TRANSPORT

Wie kommt man in Brasilien am besten von A nach B? Hier einige Tipps zum öffentlichen Nah- und Fernverkehr:

Stadtbusse

Die zahlreichen Nahverkehrsbusse in den größeren Städten sind eine preiswerte Form der Fortbewegung: Eine Busfahrt kostet R$4 bis R$5, unabhängig von der Länge der Fahrtstrecke. Zugleich ist eine Busfahrt auch eine gute Möglichkeit, den brasilianischen Alltag mal ganz hautnah kennenzulernen. In den meisten Städten verkehren die Busse zwischen 5 Uhr morgens und 22 oder 23 Uhr. Der Einstieg ist von Ort zu Ort verschieden: Mal steigt man vorne beim Fahrer ein, mal hinten. Etwas verwirrend kann die Zielanzeige vorne am Bus sein, denn manchmal wird dort nur das Fahrtziel angezeigt, und manchmal die Bezeichnung der Buslinie, also sowohl Start- als auch Zielort. In der Regel zahlt man erst bei einem im Bus sitzenden Schaffner (Cobrador), danach darf man das Drehkreuz passieren.

Das Fahrgeld solltet Ihr beim Einstieg möglichst abgezählt oder in kleinen Scheinen bzw. Münzen bereithalten. Größere Scheine als R$10 können zum Teil nur widerwillig – oder gar nicht – gewechselt werden.

Die Umgangsformen im Bus sind überwiegend höflich. So ist es gute Sitte, älteren Menschen im vollen Bus einen Sitzplatz zu überlassen (die vorderen Plätze sind ohnehin für Senioren, Schwangere usw. reserviert). Auch habe ich es schon oft gesehen, dass sitzende Fahrgäste den Umstehenden anbieten, ihre Taschen oder sogar Kinder auf den Schoß zu nehmen. Möchte man im Gang an Fahrgästen vorbei, dann tut man das möglichst rücksichtsvoll. Keinesfalls werden die anderen einfach zur Seite geschoben. Eher stoppt man kurz, haucht ein freundliches com licença („Gestatten Sie“) und schlängelt sich dann durch die Menge hindurch. Andererseits dürft Ihr auch nicht erwarten, dass die Leute von alleine aus dem Weg gehen, denn dann kommt man nie am anderen Busende an. Am besten, man setzt sich gleich möglichst nah an den Ausgang.

Häufig beschworene Gefahren wie Taschendiebstahl sind zwar nicht völlig von der Hand zu weisen, aber doch oft auch etwas übertrieben. Normalerweise gibt es für Touristen auf den üblichen Routen tagsüber keine Probleme. Im Dunkeln sollten nur Stadtbusse benutzt werden, deren Streckenverlauf man gut kennt, d. h. die nicht durch unsichere Gegenden fahren. Von überfüllten Bussen sollte man Abstand nehmen, wenn man viel Gepäck bei sich hat.

Auf eines muss in allen brasilianischen Nahverkehrsbussen geachtet werden: Die Standfestigkeit. Den Fahrern ist es nämlich herzlich egal, ob ein Passagier schon Platz genommen hat oder noch durch die Sitzreihen torkelt. Abruptes Anfahren und Bremsen ist die Norm, sodass man schnell lernt: Die Verantwortung, nicht umzufallen, liegt einzig und allein beim Fahrgast.

Das Dechiffrieren der Zielanzeige zählt zu den Herausforderungen des Busfahrens in Brasilien © Brasilien Insider

 

Metro (U-Bahn)

Einige Großstädte wie Rio de Janeiro, São Paulo, Recife, Salvador, Brasília oder Porto Alegre haben ein gut funktionierendes, wenn auch relativ kleines U-Bahn-Netz mit modernen, sauberen und sicheren Zügen. Mit der Metro ist man fast immer schneller am Ziel als mit dem Bus. Streckenkarten und Fahrpläne sind in den Metro-Stationen ausgehängt oder können vor Ort erfragt werden.

