ÜBERNACHTUNG

Übernachten in Brasilien: Am besten in einer schönen Pousada in tropischer Umgebung, wie hier die Vilangelim Eco-Pousada in Imbassaí nördlich von Salvador © Brasilien Insider

Nach den internationalen Großereignissen haben sich die Hotelpreise in Brasilien wieder stabilisiert und sind vielerorts sogar zurückgegangen. Am teuersten logiert man nach wie vor in Rio und São Paulo. In allen anderen Landesteilen, besonders im Nordosten und Norden, könnt Ihr dagegen oft erstaunlich preiswerte Unterkünfte finden.

Allgemein empfiehlt es sich, zu zweit oder in Gruppen zu reisen, denn Einzelzimmer sind in der Regel Doppelzimmer, die zu einem kaum niedrigeren Preis angeboten werden. Ein weiteres Bett für eine dritte Person im gleichen Zimmer kostet dagegen meist nur geringfügig mehr.

 

Hauptsaison vs. Nebensaison

In allen brasilianischen Urlaubsorten unterliegen die Zimmerpreise saisonalen Schwankungen. Das kann in der Hochsaison zu einem mehr als doppelt so hohen Preis wie in der Nebensaison führen.

Als absolute Hauptsaison gilt in den meisten Ferienregionen – also praktisch überall entlang der Küste – die Zeit zwischen Weihnachten und Karneval (vor allem Januar) sowie mit Abstrichen auch der Ferienmonat Juli. Zur Hauptreisezeit ist es in vielen touristischen Orten ratsam, Unterkünfte im Voraus zu buchen.

Etwas anders sieht es in Gegenden aus, die neben vielen Urlaubern auch einen ganzjährig hohen Anteil an Kongress- und Geschäftsbesuchern haben, wie z. B. São Paulo, Rio oder Fortaleza. Diese Städte kennen im Grunde keine Nebensaison. Demgegenüber gibt es einige Städte vor allem im Landesinneren, wie z. B. Brasília, die überwiegend von Geschäftstourismus geprägt sind und folglich an Wochenenden mit interessanten Preisnachlässen werben.

Zu beachten müsst Ihr darüber hinaus die regionalen Klimaunterschiede: So gehört in vielen Amazonasstädten, wie beispielsweise Belém, der Januar bereits zur Nebensaison, da er den Beginn der dortigen Regenzeit darstellt.

Eine Besonderheit sind die großen nationalen Feste, insbesondere Silvester, Karneval und Ostern. In diesen Zeiträumen ist es in vielen Orten schwierig, Zimmer für weniger als vier bis sechs Nächte zu bekommen; denn angeboten werden dann nur so genannte Pacotes (Pakete), saftige Preiszuschläge inbegriffen.

In Städten wie Rio gibt es praktisch keine Nebensaison © Brasilien Insider

 

Zahlungsweisen und Ermäßigungen

Wer nicht bereits über Booking oder andere Seiten im Internet gebucht hat, kann fast überall in Brasiliens Hotels mit Kreditkarte bezahlen. Bei Zahlung mit Bargeld und bei längeren Aufenthalten von mehr als drei Tagen werden häufig Preisnachlässe (10–20 %) gewährt. Es empfiehlt sich vor allem in der Nebensaison, vor dem Einchecken nach einem solchen Rabatt (desconto) zu fragen bzw. ruhig ein wenig zu verhandeln. Die in den größeren Hotels an der Rezeption ausgehängten Preise (tarifa de balcão) solltet Ihr dagegen nicht für bare Münze nehmen. In kleineren Pousadas lässt sich manchmal ein besserer Preis aushandeln, wenn man nach einem Zimmer mit Ventilator statt Klimaanlage fragt.

 

TIPP: Früh buchen an Feiertagen

An den langen Wochenenden während der nationalen Feiertage (feriado) wird es überall voll: Vor allem über Silvester, Karneval, Ostern und Fronleichnam ist es schwer, an günstige Zimmer (oder überhaupt an Zimmer) zu kommen. Oft werden in dieser Zeit nur sogenannte pacotes (Pakete) für vier bis sechs Nächte angeboten, hohe Preiszuschläge inbegriffen. Ähnlich sieht es rund um die großen Nationalfeiertage aus:

  • 21. April (Tiradentes)
  • 1. Mai (Tag der Arbeit)
  • 7. September (Unabhängigkeit)
  • 12. Oktober (Tag der Schutzpatronin)
  • 15. November (Republikgründung)

Rund um diese Daten wird fast immer ein Brückentag eingebaut und die beliebtesten Reiseziele füllen sich mit brasilianischen Kurzurlaubern. Falls Ihr an einem dieser Feiertage unterwegs seid, empfehle ich euch unbedingt eine frühzeitige Hotelreservierung.

