser Abenteuersportart befährt ein Team aus bis zu acht Personen in einem stabilen Schlauchboot einen Wildwasserfluss, unter Leitung eines erfahrenen Steuermannes. In der Regel sind die kommerziellen Anbieter gut ausgerüstet und stellen erfahrene Guides zur Verfügung, sodass Rafting als relativ sicheres Vergnügen gilt. Zur Ausrüstung gehören dabei Schwimmweste und Helm, manchmal auch ein Neoprenanzug. Die Flüsse haben unterschiedliche Schwierigkeitsgrade zwischen 1 und 5 (am schwersten). Besonders die wilden Flüsse in Santa Catarina eignen sich bestens zum Raften, doch auch an anderen Orten wie z. B. auf dem Rio de Contas bei Itacaré (Bahia) oder an den Wasserfällen von Iguaçu ist dies möglich.

 

Reiten

Auf dem Pferderücken durch die Weiten des Pantanal © Brasilien Insider

Nicht nur im Süden bei den Gaúchos, den früheren brasilianischen Cowboys, ist Reiten bis heute eine beliebte Freizeitbeschäftigung, auch an vielen der langen, einsamen Strände können Pferde ausgeliehen werden, oder man erkundet hoch zu Ross Naturschutzgebiete oder Teile eines Regenwaldes. Die Qualität der Reitpferde ist jedoch unterschiedlich. Gut gepflegte Pferde bekommt man meistens über Pousadas oder Fazendas, die Pferdetouren anbieten. Besonders gut eignen sich Nationalparks für Reitausflüge, wie z. B. das Schwemmland Pantanal oder auch Inseln wie die Ilha de Santa Catarina. In Minas Gerais können Teile der alten Goldstraße Estrada Real zu Pferde erkundet werden.

Reiten an einsamen Stränden, hier bei Cumuruxatiba an der Walküste von Bahia © Brasilien Insider

 

Weitere Sportarten

Drachenfliegen (Asa-Delta) sowie Gleitschirmfliegen/Paragliding (Parapente) sind in Brasilien an vielen Orten möglich, z. B. in Rio de Janeiro oder auf der Ilha de Santa Catarina – die umweltfreundlichste Möglichkeit, Brasilien aus der Luft kennen zu lernen. Ein Tandem-Flug (Voo-Duplo) mit einem erfahrenen Paraglider ist ein einmaliges Erlebnis.

Bietet fantastische Ausblicke: Drachenfliegen in Rio de Janeiro © Rio CVB

Gute Voraussetzungen zum Segeln sind vor allem im Staat Rio de Janeiro gegeben, dabei besonders auf der Ilha Grande oder in Búzios. Auch auf der Insel Morro de São Paulo (Bahia) kann man sich Segelboote leihen.