 

Taxi und Uber

Taxifahren ist in Brasilien billiger als in Mitteleuropa. Am wichtigsten ist, dass die Uhr (Taxímetro) eingeschaltet ist – oder alternativ vor Fahrtbeginn ein Festpreis vereinbart wird. Hierbei darf ruhig verhandelt werden. Ein Festpreis hat den Vorteil, dass der Fahrer dann nicht der Versuchung ausgesetzt ist, den ortsunkundigen Gast auf Umwegen zum Ziel zu bringen. Denn „schwarze Schafe“, die einem Gringo gerne ein paar Reais mehr abnehmen, gibt es auch in Brasilien. Wer einen vertrauenswürdigen und zuverlässigen Taxifahrer trifft, kann sich gleich die Telefon- bzw. Whatsapp-Nummer zur Vereinbarung weiterer Fahrten geben lassen.

Bei Fahrt mit Taxameter ist darüber hinaus darauf zu achten, dass der richtige Tagestarif (Bandeira) eingestellt ist: Tagsüber gilt Bandeira 1 (in der Regel von 6–18 oder 21 Uhr), danach der um etwa 30–45 % höhere Tarif Bandeira 2 (wird von einer Ziffer auf dem Taxameter angezeigt). Doch auch hier gibt es kreative und von Ort zu Ort variierende Sonderregeln, nach denen Bandeira 2 zum Beispiel auch ganztägig am Wochenende oder an Feiertagen eingesetzt werden darf, ferner auf bestimmten Strecken wie zum Flughafen oder sogar im ganzen Monat Dezember, was dann mit dem Anspruch auf ein „13. Monatsgehalt“ gerechtfertigt wird. In Rio de Janeiro können weitere Extrakosten anfallen, zum Beispiel pro größerem Gepäckstück, das der Fahrer in den Kofferraum gehoben hat, oder wenn unterwegs eine Steigung zu steil erscheint …

Zuverlässig, sicher und zudem erheblich günstiger als Taxis (etwa halb so teuer) sind Fahrten mit dem Anbieter Uber, der in allen größeren brasilianischen Städten vertreten ist und ausgezeichnet funktioniert. Für die Nutzung ist eine einmalige Registrierung nötig. Der Fahrpreis wird bereits bei der Buchung auf den Centavo genau angezeigt und man kann ihn am Ende der Fahrt entweder in bar bezahlen oder sich von der Kreditkarte abbuchen lassen.

 

Mototaxi

In vielen Kleinstädten sind Mototaxis die schnellste und günstigste Form der Fortbewegung. Die Mototaxi-Kooperativen sind recht gut organisiert, die Maschinen üblicherweise in ordentlichem Zustand und die Fahrer passen die Geschwindigkeit den Wünschen des Fahrgastes an. Selbst der Helm für den Sozius, der früher nicht immer zum Standard gehörte, ist inzwischen in aller Regel vorhanden. Falls nicht, sollte man sich nicht davor scheuen, einen zu fordern und notfalls den Helm des Fahrers aufzusetzen.

 

Fernverkehr

Fernbusse

Mit dem Fernbus durch Brasilien zu reisen ist gleichbedeutend mit der Entdeckung der Langsamkeit. Busse sind eine preiswerte, aber angesichts der Größe des Landes auch recht zeitaufwändige Alternative zum Flugzeug (z. B. Rio–Salvador 29 Std.). Die Vorteile von Busreisen liegen vor allem im unmittelbaren Kontakt mit dem brasilianischen Alltag abseits der großen Touristenorte. Ein Überlandstopp in einem kleinen Kaff kann mehr Erfahrungswerte in punkto brasilianischer Kultur mit sich bringen als diverse Flugreisen. Schon im „Mikrokosmos Bus“ werden Bekanntschaften geschlossen und es lassen sich interessante Beobachtungen anstellen.

Dabei ist das Ambiente in brasilianischen Fernbussen sehr geordnet: Die Fahrten verlaufen in der Regel gesittet und ruhig, die Fahrgäste unterhalten sich in gemäßigtem Tonfall, selbst Kleinkinder scheinen weniger zu quengeln als in Europa. Falls einmal jemand durch Lärm und laute Gespräche auffällt, sind es nicht selten Gringos. Fernbusreisen können aber auch zum anstrengenden Abenteuer werden, zum Beispiel wenn im Niemandsland der Motor seinen Geist aufgibt und das Problem erst nach mehreren Stunden behoben werden kann. Zum Glück passiert dies aber eher selten. Zudem haben die Busgesellschaften ein dichtes Netz an technischen Hilfsstationen installiert und mit der nötigen brasilianischen Gelassenheit kann so eine Wartepause auch durchaus interessant sein.