Eine Übersicht der wichtigsten Feste und Feiertage in Brasilien findest du hier.

 

Pousadas und Hotels

In den Tourismuszentren und Kolonialstädten besteht ein großes Angebot an Hotels und Pousadas sämtlicher Kategorien und Preisklassen, bis hin zu luxuriösen Designhotels. All-Inclusive-Resorts sind in Brasilien gelegentlich anzutreffen, jedoch insgesamt nicht sehr verbreitet.

Pousadas sind die charmanteste Art, in Brasilien zu wohnen. Es handelt sich um kleinere, meistens privat geführte Pensionen, oft mit einer Gartenanlage sowie Veranda mit Hängematten und Pool. Häufig sind sie geschmackvoll gestaltet und bieten ein persönliches Klima. Einige Pousadas besitzen Einzelhäuschen, die im Garten verstreut sind, sogenannte Chalês, und bieten darüber hinaus ein ergänzendes Ausflugsprogramm oder spezielle Services an (Buggy-, Boot-, Fahrradverleih etc.).

Balkon oder Veranda mit einer oder mehrerer Hängematten – ein typisches (und sehr bequemes) Accessoire in brasilianischen Pousadas, im Bild die Villa dos Corais in Morro de São Paulo © Brasilien Insider
Früchte gehören stets zu einem brasilianischen Hotelfrühstück, hier in der Pousada Tabapitanga in Porto de Galinhas © Brasilien Insider

In fast allen brasilianischen Hotels und Pousadas ist ein üppiges Frühstück im Preis inbegriffen. Normalerweise können Gäste sich bis 10 Uhr am Buffet für den Tag stärken (seltener bis 9 Uhr), in manchen Hotels und Pousadas steht das Frühstück auch bis 11 oder 12 Uhr noch bereit, oder kann sogar zu jeder beliebigen Tageszeit eingenommen werden. Fast immer gibt es eine große Auswahl an Früchten sowie zwei bis drei Fruchtsäfte, dazu Brötchen, Eier, Käse, Schinken, Marmelade, Joghurt, Kuchen und was den kreativen Besitzern sonst noch einfällt … In den besseren Einrichtungen gibt es oft noch eine zusätzliche Station, an der man sich Omeletts, Tapiocas oder süße Pfannkuchen frisch zubereiten lassen kann.

Einchecken könnt Ihr in aller Regel ab 14 Uhr, das Auschecken wird meistens bis 12 Uhr gestattet. Bei etwas früherer Ankunft oder etwas späterer Abreise sind brasilianische Hotels und Pousadas nach meiner Erfahrung großzügig, und wenn es irgendwie möglich ist, wird man versuchen, euch entgegenzukommen. Möchte man das Zimmer gleich mehrere Stunden länger nutzen, so wird meistens ein halber Tagessatz fällig.

Ein spezieller Übernachtungstyp sind die Hotel-Fazendas, die Ihr im Pantanal findet (“Urlaub auf dem Bauernhof”), sowie die Dschungelhotels (Lodges) im Amazonas. Bei diesen mitten in der Natur liegenden Unterkünften sind Vollpension sowie täglich mehrere Ausflüge im Preis üblicherweise inbegriffen. Auch die An- und Abreise zu diesen schwer erreichbaren Orten ist oft (aber nicht immer!) schon im Preis enthalten.

Auf dieser Webseite empfehlen wir euch einige der schönsten Pousadas, Hotels, Hostels, Fazendas, Lodges und Resorts, die wir in Brasilien kennengelernt haben. Ihr könnt sie stets über die jeweiligen Links direkt buchen.

