NORDEN


Die Millionenstädte Manaus und Belém sind die Tore und Ziele im brasilianischen Amazonasgebiet. Während Belém mit seinen Parks, Museen und Mangobaumalleen die deutlich schönere Stadt ist, ist Manaus für „Dschungeltourismus“ besser geeignet – ein paar Tage auf einer Lodge im Regenwald zu verbringen, gehört zu den Highlights, die sich in Brasilien anbieten. Auf halber Strecke zwischen Belém und Manaus liegt die drittgrößte Amazonasstadt Santarém an der Mündung des Rio Tapajós, und 32 km stromaufwärts das Amazonasdorf Alter do Chão, das mit seinen weißen Flussstränden bezaubert. Reisende, die über mehr Zeit verfügen, können von Belém aus noch die Insel Marajó im Amazonasdelta mit ihrer einzigartigen Kombination von Savanne und Dschungel erreichen.

Der Norden von Brasilien © Brasilien Insider

Der Amazonas speist sich aus den drei großen Quellflüssen Rio Marañón, Rio Huallaga und Rio Ucayali in den Anden, sowie – im Mittellauf – dem durch das brasilianische Tiefland fließenden Rio Solimões, um dann, nach dem Zufluss des Rio Negro, als Rio Amazonas unter Mitnahme von drei Dutzend Nebenflüssen in den Atlantik zu münden. Selbst diese Nebenflüsse weisen noch Dimensionen auf, die alle europäischen Flüsse in den Schatten stellen. Dazu gehören im Norden der Rio Napo, der Putumayo Icá, der Rio Japura und im Süden der Rio Tapajós, der Xingu, der Tocantins und der Araguaia.

Der Amazonas im brasilianischen Tiefland variiert zwischen 6 und 8 km Breite, und seine Tiefe zwischen 20 und 200 m; in der Nähe der Mündung zum Atlantik sind auch schon Tiefen von 500 m gemessen worden. Der Amazonas ist der Fluss mit den größten Wassermassen überhaupt: Sie sind so gigantisch, dass eine Minute Durchfluss reichen würde, um den Durst der ganzen Weltbevölkerung für einen Tag zu stillen. In den Atlantik entlässt er pro Sekunde 175 Mio. Liter Wasser – mehr als alle Flüsse Europas zusammengenommen.

Die Amazonasebene ist, vereinfacht gesagt, nichts anderes als eine gigantische Sandbank aus dem Abrieb der Anden. Darauf steht der Regenwald. Der Boden gibt ihm Halt – aber keine Nahrung. Ein komplizierter Kreislauf innerhalb des Regenwaldes sorgt für die Erhaltung des Biotops; beseitigt man größere Flächen daraus, trocknet der Boden schnell aus und wegen der in ihm kaum vorhandenen Mineralien bricht sich die Wüste Bahn. Die Nahrungs- und Energiezufuhr des Regenwaldes kommt im Wesentlichen von oben. Der Regenwald heißt so, weil er den Regen braucht – und ihn auch wieder durch Verdunstung hervorbringt.

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Klima: In den Tropen gibt es keine ausgeprägten (astronomischen) Jahreszeiten, weil der Sonnenstand nicht wie in den polnäheren Gebieten aufgrund der Neigung der Erdachse jahreszeitlich stark schwankt. Am Äquator herrscht der Zwölfstundentag, jahrein, jahraus mit 24–28 °C Durchschnittstemperatur. Ein typischer Tag in dieser Region nimmt seinen Anfang mit einem steilen Sonnenaufgang zwischen sechs und sieben Uhr früh: Es ist, als würde das Licht angeknipst, so schnell wird es hell – und am Abend bricht die Nacht fast schlagartig herein. Der klare Morgenhimmel bedeckt sich bis mittags mit Quellwolken und zur Siesta kommt der Regen (meist mit Gewitter) kübelweise runter: Man kann beinahe die Uhr danach stellen. Kaum ist der Wolkenbruch vorüber, klart der Himmel wieder auf und der kurze Abend bricht an.

Die Regenzeit in Amazonien reicht von Januar bis Mai, deutlich weniger Niederschläge fallen zwischen Juli und Oktober, mit den Monaten Juni, November und Dezember als Übergangsmonaten. In Zeiten des Klimawandels ist darauf allerdings immer weniger Verlass. Es kann vorkommen, dass im Januar, eigentlich einer der regenreichsten Monate, tagelang die Sonne scheint. Aktuelle Studien haben gezeigt, wie schnell und heftig besonders das fragile Ökosystem des Amazonas auf die Erderwärmung regiert. Schwere Dürrekatastrophen, bei denen Flüsse austrocknen und Orte wochenlang von der Außenwelt abgeschnitten sind, und heftige Überschwemmungen verdeutlichen dies immer wieder auf beunruhigende Weise.

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Dass das feuchtheiße Klima Amazoniens eine besondere Sorgfalt bei der Reisevorbereitung erfordert, ist offensichtlich. Das bedeutet aber nicht, mit Mondgepäck und einer prallen Reiseapotheke anzureisen. Ganz im Gegenteil – weniger ist mehr! Wer kiloschwere Rucksäcke und Reisetaschen mit sich herumschleppt, macht schnell schlapp. Mit Kohletabletten (gegen Durchfall), Insektensalbe, Sun Blocker und einigen Pflastern ist man pharmazeutisch bestens ausgerüstet. Denn alles, was über Verdauungsprobleme, Sonnenbrand und Moskitostiche hinausgeht, lässt sich nicht mit einer Reiseapotheke lösen. Aber mit kluger Voraussicht. Das gilt auch für die Kleidung. Leichte T-Shirts, zwei lange und zwei kurze Hosen, Handtuch (auch gegen Schweiß), Unterwäsche, Socken, Wanderschuhe: fertig. Man kann unterwegs alles waschen lassen oder sogar billig neu kaufen. Die Gegenwart von Menschen, gleich welcher Farbe und Kultur, am Fluss und im Wald ist eine Überlebensgarantie für Reisende.

Empfohlene Reiserouten:

  • Manaus – Dschungelhotel – Alter do Chão (Santarém) – Belém (14-17 Tage)
  • Manaus – Dschungelhotel – Alter do Chão (Santarém) – Belém – Ilha de Marajó (17-20 Tage)
  • Belém – Alter do Chão (Santarém) – Manaus – Dschungelhotel (14-17 Tage)
  • Belém – Ilha de Marajó – Alter do Chão (Santarém) – Manaus – Dschungelhotel (17-20 Tage)
  • Manaus – Dschungelhotel – Belém (10-12 Tage)
  • Belém – Manaus – Dschungelhotel (10-12 Tage)
  • Manaus – Dschungelhotel – Alter do Chão (Santarém) (10-12 Tage)
  • Alter do Chão (Santarém) – Manaus – Dschungelhotel (10-12 Tage)

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