Komfortabler Langstreckenbus von Águia Branca © Brasilien Insider

Die meisten Langstreckenbussevor allem der großen Gesellschaften, sind hochmodern und komfortabel ausgestattet, dies trifft besonders auf manche der nachts verkehrenden Leito-Busse zu (Liegebusse, gegen Aufpreis), mit Bordprogramm, Kopfhörer, Decke, Kissen, Snacks und zum Teil WLAN. Aber auch die Semi-Leitos („Halb-Liegebusse“), mit einem etwas geringeren Neigungswinkel der Rückenlehne, bieten in der Regel schon einen recht guten Sitzkomfort. Busse der Typen Executivo und Convencional sind dagegen einfacher ausgestattet und werden vor allem auf kürzeren oder mittleren Strecken eingesetzt.

Das Gepäck wird vor dem Einstieg an der Ladeluke des Busses bei einem Mitarbeiter eingecheckt, dabei erhält man einen Beleg, den man am Ende der Fahrt bei der Gepäckausgabe wieder vorweisen muss. Oft wird beim Einstieg auch ein ausgefüllter Passagierschein inklusive der Reisepassnummer erwartet. Erfahrene Traveller haben den Pass deshalb schon zur Hand.

Die großen Busbahnhöfe (Rodoviárias) sind mit allem ausgestattet, was Reisende so brauchen: Imbisse, Restaurants, Geldautomaten, Geschäfte, Apotheken, Post, Internet, Tourist Info, 24-Std.-Gepäckservice (Guarda Volumes) usw.

Abfahrtsbereich des Busbahnhofs von Fortaleza © Brasilien Insider

Fahrkarten könnt Ihr direkt an den Schaltern am Busbahnhof kaufen (online ist dies ohne brasilianische CPF-Nummer oft nicht möglich). Einige Busgesellschaften betreiben auch zentral gelegene Agenturen. Zudem wird in manchen Städten eine Fahrscheinlieferung (Entrega) angeboten, angezeigt durch Begriffe wie Disk Passagem. Für diesen Service zahlt man einen geringen Betrag je Lieferung (ca. R$5–10), die Hotelrezeption kann bei der Bestellung helfen. Seit einiger Zeit ist ähnlich wie bei Flügen eine einjährige Gültigkeit der Tickets sowie eine Fahrpreiserstattung bei Rückgabe gesetzlich vorgeschrieben.

Tipps für längere Busfahrten

  • Die vorderen Plätze sind die besten. Hinten befinden sich die Toiletten (d. h. Gerüche und viel Betrieb im Gang) und in der Mitte pfeift einem in älteren Busmodellen die Klimaanlage um die Ohren.
  • Beim Gehen durch den schaukelnden Bus möglichst an der Gepäckrinne abstützen (und nicht an den Kopflehnen der Mitreisenden). Dies bringt mehr Stabilität und stört weniger.
  • Schon bei der Wahl des Sitzplatzes mögliche landschaftliche Highlights berücksichtigen, z. B. bei Fahrten entlang der Küste wie zwischen Rio und Paraty die „Meeresseite“ bevorzugen.
  • Immer etwas Warmes zum Anziehen dabei haben, die Klimaanlagen sind zum Teil sehr kalt eingestellt.
  • Bei Nachtfahrten zusätzlich eine dünne Decke oder Bettlaken sowie ein kleines Kissen einstecken. Auch Oropax und eine Schlafbrille helfen.
  • Die Busse fahren an den Startpunkten sehr pünktlich ab! Also nicht auf den letzten Drücker kommen.

Einige Busstrecken werden nicht täglich befahren, die aktuellen Abfahrtszeiten erfährt man telefonisch am Busbahnhof oder auf den Internetseiten vieler Busgesellschaften. Auf längeren Passagen und Übernachtfahrten sind Pausen im Abstand von 3–4 Stunden üblich, meist an gut ausgestatteten Raststätten mit Self-Service-Restaurant, Souvenirshop usw. Wertsachen sollten während der Rast nicht unbeaufsichtigt im Bus liegen bleiben. Der Busfahrer kündigt die Dauer der Pause an, im Zweifel aber lieber noch einmal nachfragen. Es wird pünktlich weitergefahren …

Große Busgesellschaften

Fast alle Busgesellschaften bieten inzwischen einen Fahrkartenverkauf übers Internet an, allerdings ist der Kauf nicht immer mit internationaler Kreditkarte möglich. Aktuelle Fahrpläne und Preise könnt Ihr auf den Websites abrufen.