Blick ins Grüne – der Balkon einer Suite der Pousada Vila Serrano in der Chapada Diamantina © Brasilien Insider

TIPP: WLAN und Hotelgebühren – versteckte Nebenkosten

Drahtloser Internetzugang mit dem eigenen Laptop, Tablet oder Smartphone ist auch in Brasilien selbstverständlich. Die allermeisten Hotels, Pousadas, Hostels und Resorts bieten gratis WLAN (wifi oder internet sem fio) an, nur noch sehr wenige Hotels erheben für diesen Service Gebühren. Bei vielen Fazendas und Dschungelhotels gibt es wegen der Abgeschiedenheit allerdings nur eingeschränkten oder gar keinen Internetzugang.

Dagegen pflegen manche brasilianische Hotels leider die Unsitte, auf den angegebenen Zimmerpreis noch gewisse Steuern oder Gebühren („Taxas“) aufzuschlagen, die sich meist zwischen 5 % und 15 % bewegen (zum Beispiel 10 % Service Tax auf jede Übernachtung). Diese nicht immer ganz transparenten Beträge offenbaren sich zum Teil erst am Tag der Abrechnung. Selbst bei Buchung über Internetanbieter wie Booking sind diese Servicegebühren zum Teil nicht enthalten und müssen vor Ort beim Auschecken bezahlt werden.

Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden, solltet Ihr euch vor der Reservierung nach eventuell anfallenden Nebenkosten erkundigen.

 

Airbnb

Eine auch in Brasilien immer mehr in Mode gekommene Alternative sind Airbnb-Unterkünfte. Hier könnt Ihr ein Zimmer oder eine ganze Wohnung für euch mieten. Schön daran ist, dass man meist in direkteren Kontakt mit Einheimischen kommt. Durch die Möglichkeit, sich selbst zu zu bekochen, lässt sich außerdem Geld einsparen.

 

Jugendherbergen (Hostels)

Am günstigsten kommt man in Brasilien in Hostels unter. Viele dieser Hostels, die in Brasilien auch als albergues bekannt sind, haben eine gute Qualität und bieten neben dem klassischen Mehrbettzimmer auch Einzel- und Doppelzimmer an. Außerdem lässt sich schnell Kontakt zu anderen Travellern anbahnen, darunter auch zu vielen Brasilianern, die gern ihr eigenes Land bereisen. Durch die vielen internationalen Kontakte sind brasilianische Hostels eine exzellente Adresse für aufgeschlossene Reisende. Die Preise bewegen sich etwa zwischen R$40 und R$100 pro Person.

Die passende Backpacker-Herberge für dich findest Du bei HostelbookersHostelworld oder Agoda.

Das hervorragend geführte Hostel in Praia do Forte (Bahia) zählt zu den besten seiner Art in Brasilien © Brasilien Insider

Motels

Motels sind die brasilianische Version des Stundenhotels und dürfen weder mit einem normalen Hotel noch mit einem Etablissement europäischen Stils verwechselt werden. Man erkennt sie leicht an den rot leuchtenden Amor-Engeln oder Neon-Herzen sowie den eindeutig-zweideutigen Namen. Für die brasilianische Gesellschaft spielen Motels eine wichtige Rolle, da junge Paare vor der Ehe aufgrund der meist beengten Wohnsituation selten ausreichend Raum für Privatsphäre haben. Gesellschaftlich sind sie deswegen auch weitgehend akzeptiert und haben nichts Anrüchiges an sich. Viele Motels sind sehr gepflegt, einige bieten sogar luxuriöse Extras wie einen Whirlpool. Auch eine ganze Nacht zu bleiben ist möglich (pernoite), meist sogar zu recht moderaten Preisen. Im Notfall, zum Beispiel bei ausgebuchten Hotels, kann ein Motel durchaus mal als passable Übernachtungsalternative dienen. Allerdings liegen die meisten Motels ungünstig außerhalb der Stadtzentren.

Toiletten

Zum Abschluss noch ein wichtiger Hinweis: Fast überall in Brasilien wirft man das Toilettenpapier nicht in die Toilette, sondern in einen kleinen nebenstehenden Eimer. Da die brasilianischen Abwasserrohre sehr dünn sind, führt runtergespültes Toilettenpapier schnell zu Verstopfung und möglicherweise unangenehmer Badezimmerflutung. Dieses anfangs noch ungewohnte Verhalten solltet Ihr möglichst schnell verinnerlichen. Bei täglicher Leerung entstehen keine unangenehmen Gerüche.