SPRACHE

Sprache öffnet Herzen - Bem-vindo ao Brasil, Willkommen in Brasilien © Pixabay

Brasilien ist das einzige Land Südamerikas, in dem Portugiesisch gesprochen wird (außerdem gibt es noch zahlreiche indigene Sprachen). Englisch wird dagegen selten verstanden, geschweige denn gesprochen, am ehesten noch von Mitarbeitern in größeren Hotels oder Touristeninformationen, oder auch in den Großstädten im Süden/Südosten, besonders in São Paulo. Ganz im Süden spricht man vereinzelt auch noch Deutsch.

Wer Spanisch spricht, kann sich grundsätzlich in Brasilien recht gut durchschlagen. Noch besser ist es, sich ein paar Grundkenntnisse Portugiesisch vor oder während der Reise zuzulegen. Die Grundzüge des Portugiesischen sind für Reisende aus dem deutschen Sprachraum – auch ohne Vorkenntnisse – relativ schnell zu erlernen. Deswegen ist mein heißer Tipp, sich zumindest mit ein paar Basics der Sprache vertraut zu machen: Schon wer nur ein kleines bisschen die Sprache spricht, erlebt mehr, erfährt mehr, hat mehr Kontakte und bekommt dadurch mehr Einblicke und reist insgesamt leichter durchs Land. Traut euch, es ist kein Hexenwerk …

Passt gut ins Handgepäck: Wörterbuch Brasilianisches Portugiesisch © Brasilien Insider

Ein Sprachführer und/oder Wörterbuch gehört daher aus meiner Sicht in jedes Reisegepäck, zum Beispiel Langenscheidts Universal-Wörterbuch Brasilianisches Portugiesisch. Ich selbst habe dieses kleine Büchlein auf meinen allerersten Brasilienreisen immer dabei gehabt und es hat mir in vielen Situationen geholfen.

Wer die Zeit und die Möglichkeit hat, dem empfehle ich außerdem, vor der Reise auch einen Sprachkurs zu machen. Viele Volkshochschulen bieten günstige Portugiesisch-Kurse an, allerdings müsst Ihr hierbei darauf achten, dass viele dieser Kurse nur das portugiesische Portugiesisch lehren, welches vom brasilianischen Portugiesisch stark abweicht. Manche Sprachwissenschaftler fordern inzwischen sogar, das brasilianische Portugiesisch als eigenständige Sprache zu betrachten. Ich kann dies aus eigener Erfahrung nur bestätigen, denn selbst nach vielen Jahren, in denen ich in Brasilien lebe und die Sprache inzwischen beherrsche, habe ich immer noch so meine Probleme damit, das portugiesische Portugiesisch zu verstehen – und so geht es selbst vielen meiner brasilianischen Freunde. Es sind wirklich zwei verschiedene Paar Schuhe.

Einige private Sprachschulen bieten explizit Kurse für brasilianisches Portugiesisch an. In München gibt es zum Beispiel die exzellente Sprachakademie Dantas, die neben brasilianischem Portugiesisch auch noch viele weitere Sprachen anbietet. Hier könnt Ihr sowohl Gruppenkurse als auch Privatunterricht buchen. Ein großer Vorteil: Die Lehrkräfte sind ausschließlich Muttersprachler mit akademischem Hintergrund.

Vor Ort merkt man übrigens schnell, dass sich dieser Aufwand lohnt. Denn die Toleranz der Brasilianer gegenüber jedem noch so zaghaften Versuch, Portugiesisch zu reden, ist fast grenzenlos. Nie werdet Ihr einen ungeduldigen Gesichtsausdruck erleben, und alles ist irgendwie „richtig“, solange man verstanden wird. Die Brasilianer verstehen es wirklich, Ausländer zum Lernen ihrer Sprache zu motivieren.

Fazit: Wer schon öfter in Spanien oder Portugal war, oder sogar Spanisch in der Schule oder in Abendkursen gelernt hat, wird auch mit dem brasilianischen Portugiesisch recht schnell zurechtkommen. Auf jeden Fall kann ich nur dazu raten, sich vor der Reise zumindest ein wenig mit der Sprache vertraut zu machen, und seien es nur die wichtigsten Redewendungen. Denn je besser Ihr euch mit den Brasilianern verständigen könnt, umso intensiver werden eure Kontakte, und umso schöner und bereichernder sind die Einblicke, die Ihr in das Land und seine Kultur bekommt. Schließlich gilt auch für Brasilien: Viele Facetten, die die Faszination ausmachen, erschließen sich nur denjenigen, die mit den Einheimischen kommunizieren können – oder es wenigstens probieren …