 

Flugzeug

Wegen der gewaltigen Entfernungen ist bei Reisen in Brasilien das Flugzeug ein nützliches Verkehrsmittel. Der alltägliche Flugverkehr geht recht reibungslos vonstatten – was gelegentliche Verspätungen nicht ausschließt. Die Abwicklung an den Check-In-Schaltern und bei der Sicherheitskontrolle ist effizient und freundlich, und es geht längst nicht so angespannt zu wie in Europa oder in den USA (zum Beispiel dürfen auf Inlandsflügen Getränke mit an Bord genommen werden). Die meisten brasilianischen Flughäfen sind modern und bieten einen angenehmen Aufenthalt.

Allgemein ist es auch in Brasilien ratsam, Flugtickets so früh wie möglich zu kaufen, da die günstigsten Tarife oft schnell ausgebucht sind. In- und Auslandsflüge sind unkompliziert in Reisebüros erhältlich (Gebühr etwa R$40 je Ticket), oder auch direkt am Flughafen (variierende Gebühren). Beim Kauf direkt über die Websites der Airlines fallen zwar keine Verkaufsgebühren an, jedoch werden internationale Kreditkarten nicht überall akzeptiert (zuletzt war dies nur bei Gol möglich).

Auf Internetseiten wie Decolar oder Viajanet könnt Ihr euch Flugverbindungen schnell und einfach anzeigen lassen. Ausländer können zwar auch hier nur schwer online buchen, aber zumindest erhaltet Ihr einen guten Überblick über die verfügbaren Flüge und ihre ungefähren Preise.

Um günstige Flüge zu finden, empfehle ich außerdem die Flugsuchmaschine Skyscanner.

An vielen Flughäfen wurde anlässlich der Fußball-WM ein kostenloser WLAN-Zugang eingerichtet. Nutzer von Smartphones, Tablets und Notebooks müssen sich hierfür im Netzwerk „INFRAERO wi-fi grátis” registrieren und können für eine begrenzte Zeit gratis surfen.

Brasiliens Flughäfen sind überwiegend modern und komfortabel, wie hier in Belém © Brasilien Insider

 

TIPP: Flüge in Echtzeit abrufen

Über diesen Link von Infraero könnt Ihr sämtliche Flugdaten der brasilianischen Airports (Ankunfts-/Abflugzeiten, Verspätungen) in Echtzeit abfragen.

Azul ist eine der drei großen brasilianischen Fluggesellschaften © Brasilien Insider

Fluggesellschaften mit brasilianischen Inlandsflügen

  • Air Europa, im Mai 2019 erhielt die spanische Airline die Berechtigung, Inlandsflüge in Brasilien durchzuführen
  • Azul, Tel. 4003 1118 (Ortsgespräch von größeren Städten), sonst 0800/887 1118. Operiert landesweit, darunter auch Flüge nach Fernando de Noronha.
  • Gol, Tel. 0300/115 2121. Oft günstige Flüge und Sonderpreise.
  • Latam, Tel. 4002 5700 (Ortsgespräch von allen Landeshauptstädten), sonst 0300/570 5700. Größtes Streckennetz im innerbrasilianischen Luftverkehr sowie die meisten Interkontinental-Verbindungen.
  • Passaredo, Tel. 16/4000 1777 (Ortsgespräch). Kleinere Airline mit regionalem Streckennetz.

 

Schiff

Eine willkommene Abwechslung stellen Flussreisen dar, im Amazonasgebiet sind sie oft sogar die einzige Möglichkeit der Fortbewegung. Bevor man ein Amazonas-Schiff besteigt, sollte man auf Fahrtüchtigkeit und Sicherheit der Boote achten. Immer wieder kommt es zu Unfällen, weil mangelhaft gewartete und unzureichend ausgestattete Holzschiffe auf Sandbänke auflaufen oder in Stürmen kentern.

Regelmäßige Linien verkehren auch im Parnaíba-Delta, auf dem Rio São Francisco sowie auf einigen Abschnitten des Rio Paraná. An Deck gibt es meistens Hängematten zum Schlafen, auf größeren Booten kann man sich in der ersten Klasse in einer Kajüte einmieten. Wer ohne Eile unterwegs ist, kann an der Südküste Bahias auf eigene Faust per Schoner oder Fischerboot von einem Traumstrand zum nächsten reisen. Auch die küstennahen Inseln wie Morro de São Paulo und Boipeba (Bahia) oder Ilha Grande (Rio de Janeiro) werden auf dem Wasserweg angesteuert.

Mit dem Schnellboot zur Insel Boipeba an der Dendêküste von Bahia © Brasilien Insider

Eisenbahn

Passagierzüge sind in Brasilien kaum üblich, ein systematischer Ausbau des Bahnnetzes findet nicht statt. Eisenbahnen sind nur in wenigen Regionen des Landes in Betrieb und laufen höchstens unter der Rubrik Touristenattraktion, wie der berühmte Serra Verde Express zwischen Curitiba und Paranaguá.

 

Auto und Motorrad

Wir raten Touristen, die sich nicht gut auf Brasiliens Straßen auskennen und mit Sprache und kulturellen Besonderheiten wenig vertraut sind, im Allgemeinen vom eigenständigen Auto- und Motorradfahren ab – besonders der oft unübersichtliche Stadtverkehr der großen Metropolen birgt etliche Risiken für Ortsfremde. Es ist in Brasilien auch gar nicht nötig, ein Auto zu mieten. Das Land verfügt über ein modernes Verkehrsnetz an Flugzeugen und Fernbussen, das in aller Regel komfortabel, sicher und pünktlich funktioniert. In einigen eingegrenzten und verkehrssicheren Regionen mit wenig öffentlichem Transport kann ein Mietauto dagegen empfehlenswert sein, z. B. auf der Ilha de Santa Catarina oder zwischen den Strandbadeorten nördlich von Salvador.

Führerschein

Für das Führen von Fahrzeugen in Brasilien bei touristischen Aufenthalten genügen grundsätzlich der nationale Führerschein sowie ein Identitätsnachweis (Reisepass). Zur Vermeidung von Missverständnissen empfiehlt das deutsche Konsulat, neben dem nationalen Führerschein einen internationalen Führerschein, besser noch eine beglaubigte portugiesische Übersetzung des nationalen Führerscheins, mitzuführen. Für die in Deutschland noch vorkommenden alten „grauen“ Führerscheine ist das Mitführen einer beglaubigten Übersetzung zwingend vorgeschrieben.

Alkohol am Steuer

Seit 2008 gilt in Brasilien die sog. Lei Seca („Trockengesetz“), die Promillegrenze liegt bei 0,0 ‰ und jeder nachweisbare Alkoholgehalt im Blut wird hart bestraft (Führerscheinentzug bis zu einem Jahr und hohe Geldstrafe).

Mögliche Risiken

Oft unterschätzen europäische Besucher die Risiken und Hindernisse des Autofahrens in Brasilien. Hierzu zählen vor allem:

  • schlecht ausgeschilderte Straßenführungen.
  • miserable Straßenverhältnisse: Vor allem auf Nebenstrecken gibt es immer noch Schlaglöcher, die nachts kaum zu erkennen sind. Das Liegenbleiben auf offener Strecke stellt eine unkalkulierbare Gefahr dar.
  • rasende und wild überholende Autofahrer, besonders auf den Bundesstraßen, was zu erschreckenden Unfallstatistiken führt (über 30 000 Straßenverkehrsopfer jährlich, eine der höchsten Raten weltweit). Vor allem an Sonntagabenden besteht erhöhtes Risiko, wenn sich nach einem langen Strandtag immer noch zu viele Autofahrer angetrunken ans Lenkrad setzen.
  • unsichere Bundesstraßen: In einigen Gegenden kann es abends und nachts zu Überfällen kommen.
  • unberechenbare Begegnungen mit der Militärpolizei.

Mietautos

Ein Auto zu mieten ist in den größeren Städten kein Problem, so sind u. a. an allen Flughäfen die wichtigsten Verleihfirmen vertreten. Vor Fahrtbeginn sollte man sich nach der Treibstoffart erkundigen, denn neben Benzin und Diesel werden in Brasilien auch Ethanol aus Zuckerrohr und Gas getankt. Bekannte Mietwagenunternehmen sind:

 

Fahrrad und Trampen

Beide Fortbewegungsarten sind in Brasilien auf längeren Strecken unüblich, wenig sicher und höchstens für Abenteurer oder in Begleitung eines erfahrenen Guides eine Option. Ansonsten wird davon abgeraten. Ausgenommen sind Kurzausflüge in überschaubaren Ferienorten oder Nationalparks.